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Ein perfekter Geburtstag dank Ladybug Glücksbringer

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit deineTorte entstanden. Die Bilder, Meinungen und Texte rund um das Produkt sind unsere eigenen. 

Zuerst einmal bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal für jede einzelne Gratulation zu Soneas Geburtstag. Viele davon hat sie selbst gelesen und sich wirklich riesig gefreut.

Vor zehn Jahren war das nicht anders. Auch ich habe mich immer riesig gefreut, wenn man mir ganz normal zur Geburt meines Kindes gratuliert hat. So wie man das nach einer Geburt eben macht.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Vielleicht war es einfach nur ein Infekt, der mich zur falschen Zeit erwischt hat. Möglicherweise waren aber auch die ganzen Erinnerungen an die Zeit vor zehn Jahren die Übeltäter. Oder aber es waren Miraculous im Spiel.

Im Laufe der letzten Woche bekam ich plötzlich hohes Fieber und das, obwohl ich sonst wirklich NIE Fieber habe. Und ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern mich so schlapp gefühlt zu haben. Hinzu kam ein starker Husten, der mir scheinbar die Brust wegsprengen wollte. Der Geburtstag stand auf sehr wackeligen Beinen. Und ich sowieso.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Ich war schon kurz davor den Geburtstag abzusagen, aber da hatte ich meine Rechnung nicht mit den Miraculous gemacht.

Nehmen wir mal an, ich war gar nicht wirklich krank, sondern der bösen Hawk Moth hatte seine Schmetterlinge im Spiel und hat einen Akuma geschickt, um mich zu akumatisieren?

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Wie gut war es da, dass Ladybug und Cat Noir direkt vor Ort waren. Vorzubereiten gab es in diesem Jahr so gut wie gar nichts, denn mittlerweile weiß ich, dass unsere Partygäste nicht auf das bis ins kleinste Detail durchplante Partyprogramm stehen, sondern vielmehr auf die Klassiker Topfschlagen, Reise nach Jerusalem und Blinde Kuh.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Und nahezu perfekt war der Glücksbringer, den Ladybug aus ihrem Jojo schüttelte, denn auch die Geburtstagsbäckerei wurde in diesem Jahr übernommen. So sehr ich mich gerne kreativ austobe, aber Geburtstagstorten in filigraner Feinstarbeit zählen nicht zu meinen größten Hobbies. Es gab also keine dreistöckige Torte im Ladybug-Style mit Tikki und Plagg. Und auch keine Cupcakes mit rotem und schwarzen Frosting.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Dafür gab es eine wirklich tolle und vor allem glutenfreie Geburtstagstorte von deineTorte. Wir hatten den Service vor Jahren schon einmal für Soneas Eiskönigin Geburtstagsparty ausprobiert und waren sowohl vom Service als auch vom Kuchen an sich begeistert.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Die glutenfreie Variante gibt es zwar nur in einer Geschmacksrichtung, aber ich war grundsätzlich schon sehr begeistert, dass deine Torte überhaupt glutenfreie Torten in ihrem Sortiment anbieten. Dank der fruchtigen Himbeer-Vanille-Füllung war der Kuchen auch nicht so trocken, wie man es oft von glutenfreien Backwaren kennt.

Besonders empfehlenswert sind aber vor allem die glutenfreien Cake Pops. Die waren ratzfatz aufgegessen.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Vielleicht war es ganz gut, dass ich vor der Party so angeschlagen war, dass ich mir keine Gedanken um aufwändige Partyspiele machen konnte. Möglicherweise hat die Zeit und die Anzahl der „überstandenen“ Kindergeburtstage aber auch gezeigt, dass der betriebene Aufwand in keiner Relation zu dem Spaß steht, den die Kinder anschließend haben.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Ich erinnere mich noch an den Kindergeburtstag von Vincent im vorletzten Jahr, in dem eine riesen Matschepfütze das Coolste an der ganzen Party war und Vogelspinnen, Stabheuschrecken und Wildschweine da nicht mithalten konnten.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Und ich weiß noch wie ich für Soneas vorletzten Geburtstag nächtelang Partyspiele ausgetüftelt habe, die anschließend keiner spielen wollte.

In diesem Jahr habe ich mich ein bisschen aus dem ganzen Geschehen rausgezogen. Sonea hatte ihre Freundinnen um sich herum und zwar alle acht Gäste, die sie eingeladen hatte. Mädchen aus ihrer Klasse und der Parallelklasse, vom Reiten und eine Kindergartenfreundin. Alle waren sie gekommen, um mit Sonea zu feiern. Und das war das Allerschönste an der ganzen Party, zu sehen wie selbstverständlich das alles war. Sie waren nicht bloß aus Höflichkeit gekommen, sondern um Sonea zu feiern. Und das hat Sonea sichtlich genossen.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Aber auch uns machte dieser Anblick glücklich. Denn das Kind in hoffnungsvoller Erwartung am gedeckten Geburtstagstisch und kein Gast kommt, das war und ist immer unsere größte Angst. Und ich glaube, wenn nicht ihr, wer würde das dann besser verstehen? Viele von Euch wissen selbst wie glücklich es einen machen kann, wenn ganz selbstverständlich Freunde der Kinder zu Besuch kommen. Wenn das Kind voll und ganz im Spiel anderer mit einbezogen und nicht ausgegrenzt wird.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

An diesem Geburtstag ließ ich die Kinder einfach machen. Ein paar wollten lieber in den Zimmern der Kinder spielen. Das eine oder andere Kind hatte dabei den Inhalt von Soneas Kleiderschrank gecheckt und plötzlich kamen drei Sonea-Doubles die Treppe runter. Andere Kinder saßen lieber auf dem Sofa und schauten zu während die anderen Topfschlagen oder Blinde Kuh spielten. Und irgendwie war das alles richtig so.

Miraculous – Ladybug – Geburtstagsparty

Am Abend und auch am nächsten Tag betonte Sonea immer wieder was für ein schöner Geburtstag das gewesen ist. Und ja, das fanden wir glaube ich alle. Manchmal ist weniger eben genau richtig. Und manchmal braucht man kein spektakuläres Animationsprogram und ein mehrstöckiges Konditormeisterwerk. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an das deineTorte Team für die spontane und tolle Zusammenarbeit.

 

Diagnosestellung – welche Worte gut tun und welche man besser vermeiden sollte

Auf den Tag genau sind heute 10 Jahre vergangen, seit dem Tag, an dem mir ein Kinderarzt im Krankenhaus die Diagnose Down-Syndrom mit allen Fakten und völlig schonungslos um die Ohren pfefferte. Soneas Papa war gerade auf dem Weg zu uns ins Krankenhaus. Voller Vorfreude auf seine beiden Mädels.

Es ist nicht so, dass ich während der Schwangerschaft keine Vorahnung gehabt hätte. Ich hatte sie im Kreissaal nach der Geburt und auch am Abend nach Soneas Geburt. Aber glücklicherweise wurde uns ein Tag geschenkt, in dem wir glückselig glaubten, es sei alles in Ordnung. Ein Tag als ganz normale, kleine Familie.

Dieser Moment, der Dir den Boden unter den Füßen wegreißt und sich die Welt für einen kleinen Augenblick aufhört zu drehen

 

Diesen Tag, diese abrupte Leere und Stille, die den Raum nach den knallharten Worten des Arztes füllte, dass ich instinktiv einfach nur mein Kind schnappte und den Raum verließ, werde ich nicht vergessen. Es fühlte sich alles so seltsam an und ich hoffte auch Tage und Wochen danach nur aus diesem scheiß Traum aufzuwachen. Aber ich schlief kaum und wenn schreckte ich kurze Zeit später auf, verwirrt, warum ich so traurig war. Bis es mir wieder einfiel und mich wie ein schwerer Umhang umhüllte.

Seit diesem Tag hat sich so vieles geändert. Wir haben uns verändert. Nicht nur Sonea ist zu einem großen Mädchen heran gewachsen, die uns allen und der ganzen Welt zeigt, dass sie so viel mehr ist, als nur ein Mädchen mit einem Extra-Chromosom. Dass sie nicht „die Intelligenz eines Schwachsinnigen haben wird“, wie es uns jener Arzt damals prophezeit hat. Denn es gibt so viel Intelligenz abseits von messbaren Quotienten. Und vor allem haben wir gelernt, tolerant und verständnisvoll zu sein für so vieles und viele.

Ärzte und Pflegepersonal machen einen großartigen Job, retten Tag für Tag Menschenleben und müssen sich mit Schicksalen auseinander setzen, an denen andere Menschen zerbrechen. Leider ist mangelnde Empathie keine Seltenheit, wie ich in den vergangenen Jahren im Gespräch mit vielen Menschen erfahren durfte. Gerade im Zusammenhang mit der Pränataldiagnostik eine Diagnose. Sicherlich kein einfacher Part für den Überbringer dieser Nachricht.

Aber es sind die Worte, die sich ein Leben lang ins Gedächtnis brennen werden. Die Worte, denen man in diesem Moment schutzlos ausgeliefert ist, weil sie einen überrumpeln und in einem besonders empfindsamen Moment eiskalt erwischen. Insbesondere dann, wenn es um das eigene Kind geht. Ich glaube, da multiplizieren sich Worte und ihre Auswirkung um ein Vielfaches.

In den vergangenen Jahren habe ich oft darüber nachgedacht diesen Beitrag zu schreiben, es dann aber gelassen, weil ich niemanden anprangern, sondern einfach nur ein Bewusstsein dafür schaffen möchte, was Worte anrichten können. Aber vor allem: was es in einem solchen Moment tatsächlich an Worten braucht.

Ich bin auf Ewig der Schwester Heidi dankbar, die mir damals nach diesen knallharten Fakten des Arztes aufs Zimmer folgte und mir mit ihren tröstenden Worten Zuversicht gab. Und dann war da Renés Tante, die am nächsten Tag ins Zimmer kam, an Soneas Beistellbettchen trat und sie wortlos anschaute. Ich, deren Gesicht und die Augenlieder vom Weinen völlig aufgequollen war, sagte „Weißt Du schon…“, aber sie unterbrach mich „Ja, aber das ist doch ganz egal. Das sind Sonnenschein-Kinder“.

Und auch wenn ich dieses „Sonnenschein“ Klischee heute als Mutter eigentlich gar nicht mag, war es mitunter das Schönste, was ich nach dieser Diagnose zu hören bekam „Sonnenschein-Kinder“ inmitten der starren und schonungslosen Kälte die von der Diagnose ausging, die wie ein Fluch auf den anfänglichen Zauber lastete. „Sonnenschein-Kinder“, wie ein helles, warmes Licht, das einem einen kleinen Funken Hoffnung und Zuversicht gab. Deshalb war damals auch ganz schnell klar wie dieser Blog heißen soll.

Worte, die einen auf Ewig verfolgen und sich ein Leben lang ins Gedächtnis brennen

 

Auf Instagram habe ich vor ein paar Tagen eine kleine Umfrage gestartet und Zitate gesammelt, die bei der Diagnosestellung oder im Zusammenhang mit dieser gefallen sind. Aber ich habe auch gefragt welche Worte einem gut getan haben, so wie es bei mir damals die „Sonnenschein-Kinder“ waren. Die Antworten fasse ich Euch hier einmal zusammen.

Mein persönlicher Tiefpunkt war der Satz „Das ist manchmal halt so, dass Kinder mit Behinderung aufhören zu atmen und versterben“. Damals war unser Sohn 3 Jahre alt und wir waren bei diversen Ärzten wegen seiner Atemaussetzer. Das war, bevor seine Epilepsie diagnostiziert wurde. Dieser Satz hat mich in furchtbare Ängste und in eine Depression gestürzt.

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„Organisch ist sie gesund, aber sie hat das Down-Syndrom. Aber Sie können alles mit ihr machen. Auch rausgehen!“

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Mein Kind bekam mit 9 Jahren die Daignose atypischer Autismus. Eine Bekannte meinte danach „Oh, jetzt hast Du ein behindertes Kind, das muss doch schlimm sein!“. Das ich über die Diagnose erleichtert war, verstand sie nicht. Das wir aufgeatmet haben, weil wir endlich eine Erklärung für sein Verhalten und seine Schwierigkeiten haben, war vielen nicht klar.

Manu

 

Als meine Tochter vor knapp Jahren einen Unfall hatte, sagten die Ärzte, sie rechnen mit dem Schlimmsten und ich solle mich verabschieden. Ich bin dann zu ihr und habe ihr gesagt „Und Du wirst kämpfen!“. Darauf sagte der Arzt „So habe ich das aber nicht gemeint.“ Darauf ich „Aber ICH!“.

Nach einer Woche, als sie außer Lebensgefahr war, aber im Koma lag, sagte der Arzt „Falls sie aufwacht, wird sie eine Matschbirne sein“.

Nach sieben Wochen ist sie aufgewacht und war keine Matschbirne…

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Der Humangenetiker fragt meinen Mann und mich zuerst „Sind Sie verwandt!“

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Diagnose eines Arztes auf der Intensivstation: „Tja, also wenn Sie meine Meinung hören wollen: wenn da nur eine Lernbehinderung bleibt, haben Sie nen 6er im Lotto. Gehen Sie mal von ner Schwerst- Mehrfachbehinderung aus, wenn er das überhaupt überlebt.

Das war die „Diagnose“ von unserem Sohn vor 6 Jahren und ganz egal, ob der Arzt mit dieser, ungefragt an den Kopf geworfenenen Prognose, nun recht oder unrecht behalten hätte, das Leben eines Kindes ist doch tausendmal wertvoller als ein 6er im Lotto, ganz gleich mit welcher Diagnose.

Aber positiv möchte ich hervor heben, nachdem wir uns unter der Bearbeitung mehrerer Ärzte mit all unserer verbleibenden Kraft für eine Entlassung auf eigenes Risiko entschieden hatten, kam einer der Ärzte nochmal zu mir ins Zimmer und sagte: „Wenn das mein Kind wäre, ich hätte genau so entschieden. Aber das darf ich Ihnen ja nicht sagen“.

milykka

 

Die Diagnose wurde uns zwar eigentlich recht gut vermittelt. Es sollte aber das Ergebnis der Humangenetik abgewartet werden, da unser Sohn relativ wenige Marker hatte und sogar manche Ärzte Zweifel hatten. Allerdings kam am Tag der Entlassung vom Oberarzt der Satz: „Sollte sich der Verdacht jetzt nicht bestätigen, wäre Ihnen das Wochenbett ganz schön versaut worden“.

Anonym

 

Meine Tochter hat starke Neurodermitis und die Ärztin sagte, als sie sie sah: „Hmm, das ist natürlich eine Katastrophe!“. Ein Wort, dass man keiner Mama und niemandem in Zusammenhang mit einem Kind hinknallen sollte. Ich war zu diesem Zeitpunkt nervlich nicht sehr stark und diese „Katastrophe“ hat mich noch lange verfolgt. Meine Tochter war zu dem Zeitpunkt 5 Monate alt und alles andere als eine Katastrophe.

Anonym

 

Die Worte des Arztes bei der Untersuchung meines drei Tage altem Babies, welches mit einem komplexen Herzfehler geboren wurde, haben sich eingebrannt. Er sagte uns, es gäbe drei Möglichkeiten: 1. Transplantation ist nahezu unmöglich, da es kein passendes Herz geben wird. 2. Operation, was hieße, dass mein Sohn immer krank wäre und oft in der Klinik. Oder 3. nichts machen.

Ich fragte „Nichts? Was passiert dann?“ und er „Dann erstickt er halt“.

Entsetzt haben wir das abgelehnt, denn unser Sohn sollte seine Chance bekommen. Inzwischen ist er 17 Jahre alt, sucht gerade eine Lehrstelle und war mehr wegen Platzwunden mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus als wegen dem Herzen.

Silvia

 

Unsere ersten beiden Kinder sind ohne Schilddrüse auf die Welt gekommen. 5 Tage nach der Geburt bekam ich zu Hause vom zuständigen Kinderarzt einen Anruf, der mir dies in einem Satz mitteilte. Ich verstand kein Wort, war auch völlig k.o., weil ich spürte, dass etwas nicht stimmt. Er trank nicht an der Brust und schlief fast 24 Stunden am Stück. Ich also am Telefon „Wie bitte? Ich verstehe das nicht…“. Daraufhin der Arzt „Gehen Sie zum Kinderarzt. Es besteht die Möglichkeit, dass Ihr Kind schwachsinnig wird!!!“

BÄHM! Das ist jetzt 14 Jahre her. Ich erinnere mich an den Satz als hätte ich ihn vor 3 Minuten gesagt bekommen. Was diese Art und Weise mit mir gemacht hat, kann ich ganz schwer in Worte fassen.

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Mir hat der Arzt meiner kranken Tochter auf der Intensivstation als ich sie das erste Mal gesehen habe gesagt „… es kann sein, dass sie in den nächsten Tagen stirbt. Gucken wir mal wie’s läuft…“. Und dann ging er einfach aus dem Raum raus.

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Uns hat man einem Tag nach der Geburt gesagt „Ihre Tochter ist schwer krank. Sie hat eine sehr seltene Fehlbildung und einen Herzfehler. Ich verstehe nicht, dass man das nicht vorher gesehen hat, Sie hätten bis zum 9. Monat abtreiben können“.

Ein Schock. Wie kann man Eltern so etwas sagen. Selbst, wenn ich es gewusst hätte, hätte ich mich für meine Tochter entschieden.

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Mein Arzt sagte mir damals, als ich mich entschieden habe den verstorbenen Zwilling nicht ansehen zu wollen „Na das ist doch nicht so schlimm. Der sieht ja nicht aus wie ein Zombie, aber wie eine Wasserleiche. Er ist ja schon ein bisschen länger tot in Ihrem Bauch gewesen. Das sieht man ihm schon an.“

Eine andere Ärztin fragte mich, was ich mir denken würde. Schließlich sei das Krankenhaus keine Aufbewahrung für tote Kinder. Da müsse ich mich jetzt auch mal um einen Bestatter kümmern.

Anonym

 

Meine Schwester (11) hat auch das Down-Syndrom. Ich liebe sie über alles und alle, die sie kennen auch. Allerdings, wenn man darüber mit anderen spricht, kommt häufig der Satz „oh, das tut mir aber leid.“

Ich kann es nicht mehr hören! Was soll das? Was soll da jemandem leid tun? Meine Schwester ist der liebste Mensch, den ich kenne. Sie ist super selbständig und hat mehr Empathie als viele Menschen, die ich kenne. Das muss einem nicht leid tun, denn da ist nichts schlimmes dran.

Das Schönste hingegen, was ich bisher dazu gehört hab „Der liebe Gott kann keine Behinderungen verhindern, aber er kann diese Kinder in die richtige Familien geben.“

küstenkindxx

 

Als mein Sohn gerade die erste Nacht nach dem OP-Zwischenfall überlebt hatte, sagte der Arzt (und das, obwohl niemand weiß ob und was er mitbekommen hat) „Suchen Sie schon mal nen guten Pflegeplatz für Ihren Sohn. Das wird nix mehr!“. Das war für mich damals so ein Schock, auch weil ich dachte, wenn er das jetzt verstanden hat, gibt er gleich auf.

Positiv sind mir dagegen die Worte einer Schwester in der Rehaklinik in Erinnerung geblieben. Sie sagte zu mir „Sie dürfen nicht auf die ganze Straße sehen, sondern immer nur auf den nächsten Schritt“.

Das hat mir unwahrscheinlich Kraft gegeben und danach leben wir noch heute.

Daniele von lillestoff

 

Mir hat man gesagt, ich solle mir überlegen, ob ich meine Tochter behalten möchte. Noch ist sie süß, aber das bleibt nicht so. Einen Preis würde ich sowieso nie gewinnen.

Das mit 22 Jahren zu hören war bitter.

Eine Stunde vor der Geburt meiner Tochter wurde ich von der Chefärztin des Krankenhauses gefragt „Was sind sie für eine verantwortungslose Mutter so ein krankes Kind auf die Welt zu bringen“.

Anonym

 

Ich war mit dem zweiten Baby bei der Kinderärztin zur U-Untersuchung. Sie sagte dann „Alles bestens entwickelt. Das ist doch auch schön, nachdem man SO EIN erstes Kind erlebt hat, oder?!“

lillemo

 

Nach der Entbindung: „Gucken Sie sich Ihr Kind an, fällt Ihnen etwas auf?“… mein erster Blick waren die süßen Mandelaugen… „Mhm, ja, er sieht aus, als hätte er das Down-Syndrom“, sagte ich.

„GENAU diese Vermutung haben wir auch.“ Aufzählung der Nackenfalte, breiter Nasenrücken. kleine Ohren usw. #INYOURFACE

Mit dieser Info wurde ich alleine gelassen und durfte es meinem Mann am Telefon „beibringen“, der gerade unseren Umzug meisterte.

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Chefärztin im Krankenhaus: „Ihr Kind hat das Down-Syndrom. Wir machen einen Test, aber da irre ich mich nicht, das weiß ich zu 100 Prozent. Vielleicht kann sie mal schöne Bilder malen.

Hebamme: „Warum weinen Sie denn? Sie haben doch schon zwei gesunde Kinder.“

Ärztin im SPZ: „Reicht, wenn sie laufen lernt. Tänzerin wird sie eh nicht.“

Nachbarn „Oh, sie sieht ja ganz normal aus!“

Notdienst „Aber das ist nicht Ihr Kind, oder?“

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Sowohl meine damalige Hebamme und unser Kinderarzt waren ganz pragmatisch: „Frau A., Sie haben jetzt erst einmal ein Baby und das braucht, wie alle anderen Babys auch, erst einmal Essen, frische Windeln und viel Liebe. Alles andere kommt dann mit der Zeit!“ – Recht hatten sie.

Jetzt komme ich zum Eigentlichen, was mir bzw. uns dann ca. vier Monate nach der Geburt, nachdem ich mich gerade so wieder in die Normalität zurückgekämpft hatte, passiert ist: Wir hatten einen Termin bei bei einem sehr bekannten Arzt (im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, wieso wir einen Termin vereinbart hatten). Seine Begrüßung: „Na, auch die Arschkarte gezogen?!“ Im weiteren Gespräch hat er uns dann mitgeteilt, dass Maja niemals lesen und schreiben können würde.

inzwischen ist meine Tochter in der 6. Klasse, kann singentnehmend lesen (Bibi und Tina sind die Favoriten) – mein persönliches Ziel ist erreicht, auch wenn der Weg dorthin teilweise recht mühsam war.

Anonym

 

Der Arzt stand vor mir, links und rechts neben ihm eine Krankenschwester. Ich bekam einen Stuhl mitten im Raum. Mit dem Rücken saß ich zum Inkubator meiner Tochter. Der Arzt ratterte seinen Text herab: „Ist Ihnen Trisomie 21 ein Begriff? Down-Syndrom? Mongoloismus? Man weiß nicht, ob sie irgendwann spricht oder läuft. Sie können sie fördern, aber auch zur Adoption frei geben.“

Ich war mehr als verwirrt, schwankte zwischen endloser Liebe zu meiner Tochter und der Angst es meinem Mann zu sagen…

Doch der blieb ruhig, nahm mich bei der Hand und brachte mich zu meiner Tochter. Er setzte mich auf den Stuhl neben den Inkubator, zog mir mein Oberteil aus, nahm die Maus raus und legte sie mir auf die Brust. Ich musste sie ganz fest an mich drücken, sie war doch trotzdem mein Baby! „Schau, sie hat zwei Arme, zwei Beine, einen Kopf, alles was sie zum Leben braucht! Alles andere bekommen wir zusammen hin.“

Von da an war klar, wir rocken das!

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Wir haben die Diagnose damals in der Schwangerschaft durch das Genetikum Stuttgart erhalten: „Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihre Tochter Trisomie 21 hat. Ich sehe gerade, Sie sind schon in der 30. Schwangerschaftswoche. Es tut mir sehr leid, da können Sie ja gar nichts mehr machen.“

Der Pränataldiagnostiker hingegen war professionell sachlich. Seine Frau war die liebe Seele in der Praxis und hat uns direkt einen Kontakt zu einer Familie mit DS Kind vermittelt. Das fand ich super!

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Ich war 25 und mit einer Trigeminusneuralgie im Krankenhaus. Nach einer Lumbalpunktion eröffnete man mir, dass ich wohl MS habe. Ich reagierte mit Tränen.

O-Ton der Ärztin „Stellen Sie sich nicht so an. Sie sind ja nicht die Einzige, die das hat.“

Es war erstmal nur eine Verdachtsdiagnose bis zum nächsten Schub, welcher dann vor zweieinhalb Jahren folgte. Damit war die Diagnose gesichert und die junge Ärztin im Krankenhaus druckste herum welches Ergebnis das MRT brachte. Als ich „das Kind beim Namen nannte“ schien sie erleichtert es nicht selbst formulieren zu müssen. Ich verstehe nicht, warum auf solche Dinge im Studium nicht eingehend eingegangen wird. Man ist ja leider kein Einzelfall damit.

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Die richtigen Worte, wenn jedes einzelne Wort zu viel sein kann

Ärzte sind natürlich keine emotionalen Eisklötze und diese Beispiele zeigen was unbedachte Worte für Folgen haben können. Natürlich kann man nicht erwarten, dass Ärzte mit einem weinen und in gewisser Weise müssen sie sich auch selbst schützen, denn sie werden täglich mit schweren Schicksalen konfrontiert. Was aber dennoch möglich ist, dass es auch anders geht und es manchmal eben nicht knallharte Fakten braucht, sondern wenige, wohl bedachte Worte vollkommen ausreichen und Trost spenden können, wurde in einigen Beispielen oben schon genannt. Hier kommen abschließend noch ein paar weitere.

Unser zweites Kind kam in der 26. Woche still zur Welt. Wir waren damals in der Uniklinik in Ulm und ich war froh, dass ich damals eine so tolle Hebamme hatte, die unseren Sohn ganz normal behandelt hat. Sie meinte, er sei ein hübscher Kerl.

Diese Frau hat mir mit ganz wenigen Worten so unheimlich geholfen und Halt gegeben. Worte können so grausam, aber auch so hilfreich sein.

Anonym

 

Ein Kinderarzt in der Klinik sagte zu uns: „Natürlich wird Ihr Kind wohl keine Uniprofessorin werden, doch das werden die wenigsten. Aber sie wird auch kein Schwerverbrecher und das ist doch schon ein beruhigender Gedanke. Alles dazwischen ist möglich.

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Ich bin Ergotherapeutin und war schwanger während meiner Ausbildung. In der Kinderheilkunde habe ich viel über Kinderkrankheiten und Behinderung erfahren. Da musste ich nochmal schlucken. Ich habe eine Kollegin gefragt, was ich denn machen soll, wenn ich ein behindertes Kind habe. Sie hat geantwortet „Es lieb haben“. So einfach und gut, das hat mich getragen.

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Als ich mich entschieden habe meinen Sohn zu bekommen hat meine Schwägerin gesagt „Weißt Du, auch wenn Du Dich noch nicht freuen kannst, ICH freue mich, nochmal Tante zu werden.
Auch meine Frauenärztin hat sich gefreut und gesagt, egal was ist, sie ist für mich da.“

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Mein toller Frauenarzt sagte mir bei meinem ersten Kind (was es leider nicht auf diese Welt geschafft hat), dass es ein besonderes Kind wird. Mit besonderen Bedürfnissen, anderen Sichtweisen, anderem Aussehen… einfach ein bisschen jenseits der Norm. Aber ein Kind, was Liebe, Zuwendung und alles andere braucht, wie jedes Kind auf dieser Welt.
Das fand ich damals so warm und liebevoll. In dem Moment war es alles nicht ganz so schlimm. Diese Worte kamen zum richtigen Zeitpunkt.

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Wir gehören zu den Glücklichen, die auf überwiegend empathische Ärzte getroffen sind. Sie haben uns gesagt, dass mit Liebe und Förderung alles möglich ist und wir aufgrund der Diagnose nicht weniger Freude an unserem Baby haben werden.

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Sehr tröstend war eine Schwester, die mit Träne im Augenwinkel an uns vorbei lief und sagte „Glauben Sie mir, wir tun alles für ihn!“. Und auch die Oberärztin, die in der Nacht nach der OP extra für Paul in der Klinik geblieben ist, um nach ihm zu sehen.

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Noch ein paar Worte…

Noch einmal möchte ich betonen: dieser Beitrag soll kein Anprangern oder dergleichen sein, sondern lediglich ein Bewusstsein dafür schaffen, was Menschen im Moment einer Diagnosenüberbringung wirklich gut tut. Welche Worte tröstend sein können und welche man definitiv vermeiden sollte. Soneas 10. Geburtstag wühlt gerade nochmal einiges in mir auf. Vielleicht sind es aber auch die ganzen Schicksale und traurigen Dinge, die ich von Euch in den vergangenen Tagen zu lesen bekommen habe.

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag habe ich bewusst deaktiviert, weil jeder seine eigene Meinung hat und ich keine Diskussion möchte, die in irgendeiner Weise ausartet. Ich hoffe, das versteht Ihr. Sehr gerne könnt Ihr mir persönlich schreiben.

Sonnenschein 10.0

Liebe Sonea,

am Freitag gingst Du gut gelaunt aus dem Haus und verabschiedetest Dich mit den Worten „Montag hab ich Geburtstag!“. Nicht dass ich diesen Tag jemals vergessen würde, aber Deine Vorfreude ist einfach jedes Mal so groß. Es ist DEIN TAG.

Etwas später klingelte das Telefon und Deine Lehrerin teilte mir mit, dass das Taxi wieder auf dem Weg zu uns zurück sei, mit Dir, denn Du hast Dich geweigert aus dem Taxi auszusteigen.

Manchmal ist es schwer Dich und Deine Gedanken zu verstehen, aber zu Hause angekommen sagtest Du mir, dass Du einfach so aufgeregt wegen Deinem Geburtstag am Montag bist. Zum Glück hast Du Dich dann von Papa doch noch in die Schule bringen lassen, denn eigentlich hattest Du Dich auf die Bürgermeisterin von Köln gefreut, die sich für einen Besuch in der Schule angekündigt hatte.

Früher gab es so eine Serie „X-Factor – das Unfassbare“, in der man als Zuschauer raten musste, ob eine Geschichte wahr oder falsch ist. Mit Dir könnte man die Serie glatt neu auflegen. Ich weiß bis heute noch nicht, ob die Geschichte mit der Bürgermeisterin wahr ist.

Apropos Fernsehen. Du hast seit einigen Wochen die fixe Idee Dich bei „Dein Großer Tag“ zu bewerben. In einer günstigen Gelegenheit hast Du Dich an den Laptop geschlichen, hast ganz alleine und ohne Hilfe die Bewerbungsunterlagen runter geladen (ungefähr sechs Mal) und ausgedruckt. Ab da fiebertest Du noch mehr den Tag herbei, an dem Du Geburtstag hast. Denn für diese Bewerbung muss man mindestens 10 Jahre alt sein.

Wenn Du Dir etwas in den Kopf gesetzt hast, lässt Du Dich von nichts und niemanden davon abbringen. Und wehe man weicht von Deinem Plan ab, da verstehst Du keinen Spaß.

Das vergangene Jahr war eins voller Höhen und Tiefen. Du bist kein kleines Mädchen mehr, sondern eins, das zielstrebig die Teeniezeit anpeilt. Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt, manchmal von einem auf den anderen Moment. Ohne Vorankündigung, Und sehr oft hast Du alle Menschen um Dich herum wissen lassen, dass Du alles und jeden hasst. Es war nicht immer leicht, vor allem nicht für Dich.

Wir sind an die Grenzen der Inklusion gestoßen und ich habe oft gezweifelt, ob wir Dir tatsächlich einen Gefallen tun mit diesem Weg. Aber Du hast sehr engagierte Lehrer, die mit viel Geduld schauen, dass sie Dir eine angenehme Lernatmosphäre schaffen.

Du hast im vergangenen Jahr Deine ersten Tests und Klassenarbeiten nach Hause gebracht und ich war nicht nur jedes Mal sehr stolz auf Dich, sondern musste manchmal auch sehr über Deine Antworten schmunzeln.

Manchmal setzt Du Dich heimlich hin und machst die Hausaufgaben Deines Bruders, während er gerade nicht am Platz ist. Nicht, weil er Dich drum bittet, sondern weil Du es kannst. Es gibt Dir ein gutes Gefühl in manchen Dingen besser zu sein als Vincent. Schließlich gibt es genug Gelegenheiten, in denen er Dir den Spiegel vorhält und Du merkst, dass Du anders bist.

Im vergangenen Jahr hast Du Dich sehr intensiv mit Deinem eigenen „Anderssein“ auseinander gesetzt. Es war eine schwierige Zeit für Dich und hart für mich zusehen zu müssen, wie es Dich frustriert. Aber auch, wenn Du es nicht magst, dass es Dir immer wieder dicke Steine in den Weg wirft, die Du umgehen oder wegräumen musst, freust Du Dich immer wieder sehr über andere Menschen mit Down-Syndrom und erkennst sie als „Mama, die ist wie ich!“.

Dein Seepferdchen hast Du vor einigen Wochen endlich gemacht. Du hast wirklich hart dafür gekämpft und jede Woche bist Du morgens aus dem Haus und hast Dich verabschiedet „Heute mache ich mein Seepferdchen und dann werde ich Meerjungfrau!“. Wie oft lagst Du in der Badewanne bis das Wasser eisig kalt war, in der Hoffnung, dass Dir doch noch ein Fischschwanz wächst. Weil ich an den ganzen Zauber nicht glaube, habe ich ein bisschen nachgeholfen.

Ich glaube, in nächster Zeit haben wir erstmal keine Diskussionen darum, wenn Badezeit ist.

Vor zehn Jahren begann für uns ein komplett neues Kaptitel. Du machtest uns zu Eltern und sorgtest für einen sehr emotionalen Auftakt. Auch zehn Jahre später werden Emotionen noch groß geschrieben mit Dir und durch Dich. Es gibt niemanden, der seine Emotionen so stark auslebt, wie Du. Du bist das pure Leben. Ungefiltert.

Und Du bist die perfekte Entertainerin. Ein Comedian, eine Tänzerin, manchmal auch eine Sängerin und die geborene Drama Queen. Eine richtige Stimmungskanone.

Aber nicht nur das, Du bist ein sehr beeindruckendes Mädchen, die nicht nur mutig ihren Weg geht und sich nicht davon abbringen lässt, sondern Du besitzt auch unglaublich viel Stärke. Nachdem Ende letzten Jahres endgültig und eindeutig eine Zöliakie bei Dir diagnostiziert wurde, sah ich mich gedanklich schon wegen jedem Lebensmittel mit Dir diskutieren. Aber Du hälst Dich strikt an die Lebensmittel, die Du essen darfst. Natürlich bist Du auch schon mal traurig, weil bestimmte Dinge von Deinem Speiseplan verbannt werden mussten, akzeptierst das aber. Und hey, nichts geht über Kinderriegel, oder?

Seitdem Du auf das Gluten verzichtest, ist vieles besser geworden und Du bist deutlich ausgeglichener und nur noch selten abgeschlagen und müde.

Ich kann Dich vor dem Leben da draußen nicht beschützen, aber ich kann Dich stark machen, Dir Wurzeln geben, damit Du bei Deinen Flugversuchen sicher landest. Und das mit dem Fliegen machst Du schon echt gut! Ich muss mich zwar immer selbst bremsen nicht mit dem Fangnetz unter Dir her zu laufen, aber wir wachsen beide an Deinen Versuchen.

Neulich habe ich Dich für eine halbe Stunde alleine gelassen, weil ich Deinen Bruder von der Schule abholen musste und Du auf gar keinen Fall mitkommen wolltest. Nachdem ich ein paar Regeln aufgestellt hatte und Dich mit dem Telefon auf dem Sofa platziert, ging ich los. Mit Herzklopfen.

Aber es war alles gut und als wir wieder zurück waren, hast Du mich nur angegrinst und gesagt „Alles cool! Ich hab nur rumgechillt“.

Du hattest bereits Pläne für Deinen Geburtstag, als ich gedanklich noch beim Weihnachtsmenü war. Und natürlich muss ich nicht erwähnen, dass ich eigentlich fest davon ausging, dass Deine Pläne irgendwas mit Meerjungfrauen zu tun hätten. Denn nichts und niemand kann Ricky, Cleo und Emma das Wasser reichen. Aber dieses Jahr geht es weder zum Marienhof, noch zum Blocksberg und auch nicht nach Mako Island, sondern nach Paris.

Die Miraculous hatte ich tatsächlich gar nicht auf dem Schirm, aber ich tippe darauf, dass Du die Partydeko, die Google bei seiner Suche rausspuckt, einfach cooler fandest. Denn wenn Du im vergangenen Jahr eins für Dich entdeckt hast, dann ist das Online-Shopping. Ein Grund warum das Arbeitszimmer immer abgeschlossen ist, wenn Du zu Hause bist und ich nicht arbeiten muss.

Einen unvergesslichen Tag habe ich mir an Deinem 10. Geburtstag für Dich gewünscht.Und nun? Du bist krank. Ein starker Magen-Darm Infekt hat Dich das Wochenende lahm gelegt. Genau so wie mich vor genau 10 Jahren, zwei Tage vor Deiner Geburt.

Und ich glaube, ich war fast noch trauriger als Du, als gestern Abend klar wurde, dass Du an Deinem Geburtstag nicht in die Schule gehen kannst. Du lächeltest mich an und sagtest „Aber wir feiern doch trotzdem, oder Mama?“.

Und ob!

Heute, 10 Jahre danach, feiern wir nicht nur Deine Geburt, sondern vor allem den wunderbaren Menschen, der Du geworden bist. Es macht mich unglaublich stolz Deine Mama zu sein. Auch wenn es am Anfang eine Zeit gab, in der ich mich gefragt habe, warum ausgerechnet ich! Heute kann ich mich nicht glücklicher schätzen, trotz des ganzen Dramas zwischendrin.

Und wenn ich Dich heute beobachte, erinnere ich mich an ein junges Mädchen, das ich vor 28 Jahren mal sehr gut kannte. Und dann muss ich wieder lächeln, weil Du nicht nur genau so bist, wie ich mir Dich immer gewünscht habe, sondern noch viel, viel besser.

Ich hab Dich ganz schrecklich doll lieb und ich freue mich sehr auf die nächsten Abenteuer mit Dir, auch wenn mir einige davon noch Bauchschmerzen bereiten, wie die weitere Schulwahl.

Aber ein bisschen Zeit bleibt ja noch bis dahin und nun feiern wir erstmal Geburtstag!

 

Mein Leben mit dem Besonderen #125 Plötzlicher Kindstod

Der Tod des eigenen Kindes ist für Eltern mit Sicherheit eines der schlimmsten Erlebnisse, die passieren können. Und so ist die Gefahr eines „plötzlichen Kindstodes“ für viele Eltern ein absoluter Albtraum. Die Vorstellung, eines Tages das eigene Kind einfach tot vorzufinden, ohne ersichtlichen Grund.

Der plötzliche Kindstod, plötzliche Säuglingstod oder Krippentod (lateinisch: mors subita infantium) ist das unerwartete und nicht erklärliche Versterben eines Säuglings oder Kleinkindes, das zumeist in der (vermuteten) Schlafenszeit des Säuglings auftritt.“

Quelle: Wiklipedia

Für mich ist dieses Thema gerade wieder präsent geworden, nachdem ich von einer Mutter erfahren habe, welche tragischerweise vor ein paar Wochen ihr Kind auf diese Art verloren hat. Das bewegt mich sehr und bringt mich in Kontakt mit meiner eigenen Geschichte dazu. So wäre – wie einige vielleicht wissen – mein Sohnemann im Alter von drei Monaten fast am „plötzlichen Kindstod“ gestorben.

Aber erstmal von Vorne.

Meine Sohn kam Mitte Oktober 2014, drei Wochen vor dem errechnetet Termin, zur Welt. Er entwickelte sich von Anfang an prächtig und war ein richtiger Brocken. Im Gegensatz zu unserer Tochter war er absolut „pflegeleicht“ und schlief in den Nächten sehr gut. Da in unserem Freundeskreis vor einigen Jahren ein Kind am plötzlichen Kindstod gestorben warkontrollierte ich (bis heute) in regelmässigen Abständen den Schlaf meiner Kinder.

Am Mittag des 19 Januar 2015 nähte ich gerade etwas, während mein Sohn ein paar Meter von mir entfernt auf dem Gästebett schlief. Mich erreichte die Nachricht von einer Freundin, dass sie heute ihr Kind bekommen habe. Ich freute mich unglaublich mit ihr und rief gleich meinen Mann an, um ihm die tollen Nachrichte zu überbringen. Während ich so mit meinem Mann sprach, ging ich zu meinem Sohn und wollte schauen wie es ihm ging.

Kennt ihr das, wenn ihr Säuglinge im Schlaf anfasst, dann ziehen sie sich immer so lustig zusammen als würden sie sagen wollenEy lass mich in Ruhe, ich will schlafen!“
Als ich meinen Sohn berührte, habe ich daher sofort gemerkt, dass etwas mit ihm nicht stimmte – denn er bewegte sich nicht und dann sah ich seine blauen Lippen.

Komplett panisch schmiss ich das Telefon durch den Raum und hob meinen Sohn hoch. Er hing ganz schlaff in meinem Arm, hatte keine Körperspannung und machte keine Bewegung. In diesem Moment hat meine Gehirn völlig ausgesetzt, ich wusste überhaupt nicht mehr, was zu tun war. Und das obwohl ich fünf Monate zuvor einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und Säuglinge besucht hatte. Doch in meinem Schockzustand konnte ich mich an nichts mehr erinnern und fing in meiner Verzweiflung an, mein Kind zu schütteln. Doch das half nichtser blieb weiter regungslosVöllig ausser mir schrie ich ihn an, dass er doch endlich aufwachen solle, aber auch das hatte keinen Effekt.

Ich weiss nicht genau wie ich darauf gekommen bin. Aber irgendwie erinnerte ich mich daran, dass in so einem Zustand der Kreislauf des Kindes „geschockt“ werden muss. Zu der Zeit war es ja Winter und draußen um die -10°C kalt. In Windeseile entkleidete ich meinen Sohn bis auf die Windeln, um so mit ihm nach nach draußen zu gehen. So stand ich völlig aufgelöst auf meinem Balkon und hielt diese leblose Kindelein in meinen Armen. Und dann holte er plötzlich einen tiefen Atemzug Luft. Ich bin fast durchgedreht vor Freude, als er dann seine Augen öffnete.

Sofort bin ich dann mit ihm wieder ins Warme und wollte gleich ins Spital fahren. Doch während ich ihn anzog und ihn in seinen Maxi Cosi legen wollte, driftete er mir immer wieder weg. So rief ich den Notarzt an und anschliessend ging es mit dem Krankenwagen und Blaulicht ins Spital. Währendessen kam mein Sohn wieder komplett zu sich und lachte, als ob nichts gewesen sei.

Wir wurden auf die Intensivstation gebracht und mein Sohn an alle mögliche Gerätschaften angeschlossen, um ihn zu überwachen. Recht schnell teilten mir die Ärzte mit, dass er wohl einen plötzliche Kindstod überlebt hatte – ein kleines Wunder sei das. Ich blieb noch zwei Tage im Spital und es wurden noch gefühlt tausend Untersuchungen mit meinemKind durchgeführt, um mögliche Unregelmässigkeiten zu entdecken, die auf eine andere Diagnose hindeuten könnten, als den plötzlichen Kindstod. Doch alle Untersuchungen waren positiv, das Kind war zu 100% gesund. Nachdem der erste Schock verflogen war, stellte ich mir immer wieder die Frage nach dem „Warum“. Mein Kinderarzt meinte, dases kaum eine Erklärung gäbe, als dass manchmal selbst die stärksten und gesündeste Kinder einfach im Schlaf das Atmen vergessen würden und so sterben würden.

Als wir dann aus dem Krankenhaus entlassen wurden, war mir das überhaupt nicht recht. Denn ich hatte schrecklich Angst vor zu Hause, hatte Angst, dass es wieder passiert und ich es dann nicht zur rechten Zeit bemerken würde. Ich wollte keine komplette Überwachung für mein Kind installieren, denn die Ärzte hatten mir auch davon abgeraten. Ihrer Ansicht nach gäbe es keinen ersichtlichen Grund für eine Gefährdung und die Wahrscheinlichkeit, dass er nochmals einfach mit Atmen aufhören würde, läge bei 1:10000. Sie argumentierten ausserdem, dass ich es mir nie verzeihen würde, wenn ich einmal vergessen würde das Überwachungsgerät einzuschalten und in dieser Zeit etwas passieren würde.

So war ich dann wieder zu Hause, mit meiner Tochter und meinem Sohn und war konfrontiert mit meinen großen Ängsten, während ich versuchte wieder einen „normalen“ Alltag zu bekommen.

In der ersten Zeit konnte ich meinen Sohn nie richtig schlafen lassen, nach einer halben Stunde musste ich ihn immer aus dem Schlaf holen um zu schauen, ob er noch lebt. Durch dieses schockierende Erlebnis war ich extrem unentspannt geworden – in jeder Hinsicht. Es war eine Katastrophe und alles drehte sich um meinen Sohn – 24h am Tag.

Aber ich habe eben nicht nur ein Kind, sondern zwei. Meine Große schien das Ganze zwar erstaunlich locker wegzustecken mit ihren erst 2 1/4 Jahren. Trotzdem hat sie natürlich auch gemerkt, dass sich alles um ihren Bruder dreht und so hat sie diese Zeit auch sehr geprägt.

Mit der Zeit wurde ich immer angespannter, unsichere und hatte ständig Angst, dass wieder etwas Schlimmes passiert. Die meisten Menschen die mich kennen, können sich das gar nicht vorstellen, dass dies mein Grundgefühl war. Diese Stimmung führte auch dazu, dass sich meine Angst auf die Kinder übertrug und so konnte ich bspw. beobachten, wie meine Tochter immer unsicherer wurde.

Und schlussendlich hat mein Mann eingegriffen, indem er mir in einem richtigen Donnerwetter die Augen öffnete und mir deutlich machte, wie ich gerade durchs Leben ging. Schließlich bekam er meine Veränderung täglich hautnah mit. Er half mir dabei mich mit meiner Angst auseinander zu setzten und wieder Gottvertrauen zu entwickeln. Ich musste wieder lernen ein gesundes Gefühl für Risiken und Gefahren zu bekommen ohne gleich von der Angst überrollt zu werden, was ein herausfordernder Lernprozess war.

Ja, mein Kind darf hinfallen und es wird dann nicht gleich sterben.
Und nein, ich muss nicht die ganze Zeit jeden Schritt meiner Kinder beobachten, es passiert nicht immer etwas.

Und trotzdem hat mein Mann mich auch dadurch unterstützt, indem er die Sachen mit den Kindern übernommen hat, welche mich besonders stressten. So hat er bspw. erst meiner Tochter das Velo fahren beigebracht und später auch dem Sohnemann.

Am Ende scheint mein Sohn das Ganze wohl am besten von uns allen verarbeitet zu haben. So war er nach dem Vorfall weiter ein zufriedenes und unglaublich tiefenentspanntes Baby. Und jetzt, knapp vier Jahre später, bin auch ich fast wieder die Alte. Klar, es gibt ab und an Situationen, da brennt es noch immer mit mir durch. Beispielsweise wenn wir in der Nähe von tiefem Wasser sind. Ich werde dann plötzlich ganz anspannt und genervt und vertrage es gar nicht, wenn die Kinder nur in die Nähe vom Wasser gehen. Auch die Risiken im Straßenverkehr kann ich je nach Tagesverfassung kaum ertragen. Denn meine beiden Kinder sind aufgeweckt und sehr lebendig und haben wenig Respekt vor Gefahren. So macht es das für mich ins solchen Situationen besonders schwierig, die Ruhe zu bewahren und das Risiko für die Kinder richtig einzuschätzen.

Grundsätzlich versuche ich die Kinder sehr viel machen zu lassen. Wenn ich dabei merke, dass ich wieder unverhältnismässig viel Angst bekomme, dann schau ich kurz weg und atme tief durch. Vielleicht hört sich das doof an, aber meiner Erfahrung nach passiert oft genau dann etwas, wenn ich voller Ängstlichkeit meine Kinder bei irgendeiner Aktivität beobachte. Beispielsweise auf dem Spielplatz, wenn das eigene Kind gerade speziell herumklettert. Man schaut besorgt und ängstlich zu und schon hat sich das Kind irgendwie verletzt. Wenn wir die Kinder mehr machen lassen und ihnen vertrauen, dann kommt es auch meistens gut. Wisst ihr, was ich meine? Natürlich bedeutet das nicht, dass man die Kinder alles machen lässt, es braucht einfach ein gesundes Maß an „Machen lassen“ und „Eingreifen“. Aber genau das musste ich wieder neu lernen und mir dabei immer wieder sagen, dass Kinder ganz schön viel wegstecken können an „kleinen Unfällen“, die so im Alltag entstehen. So sind diese für viele Kinder deutlich weniger dramatisch ist, als für uns Erwachsene.

Ich versuche sehr offen mit meiner Familie und Freunden über all das zu reden, um meine Wahrnehmung mit der von Anderen zu vergleichen und mir so immer mehr wieder selbst vertrauen zu können. Das Reden hat mir aber grundsätzlich unglaublich viel in der Zeit geholfen. Ich weiss nicht wie viele tausend Male ich dieses schockierende Erlebnis mit Freunden und Familie besprochen habe.

Was mir schlussendlich bei diesem Thema jetzt noch Sorgen bereitet ist meine Reaktion auf gefährlichen Situationen. Ich merke zwar, dass ich einen immer besseren Umgang mit der Angst habe und riskante Situationen besser einschätzen kann. Aber wenn die Gefahr dann deutlich da ist, passierte es mir wiederholt, dass ich völlig versteinert da stehe und nicht mehr weiß, wie ich reagieren soll. Gott sei Dank war ich in diesen Situationen bisher nicht alleine und mein Gegenüber wusste in der Situation richtig zu handeln.

Mein Sohnemann ist im Oktober 4 Jahre alt geworden und er gibt wirklich Vollgas. Wenn es nach ihm geht, kann alles nicht schnell genug gehen.

Und ich muss bis heute lernen immer weiter loszulassen, Dinge einfach passieren zu lassen, zu vertrauen in meine Kinder, in mich. Ich möchte meine Ängste nicht auf meine Kinder übertragen, sie damit hemmen und so im schlimmsten Fall unbewusst ihr Selbstvertrauen beeinträchtigen. Und nicht zuletzt arbeite ich daran, dass ich in wirklich riskanten Situationen seltener in eine Schockstarre gerate, sondern ruhig und überlegt reagieren kann. Es geht also immer weiter, Stückchen für Stückchen.

Es ist sehr speziell nochmals so intensiv über diese Zeit nachzudenken und zu schreiben. So habe ich auch gemerkt, das ich vieles aus dieser Zeit langsam vergesse.

Aber vor Allem wurde mir nochmals deutlich, je offener ich mich zeige mit meinen Ängsten und Sorgen, je mehr ich darüber rede oder hier jetzt schreiben, desto weniger Macht haben diese Gefühle über mich. Außerdem mache ich immer wieder die Erfahrung, dass ich mit all dem nicht alleine bin und das macht es leichter all dies anzunehmen. 

Mehr über Susanne erfahrt Ihr auf ihrem Blog muckelie.

Und während ich den (Weihnachts)Bus verpass‘, passiert ein kleines (Weihnachts)Wunder

Dieser Beitrag enthält Werbung (unbezahlt) für SOS Kinderdorf

In diesem Jahr ist es, als würde ich um mein Leben rennen, um noch in letzter Minute den Bus zu bekommen, der mir dann mit zynisch winkendem Busfahrer vor der Nase wegfährt, als ich gerade die Tür erreiche.

Genau so ist das dieses Jahr irgendwie mit Weihnachten. Ich renne und renne, hetze von einem Termin zum nächsten und komme irgendwie nicht rein, in den alljährlichen Weihnachtsbus… äh Weihnachtsmodus.

Dabei liebe ich Weihnachten und die Vorweihnachtszeit eigentlich total. Aber in diesem Jahr ist einfach alles zu viel. Zu viele Termine, zu viele Erledigungen, zu viele Sorgen und Gedanken, zu viel von allem. Aber viel zu wenig von dem gemütlichen warmen Gefühl, das mich normalerweise zum Jahresende überkommt. Die Vorfreude, wenn ich an Weihnachten denke. Chris Rea gibt mächtig Gas und kräht inbrünstig „Driving home for Christmas“ und doch holt er mich dieses Jahr irgendwie nicht ab. Ich habe es in den vergangenen Wochen immer wieder versucht. Die Weihnachts-Playlist dudelt hier rauf und runter, mal laut, mal leise… das Weihnachtsgefühl glüht maximal schwach vor sich hin.

In diesem Jahr hilft irgendwie alles nicht. Auch Weihnachtskarten gibt es in diesem Jahr erstmalig nicht. Wir haben es einfach nicht geschafft welche zu gestalten, geschweige denn zu schreiben. In letzter Minute sind die Geschenke für die Schule fertig geworden. Auch die hab ich irgendwie versemmelt.

Ich habe wirklich alles gegeben, um den Bus zu bekommen, obwohl ich diese Rennerei hasse.

Selbst Plätzchen backen, Weihnachtslieder singen und, und, und brachten mich nicht in Weihnachtsstimmung. Irgendwie ist dieses Jahr viel zu schnell vorbei und ich noch längst nicht mit ihm fertig. Wie auch, wenn der Bus mir vor der Nase wegfährt und ich das restliche Stück zu Fuß laufen muss! Vielleicht komme ich ja bis Weihnachten noch an. Ein paar Tage habe ich ja noch Zeit…

Und inmitten diesem ganzen Chaos totaler Unbesinnlichkeit, gibt es doch noch ein kleines Weihnachtswunder. Das ganze Jahr hat sie zielstrebig darauf hin gearbeitet und endlich hat Sonea ihr Seepferdchen-Abzeichen gemacht. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen wie stolz sie selbst ist. Jetzt steht Ihrer Zukunft als Meerjungfrau nichts mehr im Wege… außer vielleicht ein Fischschwanz, der ihr einfach nicht wachsen möchte. Wahrscheinlich schwimmt er mit meiner Weihnachtslaune irgendwo im Meer herum.

Dass dieses Kind voller Überraschungen steckt (zum Glück überwiegend positive), wissen wir ja bereits. Und ich finde es auch beachtlich wie wahnsinnig toll sie den Verzicht auf Gluten meistert. Ich habe mit Dramen gerechnet, aber diese bleiben aus. Sie hat schon ein sehr gutes Gespür dafür was sie essen darf und was nicht. Und da hält sie sich auch dran.

Inzwischen haben wir das Weizenmehl aus unserem Schrank verbannt. Stattdessen ist hier eine beachtliche Sammlung aus verschiedensten Mehlen eingezogen. Und ob ich nun doch noch rechtzeitig zum Fest in Weihnachtsstimmung komme oder nicht, eins steht fest: 2019 wird mehr gebacken.

Wo wir gerade bei der Weihnachtsstimmung sind, wollte ich Euch noch kurz einen kleinen Einblick in unser vergangenes Wochenende geben. Manch einer von Euch hat es vielleicht auf Facebook oder Instagram mitbekommen. Wir waren im Rahmen der SOS-Kinderdorf Aktion #unserliedfuerkinder beim Borussia Weihnachtssingen im Dortmunder Stadion.

Und während meine Lieben mit über 20.000 Leuten im Stadion gesungen haben, durften Mellis Blog und ich im Studio über unsere Erfahrungen im SOS-Kinderdorf bzw. ich in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth berichten. Den Livestream könnt Ihr Euch nachträglich auch hier anschauen:

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Wohnen maßgeschneidert mit MYCS

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit MYCS entstanden. Die Inhalte, Meinungen und Bilder in diesem Beitrag sind unsere eigenen. 

Der Wunsch nach Veränderung

Schon längst wollte ich Euch endlich mal unsere Küche zeigen. Wie sie vorher war und wie sie nun nach der Teilsanierung aussieht. Leider müssen wir das noch ein bisschen verschieben. Denn Murphy hat seine Finger im Spiel. Aber für die ganz neugierigen wartet zumindest auf Instagram schon mal ein kleiner Einblick ins Nachher.

Immerhin ist der Flur fertig. Aber auch dieses Vorher/Nachher muss erstmal warten. Ist es nicht so: wenn man einmal mit dem Renovieren anfängt, zieht es seine Kreise immer weiter?

Gäbe es nicht so viele Faktoren, die uns ausbremsen, würde zumindest ich munter weiter renovieren. Auch das Badezimmer ist gedanklich schon längst fertig renoviert.

Aber da ist noch die 30 Jahre alte Heizung, eine tickende Zeitbombe und Spaßbremse. Wir sollten uns lieber erst einmal darauf konzentrieren und beten, dass sie uns erstmal nicht im Stich lässt.

Und dann ist da das Wohnzimmer. Treffpunkt und Lieblingsraum aller Familienmitglieder. Von der Decke, über den Boden, bis hin zu Fenstern und Terrassentür, könnte alles ein kleines Makeover gebrauchen. Und dann ist da der Kamin, den wir über kurz oder lang (und sehr wahrscheinlich sehr, sehr lang) erneuern möchten. Müssen!

Im Zentrum das Herz

Da steht diese alte Truhe, über 100 Jahre alt. Ein richtiges Herzstück und für uns nicht aus dem Raum wegzudenken. Da ist dieser Couchtisch im Kolonialstil, der optisch irgendwie mit der Truhe harmoniert. An dem Sonea mit zwei Jahren sich so heftig das Kinn gestoßen hat, dass ihr ein Zahn gezogen wurde. Und an dem ich mich schon so oft gestoßen habe, dass ich eigentlich keine Liebe mehr für dieses Möbelstück übrig haben dürfte. Dennoch war es nicht ich, die immer wieder sagte „Lass uns mal über einen anderen Tisch nachdenken. Ich finde den nicht mehr schön!“.

Ja, manchmal braucht es im Leben ein bisschen Veränderung. Einen Tapetenwechsel, einen neuen Wandanstrich oder eben komplett neue Möbel.

In diesem Fall war es also ausnahmsweise gar nicht ich, die sich an den alten Möbeln satt gesehen hatte. Die Spuren der Kinder ließen sich über die Jahre nicht leugnen und und sie hatten Charme. Schwedischen Möbelhaus-Charme.

Manchmal braucht es Jahre bis man erfährt, dass der geliebte Zopfmuster-Pulli das ganz persönliche Hass-Kleidungsstück des Mannes ist. Genau so verhält es sich mit der Liebe für schwedische Möbel. 10 Jahre lang zähneknirschend und mit einem verkniffenen Lächeln toleriert, poltert er plötzlich genervt „Ich will was anderes!“.

Also schauten wir uns nach Alternativen um, obwohl die Vernunft immer wieder dazwischen kreischte und uns an das alte Schätzchen im Keller erinnerte. Die Heizung. Zum Glück ist unser Geschmack weitestgehend flächendeckend. Und genau so kompromissfähig, wie Herr Sonnenschein in den vergangenen Jahren war, bin ich es ebenfalls in vielen Dingen (wenn auch nicht ganz so sehr, wie er).

Ein Mix aus Mid Century und Purismus

Wir lieben beide den skandinavischen Stil. Ich, weil ich familiär sozusagen vorbelastet bin und er, weil er klare Linien mag und es lieber etwas puristisch hat. Eine spannende Kombi im Mid Century Charme unserer Wohnung.

Wir stöberten im Netz, weil uns die Möbelhäuser im Umkreis ein wenig zu konservativ sind und vor allem die Kinder uns weitere Möbelhausbesuche in nächster Zeit nicht verzeihen würden.

Schnell fanden wir unsere Schnittstelle. Weiß, Eichenholz und schwarz. Oder vielleicht doch dunkles Mangoholz? So ganz konnten wir uns nicht festlegen.

Und dann fanden wir etwas, das uns beide tatsächlich überzeugte. Ich war quasi im Begriff den Bestellbutton zu drücken, da brachte Herr Sonnenschein den berechtigten Einwand, dass das Lowboard, das für für unseren Fernseher ausgesucht hatten, ein kleines bisschen zu klein sei.

Was ist eigentlich dieses MYCS?

Also suchten wir nochmal ganz von vorne. Und so wurde meine Aufmerksamkeit irgendwie auf MYCS gelenkt. Erst ganz still und leise und dann war es irgendwie immer wieder da. Als wollte mir das Internet sagen „Nun schau doch endlich mal!“.

Das tat ich dann auch. Herr Sonnenschein und ich verbrachten einen ganzen Abend damit die unterschiedlichsten Lowboards zu konfigurieren. Ein Lowboard nach unseren Vorstellungen und nicht so, wie es eben gerade jeder schwedische Möbelkäufer im Wohnzimmer stehen hat.

MYCS hat sich auf Modularmöbel spezialisiert und man hat die Möglichkeit seine individuellen Möbelstücke selbst zu konfigurieren. Die Spanne ist groß und man kann nahezu jedes Möbelstück nach seinen ganz persönlichen Bedürfnissen konfigurieren. Und das zu fairen Preisen.

Im Rahmen der Konfiguration kann man gewünschten die Maße entsprechend eingrenzen und ändern und man kann zwischen verschiedenen Farben und Materialien wählen.

Zwischen 18 hochwertigen und umweltschonenden (matten) Lacken kann man individuell auswählen. Aber natürlich sind auch Sonderanfertigungen möglich und jedes Möbelstück ist auch in Sondermaßen und hochglänzender Ausführung erhältlich.

Neben den unterschiedlichen Lackfarben, kann man außerdem zwischen drei Echtholzfurnieren wählen. Neben Wallnuss und Buche stehen einem Eichenholzfurniere zur Verfügung.

Standardmäßig sind die Konfigurationsmöglichkeiten vorgegeben, bieten, aber so viele Möglichkeiten, dass dem individuellen Möbelstück keine Grenzen gesetzt sind.

So viele Möglichkeiten

Die Qual der Wahl ist die größte Herausforderung, denn ansonsten ist die Konfiguration der MYCS Möbel wirklich kinderleicht und selbsterklärend. Man kann auch immer wieder Schritte zurück gehen oder Suchen abspeichern und hat so eine gute Vorstellungskraft wie das fertige Möbelstück aussehen wird.

Wenn man sich für eine Lackfarbe und/oder ein Holzfurnier entschieden hat, steht man nur noch vor der Frage, ob man ein geschlossenes Lowboard haben möchte, oder lieber ein offenes. Soll es Rückwände haben und falls ja in welcher Farbe. Soll das Lowboard Füße haben und falls ja welche?

Das ist der einzige Haken, den ich an MYCS feststellen konnte. Wenn man sich nicht leicht entscheiden kann, ist so eine Konfiguration gerne mal eine abendfüllende Aufgabe. Und ich meine nicht einen einzelnen Abend.

Dafür hat man am Ende kein Möbelstück im Wohnzimmer stehen, das einen gleich an Köttbullar und Zimtschnecken erinnert. Sondern eins, mit dem auch jemand wie Herr Sonnenschein sich rundum identifizieren kann.

Zunächst schauten wir ausschließlich nach einem TV-Lowboard, das auch den nötigen Stauraum für andere Geräte und DVDs bietet. Unser altes Lowboard hatte inzwischen so viele Gebrauchsspuren und war seinerzeit auch nur eine Zweckanschaffung nach unserem Umzug, so dass die Trennung nicht allzu schwer fiel.

Zuerst konfigurierten wir ein Lowboard in Eichenfurnier, von dem sich ein paar schwarze Elemente absetzten. Am Ende landeten wir bei weißem Lack, von dem sich der Innenraum und ein Regalfach im Eichenfurnier absetzen. Eine ganze Weile brauchte es dann noch, bis wir uns entschlossen hatten komplett auf Füße zu verzichten. Aber es war die einzige Möglichkeit das Kabelgedöns hinter dem Fernseher verschwinden zu lassen, ohne dass es uns optisch stören würde.

Während wir so munter rum konfigurierten und Herr Sonnenschein mein „Guck mal! Vielleicht doch mit den ausgestellten Füßen? Ich mag das ja!“ schon nur noch mit einem genervten „Hmmm…“ kommentierte, fiel mein Blick immer wieder auf unsere alten, in die Jahre gekommenen, Hängeschränke im Wohnzimmer.

Ich erinnere mich noch allzu gut was für ein Akt es war sie vor fünf Jahren an die Wand zu bringen, weil in den Wänden Sandwüste herrscht. Und irgendwann überlegte ich dann laut weiter „Aber wenn wir das Lowboard unter dem Fernseher erneuern, möchte ich auch ein passendes für die Wand dahinten!“.

Und so kam es, dass wir auch für diese Wand ein komplett neues Lowboard konfigurierten. Die Konfiguration ging uns leichter von der Hand, weil es im Prinzip nur ein Pendant zum TV-Lowboard ist. Nur eben länger, komplett geschlossen und ja, auch meine geliebten, ausgestellten Füße fanden hier ihre Berücksichtigung.

Eine Fußleistenaussparung kann man optional mit in die Konfiguration einplanen, war in unserer Planung jedoch nicht notwendig.

Mit  der Bestellung stieg die Vorfreude auf die neuen Möbel ins Unermessliche. Ganz anders als bei der Küche, bei der es genau umgekehrt lief.

Maßgeschneidert von der Bestellung bis zur Auslieferung

Nur wenige Tage nach der Bestellung erhielten wir eine Email, in der der Aufbau der MYCS Möbel allgemein erklärt wurde. Optional kann man natürlich einen Aufbauservice dazu buchen. Allerdings kann ich Euch sagen, dass die klassische Flucherei und der Frust bei diesem Möbelaufbau ausbleiben. Die einzige Herausforderung bestand darin, die 11 Pakete anschließend zu den Schränken zugehörig zu sortieren. Ansonsten war wirklich von der Bestellung bis zur Auslieferung jeder einzelne Schritt klar strukturiert und transparent. Genau so wie die Aufbauanleitung.

Es ist nicht unsere erste Möbelbestellung im Internet und leider war unser Möbel-Onlinekauf nicht immer geprägt von Zufriedenheit. Nicht so bei MYCS. Neben dem kinderleichten Aufbau sind wir begeistert von der Qualität. Beide Lowboards sind robust und hochwertig und man merkt, dass das Konzept gut durchdacht ist.

Da wir bei unserem TV-Lowboard keine Füße mit eingeplant hatten, war uns bewusst, dass wir noch Abstandshalter benötigen würden. Diese mussten wir aber gar nicht erst kaufen, denn sie wurden automatisch bei unserer Konfiguration berücksichtigt.

Die Schubladen bestehen aus formstabilen und langlebigen Multiplex-Platten. Die Rückwände sind sehr robust und werden ineinander gesteckt, so dass auch bei individuellster Konfiguration die Stabilität keine Einbußen hat.

Schubladen und Regaltüren sind bei MYCS standardmäßig mit einem Push-to-open System ausgestattet, wodurch auf Griffe komplett verzichtet werden kann. Das verleiht dem ganzen noch einmal einen modernen Charme und stört nicht die klaren Linien der Möbel.

Natürlich haben wir unsere beiden Lowboards nicht grundlos mit den Eichefurnieren kombiniert. Und da wir bereits schlechte Erfahrungen mit dem Online-Möbelkauf gemacht haben, haben wir vor unserer Bestellung auch den Showroom in Düsseldorf besucht. Aber dazu mehr in unserem nächsten Beitrag über MYCS.

Immer wieder MYCS

Unser Fazit ist aber ganz klar und uneingeschränkt, dass wir jederzeit wieder unsere Möbel online bei MYCS konfigurieren würden. Nicht nur, damit wir kein zusammengewürfeltes, sondern ein stimmiges Gesamtbild unserer Möbel haben wollen, sondern auch, weil uns die Qualität und der Service rund um die Möbel von MYCS sehr überzeugen.

Neben den neuen Möbeln haben wir uns dann außerdem spontan für neue Farbe an der Wand entschieden. Auch so ein Ding, das lange Zeit undenkbar war.

Und weil es so einen Spaß macht, habe ich auch mal ein Ecksofa konfiguriert. Nicht, dass ich so verrückt wäre… denn Kinder, Hund, ja und Heizung halten mich von jeglicher weiterer Überlegung ab. Aber Träumen ist doch erlaubt.

Wenn Ihr Euch auch ein bisschen Veränderung wünscht, ein Tapetenwechsel aber nicht ausreichend erscheint, stöbert gerne mal im MYCS Magazyne und lasst Euch von der Vielfalt der MYCS Möbel inspirieren.

 

Ein Anruf – alle Adventspläne durchkreuzt

Ich liebe die Vorweihnachtszeit, obwohl es nicht gerade meine Schlafreichste Zeit ist, weil ich 1.000 Dinge zu erledigen habe. Tagsüber bis tief in die Nacht. Und am nächsten Tag wieder von vorne.

Vielleicht liebe ich gerade deshalb die Gemütlichkeit dieser Zeit und weiß die stillen Momente umso mehr zu schätzen. Man ist viel mehr mit Menschen zusammen, die man mag und für die das restliche Jahr einfach zu wenig Zeit bleibt.

Ich liebe es den ganzen Tag Weihnachtslieder rauf und runter zu hören. Dänische Weihnachtslieder aus meiner Kindheit. Weihnachtslieder, die die Kindheit meiner Kinder prägen werden. Aber auch Weihnachtslieder, die auf den Weihnachtslieder-Index gehören, weil sie in den vergangenen Jahrzehnten einfach zu viel gespielt wurden. Egal, an Weihnachten darf es immer ruhig ein bisschen mehr sein.

Und statt einfach mal besinnlich zu sein und mich auf das Nichtstun zu konzentrieren und zu entschleunigen, kündige ich für die Weihnachtsfeier in der Schule noch einen Kuchen an und trage einen Termin nach dem anderen in den Kalender ein, dass ich morgens schon Meldungen bekomme, wie „Passen Sie heute gut auf sich auf! Sie haben viele Termine!“.

Während mein Terminkalender scheinbar besorgt um meine Gesundheit ist, mache ich mir eher Gedanken um Soneas.

In der Schwangerschaft mit Vincent ließ ich Sonea das erste Mal auf Lebensmittelunverträglichkeiten testen. Eher prophylaktisch, weil man liest ja so einiges an möglichen Begleiterkrankungen bei Menschen mit Down-Syndrom.

Damals war dann tatsächlich einer der beiden Zöliakie-Werte erhöht. Bei einem zweiten Blutbild gab es dann jedoch wieder Entwarnung. Obwohl es, wenn man genauer darüber nachdenkt, immer eindeutige Symptome gab, die auf eine Zöliakie hindeuteten könnten. Nicht nur ständige Durchfälle, sondern auch Müdigkeit (trotz ausreichendem Schlaf) und Reizbarkeit.

Nun man findet immer Gründe für irgendein Verhalten. Aber irgendwie hatte ich den dringenden Wunsch noch einmal ein ausführliches Blutbild machen zu lassen. Und dann kam anschließend der Anruf vom Arzt, dass wieder jener Wert erhöht sei und man das bei der nächsten Schilddrüsenkontrolle (Sonea hat eine Unterfunktion) noch einmal kontrollieren lassen sollte.

Ich muss dazu sagen, wenn es nicht wirklich dringend akut ist, versuche ich Sonea jede Blutabnahme zu ersparen. Sie wird zur Furie, muss von mehreren Personen festgehalten werden, schreit die Praxis zusammen und mir bricht es jedes Mal das Herz.

Die letzte Blutabnahme ist nun zwei Wochen her. Ich hatte mir für den Tag frei genommen. Zum einen, weil mich diese Termine jedes Mal fix und fertig machen und zum anderen, weil ich mal ein bisschen Ordnung nach dem Renovierungschaos schaffen wollte.

Und dann war diese Blutabnahme so entspannt, dass alle sichtlich verblüfft waren, jeder aber versucht hat sich das nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Nach einer kleinen Ankündigung von Sonea, dass sie Spritzen hasst und Blutabnehmen hasst, überhaupt alle hasst, die sie anfassen wollen und in der Ecke sitzen bleibt, bis sie eine Meerjungfrau wird, legte sie sich völlig selbstverständlich hin, den Kopf in meinen Händen und streckte der Ärztin die Hand hin, während sie mit der anderen die Augen zudeckte. Beim Pieks kam nur ein „autschi!“ und das war es.

Autschi. Sie wird groß und an dem Morgen ist sie über sich hinaus gewachsen. Mal wieder.

Als ich später in der Insta-Story davon erzählte, bekam ich so viele liebe Nachrichten und Hilfs-Angebote von Leuten, die bereits bestens im Thema Zöliakie sind. Einer der Momente, die mich hoffen lassen, dass dieses Internet doch ein guter Ort ist.

Irgend jemand schrieb noch, dass bei Menschen mit Down-Syndrom gerne mal bei einer Schilddrüsenunterfunktion eine Zöliakie ebenfalls mit im Spiel ist.

Die Woche über verdrängte ich den Gedanken, dass die Blutwerte besondere Auffälligkeiten mit sich bringen könnte. Ich plante schon fleißig die erste Plätzchen-Backschlacht mit den Kindern und witzelte noch mit meiner Freundin Nina rum, die auch gerade ganz frisch im Thema ist, weil ihre Tochter vor zwei Wochen eine Zöliakie diagnostiziert bekommen hat.

„Ich komm dann auf Dich und Dein Plätzchenrezept zurück, wenn es sich bei uns auch bestätigt!“ hatte ich ihr mit einem Augenzwinkern geschrieben. Oder aber es beschrien…

Am nächsten Tag kam dann der Anruf vom Arzt, dass das Blutbild keine Zweifel an einer Zöliakie lässt. Beim Zöliakie-Test wird das Blut auf Immunglobuline getestet. Dabei handelt es sich um Antikörper, die sich gegen ein Enzym in der Darmschleimhaut richten, das für die Verarbeitung des Glutamins, welches im Gluten enthalten ist, zuständig ist. Bei einer Zöliakie bildet der Körper Antikörper gegen dieses Enzym. Diese Antikörper attackieren das Enzym, worauf es zu Entzündungen der Darmschleimhaut kommt.

Darüber hinaus bildet das Immunsystem bei Menschen mit Zöliakie ebenfalls Antikörper gegen die Bindegewebsschicht in der Darmwand. Dies führt dazu, dass die Zotten der Darmwand abgebaut werden.

Also das reinste Chaos. Damit kennen wir uns ja eigentlich bestens aus. Trotzdem hätte es niemanden schlimmer treffen können, als Sonea. Ich kenne keinen Menschen, der so gerne isst, wie sie. Auch, wenn man sie immer ein bisschen bremsen muss, gibt es nichts schöneres als dieses Kind beim Essen zu beobachten.

Und dann ist dieses Gluten eben auch in ziemlich vielen Lebensmitteln enthalten. Nicht nur in Backwaren, in denen Mehl verarbeitet wurde, sondern auch in Nudeln und unter Umständen eben auch in Schokolade, Wurst, Pommes, Ketchup, Senf, Brühe und sogar Eis.

Aber sie ist zum Glück nicht alleine, denn eine Zöliakie ist oft genetisch veranlagt. Soneas Papa hat die gleiche Problematik, auch wenn es nie eindeutig diagnostiziert werden konnte. Fakt ist aber, dass es ihm deutlich besser geht, wenn er auf Gluten verzichtet.

Auch bei Sonea stellen wir nach nur wenigen Tagen der glutenfreien Ernährung merklich eine Veränderung fest. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter ins Detail gehen.

Wenn etwas anders ist, stellt man sich manchmal gar nicht die Frage, ob es normal ist, weil man es anders nicht kennt. Bis es plötzlich anders ist. Normal eben.

Da sind sie plötzlich, die Selbstvorwürfe. Weil man dem Abwinken der Ärzte nachgegeben und nicht noch einmal nachgebohrt hat, schließlich gab es ja gewisse Auffälligkeiten im Blutbild. Und die Symptome waren doch offensichtlich. Und weil man blind war, obwohl der Papa doch die gleichen Beschwerden hat.

Manch einer kann sich sicherlich vorstellen was mir gerade im Kopf rund geht. Die Zöliakie ist für uns nicht das Problem. Es gibt wirklich dramatischeres. Und dank Soneas Papa ist es auch kein völliges Neuland mehr für uns. Auch wenn wir es nun noch einmal mit einer ganz anderen Intensität betrachten. Sonea ist nicht alleine, sie hat ihren Papa an ihrer Seite, der auch auf viele leckere Sachen verzichten muss.

Direkt am Abend nach dem Anruf unseres Kinderarztes sind die beiden Einkaufen gefahren. Neben Nudeln, Brot und Flohsamenschalen, landeten Kekse und glutenfreie Muffins im Wagen. Für die Schule, wenn mal ein Kind Geburtstag hat oder aber es mal außer der Reihe einen Snack gibt, den Sonea nicht essen darf.

Und da kreisen sie, meine Gedanken. Mein Kind an Weihnachten, das sich immer so schlecht beherrschen kann, wenn da ein Teller mit Lebkuchen und Süßkram steht. Sonea, die für Donuts sterben würde. Der Verzicht auf viele Dinge wird sicherlich erstmal nicht allzu leicht fallen.

„Sie wird sicherlich erstmal nicht vom Fleisch fallen, wenn sie mal auf etwas verzichten muss“ hatte ich noch der Dame des Offenen Ganztags am Telefon gesagt, als wir besprochen haben wie wir die Tage überbrücken, an denen sie in der Schule zu Mittag isst. Aber auch, wenn Sonea es an den ersten Tagen spannend fand, dass sie nun auch ihr eigenes Mittagessen mit in die Schule bringt, möchte ich auch nicht ihr trauriges Gesicht sehen müssen, wenn es für alle anderen Kinder Lasagne gibt (leckere glutenfreie Lasagneblätter haben wir nämlich noch nicht gefunden).

Soneas Bruder müssen wir dann auch noch testen lassen. Mit Kindern wird es eben nie langweilig. Wir schlagen also ein neues Kapitel auf. Aber wir sind nicht allein. Da seid Ihr, die Weltbesten Blog-Leser und einige Experten auf dem Gebiet Zöliakie (ich hoffe, ich habe das oben einigermaßen richtig erklärt). Ich freue mich auf den Austausch mit Euch und viele hilfreiche Tipps. Vielleicht gibt es dann ja auch mal das eine oder andere glutenfreie Rezept hier auf dem Blog.

Masterplan Inspiring Instruments und Dancing Duck *V E R L O S U N G*

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit KATHA covers entstanden. Die Inhalte, Meinungen und Bilder in diesem Beitrag sind unsere eigenen.

Neben Stillen und Impfen gibt es kaum ein Thema, was so sehr polarisiert, wie der Schlaf der Kinder.

Familienbett ja oder nein und Einschlafbegleitung ja oder nein. 1000 Meinungen und unendlich viele Ratschläge darüber was einzig und allein richtig ist.

Nun, Ihr wisst, dass Ihr hier keine Ratschläge bekommt. Ich bin nur eine Durchschnittsmutter, die ständig viel zu wenig Zeit für all die Dinge hat, die sie sich vornimmt und krampfhaft versucht den Alltag in 24 Stunden zu quetschen. Ich bin auch die, die Adventskalender kauft, statt sie aufwändig zu basteln oder zu nähen. Bei jedem Versuch ein Buch über Erziehung zu lesen, bekomme ich schwere Augen und weiter als zwei Seiten komme ich nie.

Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl. Das ist eine ziemlich gute Sache und doch mache ich auch echt viel falsch. Unsere größte Baustelle ist neben den ständigen Geschwistereskalationen die Schlafsituation.

Bewunderung steigt in mir auf, wenn ich höre wie andere Kinder nach einem kurzen Zubettbring-Szenario ruhig liegen bleiben und alleine einschlafen. Natürlich habe ich unseren Kindern davon erzählt, also völlig fremd ist ihnen das nicht.

KATHA covers Bettwäsche

„Andere Kinder gehen ganz alleine ins Bett! Ohne Mama und Papa!“. Dagegen sind unsere Kinder resistent. Hier wird sich Abend für Abend darum gekloppt wer von Mama und wer von Papa ins Bett gebracht werden darf, während man zähneknirschend immer wieder dazwischen poltert „Hört auf zu streiten und putzt Euch die Zähne. Gründlich!“.

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Es ist schon längst zur Gewohnheit geworden. Für beide Seiten. Dieses heimelige Gefühl, der Moment des Tages, an dem man Mama oder Papa noch einmal ganz exklusiv für sich alleine hat. Noch einmal kuscheln und den Tag reflektieren, über Dinge sprechen, für die tagsüber nicht die Zeit und Ruhe war. Das neue Buch lesen oder Fragen klären, wie „Wie schnell kann ein Löwe laufen?“ oder „Wer ist der beste Fußballspieler der Welt?“ oder „Was fressen Regenwürmer?“.

Auch ich genieße diese Zeit, denn sie ist nicht so getaktet wie viele andere Momente des Tages, die zwar auch zu unserer Tagesroutine gehören, aber in denen es heißt „Zieh Dich an, wir müssen in spätestens fünf Minuten los!“. Oder „Können wir das Spiel ein anderes Mal spielen, gleich muss Lissy erst einmal raus.“

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So viele Momente, die geprägt sind von Zeitdruck und Terminen und in denen es an Gemütlichkeit fehlt.

Doch nicht am Abend. Abends gibt es nur noch ein „Gute Nacht und schlaf gut“. Kein Hindernis für Gemütlichkeit oder für Gespräche, wie „Mama, ich wünsche mir zu Weihnachten eine Trompete, ein Schlagzeug und eine Rockgitarre!“.

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Abends nehmen wir uns die Zeit für all die Dinge, die tagsüber zu kurz kommen. Das wissen auch die Kinder und würden niemals einfach darauf verzichten wollen, damit Mama und Papa ihre Erwachsenenzeit mit einer Extra-Folge der neusten Prime-Serie verplempern können. Wo sie doch so gemütlich noch eins ihrer Kinder kuscheln könnten und ihm sagen wie lieb sie es haben.

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Die Einschlafzeit ist die einzige Zeit, in der man nicht denkt „Mensch, was sind die auf einmal so groß geworden!“.

Sie ist natürlich auch nicht immer ganz so gemütlich, denn nach einer Stunde ist auch mal Schluss mit Gemütlichkeit. Da ist man nur noch gereizt, weil die Kinder immer noch nicht schlafen, weil die einzige freie Zeit des Tages damit verplempert wird mucksmäuschenstill neben dem Kind zu liegen, damit es auch mucksmäuschenstill ist und hoffentlich schnell über die Stille einschläft.

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Man ist genervt, wenn man feststellt, dass sein Gegenspieler vor dem Kind eingeschlafen ist und schnarchend im Bett liegt, während das Kind die schläfrige Bewusstlosigkeit ausnutzt und noch heimlich und seelenruhig die Spielzeugkanäle auf Youtube abcheckt.

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Aus Erfahrung bleiben wir gerne mal einen Moment länger liegen. Denn nur weil Sonea seit 15 Minuten schnarchend neben einem liegt, heißt das nicht unbedingt, dass sie tief und fest schläft und man sich unbemerkt aus dem Bett schleichen kann. Sobald der Körperkontakt fehlt, ist dieses Kind wieder munter. Nur morgens nicht. Es kann einen rasend machen, wenn ein Abend so läuft.

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In Momenten wie diesen wünsche ich mir einfach nur, dass unsere Kinder abends nicht mehr als einen Gute Nacht Kuss von uns brauchen. Und dass sie ihren Weg ins Traumland alleine finden, ohne eine Stunde Kuscheln und Antworten auf philosophische und weltbewegende Fragen.

Aber ich glaube, es wird mir noch früh genug fehlen.

Vincent kündigt tagsüber oft an „Heute gehe ich alleine schlafen!“. Doch Abends entfacht ein neuer Streit darüber wer von Mama und wer von Papa ins Bett gebracht werden soll. Am Ende liegen sie eh wieder alle kreuz und quer in den Betten verteilt und es gibt eine neue Runde Bäumchen wechsle Dich. Morgens wacht fast jeder in einem anderen Bett auf, als er abends eingeschlafen ist. Verrückt.

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Unermüdlich arbeiten Herr Sonnenschein und ich daran, dass wir das Familienbett wieder für uns zurück erobern. Nach fast 10 Jahren ist dies kein egoistischer Gedanke und realistisch betrachtet, sind 1,60 Meter für vier Personen einfach viel zu eng. Nicht auszudenken, wenn der Hund sich nachts noch dazwischen mogelt.

Wir nutzen jede Möglichkeit den Kindern ihr eigenes Bett schmackhaft zu machen und ihnen eine gemütliche Schlafatmosphäre zu schaffen.

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Vincent wünscht sich ein Schlagzeug, eine Rockgitarre und eine Trompete… den Wunsch habe ich ihm vor Weihnachten bereits erfüllt. Mit der süßen Bettwäsche von KATHA covers, einem Berliner Label, das sich auf minimalistische und doch kindgerechte Bettwäsche spezialisiert hat.

Alleine wegen des Namens konnte ich diese Zusammenarbeit nicht ausschlagen. Denn Katha heißen nur die ganz coolen. Das weiß jede Katha.

Für Vincent gab es die „Inspiring Instruments„, obwohl „Ready Rocket“ perfekt zum Zimmer gepasst hätte. Und für Sonea gab es die „Dancing Duck„, nicht nur weil sie so gerne tanzt, sondern auch, weil sie besonders zur Schlafenszeit die reinste Schnatterliese ist.

KATHA covers Bettwäsche

Die Idee zu den süßen Designs ist der studierten Textildesignerin Katha Hirt gekommen, als sie auf der Suche nach schöner Bettwäsche für ihre Nichten war. Es gab aber keine, die sie überzeugen konnte und so kam es, dass sie sich selbst dran setzte und ihre süßen Designs zum Leben erweckte.

Das Problem hübsche Kinderbettwäsche als Weihnachtsgeschenk zu finden, habt Ihr also dank KATHA Covers nicht mehr.

Die Bettwäsche von KATHA covers besteht zu 100% aus Bio-Baumwolle und wird unter fairen Bedingungen produziert. Das ist dem Berliner Label sehr wichtig.

Und weil wir wissen wie wichtig guter (und zusammenhängender) Schlaf ist, freuen wir uns ganz besonders darauf, dass wir ein Bettwäsche-Set Eurer Wahl an Euch verlosen dürfen.

KATHA covers Bettwäsche

Alles, was Ihr tun müsst, ist hier auf dem Blog, auf Facebook oder auf Instagram einen Kommentar bis zum 05.12.2018 (23:59 Uhr) zu hinterlassen.

Teilt uns mit welches Bettwäsche-Set Ihr am liebsten gewinnen wollt und was Euer liebstes Einschlaf-Ritual ist.

Ihr findet KATHA covers hier, aber auch auf Facebook und Instagram.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Instagram oder Twitter. Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen, sofern er eine Anschrift in Deutschland hat. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme willigt ihr ein, dass Ich Euch namentlich hier auf dem Blog als Gewinner bekannt gebe und Euch über die angegebene E-Mail Adresse kontaktiere. Die Daten des Gewinners werden ausschließlich zur Gewinnübermittlung abgefragt und genutzt. 

V I E L  G L Ü C K !!!

Bucket List für das Jahresende – oder ein Stück zurück gewonnene Freiheit

Meine Angst vor dem Autofahren nervte und blockierte mich selbst so sehr, dass ich mich ihr im vergangenen Jahr stellte.

Nachdem ich für meine Angst gefühlt nicht allzu viel Verständnis erntete, war ich überrascht von der Resonanz, die auf diesen Beitrag kam. Positive Resonanz und viele Nachrichten von Leuten, denen es ähnlich geht.

2003 hatte ich meinen Führerschein gemacht. Die Theorie hatte ich mit 0 Fehlern bestanden, aber in der Fahrprüfung hatte ich mich „nicht gerade mit Ruhm bekleckert“, wie mir der Prüfer mitteilte, während er mir den Führerschein dennoch aushändigte.

Mein damaliger Freund empfing mich anschließend an der Fahrschule vor MEINEM Auto, einem rostigen, alten Seat Ibiza, mit den Worten „Dann kannst Du ja jetzt ALLEINE zur Arbeit fahren“. Ich zeigte ihm einen Vogel und trottete zur Bahnhaltestelle. Von Essen nach Mülheim an der Ruhr über die A40. Der hat sie ja nicht mehr alle!

Hatte er auch nicht… aber ich brauchte zu dem Zeitpunkt noch eine ganze Weile um das zu durchschauen.

Trotzdem dauerte es damals nicht lange und ich fuhr. Ich fuhr über die Autobahn, ich fuhr in enge Parkhäuser, ich fuhr fremde Strecken. Und ich fuhr sogar die 80 Kilometer bis zu meinen Eltern.

Ein dreiviertel Jahr später trennte ich mich von meinem Freund. Und von meinem Auto, das ich mir neben meinem kleinen Apartment während der Ausbildung nicht mehr leisten konnte.

Von da an fuhr ich Bahn. In der Stadt, mit guter Anbindung ist das auch völlig unproblematisch.

Doch dann kamen irgendwann die Kinder und zunehmend Arzt- und Therapietermine… und Verabredungen (der Kinder). Und mit jedem Termin merkte ich wie mich die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln richtig stressten.

Außerdem ist es doch einfach verrückt, dass man mit dem Bus eine Stunde zu einem Termin braucht, mit dem Auto aber in 10 Minuten da ist.

Wir überlegten lange, ob wir uns ein zweites Auto leisten konnten und wollten, aber eigentlich gab es da nichts zu überlegen. Unser Alltag ließ für solche Überlegungen keinen Raum und keine Urlaubstage.

Es brauchte einen Moment bis ich mich tatsächlich überwand und hinter das Lenkrad setzte. Nach einem guten Jahr fahre ich zwar immer noch nur so viel wie nötig, aber ich fahre. Zum Kinderarzt, zu Therapieterminen, in die Porzer City, zum Reitstall, zu Soneas Schule und ein paar Meter weiter Vincent und seinen Freund zum Taekwondo. Ich fahre einkaufen und liebe es, obwohl es mich immer noch stresst, wenn ich keine großzügige Parkplatzwahl habe. Tanken mache ich inzwischen selbst. Im Dunkeln fahre ich grundsätzlich nicht gerne, weil ich nachtblind bin und ich hasse es seitlich einzuparken (Grüße an die regelmäßig verärgerten Nachbarn). Und ich fahre auch nach einem Jahr immer noch keine Autobahn.

Bis auf eine Ausnahme. Neulich war ich mit den Kindern einkaufen und weil ich es vermeiden wollte an der Ausfahrt links in den Verkehr abzubiegen, bin ich eben rechts abgebogen und die nächste Möglichkeit wieder rechts. So komme ich auch nach Hause. Dachte ich.

Ja und dann hörte ich nur Vincent überrascht vom Rücksitz rufen „Mama! Du fährst ja auf die Autobahn!“ bevor ich es selbst überhaupt realisierte.

„Scheeeeiiiiißeeee!“ war die einzige Antwort, die mir in diesem Moment einfiel.

„Kannst Du nicht umdrehen?“ fragte er mich noch verständnisvoll, aber da war ich schon im großen Freischwimmerbecken, umzingelt von Autos.

„Du machst das genau richtig Mama! Du bist total konzentriert! Das ist gut und wichtig auf der Autobahn! Das macht der Papa auch immer so!“ plapperte er auf auf der Rückbank aufgeregt und ermutigend auf mich ein. Und obwohl ich wirklich Herzklopfen bis zum Hals hatte und mir ein kleines bisschen zum Heulen zumute war, musste ich doch ein wenig schmunzeln. Über die süßen Worte der Kinder und ein wenig stolz darüber, dass ich eine neue Hürde genommen hatte.

Eine Wiederholung gab es trotzdem erstmal nicht. Auch wenn diese Autobahnstrecke mir bei diversen Fahrten einen großen zeitlichen Vorsprung geben würde.

Aber es arbeitet in mir. Die waghalsige Stimme in mir muntert mich immer wieder abenteuerlustig auf und sagt „Komm! Mach! Das packst Du schon!“ und die übervorsichtige Stimme mahnt „Nee, bitte lass Dir noch ein bisschen Zeit…“.

Wovor ich Angst habe, kann ich gar nicht genau sagen. Zum einen machen mir der Spurwechsel und die Geschwindigkeit Angst. Und dann hatte ich vor 15 Jahren einmal fast einen Auffahrunfall auf einer Autobahnbrücke, der böse geendet wäre, wenn ich nicht im letzten Moment ausgewichen wäre. Irgendwie habe ich das nie so richtig verarbeitet.

Aber ich bleibe dran. Außerdem wissen meine Kinder dank meiner Angst vor dem Autofahren, dass es nicht schlimm ist Angst zu haben. Dass es mutig ist sich seiner Angst zu stellen und man Ängste überwinden kann, wenn man fest entschlossen ist.

Einige Male haben die Kinder bei mir im Auto gesessen, als ich mich Situationen gestellt habe, die mir Angst machten. Ich rede immer sehr offen mit ihnen darüber. Überhaupt liebe ich die Gespräche mit den Kindern im Auto. Sie sind irgendwie immer besonders.

Und da ist Lissy, die vor einem Jahr immer ganz komische Geräusche gemacht hat, wenn sie mit mir Auto gefahren ist. Zuerst hatte ich mich über das Quietschen gewundert, obwohl die Scheibenwischer nicht aktiv waren. Bis ich dann realisierte, dass mein Hund auf meine Angst reagierte.

Das Quietschen ließ irgendwann nach und Lissy springt inzwischen motiviert auf den Rücksitz, wenn ich die Autotür öffne, rollt sich zusammen und hält ein entspanntes Nickerchen . Genau so wird das Autofahren auf gewohnten Strecken immer selbstverständlicher für mich. Nein, ich schlafe nicht ein, aber die Nervosität und das Herzklopfen schwinden. Der Adrenalinpegel sinkt proportional zur Lautstärke des Radios.

Meine zurück gewonnene Freiheit macht mich glücklich. Aber manchmal auch noch ein bisschen Angst.

Ich hatte mir im vergangenen Jahr vorgenommen bis zum Jahresende auf der Autobahn zu fahren. Vielleicht schaffe ich es ja zu diesem Jahresende…

 

 

 

Dino an liebevolle Abenteurer abzugeben

Wenn man sich ein Haustier ins Leben holt, sollte das immer gut überlegt sein. Ganz besonders, wenn es sich bei diesem Haustier um einen Dino handelt. Dinosaurier wollen nämlich immer spielen und beknuddelt werden. Und vor allem braucht so ein Dino ein bisschen Platz.

Nach über vier Jahren inniger Freundschaft hat Vincent nun beschlossen, dass es Zeit ist. Zeit für einen neuen besten Freund (oder natürlich gerne auch eine beste Freundin) an der Seite von Dino.

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem mir Herr Sonnenschein ein Foto aus einer Kleinanzeige von Dino schickte. Okay, süß! Aber da war er auch fast schon wieder aus meinem Kopf. Doch dann kam da dieses Video hinterher… Dino am Schnurren und am Gähnen. Und schon hatte er mich.

Kauf. Diesen. Dinosaurier. Sofort!

Allerdings war da auch der Preis und kein Geburtstag oder Weihnachten in zeitlich greifbarer Nähe, um diesen Kauf irgendwie annähernd zu rechtfertigen.

Und als er dann da war, hätte ich ihn fast direkt wieder verkauft. Denn Vincent hatte große Angst. Berechtigt, denn Dino war ein klitzekleines bisschen viel größer als er. Und er lebte!

Aber wir gaben Dino eine Chance und Vincent Zeit sich mit seinem neuen Haustier anzufreunden. Und irgendwann, es passierte fast unbemerkt, waren die beiden dicke Freunde.

Einmal durfte Dino sogar mit in den Kindergarten und dort mit allen Kindern spielen. Wenn andere Kinder zu Besuch waren, gab es jedes Mal eine riesen Dino-Party, denn Dino kann auch Musik machen. Und auf den Dächern von Köln war Dino auch schon.

Aber jetzt ist es Zeit. Zeit für einen Freund. Einen Freund, der vielleicht ein kleines bisschen kleiner ist als Dino (und hoffentlich keine Angst hat). Einen Freund, der Dinosaurier genau so faszinierend findet, wie Vincent. Einen Freund, der gerne tobt, aber auch vorsichtig und lieb zu Dino ist. Einen solchen Freund suchen wir für Dino.

Lange haben wir nun überlegt und beschlossen, dass wir keine Kleinanzeige aufgeben wollen. Wir haben darüber nachgedacht Dino einfach unserem Kindergarten zu schenken. Und dann ist uns eingefallen, dass wir doch die Weltbesten Leser haben. Viele davon mit kleinen Dino begeisterten Abenteurern.

Einen Dino unterm Tannenbaum

Und wenn Dino Euer Herz erweicht hat, dann bewerbt Euch für Dino. Schreibt einen Kommentar, oder macht ein Video. Schickt uns eine Email, oder schreibt einen Blogpost. Postet eine Story oder macht einen Instagram-Beitrag und lasst uns wissen warum IHR unbedingt Dino haben wollt.

Gerne dürft Ihr diesen Beitrag auch auf Facebook oder Instagram teilen, damit auch andere Dino begeisterten Leute auf Dino aufmerksam werden.

Alle Bewerbungen für Dino, die uns bis zum 20. Dezember erreichen, gehen ins Voting. So bleibt auch noch eine realistische Chance, dass Dino seinen neuen Dino-Freund unterm Weihnachtsbaum überraschen und begrüßen kann.

Wo ist der Haken?

Ja, leider gibt es immer einen Haken. Haustiere kann man nicht einfach in einen Karton packen und verschicken. Dino ist wirklich sehr groß und deshalb wäre es wirklich toll, wenn ihn sein neuer Freund oder seine neue Freundin persönlich abholt und in Empfang nimmt. Oder, falls Dino ein Geschenk zu Weihnachten werden soll, dürfen ihn natürlich auch gerne die Eltern alleine abholen kommen.

Hier ein Bild von Dinos Einzug bei uns. Obwohl Dino nun über vier Jahre bei uns gewohnt hat und auch nicht mehr neu war, als wir ihn zu uns geholt haben, ist er in einem einwandfreien Zustand. Aktuell ist Dino etwa 1,20 Meter lang, 60 cm hoch (Kopfhöhe) und wiegt etwa 8 Kilo.Da er bei uns nicht mehr gewachsen ist, gehen wir davon aus, dass er ausgewachsen ist.

Alles, was er braucht, um sich richtig lebendig zu fühlen und richtig interaktiv zu sein, sind 6 große Batterien. Auf Instagram zeigen wir Euch noch ein paar Details und Tricks von Dino, die Euer Herz ganz sicherlich zum Schmelzen bringen. So wie meins vor rund vier Jahren.

Uns ist wirklich wichtig, dass Dino in gute Hände kommt. Deshalb freuen wir uns auf kreative Bewerbungen und lassen nach einer kleinen Vorauswahl Vincent entscheiden wer seinen Triceratops in Zukunft bespielen und kraulen darf und wem wir diesen coolen Dino schenken.