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Freischwimmer fürs Leben

Dieser Beitrag enthält Werbung für Schuhe. Denn Schuhe kann man nie genug haben. Schuhe passen immer, auch wenn Du Dich mal wieder maßlos Deinem Schokoladenkonsum hingegeben hast. Maßlosigkeit beim Schuhkauf gibt es übrigens nicht. Denn Schuhe kann man nie genug haben. Und Sacha Shoes hat da ein paar besonders schöne Exemplare. In den letzten 10-20 Jahren habe ich viel gelernt. Nicht nur über Schuhe, sondern über das Leben im Allgemeinen, aber vor allem über mich selbst. Ich würde nicht sagen, dass ich ein besserer Mensch geworden bin, aber ein vollkommenerer. Die Geburt von Sonea hat uns geerdet und uns für vieles die Augen geöffnet und uns andere Blickwinkel verschafft. In zwei Wochen rutsche ich auf die letzte 3 vor der 40 und das bringt mich schon ein bisschen ins Grübeln. Der 29. Geburtstag scheint noch gar nicht so lange her. Und geht es Euch auch so? Denn irgendwie vergehen die Jahre seitdem ich Kinder habe, irgendwie viel, viel schneller. Wenn ich so darüber nachdenke, dass die Uhr von Jahr zu Jahr immer schneller tickt, werde …

Am Ende des Regenbogens fängt der Wahnsinn an

„Ab ins Bett! Es ist noch mitten in der Nacht!“ „Aber draußen ist hell!“ höre ich dumpf von ganz weit her Sonea und Herrn Sonnenschein diskutieren. Mein Gesicht tief im Kissen versunken. Es ist mitten in der Nacht, nicke ich zustimmend in mein Kissen hinein. Das merke ich an meiner schläfrigen Trägheit. Nicht mächtig auch nur einen weiteren Gedanken an diese Diskussion verschwenden zu können, reißt es mich auch schon wieder zurück in den Schlaf. Gefühlte fünf Minuten später weckt mich Herr Sonnenschein. Muffig reagiere ich auf seine Hand an meiner Schulter und drehe mich protesthaft zur anderen Seite, wohl wissend, dass mir das auch kein Zeitfenster für weiteren Schlaf verschafft. Blinzelnd schlurfe ich durch den Flur, gähne leise vor mich hin, bis mir der Atem stockt und ich auf einem Schlag hellwach bin. Ein riesengroßer Filzstift-Text ziert Soneas Zimmertür. „Bin in Centopia* Komm später wieder Ich bin Mia Ladybug bei Paris“ Okaaaaay…! Erstmal KAFFEE! Ich reibe mir mit den Händen durch das Gesicht, als wolle ich versuchen dieses Bild vor meinen Augen wegzuwischen oder …

Mein Leben mit… #126 Pflegekinder

Das Telefon klingelt. Oh, die Nummer des Jugendamtes….die Frage, wie es uns geht nehme ich kaum wahr, denn die nächste Frage ist wesentlich interessanter. Haben wir Zeit ein Kind aufzunehmen? Die Informationen sind noch spärlich. Soweit unsere zuständige Sachbearbeiterin weiß, ist es dieses Mal ein Mädchen, vier Wochen alt. Wann und ob sie kommt, kann sie nicht sagen, der Allgemeine Soziale Dienst setzt sich in den nächsten Tagen mit uns in Verbindung. Jetzt heißt es erstmal ruhig bleiben. Es ist nur eine Anfrage. Wer weiß, ob es überhaupt klappt. Trotzdem überlegt ein Teil meines Gehirns schon, ob wir genug Windeln haben, oder ob ich nicht ganz zufällig ohnehin in die Drogerie muss. Wieder klingelt das Telefon. Diesmal der ASD. Kind – ja ein Mädchen und vier Wochen alt – ist zur Zeit wegen Mangelernährung in der Klinik und soll morgen in Obhut genommen und zu uns gebracht werden. Klappt das? Ich sage zu. Kaum aufgelegt rufe ich meinen Mann an. Vorsichtig erzähle ich ihm von der jungen Dame. Auch er ist der Meinung, unseren Kindern …

Turbulente Zeiten

Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung. So sehr ich mir manchmal die Wochenenden wünsche, an denen einfach mal nix ist, mag ich diese voller Erlebnisse und Ausflüge viel, viel lieber. Die terminlosen Wochenenden putzt man doch nur ein bisschen gründlicher die Bude oder verplempert seine Zeit nur mit dem Allernötigsten. Auch wenn Ruhe manchmal auch schön ist, empfinde ich sie oft als Zeitverschwendung. Dieses Wochenende wird ein planloses und doch freue ich mich darauf, weil hier wieder mal einiges liegen geblieben ist. Außerdem war das letzte Wochenende so voller Eindrücke, dass ich jetzt noch davon zehre. Letzten Samstag waren wir beim Tag der Begegnung in Deutz, eine riesige Veranstaltung für Menschen mit und ohne Behinderung, die jährlich durch den LVR initiiert wird. Dieser Tag war auch voller schöner Begegnungen und Wiedersehen. Aber auch geballt mit Eindrücken, was insbesondere Sonea immer ein wenig überfordert. Es gab zahlreiche Mitmach-Angebote und Gewinnchancen und die Kinder haben einiges ausprobiert. Ich hatte vor allem gehofft, dass ich ein paar neue und hilfreiche Erkenntnisse zur weiterführenden Schule bekomme. Aber gerade …

Viele Luftballons und noch mehr Herz – die 5. Blogfamilia

Wusstet Ihr dass Sonea Sonnenschein im Oktober 10 jähriges Jubiläum hat? 10 Jahre, in denen eine Menge passiert ist und sich vieles verändert hat. In denen wir uns verändert haben und auch am Blog ist dies natürlich nicht spurlos vorbei gegangen. Was zunächst ein Ventil war, wurde für uns zu einem kleinen Herzensprojekt, das in den vergangenen Monaten viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Aber eben genau deshalb. Weil es nicht bloß darum geht Content zu produzieren, sondern Geschichten zu erzählen, die vom Herzen kommen. Es geht um unser Leben und das muss man (manchmal) eben auch schützen. Ein weiteres Jubiläum haben wir dieses Wochenende mitgefeiert. Die 5. Blogfamilia. Die größte Eltern-Bloggerkonferenz in Deutschland und auch meine allerliebste. Bis auf einmal war ich jedes Jahr dabei. Und was mit einer kleinen Veranstaltung am Nachmittag mit 50 Teilnehmern begann, wurde diesen Samstag mit rund 250 tollen Menschen gefeiert. Menschen, die man in den letzten Jahren ins Herz geschlossen hat. Menschen, die man nicht nur für ihre klugen Worte sehr schätzt und auf die man sich Jahr …

Die kleine Meerjungfrau – ein Märchen von Sonea

Heute gibt es eine kleine Premiere für diesen Blog und auch für Euch: Soneas erster Blog-Post, mit einem kleinen Märchen, das sie mit ein bisschen Unterstützung von Frieda Friedlich geschrieben hat.  Es war einmal eine Meerjungfrau und die heiß Barbara. Sie lebte in Mako Island und sammelte Schmuck. Am Liebsten schreib Sie mit Füller einen magischen Unterwasserbrief. Wie heute. Als ein böser Meermann mit seinem Dreizack kam, griff er die Meerjungfrau an. Doch sie war schlauer, legte ihm ihren magischen Schmuck an und er verwandelte sich in eine andere schöne Meerjungfrau. Sie wurden beste Freundinnen und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Sonea

Platz für alle

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband des Erzbistums Köln entstanden. Der Text und die Meinungen in diesem Beitrag sind unsere eigenen. Einen Kindergartenplatz zu finden, ist heute leider nicht mehr ganz so leicht. Meistens muss man nehmen, was kommt und kann nicht allzu wählerisch sein. Kein Wunschkonzert Das war vor 10 Jahre auch schon so. Und ich bin damals wie heute unendlich glücklich darüber, dass ich Sonea mit 3 Monaten in einer Kita angemeldet habe, die zwar nicht gerade um die Ecke war, aber in der Soneas Down-Syndrom kein Hindernis sein sollte. Ein Kindergarten direkt am Wald, ein bisschen in die Jahre gekommen, aber durchaus mit Charme. Vier sehr kleine Gruppen. Zwei heilpädagogische Gruppen mit je acht Kindern und zwei Erziehern und zwei Gruppen mit 15 Kindern, davon je fünf mit Förderschwerpunkten. Und obwohl es ein Caritas-Kindergarten war, schien es keine Rolle zu spielen, ob und welcher Konfession wir angehören. Dass das alles nicht selbstverständlich ist, stellte ich später auch noch fest. Denn ich schaute mir noch weitere Kitas an. Klein und familiär, …

Das 17. Down-Sportlerfestival

… ging für uns in diesem Jahr in die vierte Runde. Davon das dritte Mal aktiv. Inzwischen ist das Down-Sportlerfestival eine feste Größe in unserem, aber vor allem in Soneas Leben. Sie erzählt gerne davon und trägt alle ihre Goldmedaillen mit großem Stolz. Die neuste Medaille, die sie am Wochenende gewonnen hat, hat sie heute Morgen sofort in ihren Schulranzen gepackt. Bei allem Erlebten in diesen Osterferien, war das sicherlich ein Highlight. An diesem Tag steht zwar nicht die Inklusion im Vordergrund, denn es dreht sich alles um Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Down-Syndrom und davon sind einige bereits seit dem ersten Sportlerfestival Jahr für Jahr dabei. Das Besondere ist, dass es nur Gewinner gibt. Es ist ein Wettkampf, den jeder auf seine Art und Weise bestreitet. Sontje ist eine richtig tolle Springerin, Emma eine beeindruckende Weitwerferin und Sonea hätte sich sicherlich gerne im 50 Meter Lauf bewiesen, ist dann aber leider kurz vor Start so blöd aufs Knie gefallen, dass es geblutet hat. Da war an Laufen erstmal nicht zu denken. Eine Medaille …

Die Meinung der anderen

Ich diskutiere nicht gerne. Für gewöhnlich habe ich meine Meinung und respektiere die Meinung anderer, denke gerne auch über die verschiedenen Sichtweisen nach und wäge ab, ob meine Meinung die einzig richtige für mich ist. Obwohl ich polarisierende Themen lieber vermeide und es eher nach dem Prinzip „Leben und Leben lassen“ handhabe, konnte ich zum Thema Bluttest nicht ganz schweigen. Diese ganze Diskussion fiel mir sehr schwer. Ich habe lange an einem Blogbeitrag geschrieben und meine Argumente für und gegen diesen Test erläutert und dann wieder den ganzen Beitrag verworfen. Niemanden würde ich meine Meinung aufzwängen und niemanden „belehren“ wollen, welche Entscheidung im Falle einer gestellten Diagnose in der Schwangerschaft die Richtige ist. Wer hier schon lange mitliest, weiß das sicherlich. Es gibt einfach kein pauschales richtig oder falsch. Als Mutter eines Kindes mit Behinderung und eines ohne Behinderung kann ich nur sagen, dass die Erzieherischen Herausforderungen woanders liegen, dass es nicht unbedingt das Kind mit Behinderung sein muss, das einem schlaflose Nächte bereitet und einen manchmal in die Verzweiflung treibt. Die ganzen Diskussionen in …

Rush Hour im Kopf

Oh Junge! Die letzten Monate waren sehr nervenaufreibend. Leider stimmt das Timing von Deiner Schwester und Dir nicht ganz so gut. Immer beide gleichzeitig. Jeder die ungeteilte Aufmerksamkeit. Beide das volle Programm. Viele Sorgen habt Ihr uns auf unterschiedliche Art und Weise gemacht. Eine Menge schlafloser Nächte beschert, obwohl Ihr selbst seelenruhig geschlafen habt. Du gehst sehr gerne in die Schule, auch wenn Dir die Umstellung nicht leicht gefallen ist. Obwohl Du sehr aufgeschlossen bist, hast Du Dich schwer getan neue Freundschaften zuzulassen. Mittlerweile hast Du ein paar echt sympathische neue Freude dazu gewonnen. Das Schulleben ist nicht so plüschig wie die Kindergartenzeit. Und es hat eine Weile gedauert bis ich Deine Bauchschmerzen und Dein „komisches Gefühl“, wie Du es immer nennst, richtig deuten konnte. Manchmal fällt es mir gar nicht so leicht mich in Dich und Deine Gefühlswelt hinein zu denken. Es ist gerade ein bisschen als hättest Du eine permanente Rush Hour im Kopf. Als würden Deine Gedanken wild hupend und gehetzt, mal rasend, mal stockend durch Deinen Kopf fahren. Über Nacht machst …