Monate: Juli 2015

Mein Leben mit dem Besonderen #27 Dann war da dieser Tag…

Ich war in der 30. Woche schwanger. Als ich beim Abholen des großen Bruders im Kindergarten das aktuelle Schild an der Krankheitstafel sah, war es schon zu spät. Ringelröteln! Da es dagegen keine Impfung gibt, konnte ich nur hoffen! Doch als ein paar Tage später bei mir die, für Erwachsene, typischen Symptome auftraten, wusste ich es eigentlich schon. Der Bluttest beim Gynäkologen brachte Gewissheit. Akute Neuinfektion! Binnen einer Stunde saß ich in der Pränataldiagnostik. Irgendwie war ich jedoch seltsam ruhig, trotz der starken Gelenkschmerzen, die ich von der Krankheit hatte. Mich beruhigte die Tatsache, dass ich das erste Trimester hinter mir hatte. So war eine Gefahr für das Leben meines Babys weitestgehend ausgeschlossen. Alles andere würden wir irgendwie schaffen. Dennoch kam die Ansage: „Wenn irgendwas nicht stimmt, holen wir ihn!“ Eine Spur Aufregung blieb also. Dann wurde geschallt. Und nochmal geschallt. Geredet wurde nicht. Man konnte die Luft förmlich schneiden. Nach etwa 30 Minuten kam dann der erlösende Satz: „Organisch sieht alles unauffällig aus, er darf drin bleiben!“ Wir waren erleichtert und fuhren nach Hause. …

Mal eine Minute nur für mich – das wäre jetzt schön!

Ich habe wahrscheinlich gerade einige Leidensgenossinnen unter Euch, die die Kita- und oder Schulferienzeit der Kinder überbrücken müssen, ohne Ausblick auf das weite Meer oder sonst einem schönen Fleckchen Erde, den man nicht längst schon auswendig kennt, ohne launisches Wetter und noch launischere, streitsüchtige Kinder. Kinder, die sich langweilen und die man nicht einen Moment aus den Augen lassen kann, ohne dass sie wieder irgendeine Katastrophe hervor beschwören. Eigentlich war das anders geplant. Der Sonnenschein war für eine Ferienfreizeit angemeldet. Das erste Jahr, dass sie mitgehen darf. Ich ein bisschen nervös und der Sonnenschein nach nur zwei Tagen „Nein, ich falle heute aus… das muss ohne mich stattfinden!“… okay. Ein paar Mal haben wir es trotzdem versucht. Viel Geschrei beim Abschied, aber dann hatte sie doch Spaß. Und am nächsten Tag wollte sie einfach wieder ausfallen. Nun ja… auf der einen Seite dachte ich – zwingen möchte ich sie nicht und auf der anderen Seite kommt sie in ein paar Wochen in die Schule mit vielen neuen Situationen und Menschen… die kann sie auch nicht einfach …

Statt vieler Worte…

Erst einmal vielen, vielen Dank für die zahlreichen Glückwünsche zum Löwengeburtstag! Bevor ich Euch ein paar schöne Geburtstagsimpressionen hier lasse, gibt es noch eine kleine Ladung Geschwisterplüsch… ohne viel Text, einfach nur Bilder… Das Kleid vom Sonnenschein ist aus dem neuen Mangagirls von Susalabim für Lillestoff und nach dem Wickelkleid von ki ba doo genäht. Das Geburtstagsshirt ist ebenfalls aus einem Lillestoff nach dem Minikrea T-Shirt 50220 genäht und die 3 habe ich aus der Not heraus geplottet (ich komme gerade an all meine Stickdateien nicht dran, weil der alte Rechner ständig abstürzt…). Der kleine Löwe hat sich sehr gefreut – alles richtig gemacht.  

Löwenkind 3.0

Mein Löwenkind… heute wirst Du drei Jahre alt. Wenn man Dich fragt, wirst Du allerdings schon sechs, so alt wie Deine große Schwester. Du willst immer das, was sie hat. Es sei denn, es gibt nur eine Möglichkeit, dann möchtest Du genau das Gegenteil von dem, was sie möchte. So gerne wie Ihr Euch habt, Du und der Sonnenschein, so häufig streitet Ihr Euch auch. Du stehst ihr in nichts mehr nach und weißt ganz genau welche Knöpfe Du betätigen musst, um sie zu reizen… umgekehrt allerdings auch. Du lässt Dich immer wieder von Deiner Schwester provozieren und dann ist das Löwengeschrei groß. Groß, das bist auch Du! Ziemlich genau 1 Meter misst Du inzwischen und auch wenn die Zeit unglaublich schnell vergangen ist, ist es fast schon kaum vorstellbar, dass Du mal so winzig klein warst. Aber ich erinnere mich noch sehr gut an die Babyzeit mit Dir. Drei spannende Jahre, die Dich zu einer eigenständigen Persönlichkeit gemacht haben. Du bist der kleine, freche Grinsemann, der immer alle Menschen in seinem Leben mit einer …

Mit links

Das mache ich mit links! … schneiden zum Beispiel! Aber es gibt heute noch Situationen im Leben, in denen ich mich nicht entscheiden kann, ob ich sie mit links oder rechts machen soll (und natürlich gehöre ich auch zu den Menschen die beides immer wieder verwechseln…). Meine Physiotherapeutin vermutet, dass ich vielleicht ursprünglich Linkshänderin war, aber in meiner Kindheit umgepolt wurde, wie es damals noch üblich war. Dem ist aber nicht so. Ich war also schon immer so ein bisschen Linkshänderin und ganz viel Rechtshänderin. Der Sonnenschein ist ganz klar Linkshänderin (ihr Bruder zeigt dagegen Tendenzen, dass er Rechtshänder ist). Linkshänder sein ist völlig in Ordnung und ich verstehe nicht die ganze Aufregung drum herum, die es einst mal gegeben hat. Es gibt sogar Studien, die belegen, dass es gar nicht gut ist, jemanden von Links auf Rechts umzuschulen. Wirklich Gedanken darum habe ich mir erst gemacht, als ich angefangen habe mit dem Sonnenschein Schwungübungen zu machen. Meine Stiftführung ist ganz anders als ihre und jedes Mal, wenn ich Vorschulübungen mit ihr mache, bin ich unsicher …

Mein Leben mit dem Besonderen #26 Bühne frei!

Es gibt wenige Termine im Jahr, die sofort nach ihrem Erscheinen fest und unverrückbar geblockt werden. Einer davon ist die jährliche Theateraufführung meines „kleinen“ Bruders Nils (32), den ihr in meinem letzten Beitrag schon kennengelernt habt. Das ist zwar seit Jahren so und ich bin auch noch nie zu spät gekommen, aber das heißt natürlich nicht, dass ich nicht deutlich und mehrfach erinnert werde. In diesem Jahr zuletzt einige Tage vor dem großen Auftritt – mitten in der Nacht, schlafend im Hotelbett mit (böser Fehler) dem Handy als Wecker neben mir. Facebooknachrichten machen so einen fiesen „pling“-Ton, mehrere hintereinander wecken einen recht effektiv. Ich gebe zu, meine Antwort war nur bedingt nett. Aber hey – Schwestern dürfen das und selbstredend war ich pünktlich da 😉 Nils lebt in einer Wohngruppe der Lebenshilfe und die liegt in direkter Nachbarschaft zum örtlichen Gymnasium. Schon zum dritten Mal stand nun Ende Juni die gemeinsame Theateraufführung in der Schulaula an. Verschiedene Schülergruppen waren an den Vorbereitungen beteiligt: das Theaterstück wurde von Schülern und Bewohnern der Lebenshilfe gemeinsam entwickelt, das …

Ich bin sooooo…

… müüüüüde! Kennt Ihr das? Wenn man morgens schon müde aufwacht? Wenn man auf dem Weg zur Arbeit und auch auf dem Heimweg immer wieder einnickt und von seinem eigenen Schnarchen wieder wach wird (meine größte Angst beim Sekundenschlaf… )? Noch zweimal arbeiten, dann habe auch ich erstmal Urlaub. Endlich. Es ist seit Wochen so, als würde mein Akku nur noch die kritischen 1% anzeigen, die dann aber überraschender Weise länger halten, als die 19% davor… als man anfing auf rot zu laufen. Aber einfach mal Füße hochlegen ist natürlich nicht drin. Erstmal steht ein 3. Geburtstag an. Ich weiß noch gar nicht was ich backen werde. Und der Kindergeburtstag, der wegen der Ferienzeit nachgefeiert wird, muss auch noch geplant werden. Eine richtig coole Dinoparty für kleine, wilde Entdecker. Und dann die Einschulung… auch die will gefeiert werden. Die Schultüte muss außerdem noch fertig genäht werden und das Kleid für die Einschulung… ich habe noch gar keinen Schnitt parat! Ich freue mich wahnsinnig auf die Planerei, auf die Vorbereitung, auf leuchtende Kinderaugen. Aber ich freue …

Bereit!

Nun ist sie vorbei die schöne Kindergartenzeit. Mich schmerzt dieser Abschied mehr als den Sonnenschein. Sie sagt – ich gehe den Kindergarten bald besuchen! Jetzt bin ich ein Schulkind! (ein ziemlich stolzes sogar). Der Sonnenschein zeigte in den vergangenen Wochen nicht nur das (wohl) typisch schwierige Verhalten von angehenden Schulkindern mit allen Facetten an radikalen Stimmungsschwankungen, die eine waschechte Sechsjährige zu bieten hat, sondern sie ist richtig groß. Ich spreche nicht von den 1,17 m, die sie aktuell misst, sondern von plötzlichen Sinneswandel wie: – Zu groß für das bunte Melanin-Kindergeschirr… großzügig wird der gelbe Löwenteller dem Bruder überlassen (ist ja ursprünglich auch seiner), denn man möchte nur noch von den weißen Porzellantellern essen – Auch das Heidi-Besteck ist inzwischen uncool… GROßES Messer, GROßER Löffel, GROßE Gabel und Heidi & Co. werden großzügig an den kleinen Bruder weiter gereicht – Bunte Plastikbecher? „Maaaama! Ich will ein richtiges Glas. Ein GROßES Glas!“ – Schminken möchte sie sich und ich ertappe sie immer häufiger dabei, dass sie in meinem Schminktäschchen rumkramt und mich dann mit einem eitlen Unterton, …

Mein Leben mit dem Besonderen #25 Sonnenkind Amelie

Es ist so eine Sache mit dem Veröffentlichen seiner Lebensgeschichte oder einem Teil davon – besonders, wenn es sich dabei um sehr emotionale Angelegenheiten handelt. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich mit meiner Geschichte Mut machen und zeigen möchte, dass man aus allem heraus- und in alles hineinwachsen kann. Unser inzwischen fast 7-jähriger Sohn Christopher ist ein absolutes Wunschkind; er kam zwar ein paar Monate früher als eigentlich geplant zu uns, aber dessen ungeachtet waren wir überaus glücklich, als er nach einer größtenteils unbeschwerten Schwangerschaft endlich in unseren Armen lag. Sämtliche zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen hatte ich während der Schwangerschaft abgelehnt, da mir schon immer klar war, dass für mich eine Abtreibung nie in Frage käme. Bereits kurz nach Christophers Geburt wussten wir, dass irgendwann noch ein Geschwisterchen folgen sollte. Nach drei Jahren war ich dann mit unserem zweiten geplanten Wunschkind schwanger. Ich erwartete zu meiner größten Freude ein Mädchen. Auch dieses Mal verzichtete ich bewusst auf alle zusätzlichen Untersuchungen. Bei einer Routine-Untersuchung in der 26. Woche teilte mir mein Frauenarzt mit, unser Baby  sei retardiert, …

Monatelange Anspannung…

… sind gestern von mir abgefallen. Und ich habe erstmal geheult – vor Freude und vor Erleichterung. Und dann habe ich erstmal getwittert. Wie vor ein paar Wochen, als wir die Zusage von Soneas zukünftigen Schulbegleiterin bekommen haben. Ja, das habe ich Euch hier verheimlicht. Weil ich Angst hatte, dass eben dann etwas schief läuft, bevor ich es schwarz auf weiß habe. Jetzt aber: gestern kam er endlich, der Bescheid, auf den ich wochenlang gewartet habe. Direkt zwei Schreiben der Stadt Köln hatten wir in der Post. Neben dem Schreiben zur Schulwegbeförderung war dann noch ein dickerer Umschlag in der Post. Mein Herz pochte beim Öffnen bis zum Hals. Ich wusste genau, dass dies der Bescheid über die Bewilligung der Integrationshilfe sein würde. Monatelang haben wir uns vorbereitet. Über ein halbes Jahr lang. Davor haben wir uns informiert. Herr Sonnenschein und ich haben jeder insgesamt mindestens ein Drittel unserer Urlaubstage für Arzttermine, Testungen, Gutachten-Besprechungen und Hospitationstermine an Schulen verbraucht. Das haben wir gerne gemacht. Aber trotzdem war die ganze Zeit ein endloses Bibbern. Das AO-SF …