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Turbulente Zeiten

Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

So sehr ich mir manchmal die Wochenenden wünsche, an denen einfach mal nix ist, mag ich diese voller Erlebnisse und Ausflüge viel, viel lieber. Die terminlosen Wochenenden putzt man doch nur ein bisschen gründlicher die Bude oder verplempert seine Zeit nur mit dem Allernötigsten.

Auch wenn Ruhe manchmal auch schön ist, empfinde ich sie oft als Zeitverschwendung.

Dieses Wochenende wird ein planloses und doch freue ich mich darauf, weil hier wieder mal einiges liegen geblieben ist. Außerdem war das letzte Wochenende so voller Eindrücke, dass ich jetzt noch davon zehre.

Letzten Samstag waren wir beim Tag der Begegnung in Deutz, eine riesige Veranstaltung für Menschen mit und ohne Behinderung, die jährlich durch den LVR initiiert wird.

Dieser Tag war auch voller schöner Begegnungen und Wiedersehen. Aber auch geballt mit Eindrücken, was insbesondere Sonea immer ein wenig überfordert. Es gab zahlreiche Mitmach-Angebote und Gewinnchancen und die Kinder haben einiges ausprobiert. Ich hatte vor allem gehofft, dass ich ein paar neue und hilfreiche Erkenntnisse zur weiterführenden Schule bekomme. Aber gerade als wir den Bereich erreicht hatten, der mich näher an mein Ziel gebracht hätte, hatte Sonea plötzlich andere Pläne. Wir anderen hinterher.

Auch die Bühnenshow am Abend wollte Sonea auf keinen Fall verpassen. Als die Durchsage kam, wollte sie nur noch dort hin. Und sie hatte eine Menge Spaß! Ein paar Eindrücke von dem Abend gab es bereits in unseren Insta-Stories.

So aufregend wie der Samstag geendet ist, startete auch schon der Sonntag. Denn Vormittags machten wir uns auf dem Weg nach Düsseldorf zum Elternbloggercafè von Styleranking.

Ich glaube, es ist das vierte Mal in Folge, das wir dabei sind und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue auf den Austausch mit anderen Bloggern und darauf viele vertraute Gesichter wiederzusehen. Thematisch weiß ich gar nicht, ob und wie lange wir überhaupt noch in das Konzept passen, denn die Veranstaltung richtet sich vorrangig an Eltern mit Kleinkindern.

Trotzdem hatten unsere Kinder jede Menge Spaß, ob nun beim Bespielen der Hape Holzspielzeuge oder beim Basteln einer Pampers-Windeltorte.

Und dann war da ja auch noch diese Hitschler Candybar. Da gab es fast gar kein Halten mehr und später ein „Oh oh…“, denn es waren doch mehr Süßwaren glutenhaltig, als zunächst angenommen. Aber zum Glück blieb die süße Maßlosigkeit trotzdem unfallfrei.

Nun gehe ich aber weiter putzen und später wartet außerdem noch die Nähmaschine auf mich. Habt alle ein wunderschönes und vor allem sonniges Wochenende!

Viele Luftballons und noch mehr Herz – die 5. Blogfamilia

Wusstet Ihr dass Sonea Sonnenschein im Oktober 10 jähriges Jubiläum hat? 10 Jahre, in denen eine Menge passiert ist und sich vieles verändert hat. In denen wir uns verändert haben und auch am Blog ist dies natürlich nicht spurlos vorbei gegangen.

Was zunächst ein Ventil war, wurde für uns zu einem kleinen Herzensprojekt, das in den vergangenen Monaten viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Aber eben genau deshalb. Weil es nicht bloß darum geht Content zu produzieren, sondern Geschichten zu erzählen, die vom Herzen kommen. Es geht um unser Leben und das muss man (manchmal) eben auch schützen.

Ein weiteres Jubiläum haben wir dieses Wochenende mitgefeiert. Die 5. Blogfamilia. Die größte Eltern-Bloggerkonferenz in Deutschland und auch meine allerliebste. Bis auf einmal war ich jedes Jahr dabei. Und was mit einer kleinen Veranstaltung am Nachmittag mit 50 Teilnehmern begann, wurde diesen Samstag mit rund 250 tollen Menschen gefeiert. Menschen, die man in den letzten Jahren ins Herz geschlossen hat. Menschen, die man nicht nur für ihre klugen Worte sehr schätzt und auf die man sich Jahr für Jahr einfach riesig freut.

Auch in diesem Jahr ist mein Herz voller wundervoller Momente und der Kopf voller Gedanken und inspirierender Worte. Begegnungen mit Menschen, die man gefühlt viel zu selten sieht. Menschen, die beeindrucken und voller Geschichten sind, die gehört werden sollten.

Zugehört hätte ich am liebsten auch Sebastian Fitzek bei seiner Key Note stundenlang und auch, wenn sein Buch „Fische, die auf Bäumen klettern“ in erster Linie ein Vermächtnis an seine Kinder ist, nehme ich so vieles aus seiner Rede auch für mich selbst mit.

Neben vielen positiven Erlebnissen, die 10 Jahre Bloggerei mit sich bringen und zahlreicher Stammleser aus der ersten Stunde, sind es oft die flüchtigen Kritiker, die einen zermürben und dieses Herzensprojekt ins Wanken bringen. Die sich ein vernichtendes Urteil bilden, obwohl sie sich gar nicht die Mühe machen dahinter zu blicken.

Die wunderbare Nicole Staudinger erzählte in ihrer Rede wie dankbar sie heute für viele Dinge ist und wie sie gelernt hat Dinge anzunehmen.

Im SEO-Workshop lernte ich, dass dieses SEO-Ding hin und wieder auch auf diesem Blog Berücksichtigung finden sollte und was optimierungsbedürftig ist.

Und im Workshop der SZ mit Barbara Vorsamer nahm ich noch einmal für mich mit, dass Ironie im Web nicht funktioniert. Außer Du schreibst es dick dazu und selbst dann wird es garantiert noch falsch verstanden.

So schade, denn ich bin immer wieder gerne mal (selbst)ironisch. Aber auch schon oft damit angeeckt, wie neulich erst mit diesem Post:

 

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Heute hat sie mal wieder ganz besonders schlimm an ihrem Down-Syndrom „gelitten“… 🤷‍♀️

Ein Beitrag geteilt von Katharina (@soneasonnenschein) am

Aber im Zusammenhang mit der Ironie, der Kritiker und der Dankbarkeit, schwirrte mir das ganze Wochenende ein Text im Kopf herum, den ich vor fünf Jahren einmal geschrieben habe. Sonea hatte Scharlach und Vincent eine sehr starke Bronchitis.

Nach einer ewig langen Wartezeit bei der Vertretung unsere Kinderarztes und zwei Kindern mit über 40 Grad Fieber, wurden wir ins Krankenhaus geschickt.

Wir waren gefühlt die allererste Aufnahme im Leben des Assistenzarztes, der mich nach Vorerkrankungen meiner Tochter fragte. Mein Kopf war in dem Moment so voller Sorgen und Gedanken, dass mir nur die wirklich relevanten Dinge einfielen. Das Down-Syndrom kam mir dabei gar nicht in den Sinn. Das war weder böswillig von mir, noch mit irgendeinem Hintergedanken.

Ich schrieb damals über unser Erlebnis bei der Krankenhausaufnahme. Darüber, dass ich den armen Mann völlig aus dem Konzept brachte, weil ich nichts vom Down-Syndrom sagte und er während der Untersuchung aber immer mehr Anzeichen entdeckte, offensichtlich immer nervöser wurde und scheinbar dachte, dass diese fünf Jahre unbemerkt geblieben sind. Und ich, total besorgt um meine Kinder, die diese Nervosität spürte, aber nicht einordnen konnte.

Diese ganze Situation war so voller Ironie, aber ich unterm Strich so stolz auf mich selbst und in gewisser Weise auch dankbar. Dieser Beitrag war für mich enorm wichtig. Ein Meilenstein.

Es hat mir bewusst gemacht, dass das Down-Syndrom ein selbstverständlicher Teil von uns geworden ist.  So selbstverständlich, dass es mir gar nicht in den Sinn kam, es explizit erwähnen zu müssen. Grundsätzlich ist das auch nicht nötig. Denn man sieht es ja.

Und dann bekam ich auf diesen Post den ersten Kommentar. So dermaßen maßregelnd, dass ich diesen Beitrag direkt wieder löschte. Mein ganzer Stolz über diesen Meilenstein war wie weggeblasen. Dieser Kommentar fühlte sich wie eine schallende Ohrfeige an, hallte noch lange nach und veränderte einiges.

Dennoch passierte es mir in den letzten Jahren immer wieder, aber insbesondere dann, wenn es ironisch gemeint war, dass ich für meine Texte kritisiert wurde, weil sie nicht verstanden wurden. Oder aber verstanden werden wollten.

Vielleicht ist es deshalb gerade etwas ruhiger um uns. Nicht, weil unser Leben gerade eine rosarote Zuckerwolke ist, sondern weil es gerade besonders angreifbar ist. Weil gerade so viele Dinge passieren und ich nicht immer ein Schutzschild gegen kritisierende Worte habe.

Unterm Strich ist die Blogfamilia Jahr für Jahr für mich ein ganz besonderes Highlight und beflügelt mich immer wieder weiterzumachen, ob mit oder ohne Schutzschild. Ich habe eine Mission, die mir sehr am Herzen liegt.

Es war auch in diesem Jahr wieder ein berauschendes Fest und unglaublich schön all diese Menschen wiederzusehen. Wie eine Schachtel Pralinen (aber nur die guten!), die man jede einzeln zelebriert, weil sie einfach so besonders sind.

Menschen, denen man sich nicht erklären muss und die einem das Gefühl geben, dass der Weg, den man geht, immer noch der richtige ist.

Besonders gefreut habe ich mich auch auf mein Wiedersehen mit Tanya Neufeldt aka Lucie Marshall. Auch so eine Powerfrau, deren Texte ich seit Jahren immer wieder gerne verschlinge.

In wenigen Wochen erscheint ihr neustes Buch Mütter aus Deutschland. Ich hatte die Ehre eine der 30 portraitierten Mütter in diesem Buch zu sein.

Ein Buchprojekt, von dem ein Großteil des Erlöses der ersten 1000 Exemplare an Care Forward geht. Ich werde noch ausführlicher in den nächsten Tagen berichten, denn ich finde, dieses Thema ist zu wichtig, um nur am Rande erwähnt zu werden. Vorbestellen und spenden könnt Ihr auf jeden Fall jetzt schon hier.

Vielen Dank an das gesamte Blogfamilia-Team, die Ihr Jahr für Jahr dieses bunte Familienfest möglich macht.

 

 

Die kleine Meerjungfrau – ein Märchen von Sonea

Heute gibt es eine kleine Premiere für diesen Blog und auch für Euch: Soneas erster Blog-Post, mit einem kleinen Märchen, das sie mit ein bisschen Unterstützung von Frieda Friedlich geschrieben hat. 

Es war einmal eine Meerjungfrau und die heiß Barbara.

Sie lebte in Mako Island und sammelte Schmuck.

Am Liebsten schreib Sie mit Füller einen magischen Unterwasserbrief. Wie heute.

Als ein böser Meermann mit seinem Dreizack kam, griff er die Meerjungfrau an.

Doch sie war schlauer, legte ihm ihren magischen Schmuck an und er verwandelte sich in eine andere schöne Meerjungfrau.

Sie wurden beste Freundinnen

und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Sonea

Platz für alle

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband des Erzbistums Köln entstanden. Der Text und die Meinungen in diesem Beitrag sind unsere eigenen.

Einen Kindergartenplatz zu finden, ist heute leider nicht mehr ganz so leicht. Meistens muss man nehmen, was kommt und kann nicht allzu wählerisch sein.

Kein Wunschkonzert

Das war vor 10 Jahre auch schon so. Und ich bin damals wie heute unendlich glücklich darüber, dass ich Sonea mit 3 Monaten in einer Kita angemeldet habe, die zwar nicht gerade um die Ecke war, aber in der Soneas Down-Syndrom kein Hindernis sein sollte.

Ein Kindergarten direkt am Wald, ein bisschen in die Jahre gekommen, aber durchaus mit Charme. Vier sehr kleine Gruppen. Zwei heilpädagogische Gruppen mit je acht Kindern und zwei Erziehern und zwei Gruppen mit 15 Kindern, davon je fünf mit Förderschwerpunkten.

Und obwohl es ein Caritas-Kindergarten war, schien es keine Rolle zu spielen, ob und welcher Konfession wir angehören.

Dass das alles nicht selbstverständlich ist, stellte ich später auch noch fest. Denn ich schaute mir noch weitere Kitas an. Klein und familiär, aber bitte kein Kind mit Behinderung. Zu betreuungsintensiv.

Oder zwar inklusiv, aber eben auch riesig, reizintensiv und laut. Nirgends fühlte ich uns richtig aufgehoben oder willkommen.

Wenn das Schicksal alles regelt

Umso glücklicher war ich, als dann der Anruf kam, dass wir ganz sicher den Platz in dem kleinen Kindergarten am Wald bekommen würden. Ich war damals mit Soneas kleinem Bruder schwanger und es fiel mir schwer meiner kleinen Weltentdeckerin gerecht zu werden. Ich war einfach nicht mehr genug.

Caritas – Platz für alle ...

Sonea liebte den Kindergarten vom ersten Tag an und schickte uns während der Eingewöhnung weg.

Ein Jahr später kam dann Soneas Bruder nach einer kleinen Umstrukturierung der Kitagruppen in die neu eröffnete U3 Gruppe. Die Inklusion sah vor, dass die heilpädagogischen Gruppen in inklusive Gruppen umgewandelt wurden. Danach gab es die Raupengruppe mit 10 Kindern unter 3 Jahren und drei Gruppen mit 15 Kindern über 3 Jahren, mit und ohne Behinderung.

Zwischenzeitlich zogen wir dann auch in die unmittelbare Nähe unserer Kita, denn gleich um die Ecke wurde eine schöne Wohnung frei.

Ein Ort der Geborgenheit und der Abenteuer

Die Kita wurde über die Jahre ein zweites Zuhause für die Kinder. Ein Ort der Geborgenheit, des Lernens und Entdeckens. Viele kleine Abenteuer haben die Kinder in ihrer Kita-Zeit erlebt. Aber vor allem war es ein Ort des selbstverständlichen Miteinanders, von dem alle profitierten.

Ich bin wirklich sehr dankbar dafür, dass meine Kinder ihre ersten Jahre und eine wertvolle Zeit in dieser besonderen Kita verbringen konnten und vor allem eine funktionierende Inklusion und ein gemeinsames Miteinander aus zwei verschiedenen Perspektiven erleben durften. Eine familiäre Atmosphäre, immer ein offenes Ohr und nicht bloß ein „Stop and Go“ und stets einen wachen Blick auf die Kinder und ihre Bedürfnisse.

Mich erfüllt diese Zeit nachhaltig mit großer Dankbarkeit und ich schreibe seit Tagen an diesem Beitrag. Es fällt mir nicht leicht, weil ich einfach keine Worte finde, die dieser wunderschönen Kindergartenzeit gerecht werden.

Ich war damals mit Sonea unendlich dankbar dafür, einen Ort gefunden zu haben, an dem sie Willkommen ist, genau so wie sie ist. Ein Ort des Wohlfühlens und der Freundschaft. Alles war völlig selbstverständlich.

Inklusion ist für alle da

Diese Selbstverständlichkeit erlebte ich dann mit Soneas Bruder noch einmal aus einem anderen Blickwinkel und erkannte wie bereichernd die Inklusion für alle ist.

Einer von Vincents besten Freunden ist gehörlos und diese Unvoreingenommenheit meines Sohnes beeindruckte mich damals wie heute sehr. Vincent lernte die Gebärdensprache kinderleicht und findet es nach wie vor manchmal ganz toll mit mir in Gebärdensprache zu kommunizieren und mich herauszufordern, weil ich auf Anhieb nur Bahnhof verstehe.

In dieser Kita erlebte ich vor allem, dass die Kinder sich nicht der Einrichtung anpassen mussten, sondern das Personal alles Menschen mögliche macht, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Ein sehr reflektiertes, engagiertes und liebevolles Team, das nicht bloß einen Job macht, sondern individuell schaut was die Kinder brauchen.

Als die Kindergartenzeit im letzten Sommer endgültig endete, träumte ich nachts immer wieder davon, dass ich wieder schwanger bin. Nicht weil der Wunsch nach einem dritten Kind in mir schlummerte, sondern weil es die einzige Möglichkeit wäre, noch weiter ein Teil dieses tollen Kindergartens zu sein und nicht loslassen zu müssen.

Aber auch wenn wir keinen Nachzügler mehr haben, schlossen sich natürlich die Kitatüren für uns nicht komplett. Die Kinder nutzen gerne in den Ferien das Angebot ihre Kitagruppe für einen Tag zu besuchen und ich gebe seit Jahren einmal die Woche einen abendlichen Nähkurs für Mütter und Freundinnen.

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Sonea Sonnenschein – Caritas from rene weides on Vimeo.

Auch die Erzieherinnen meiner Kinder sind über die Jahre zu richtigen Freundinnen geworden. Und eine sogar Vincents Patentante.

Caritas – Platz für alle ...

Alle Caritas-Kindertagesstätten in Köln auf einem Blick findet Ihr hier. Die Fotos für die Homepage hat übrigens Herr Sonnenschein gemacht.

Platz für alle

… das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Aber genau so haben wir es über die letzten Jahre in unserer Caritas Kita erlebt.

Und Platz für alle, heißt auch die neuste Kampagne der Caritas, die zum Ausdruck bringen möchte, dass bei der Caritas alle Menschen willkommen sind. Egal welche Herkunft oder Religion sie haben, egal wie alt sie sind oder ob sie eine Behinderung haben.

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In dem Video der Caritas spielen einige prominente Schauspieler mit. Auch Nico Randel. Der 31 Jährige Schauspieler und Künstler hat ebenfalls das Down-Syndrom und wir haben ihn bei seiner Familie in Erftstadt besucht.

Das war ein sehr schöner Nachmittag mit einer sympathischen Familie, die wir ohne das Down-Syndrom wahrscheinlich niemals kennengelernt hätten. Während ich vor allem beeindruckt von Nicos Kunstwerken war, hätte Sonea wahrscheinlich am liebsten den Massagesessel mit ins Auto gepackt oder wäre am liebsten direkt bei Familie Randel eingezogen.

An diesem Nachmittag hat uns eine zunächst unbekannte Familie völlig selbstverständlich einen winzigen Platz in ihrem Leben und Sonea in der Relax-Liege gewährt. Platz für alle.

Caritas – Platz für alle ...

Und ich wünsche mir für alle Kinder, dass sie immer einen Platz finden, an dem sie sein dürfen, wie sie sind. Und dass es selbstverständlich in allen Kitas und Schulen wird, Platz für alle zu schaffen. Platz für neue Freundschaften. Platz für Geborgenheit. Und Platz zum Wachsen und Lernen.

Das 17. Down-Sportlerfestival

… ging für uns in diesem Jahr in die vierte Runde. Davon das dritte Mal aktiv.

Inzwischen ist das Down-Sportlerfestival eine feste Größe in unserem, aber vor allem in Soneas Leben. Sie erzählt gerne davon und trägt alle ihre Goldmedaillen mit großem Stolz.

Die neuste Medaille, die sie am Wochenende gewonnen hat, hat sie heute Morgen sofort in ihren Schulranzen gepackt. Bei allem Erlebten in diesen Osterferien, war das sicherlich ein Highlight.

An diesem Tag steht zwar nicht die Inklusion im Vordergrund, denn es dreht sich alles um Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Down-Syndrom und davon sind einige bereits seit dem ersten Sportlerfestival Jahr für Jahr dabei. Das Besondere ist, dass es nur Gewinner gibt. Es ist ein Wettkampf, den jeder auf seine Art und Weise bestreitet.

Sontje ist eine richtig tolle Springerin, Emma eine beeindruckende Weitwerferin und Sonea hätte sich sicherlich gerne im 50 Meter Lauf bewiesen, ist dann aber leider kurz vor Start so blöd aufs Knie gefallen, dass es geblutet hat. Da war an Laufen erstmal nicht zu denken.

Eine Medaille gab es trotzdem für sie, denn jeder Kämpfergeist wird belohnt.

Während die einen Rekorde im Wettlauf anbahnen, spazieren andere in einer Seelenruhe durchs Ziel. Aber in einem sind alle unschlagbar, nämlich in ihrer Begeisterung für die Sache.

Jedes Jahr aufs Neue ist der Einmarsch aller 650 Sportler in die Halle ein sehr emotionale Angelegenheit.

In diesem Jahr mussten Herr Sonnenschein und ich uns ein wenig aufteilen, denn Soneas Bruder hatte starken Bewegungsdrang und fand es zum ersten Mal unfair, dass er bei den Disziplinen Weitwurf, Weitsprung und Laufen nicht mitmachen durfte.

Umso mehr Spaß hatten dann beide Kinder bei der legendären Geschwisterolympiade und ich musste ein bisschen schmunzeln, weil Vincent bei jeder Station nochmal angemerkt hat „Wir sind Geschwister!“.

 

In diesem Jahr waren unsere Fahrten zwar unfallfrei, aber die Polizei haben wir trotzdem getroffen. Ist doch klar, denn die Polizei Hessen ist einer der Sponsoren des Down-Sportlerfestival, das trotz seiner Größe nach wie vor für alle Teilnehmer eine kostenfreie Veranstaltung ist. Viele der Helfer an diesem Tag sind angehende Polizisten der Hessischen Polizeischule.

Natürlich musste sich unser kleiner Polizist das alles einmal ganz genau ansehen.

In unserem ersten Jahr auf dem Down-Sportlerfestival waren wir nur als Besucher da und total geflasht von der grandiosen Stimmung. Sonea hat damals schon bei der Modenschau, initiiert durch Peyman Amin, begeistert gejubelt und von der Tribüne aus mitgetanzt und geklatscht.

Im zweiten Jahr und dem ersten als Teilnehmer war Sonea noch zu jung, um bei der Modenschau mitzulaufen.

Letztes Jahr war sie dann das erste Mal dabei und hat vor der vollen Tribüne einen selbstbewussten Lauf mit Spagat hingelegt.

Und in diesem Jahr gab es für sie fast nur ein Thema und Sonea hätte sich am liebsten schon um 10 Uhr morgens in Schale geworfen, denn schließlich beginnt doch gleich die Modenschau!

Um kurz nach eins gab es dann noch einen kleinen Workshop für die Models und ein paar Tipps vom Profi höchst persönlich. Sonea ist bei jeder Runde Peyman Amin in die Arme gesprungen und ich hatte ein bisschen Angst, dass er unter ihrer Last zusammenbricht, konnte sie aber auch nicht aufhalten.

Als es dann endlich kurz nach vier war, tanzte und hüpfte sie glücklich inmitten der anderen Supermodels durch die Halle. Sie hat ihren Moment inmitten der anderen sehr genossen. Ein Video davon habe ich bereits auf Instagram gezeigt.

Zu guter Letzt gab es dann natürlich auch noch die Medaille. Und die hatten sich alle stark erkämpft und verdient. Gold für alle!

Es war nicht nur ein Tag, an dem alle Kinder eine faire Chance hatten ihre (sportlichen) Stärken zu beweisen und unter realistischen Bedingungen zu wetteifern, sondern auch ein Tag des Wiedersehens mit vielen tollen Familien, die über die Jahre zu lieb gewonnenen Freunden geworden sind.

Sonea hat sich wahnsinnig gefreut ihre Freundin Emma wiederzusehen und Vincent freute sich ganz besonders auf Sontje. Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass Familien da waren, die ich so gerne einmal persönlich begrüßt hätte, weil man sich virtuell schon so lange kennt.

Und ja, natürlich dürfen wir einen Star nicht vergessen, denn die Maus höchstpersönlich war ebenfalls auf dem Down-Sportlerfestival. Was für eine tolle Überraschung!

Als wir nach dem Festival wieder alle in sämtliche Himmelsrichtungen ausstreuten, verabschiedete ich noch unsere Oktoberkinder und Emma rief voller Stolz „Ich bin ERSTER!“

Das fasst für mich den Tag sehr gut zusammen. Erster waren für mich vor allem auch die vielen ehrenamtlichen Helfer an diesem Tag, die mit guter Laune, jeder Menge Geduld und viel Begeisterung dabei waren.

Ein herzliches Dankeschön von uns an dieser Stelle an alle Sponsoren, das Orga-Team und all Mitwirkenden, die diesen Tag Jahr für Jahr organisieren und unterstützen.

 

 

Die Meinung der anderen

Ich diskutiere nicht gerne. Für gewöhnlich habe ich meine Meinung und respektiere die Meinung anderer, denke gerne auch über die verschiedenen Sichtweisen nach und wäge ab, ob meine Meinung die einzig richtige für mich ist.

Obwohl ich polarisierende Themen lieber vermeide und es eher nach dem Prinzip „Leben und Leben lassen“ handhabe, konnte ich zum Thema Bluttest nicht ganz schweigen.

Diese ganze Diskussion fiel mir sehr schwer. Ich habe lange an einem Blogbeitrag geschrieben und meine Argumente für und gegen diesen Test erläutert und dann wieder den ganzen Beitrag verworfen.

Niemanden würde ich meine Meinung aufzwängen und niemanden „belehren“ wollen, welche Entscheidung im Falle einer gestellten Diagnose in der Schwangerschaft die Richtige ist. Wer hier schon lange mitliest, weiß das sicherlich. Es gibt einfach kein pauschales richtig oder falsch.

Als Mutter eines Kindes mit Behinderung und eines ohne Behinderung kann ich nur sagen, dass die Erzieherischen Herausforderungen woanders liegen, dass es nicht unbedingt das Kind mit Behinderung sein muss, das einem schlaflose Nächte bereitet und einen manchmal in die Verzweiflung treibt.

Die ganzen Diskussionen in den letzten Wochen haben mir mal wieder gezeigt, dass die größte Behinderung unsere Gesellschaft selbst hat. Teilweise mangelt es ganz klar an Toleranz und manchmal ist es einfach auch nur eine große Unsicherheit, weil die Menschen den Umgang und den Kontakt mit Menschen mit Behinderung nicht gewohnt sind. Ich weiß selbst wie das ist. Schließlich gab es da auch noch ein Leben vor Sonea. Und wenn man mich damals aus dem Nichts heraus gefragt hätte, ob ich mir jemals vorstellen könnte ein Kind mit Behinderung zu bekommen. Die Antwort wäre sicherlich ganz klar „Nein“ gewesen. Völlig normal, denke ich.

Wenn man in der Situation ist, ändert sich der eigene Blickwinkel nochmal grundliegend. Zum Glück. Und wie oft haben wir alle mal Situationen im Leben gemeistert und uns am Anfang gefragt „Wie soll ich das nur durchstehen?“.

Über den Tellerrand hinaus sieht die Welt noch einmal ganz anders hinaus. Und wenn wir einfach mal ein bisschen mehr in andere Menschen hinein fühlen würden und uns Gedanken darüber machen würden wie sich die Dinge für sie darstellen, würden wir vielleicht ganz anders in so eine Diskussion hineingehen.

Wie fühlt es sich an, wenn man die Diskussion mal aus Sicht eines Menschen mit Down-Syndrom betrachtet? Oder aus Sicht eines Autisten? Den kann man nämlich nicht mit so einem Bluttest aussortieren. Und die meisten Behinderungen werden doch ohnehin erst im Laufe des Lebens erworben.

Auf der einen Seite bin ich glücklich, dass Sonea in eine Zeit geboren ist, in der sie viele Möglichkeiten hat ihr Potential zu entfalten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Der medizinische und therapeutische Fortschritt sind einfach toll.

Nur unsere Gesellschaft zeigt deutliche Rückschritte. Wie viel einfacher wäre alles, wenn Kinder bereits im Kindergarten den Kontakt zu anderen Kindern mit (und ohne) Behinderung hätten. Wenn das Zusammenleben von Anfang an selbstverständlich wären und Barrieren gar nicht erst entstehen.

Wir haben zum Glück ein tolles Umfeld und Sonea ist bei allen einfach Sonea. Gerade ist sie in einer inklusiven Ferienbetreuung und es ist so schön zu sehen wie wohl sie sich inmitten der anderen Kinder fühlt und wie selbstverständlich sie in dieser Runde ist.

Und dann denke ich, wie einfach es doch sein kann, wenn man einfach ein bisschen offener für andere ist und sich nicht unnötig (be)hindert.

Zwei Wochen Osterferien sind hier geradezu verflogen. Am Montag haben wir noch Soneas Bruder getauft und viele schöne Momente gehabt. Auf unseren Osterausflug haben wir ein bisschen in unserer Insta-Story mitgenommen. Ja und eigentlich war der Plan in dieser Woche, die ich frei hatte, einiges zu erledigen und außerdem ein bisschen mehr zu bloggen. Nun, ein winziger Bruchteil davon ist mir gelungen.

Morgen sind wir beim 17. Down-Sportlerfestival in Frankfurt dabei. Ein großartiges Spektakel, dem wir jedes Jahr gerne beiwohnen. Die Stimmung ist einfach jedes Mal sensationell und nicht zu toppen. Sonea freut sich schon wahnsinnig auf „ihren“ großen Tag. Für sie ist es jedes Mal ein Highlight und ich glaube, sie freut sich auch ein bisschen, dass sie an dem Tag auf so viele Menschen trifft, die genau so sind wie sie. Und natürlich werden wir Euch auch ein bisschen live in den Instagram– und Facebook-Stories mitnehmen.

 

Rush Hour im Kopf

Oh Junge! Die letzten Monate waren sehr nervenaufreibend. Leider stimmt das Timing von Deiner Schwester und Dir nicht ganz so gut. Immer beide gleichzeitig. Jeder die ungeteilte Aufmerksamkeit. Beide das volle Programm.

Viele Sorgen habt Ihr uns auf unterschiedliche Art und Weise gemacht. Eine Menge schlafloser Nächte beschert, obwohl Ihr selbst seelenruhig geschlafen habt.

Du gehst sehr gerne in die Schule, auch wenn Dir die Umstellung nicht leicht gefallen ist. Obwohl Du sehr aufgeschlossen bist, hast Du Dich schwer getan neue Freundschaften zuzulassen. Mittlerweile hast Du ein paar echt sympathische neue Freude dazu gewonnen.

Das Schulleben ist nicht so plüschig wie die Kindergartenzeit. Und es hat eine Weile gedauert bis ich Deine Bauchschmerzen und Dein „komisches Gefühl“, wie Du es immer nennst, richtig deuten konnte.

Manchmal fällt es mir gar nicht so leicht mich in Dich und Deine Gefühlswelt hinein zu denken. Es ist gerade ein bisschen als hättest Du eine permanente Rush Hour im Kopf. Als würden Deine Gedanken wild hupend und gehetzt, mal rasend, mal stockend durch Deinen Kopf fahren.

Über Nacht machst Du plötzlich so einen Schuss in die Höhe und am nächsten Morgen hast Du fast in allen Hosen Hochwasser. Alle anderen, die rein theoretisch noch passen, haben Löcher in den Knien und sind verschlissen, weil Du Dich bei jeder Gelegenheit auf den Boden schmeißt.

Plötzlich schaust Du mich mit einer riesigen Zahnlücke und einem frechen Grinsen an und eigentlich erklären sich die Rush Hour in Deinem Kopf und Deine plötzlichen Gefühlsausbrüche in jede Richtung von ganz alleine.

Es ist für uns alle keine leichte Zeit, aber vor allem Dich frustriert so vieles und Du stehst Dir manchmal selbst im Weg. Du stellst Fragen und bombardierst mich mit Gedanken, auf die mir häufig die Antworten fehlen und selbst Google sprachlos machen.

Auf einmal findest Du Deine Frisur nicht cool genug. Dann stehst morgens kritisch blickend vor dem Spiegel und bittest mich noch einmal ein anderes T-Shirt zu holen, weil Du so nicht in die Schule gehen kannst.

Obwohl Du eine große Schwester hast, sind viele Dinge für mich neu und Du stellst mich vor neuen Herausforderungen. An manchen Tagen bringst Du mich laut zum Lachen und sorgst mit Deinem Humor für ein Dauerschmunzeln. Und dann gibt es diese Tage, an denen schaust Du finster drein und ich brauche eine ganze Weile bis ich in Deine sensible Welt hervordringe und Du mir erzählst was Dich gerade beschäftigt und bedrückt.

Die Rush Hour in Deinem Kopf, das komische Gefühl, das Du immer wieder anders beschreibst, die Bauch- und Kopfschmerzen, die Dich phasenweise in Deinem Alltag begleiten, aber vor allem die plötzliche Erkenntnis, dass diese Welt nicht immer eine Gute ist und ganz schön rau und ungerecht sein kann, umtreiben Dich immer wieder.

Vor einem Jahr hab ich mich noch gefragt, wohin das nur führen soll. Du hast lieber mit Deinen Schleich Tieren gespielt und keinerlei Interesse an Zahlen und Buchstaben gehabt. Inzwischen hat Dich der Ehrgeiz gepackt und Du versuchst alles zu lesen. Deine Wortkreationen bringen mich manchmal ganz schön zum Schmunzeln, aber Deine Lehrerin ist sehr zufrieden und dass der Tisch bei Dir eben noch ein „Tösch“ ist, ist für ein echt kölsche Jung auch selbstredend.

Alleine, wenn ich auf das vergangene Jahr zurück blicke und darauf was Du in dieser Zeit alles gelernt hast, kann ich Deine ganz persönliche Rush Hour und auch Dein „komisches Gefühl“ nur zu gut verstehen. Und trotzdem fehlt mir im Alltag manchmal das Verständnis und ich frage mich „Was ist bloß mit diesem Kind los?!“. Obwohl ich die Antwort darauf eigentlich längst habe. Nur eben nicht die Nerven.

[Dieser Teil enthält Werbung für Stoffe und Schnittmuster]

Und weil er so schnell wächst, habe ich für mein Löwenkind auch mal wieder ein bisschen genäht. Diesmal das Shirt Katja Kids, ein wandelbarer Shirt-Schnitt, den es ganz neu von der lieben muckelie gibt. Ein toller Schnitt, den ich diesen Sommer sicherlich noch einige Male nähen werde.

Auch die Stoffwahl hätte nicht besser passen können, denn The King von Tante Gisi ist wie gemacht für Vincent. Er hat sich wahnsinnig über dieses Design gefreut und es ist somit offiziell cool genug für Erstklässler. Aktuell ist der Stoff bei lillestoff ausverkauft, aber eine Neuauflage ist bereits geplant.

Eine Welt ohne Lächeln

Letzte Woche war Welt Down-Syndrom Tag. Der einzige Tag, an dem meine Tochter einfach sie selbst sein darf und dafür auch noch gefeiert wird. Einfach, weil sie ein toller Mensch ist.

Bei uns zu Hause lieben und feiern wir sie in gewisser Weise natürlich jeden Tag. Genau so wie sie ist. Bedingungslos. Obwohl sie gerade eine ECHT anstrengende Phase hat. Aber vielleicht bin auch ich das. Oder Soneas Bruder. Und der Papa sowieso.

Am Welt Down-Syndrom Tag setzt sich die ganze Welt für das Down-Syndrom ein. Das Netz wird überflutet mit positiven Berichten über Menschen mit Extra-Chromosom, die Wunderbares geleistet haben. Obwohl sie ein Chromosom mehr haben. Oder eben genau deshalb. Menschen mit dem schönsten, herzschmelzenden Lächeln strahlen einen von Plakaten an und man kann gar nicht anders als dieses Lächeln zu erwidern.

Sonea – Welt-Down-Syndrom-Tag

Das Netz wird überschwemmt von Videos über und mit Menschen, die das Down-Syndrom haben und es wird positiv hervor gehoben was diese Menschen alles können und dass sie grundsätzlich unterschätzt werden.

Die ganze Welt schwärmt von Menschen mit dem Down-Syndrom. Und irgendwer kennt immer irgendwen, der irgendwen kennt. Ihr kennt das. Plötzlich ist das Down-Syndrom echt super und unsere kleinen Spezial-Agenten können Ihre Liebe in die ganze Welt hinaus tragen, ohne wie ein Alien angestarrt zu werden oder ein missbilligendes Naserümpfen zu kassieren.

Auf einmal ist alles cool so wie es ist. Es ist cool ein Extra-Chromosom zu haben. Und es ist völlig okay anders zu sein.

An allen anderen 364 Tagen im Jahr natürlich auch, aber da geht man dann wieder zur allgemeinen Tagesordnung über: dem gesellschaftlichen Mobbing. Das liegt nunmal in der Natur des Menschen. Alles, was nicht der Norm entspricht und irgendwie anders ist, wird einfach weggemobbt.

„Dieses Kind wird niemals ein Abitur machen können! Überlegen Sie sich gut, ob sie es bekommen wollen!“ wird dem werdenden Elternpaar eindringlich vom Pränataldiagnostiker mit auf den Weg gegeben. Wenige Minuten zuvor waren sie noch voller Vorfreude auf die Geburt ihres ersten Kindes und haben verzückt am Ultraschall gesehen, wie es Purzelbäume schlägt und am großen Zeh nuckelt. Und nun bleiben dem werdenden Elternpaar ein paar wenige Tage, um sich für oder gegen ihr Kind zu entscheiden.

Sonea – Welt-Down-Syndrom-Tag

Ein enormer Druck und entscheidet man sich FÜR und nicht gegen dieses Kind, kassiert man selten Beifall. Schließlich ist nicht jeden Tag Welt Down-Syndrom Tag, an dem es völlig okay ist verschieden zu sein.

Es wird über einen Bluttest diskutiert, der Kassenleistung werden soll, und der eine frühzeitige Diagnose eines Gendefekts sicherstellen kann. Weil bis zur zwölften Woche ist das mit den Abtreibungen in Deutschland ja noch völlig unproblematisch und legitim.

Und da frage ich mich, in was für einer kranken Gesellschaft leben wir eigentlich?

An 364 Tagen im Jahr ist das Down-Syndrom nämlich genau so wie jede andere Behinderung eine BeLASTung für die Gesellschaft.

Irgendwann gibt es dann vielleicht nur noch einen Down-Syndrom-Gedächtnistag… bis auch dieser Tag dann ganz in Vergessenheit gerät. Und mit ihm viele großartige Menschen, die es bestens verstehen ihr Leben zu leben. Im hier und jetzt und völlig ungefiltert. Die noch für kleine Dinge große Begeisterung zeigen können. Die sich nicht von unserer Leistungsdruckgesellschaft kaputt machen lassen und trotzdem einen enormen Ehrgeiz entwickeln können, wenn sie etwas von Herzen wollen.

Mit dem Herzen. Denn niemand sieht die Menschen so mit dem Herzen, wie Menschen mit Down-Syndrom das tun. Ich spreche da aus Erfahrung.

Ich finde es wirklich toll, dass es den Welt Down-Syndrom Tag gibt. Ein Tag, an dem sich Menschen für andere Menschen begeistern, die nicht einem gesellschaftlichen Standardbild entsprechen. Die mit allen Fasern Mensch sind und ihr Leben noch in vollen Zügen bewusst und intensiv leben.

Sonea – Welt-Down-Syndrom-Tag

Und ich finde es ganz schlimm, dass man das Leben und seine Menschen losgelöst von der Anzahl ihrer Chromosomen und Besonderheiten nicht jeden Tag genau so feiert, wie am 21. März. Mit ein bisschen mehr Selbstverständlichkeit und Begeisterung für die Individualität aller Menschen. Denn es ist gut, dass wir alle verschieden sind. Es ist wichtig, dass das so ist.

Und was wäre dieser Planet ohne Menschen, die andere Menschen mit ihrer bloßen Anwesenheit zum Lächeln bringen? Alleine, wenn ich daran denke, macht es mich traurig.

Denn so abgedroschen das klingen mag: genau so wäre für mich eine Menschheit ohne das Down-Syndrom. Eine Welt ohne Lächeln.

Welt Down-Syndrom Tag und graue Haare

Es gibt so Phasen, in denen habe ich das Gefühl meinen grauen Haaren wachsen graue Haare. Und wenn ich dann in den Spiegel schaue, weiß ich auch wieso.

Der letzte Friseurbesuch ist schon wieder drei Monate her. Nicht, weil ich mich gehen lasse, sondern weil ich der Zeit hinterher renne und so viele Dinge IM Kopf habe, dass ich mir nicht auch noch Gedanken um das Gestrüpp AUF dem Kopf machen kann.

Gestern war ich endlich wieder beim Friseur. Alleine… mit beiden Kindern im Schlepptau. Es dauerte eine ganze Weile bis die ganze Anspannung ein bisschen abfiel. Zumindest waren die Kinder total entspannt und alleine das war dieser Friseurbesuch schon wert.

Zu Hause habe ich nämlich gerade das Gefühl, dass nur noch die Fetzen fliegen. Wegen Nichtigkeiten. Aber das ist das, was ich denke. Für die Kinder ist es jedes Mal ein „ICH. RASTE. GLEICH. AUUUUUS!“ und die oder der hat aber angefangen.

In den letzten Wochen war es sehr, sehr still auf dem Blog. Das hatte Gründe. Keine (un)erfreulichen, keine dramatischen und doch uns sehr bewegende Gründe.

Und egal was es war, hatte ich jedes Mal das Gefühl, dass es nicht richtig wäre darüber zu schreiben. Also ließ ich es. 

Hin und wieder gab es dann diese Momente, in denen ich dachte „Das MUSS ich verbloggen“. Aber dann kam das Leben und mit ihm die grauen Haare und die grauen Haare der grauen Haare dazwischen. Mein Spiegelbild schaut mich müde lächelnd an. Dass es in den vergangenen Wochen ganz schön gealtert ist, sage ich ihm jetzt besser nicht.

Wir sind umgezogen. Nicht räumlich, aber gedanklich. Vom zentralen Stadthaus, mit allen wichtigen Geschäften und Orten fußläufig erreichbar, dafür aber auch immer viel Lärm und schlechte Luft, zog es uns in eine kleine, gemütliche Wohnung auf dem Land. Idyllisch, aber eben auch nicht so komfortabel und bequem wie in der Stadt.

Das Leben aus der rosaroten Brille haben wir hier gerade nicht zu bieten, aber ich denke, das erwartet auch niemand bei uns.

Wir haben hier gerade ein vorpubertäres großes Mädchen mit oft sehr schlechter Laune (so viel zum Mythos Sonnenschein), an das man in solchen Momenten auch nur sehr schwer ran kommt. Und wenn sie mal einen wirklich guten Tag hat, was zum Glück auch nicht selten ist, haben wir natürlich keine Ruhe. Denn dann ist die schlechte Laune vom kleinen Bruder vorprogrammiert. Nicht aufgrund der guten Laune der großen Schwester, sondern weil isso. Es ist wie mit dem Baby, das schreit und man nach Hunger, Windel, Müde immer noch rätselt was es hat. Und wehe man liegt mit seiner Ursachenforschung falsch. Es gibt keinen Joker… nur graue Haare. Im Überfluss.

Heute ist Welt Down Syndrom Tag und für uns ist es das zehnte Mal, das wir diesen Tag bewusst mitfeiern. In unseren Anfängen waren das Flashmobs und Posteraktionen, die gestartet wurden. Heute gibt es zahlreiche weitere Aktionen und sogar extra komponierte Lieder anlässlich diesem Tag.

Mein absoluter Favorit ist die „Rock your Socks“ Aktion.

Also das bewusste Tragen von zwei verschiedenen Paar Socken, als Zeichen dafür, dass wir alle bunt und jeder verschieden sind. Normalerweise bin ich da sowas von monkig drin und zwei verschiedene Socken an den Füßen sind für mich absolut nicht zu ertragen, aber am 21. März bin ich da völlig entspannt und mache bei der Aktion gerne mit.

Den Welt Down-Syndrom Tag feiert man übrigens am 21. März, weil das 21. Chromosom  bei Menschen mit dem Down-Syndrom dreimal vorhanden ist.

Das Down-Syndrom und Behinderung im Allgemeinen war hier in den vergangenen Wochen immer wieder Thema. Wenn Dein Kind, dem eindeutig eine Behinderung diagnostiziert wurde, plötzlich hupende Autofahrer als „behindert“ bezeichnet, muss man diesen Begriff mal ein bisschen näher erörtern und dem Kind mit Behinderung erklären, dass man andere Menschen nicht als „behindert“ beschimpft.

Und dann wird klar, dass es nicht Sonea und ihre Freundinnen (die auch das Down-Syndrom haben) eine Behinderung haben (und wenn, dann nur „ein bisschen“… die aktuelle Lieblingsantwort auf fast alles), sondern alle anderen. Wenn Ihr das anders seht, fragt mal Sonea!

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Genäht habe ich in den vergangenen Wochen auch viel zu wenig. Vielleicht hat das auch zur allgemeinen Laune beigetragen. Wie auch immer… es hat mir auf jeden Fall gefehlt. Und so sind in den vergangenen Wochen ein paar frühlingshafte Teile entstanden.

In wenigen Wochen erscheint die Neuauflage vom SUSAlabim-Klassiker Elfenwelt. Aktuell ist der verträumte Elfenjersey in der Vorbestellung bei lillestoff.

Hier ist daraus ein Hoodieshirt entstanden und ich wurde vor die großen Herausforderung gestellt, es kompatibel mit Soneas neuen Lieblingsrock zu machen. Denn den wollte sie unbedingt dazu anziehen. Sie hat eben ihren ganz eigenen Kopf.

 

Gastbeitrag FRAU MUTTER TIER

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag vom Blog Maryreiliblog und enthält Werbung (unentgeltlich).

Am 21.03. 2019 habe ich eine Filmpremiere.

Der Film heißt FRAU MUTTER TIER (Mixtvision Prod. Regie: Felicitas Darschin) und ist ziemlich lustig. Es geht um Mütter, deren tägliches Scheitern an ihren eigenen Ansprüchen, um diejenigen, die es immer besser wissen und nicht zuletzt die eigenen Kinder, die die größten Ansprüche von allen haben.

Der Dreh war ein Vergnügen, insbesondere wenn die Baby-und Kinderkollegen gute Laune hatten. Ich spiele „ein etwas anderes Kindermädchen“ mit speziellen Fähigkeiten und fand es angenehm das Mutter-sein mal aus dieser (für mich) ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten – wenn auch nur im Film.

In Echt bin ich natürlich allen Anstrengungen zum Trotz gerne Mutter. Man hat als Mutter ja zum Glück die Kinder, mit denen kann man sich super von den Anstrengungen des Mutterseins erholen. Und das meine ich ernst. Die Mutterrolle ist nicht leicht darzustellen. Sie hat ein Definitionsproblem. Was Frau soll, wie und welche Aufgaben sie zu erledigen hat, wird zur Zeit ja heftig diskutiert. Aber die Kakophonie wird echt zum Bockgesang, sobald du Mutter wirst.

Bis zu diesem Moment hast du eigentlich deine Ruhe: Du studierst, du arbeitest nebenher ein bisschen, gehst gerne feiern oder nicht, egal, du hast einen Freundeskreis, ein paar Lieblingsklamotten, irgendwann auch den Führerschein, eines Tages steigst du ins Berufsleben ein, ab und zu verliebst du dich und plötzlich bist du im fraglichen Alter. Im Mutteralter. Und auf einmal wissen alle was du sollst:

DU SOLLST KINDER KRIEGEN, DU SOLLST ES BESSER LASSEN, DU SOLLST ZUR PRÄNATALDIAGNOSTIK GEHEN, NEIN, AUF KEINEN FALL DAHIN, DU SOLLST DICH GESUND ERNÄHREN, OHNE FLEISCH, NEIN MIT, DU SOLLST STILLEN, NACH DER GEBURT ERSTMAL PAUSIEREN, DU SOLLST GLEICH WIEDER AUF DEN BEINEN SEIN, DU SOLLST KARRIERE MACHEN, JETZT ERST RECHT, DU SOLLST ZÜGIG WIEDER ABNEHMEN, TROTZ DER BABYPFUNDE ZU DIR STEHEN, DU SOLLST PÄDAGOGISCH GRENZEN SETZEN UND ZWAR MÖGLICHST FRÜH, DU SOLLST DEIN KIND LIEBEN UND RESPEKTIEREN, DICH SELBST NATÜRLICH AUCH, DU SOLLST DIE BEIKOST SELBER KOCHEN, DU SOLLST HALBTAGS VOLLE LEISTUNG BRINGEN, DU SOLLST EINE GUTE BEZIEHUNG FÜHREN, SO GANZ NEBENBEI, DU SOLLST GEFÄLLIGST GLÜCKLICH SEIN.

Sobald du zwei rote Teststreifen auf deinen Schwangerschaftstest gepinkelt hast, wird es schwer, die eigene Stimme noch zu hören. Sie überhaupt kennen zu lernen. Es gibt da so eine komische Frauenwelt, in der ist es ziemlich laut zur Zeit. Kein Wunder. Die Pole sind extrem. Auf der einen Seite stehen die Pinterest-Mamies, die Vollzeit in die ästhetische Gestaltung eines Motto-Kindergeburtstags investieren, auf der anderen Seite stehen die Feministinnen, für die Ehe moderne Skalverei bedeutet.

Und irgendwie gehört man gleichzeitig zu allen Lagern. Man gibt sich feministisch, vor allem gegenüber dem eigenen Mann, der mal wieder zu Hause nicht genug geholfen hat (die wenigsten Männer arbeiten gleichberechtigt im Haushalt mit, sagt die Statistik, kann von mir bestätigt werden) man richtet natürlich trotzdem einen perfekten Motto-Kindergeburtstag aus, man plant nebenher die Karriere, aber so, dass niemand überhaupt bemerkt, dass man zu Hause Kinder hat und im Umkehrschluss so, dass die Kinder von der Karriere auch nichts mit bekommen. Und irgendwann, kurz bevor man mit komplett gespaltener Persönlichkeit unterwegs in die Klapse ist, fragt man sich:

Warum mach ich das überhaupt?! Warum war ich denn so wahnsinnig, Kinder in die Welt zu setzen?!

Und das, so finde ich, ist die beste Frage, die man sich in der Lage stellen kann. Weil sie ehrlich ist. Und weil es -hoffnungsvollerweise- eine gute Antwort darauf gibt.

Ich versuche mal, meine (sehr persönliche Antwort) darauf zu formulieren:

Für mich war die Entscheidung Kinder zu bekommen keine einfache, mein Körper wollte nämlich keine. Ich im Gegensatz, wusste früh (mit 27, das fällt heute unter früh) das ich sehr gerne ein Kind bekommen möchte. Ein starker, völlig irrationaler, instinktiver Wunsch nach einem fremden, winzig kleinen Menschen auf den ich aufzupassen hätte. Ich habe das als etwas sehr mächtiges, mit Sicherheit hormonell, genetisch, biologisch, wie auch immer nicht zu unterdrückendes erlebt. Und mich gefragt, wie das bei meinem Freund wohl abläuft? Glaube kaum, dass Männer diese fast instinkthaften Fortpflanzungswünsche kennen. Kennt ihr die? (Ich bitte um männliche Rückmeldung zu dieser Frage).

Ich jedenfalls musste mehrere Versuche unternehmen, um meine erste Schwangerschaft zu stabilisieren. Den größten Teil der Veranstaltung habe ich im Krankenhaus zugebracht, die letzten sechs Wochen lag ich in einem schrägen Bett, den Kopf ganz unten, die Beine oben in der Luft, damit mir das Ungeborene bloß nicht zu tief ins Becken rutscht. Mein Sohn wurde trotzdem zu früh geboren, sein erstes Lebensjahr war voller Sorgen und vielen, weiteren Krankenhausaufenthalten, ich blieb zu Hause, es war das Richtige, er brauchte mich.

Die zweite Schwangerschaft, acht Jahre später (so lange brauchte ich, um mich von der ersten Erfahrung zu regenerieren) lief ebenfalls bescheiden. Aber der Wunsch lies sich zum zweiten Mal nicht unterdrücken. Ich war bereit, mich für ein halbes Jahr hin zu legen, komplett, ich durfte nur mit dem Rollstuhl zur Toilette, meine Muskeln haben sich abgebaut, mein Kreislauf war am Arsch, ich war gezwungen, jede Menge Medikamente einzunehmen, mir selber täglich eine große Thrombose-Spritze in mein Bein zu jagen, ich wollte noch ein Kind. (Ob wirklich ICH das war, die unbedingt ein Baby wollte, wage ich heute zu bezweifeln. Es war eher der Wunsch an sich, der sich radikal durchgesetzt hat, aller Vernunft zum Trotz).

Ich erzählte euch das, meine „besondere Geschichte“, weil ich denke, in meinem Fall ist diese Frage etwas verschärft, weil der Wunsch sich einfach über meinen Körper, der grundsätzlich gar nicht in der Lage war, Kinder auszutragen, hinweggesetzt hat. Was deutlich macht, wie stark er in mir war. Und trotzdem diese Frage (jetzt, wo der Wunsch befriedigt abgezogen ist und mich mit all den postnatalen Langzeitfolgen zurück gelassen hat).

Warum? Warum wollen Frauen das? Und (eigentlich NOCH erstaunlicher, warum machen Männer bei dem ganzen Wahnsinn mit?!)

Also: Vieles ist, ganz klar, Instinkt. Am Anfang, wenn sie da sind, diese mini-kleinen Menschen mit den Gesichtern von gequälten Greisen und darin Augen, so klug und wissend, als brächten sie alles von wo anders bereits mit, dann sind sie erst mal Fremde. Ich hatte beide Male, bei beiden Geburten, den Impuls, mich ihnen höflich vorzustellen: „Hallo, herzlich willkommen hier in dieser Welt, ich werde deine Mutter spielen, auf gute Zusammenarbeit“.

Und dann ist da so viel Körper, so viel Geruch. Am Anfang läuft es über die Nase. Wirklich wie beim Tier. Man riecht an diesen kleinen, zarten Körpern, man schnüffelt sich da rein, in diese Liebe. Die nimmt erst Anlauf, bis sie explodiert. Eine merkwürdige Liebe, weil man selber darin nicht wirklich eine Rolle spielt. Man ist völlig auf die Bedürfnisse des kleinen Menschen ausgerichtet. Man wacht Nachts auf, eine Minute bevor das Bündel maunzt. Bricht hektisch Telefongespräche ab, weil das Bündel mit den Zehen wackelt – könnte schreien, könnte Hunger haben.

Überhaupt das füttern, das Nahrung geben, ist eine irre Sache. Dauert ewig, bis man das wieder los wird, sich für andere hungrig fühlen, die Bedürfnisse von anderen vor den eigenen empfinden. Mein Dreizehnjähriger ist gerade in der Ablösung begriffen. Mit fällt es noch sehr schwer, mich ihm gegenüber jetzt zurück zu halten.

Überhaupt ist die Pupertät natürlich sehr geeignet, sich dieser Frage auszuliefern: Warum kriegt man Kinder?

Sie brauchen einen nämlich irgendwann nicht mehr. Wollen einen los werden. Müssen es, um selbst jemand zu sein. Und dann? War deine ganze Mutter-mühe überflüssig? Hat es sich gelohnt? Es ist sehr krass, sich das zu fragen. Aber interessant.

Antwort: Es ist ein harter Job. Er ist unbezahlt, gesellschaftlich umstritten, undankbar. Die Kinder fokussieren irgendwann tatsächlich deine Mängel, dass, was du falsch gemacht hast, in ihren Augen. Sie sind gierige, egoistische Monster. Das ist auch Natur. Mann muss wirklich gut im Geben sein, um das alles auszuhalten.

Schlussendlich hat mein Sohn die Frage hier beantwortet. Der Kleine. Ich hab ihn gefragt. Er ist mein Kind, ich dachte, es ist naheliegend, dass er die Antwort kennt.

„Weil du mich so toll findest“. sagte er. „Weil du mich liebst. Und was wird größer, wenn man es teilt? Die Liebe!“ Den Spruch kennt er aus einem Hörspiel. Ich war natürlich furchtbar stolz, was für ein schlaues Kind ich hab. Denn natürlich hat es Recht.

Für’s Lieben gibt es weniger Vorschriften, als für’s Mutter sein. Am besten praktiziert man einfach das und für den Rest heißt es demnächst: AB INS KINO, LIEBE FREUNDE! am 21.03. ist deutschlandweiter Kinostart. Am 23. ist Premiere in Düsseldorf. Mit der Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Alexandra Helmig und mit mir. Auf dem Maryreiliblog und hier auf Sonea Sonnenschein verlosen wir je zwei Karten (Deutschlandweit). Einfach hier oder auf Facebook, Instagram jemanden taggen, mit dem ihr zur Premiere kommen wollt. Viel Glück!

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Vielen Dank für den großartige und ehrlichen Gastbeitrag an die liebe Mareile Blendl vom Maryreiliblog.