Alle Artikel in: Lillestoff

Rote Karte, Du Kxxxaloch!

Vor ein paar Jahren hab ich diesen Starke Eltern – starke Kinder Kurs mitgemacht, der vom Kinderschutzbund initiiert und in diversen Kindergärten angeboten wird. Manch einer von Euch sicherlich auch. Erziehung ist ja so ein Ding. Jeder macht es anders und andere machen es grundsätzlich besser. Ich mach das meistens aus dem Bauch heraus, sicherlich nicht immer richtig und wahrscheinlich auch optimierungsbedürftig. Aber der Starke Eltern – starke Kinder Kurs hat mir immer wieder geholfen mich zu reflektieren und in manchen Situationen mit entsprechendem „Erziehungs-Werkzeug“ souverän zu reagieren. Nun haben wir auch eine phänomenale Kursleiterin. Andrea Lück, Erziehungsberaterin und lösungsorientierter Coach. Ich liebe diese Frau! Und wie gerne würde ich sie einfach nach so einem Kursabend in meine Handtasche packen, um sie in brenzligen Alltagssituationen aus der Tasche zu kramen und die Lösung parat zu haben. Insgesamt habe ich damals in diesem Kurs viel gelernt. Leider vergisst man nur vieles, was nicht gerade für einen relevant ist. Und natürlich geht es mir nicht alleine so. Wenn man so einen Kurs einmal gemacht hat, geht man …

Bodybashing – muss das sein?!

Eine liebe Freundin von mir ist gerade im Urlaub. Eine quirlige, sehr toughe Frau, die absolut nicht auf den Mund gefallen ist. Und möglicherweise hat sie vielleicht 1-2 Kilo mehr auf den Rippen. Aber was spielt das schon für eine Rolle. Glückliche Urlaubsbilder postete sie in der vergangenen Woche auf ihrem Insta-Account und dann plötzlich ganz viele Tränen und Traurigkeit. Sie erfuhr Diskriminierung und Beleidigungen anderer Urlauber aufgrund ihrer Figur. Hotelgäste, die sich von ihr wegsetzten oder die Speisen auf ihrem Teller kommentierten, sie mit abwertenden Blicken taxierten. Da war selbst meine Freundin sprachlos. Und verletzt. Verständlich. Aber kein Einzelfall. Leider. Bodybashing ist ein gesellschaftliches Problem. Studien zufolge findet sich jedes zweite 15 Jährige Mädchen (und jeder dritte 15 Jähriger Junge) zu dick. Selbstakzeptanz ist in unserer Gesellschaft Mangelware und die Medien sorgen dafür, dass bei ganz jungen Menschen kein gesundes Selbstbild entstehen kann. Ich muss mir selbst zwar nicht über zu viele Kilos Gedanken machen, aber ein bisschen mehr Sport würde meinem Körper und meiner Gesundheit nicht schaden. Meine Selbstakzeptanz schwankt irgendwo zwischen „So …

Im Schlafanzug zur Arbeit?

Vielleicht sollte ich einfach in unregelmäßig regelmäßigen Abständen über die Suchbegriffe bloggen, die aus unerfindlichen Gründen zu diesem Blog führen. Von „der richtigen Nutzung einer Klobürste“ bis hin zu „stinkende Bettwäsche“ ist alles mögliche dabei. Hallo „Geh im Schlafanzug zur Arbeit Tag“ Google-Sucher! Ich weiß nicht was Dich hier hin geführt hat. Wenn Du wissen möchtest, was ich an meinem Arbeitstag so trage, wird der Schlafanzug das Letzte sein, was ich nennen würde. Obwohl ich von Zuhause arbeite und mir an manchen Tagen erlaube ungeschminkt am Arbeitsplatz zu erscheinen. Ich arbeite daran, aber für die Restauration meines Gesichts bleibt meistens keine Zeit. Heute sehe ich so aus. Vielleicht nicht geschminkt, aber das Outfit ist das Gleiche. Kein Nachthemd, sondern einer meiner absoluten Lieblings-Schnitte aus dem neuen lille-Mag. Vielleicht habe ich auch schon das eine oder andere Mal erwähnt, dass ich dieses Magazin total liebe. Mag sein, aber ich kann es gar nicht oft genug sagen. Also eine meiner obersten Maxime im Homeoffice ist „Niemals im Schlafanzug oder im Jogginganzug an den Arbeitsplatz“. Wäre auch viel …

Sei immer Du selbst…

… selbst, wenn Du ein Einhorn sein kannst. Auch, wenn das Down-Syndrom in unserem Alltag wenig Beachtung findet, ist es doch da. Es ist nicht so, dass andere Kinder nicht wüssten, dass Sonea anders ist und es ist auch nicht so, dass es sonst niemandem auffällt. In erster Linie ist Sonea einfach sie selbst. Das macht sie aus. Und trotzdem gibt es Fragen. Meist unausgesprochen, aber mir ist es dennoch lieber, dass sie gestellt werden. Denn nur wenn man darüber redet, kann man für ein offenes und selbstverständliches Miteinander sorgen und Vorurteilen vorbeugen. Sonea weiß, dass sie selbst anders ist. Und das ist gerade für sie ein großes Problem. Sie möchte nicht so sein, wie sie ist und schlüpft immer wieder in fremde Rollen. Meistens sind es starke und sehr beliebte Charaktere. Auch, wenn wir sie immer wieder darin bestärken, dass wir sie lieben, genau so wie sie ist und sie auch gar nicht anders haben wollen. Aber in dem Alter möchte man wohl vor allem einfach eins sein: besonders cool. Die Chromosomenzahl ist dafür …

Über die Absurditäten der Geschwisterbevorteilung

Es gibt sie noch, diese seltenen Momente, in denen man nicht verzweifelt denkt „Was habe ich diesen beiden kleinen Menschen eigentlich angetan, dass sie beide nicht einfach als Einzelkind aufwachsen können“. Friedlich, ohne Streiterei. In diesen Momenten laufen sie glücklich und Händchen haltend auf dem Bürgersteig, spielen zusammen auf dem Spielplatz, schauen Arm in Arm ihre (gemeinsame) Lieblingsserie und sind ein Herz und eine Seele. Manchmal stehen sie auch eng umschlungen vor einander, um zu schauen wer von beiden größer ist. Und da beginnt er auch schon – der schmale Grad zwischen Sonnenschein und Donnerwetter. Wehe der andere ist schneller, hat ein Gummibärchen mehr in seiner Schüssel oder wird in sonst einer Weise bevorteilt, die erst offensichtlich wird, wenn ein riesen Theater darüber entfacht. So sehr man auch versucht es beiden gleichermaßen Recht zu machen, gelingt es einfach nicht. Die Absurditäten der Geschwisterbevorteilung sind eine Wissenschaft für sich. Nun ist es ja ohnehin so, dass unsere Geschwisterkonstellation von Grund auf seine Besonderheiten mit sich bringt. Ich würde nicht behaupten, dass Simon weniger Aufmerksamkeit bekommt als …

Daydreaming

Seit einer knappen Woche ist das lillestoff-Magazin im Handel erhältlich. Ich habe inzwischen drei Schnitte aus dem wunderschönen Magazin genäht und es rauf und runter gelesen. Es ist so liebevoll gestaltet und wirklich etwas ganz besonderes. Das sage ich jetzt nicht, weil ich den ganzen Entstehungsprozess verfolgen durfte, sondern weil ich das Magazin, ganz objektiv betrachtet, absolut genial finde. Das komplette Layout, die lesenswerten Artikel, die liebevollen Details, die traumhaften Bilder und vor allem – die genialen Schnittmuster. Ein Stoff aus dem lillestoff-Magazin hat mich hypnotisch in den Bann gezogen. Daydreaming heißt er auch noch und ja, wer mich kennt, weiß wie verträumt und gedankenversunken ich manchmal bin. Das war schon als Kind so. Und natürlich lachten mich auch noch all die tollen Schnitte aus dem Magazin an, aber für Daydreaming hatte ich andere Pläne. Liva, ohne Taschen, aber ich glaube mein 6. Kleid nach dem lässigen Kleiderschnitt. Entweder mag man ihn, oder nicht. Ich liebe diesen Schnitt, weil ich schon immer gerne legere Kleidung figurbetonter bevorzugt habe. Gerade aktuell, wo mich ein paar angefutterte …

Das bisschen Homeoffice

Kennt Ihr diese Tage, die morgens mit viel Theater beginnen, weil das eine Kind rumtrödelt und lieber die Klamotten vom Papa und die Schuhe von der Mama anzieht, statt sich einfach die eigene Kleidung überzuziehen? Unter normalen Umständen fände man das witzig, aber in 10 Minuten steht das Taxi vor der Tür und das andere Kind möchte mal wieder nicht in die Schule. Nein es möchte nicht, sondern es WILL nicht. „Der Will ist verreist!“ kommentiert das andere Kind, das mit dem Sweater vom Papa bis zu den Fußknöcheln im Türrahmen steht und das Szenario beobachtet, das Geschehen mit seiner Kindergartenweisheit.   Irgendwie schafft man es dann doch noch rechtzeitig das Kind angezogen und sogar mit geputzten Zähnen durch die Tür zu befördern. Und dann kümmert man sich erst einmal darum, dass das andere Kind die richtigen Klamotten anzieht und der Hund seine morgendliche Hundezeitung zu lesen bekommt. Zehn Minuten klingelt das Telefon und die Schulbegleitung teilt einem mit, dass die Schule wegen einer defekten Heizanlage geschlossen bleibt und das Kind wieder Retour kommt. An …

Welt-Down-Syndrom-Tag 2018

Heute ist Welt Down-Syndrom-Tag und alle feiern mit! Nicht nur Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien, sondern weltweit sehr viele Menschen. Neun Jahre lang begleitet uns inzwischen dieses kleine Extra. Meistens still und zurückhaltend und dann, ganz selten, kommt es einfach laut schreiend aus einem winzigen Loch gekrochen und man erschrickt sich fast. Ach, Dich hatte ich ja fast vergessen. In den neun Jahren ist eine Menge passiert. Der Welt-Down-Syndrom-Tag hat sich verändert, ist populärer geworden und wird weltweit gefeiert, Mit tollen Aktionen, Videos und wertvollen Botschaften. Uns hat das Down-Syndrom in den neun Jahren auch verändert. Und für all das, was es mit uns gemacht hat, die Menschen, die wir durch dieses winzige Extra-Chromosom kennenlernen durften und Erlebnisse, die wir dadurch hatten… dafür sind wir sehr dankbar. Ein Tag, wie dieser, an dem man das Verschieden sein feiert, das Down-Syndrom feiert, ist so enorm wichtig. Insbesondere dann, wenn man sich vor Augen führt, dass pränatal immer noch 95% aller Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben werden. Eine erschreckend hohe Zahl. Vor allem, wenn man sich unsere …

Der Frühling wird Syys

Heute fehlt mir irgendwie Inhalt für diesen Beitrag. Also natürlich habe ich ganz viele Herzensthemen, die ich sehr gerne verbloggen möchte. Aber heute mag ich Euch vor allem den neuen lillestoff-Kleiderschnitt Syys zeigen! Auf SYYS habe ich Monate gewartet! Denn manchmal sehe ich etwas total geniales bei meinen viel zu seltenen Besuchen bei lillestoff. Stoffdesigns, die Daniele an ihrer Wand hängen hat und für die nächsten Vorbestellungsrunden plant und manchmal erspähe ich auch bei meiner lieben Kollegin Sigrun neue Schnittmuster an der Kleiderstange, von denen ich absolut begeistert bin. So war das auch bei SYYS. Gesehen und sofort verliebt. Das ist nun schon einige Monate her. Inzwischen habe ich mein drittes Kleid nach dem Schnitt genäht. Einmal aus Slubjersey und zweimal aus Modal. Meine Kleider aus Modal zeige ich Euch ein anderes Mal. Heute dreht sich mal alles um mein neues Lieblingskleid aus dem wunderschönen Slubjersey Monstera von enemenemeins. Aktuell ist der Stoff ausverkauft, aber Ende des Monats ist er wieder erhältlich. Leider sieht man bei meiner Kleidervariante durch den breiten Taillengürtel gar nicht die …

Wendepunkt

Als wir uns vor drei Jahren für die Inklusion entschieden, stießen wir auf jede Menge Gegenwind. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Inklusions-Pessimisten gibt es überall. Und für „diese Kinder“ gibt es schließlich auch extra Schulen. Warum muss es also eine normale Grundschule sein? Und warum muss man seinem Kind diesen Druck aufbürden? Kann man die Behinderung des Kindes nicht einfach akzeptieren? Wofür die Inklusion, wenn es doch ohnehin niemals für die Hochschulreife reichen wird? Nun, ein paar Fakten und Gedanken zur Inklusion habe ich in diesem Beitrag bereits zusammengefasst. Dass es kein leichter Weg werden würde, wussten wir von vorne herein. Aber wenn wir es uns hätten leicht machen wollen, hätten wir die Förderschule direkt um die Ecke gewählt. Immer noch eine Option, wenn die Inklusion für unsere Tochter keine Möglichkeiten mehr bietet und sie mit dieser Variante überfordert sein sollte. Das dritte Schuljahr kam und mit ihm viele Veränderungen. Die Schule zog nach einem etwas holprigen Hin und Her in ein anderes Gebäude und Sonea macht nun im dritten Schuljahr den …