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Es ist meins! Beim Essen hört die Freundschaft auf

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Es ist meins! entstanden. Die Bilder und Inhalte in diesem Beitrag sind unsere eigenen. 

Seit einem guten halben Jahr bin ich diejenige, die im Supermarkt steht und intensiv Produktetiketten studiert. Während Leute an uns vorbeiziehen und mich womöglich fälschlicherweise in die „Kalorienzählende Diät-Mutti“ Schublade stecken, steht neben mir ein erwartungsvolles, aber sehr geduldiges Mädchen „Und Mama? Ist das glutenfrei?“.

„Moment… ah, nein! Da ist leider Weizen drin!“, gefolgt von einem enttäuschten „Oooooh…“, aber tapfer zieht sie weiter mit mir durch die Regale.

Die Verkäufer im Supermarkt wissen alle Bescheid, denn jedem, wirklich jedem erzählt Sonea „Ich habe eine Zöli-Allergie! Und mein Papa und Lissy auch! Wir dürfen kein Gluten essen!“. Natürlich ist Zöliakie keine Allergie, sondern eine Autoimmunerkrankung und der Hund hat zwar keine Zöliakie, aber sollte per se ja auch kein Gluten essen. Also hat er das gleiche wie Sonea und ihr Papa. Ist doch klar!

An der Wursttheke fragt man Sonea schon gar nicht mehr, ob sie eine Scheibe Wurst haben möchte. Grundsätzlich lehnt sie alles ab, was Gluten enthalten könnte. Und ich stehe jedes Mal da und muss den dicken Kloß runterschlucken, weil es mir so leid tut.

So tapfer ist sie und so konsequent. Meistens zumindest. Es kommt schon mal vor, dass ich die Verpackung eines Schoko-Keks-Riegels hinter einem Sofakissen entdecke. Das hat Konsequenzen. Einige Zeit später sitzt Sonea auf der Toilette und weint. Sie hat Bauchschmerzen und Durchfall. Die Unterhose müssen wir leider auch wechseln.

Wir kennen das bereits, aber mittlerweile kennen wir ja auch den Grund dafür. Und das erleichtert und erschwert unseren Alltag zugleich.

Man kann nicht einfach mal eben unterwegs eine Brezel für den kleinen Hunger kaufen. Oder eine Pommes beim Imbiss. Meistens wird das panierte Schnitzel nämlich in der gleichen Fritteuse gebraten, wie die Fritten. Und schon ist alles kontaminiert.

Zu Hause haben wir das ganz gut im Griff. Verschiedene Butterpackungen, zwei Toaster und ein beachtliches Sortiment an unterschiedlichen Mehlmischungen.

Mit der Zeit pendelt sich alles ein. Auch wenn es manchmal unerwartete Stolpersteine gibt und „Gluten-Unfälle“, die man sich manchmal gar nicht so recht erklären kann.

Lebensmittel, die heute noch Safe sind, können morgen schon eine andere Zutatenliste haben und Gluten enthalten. Und wenn man sich einmal mit der Thematik auseinander setzt, wundert man sich wo überall Gluten enthalten ist.

Ganz selten platzt Sonea der Kragen und dann weint sie, weil es so ungerecht ist, dass sie etwas bestimmtes nicht essen darf. Dass Ihr Papa und der Hund mit an einem Strang ziehen und sich ebenfalls glutenfrei ernähren, ist meistens ein Trost.

Bald fängt die Schule wieder an und das heißt Vorkochen und zwar morgens, damit die Chancen auf ein lauwarmes Essen noch gegeben sind. Und das Essen ist für Sonea der beste Teil eines Schultages.

Es ist meins!

Sonea bringt jeden Tag ihre kleine „Extrawurst“ mit. Ein glutenfreies Essen. Nicht immer schön für sie, denn eigentlich würde sie viel lieber das essen, was die anderen auch bekommen.

Um ihr ihre kleine Extrawurst ein bisschen zu „versüßen“, habe ich Sonea bei Es ist meins! eine Lunchbox gestaltet. Die Boxen sind individualisierbar und personalisierbar. Man kann nicht nur zwischen verschiedenen Motiven und Farben der Boxen wählen, sondern auch zwischen verschiedenen Schriften und Schriftfarben.

Besonders toll finde ich an der Lunchbox, dass sie mehrere Fächer und sogar einen Kühlakku enthält. Und sie ist selbstverständlich BPA frei.

Passend zur Lunchbox gab es auch noch eine passende Trinkflasche. Diese ist ebenfalls vom Deckel, über das Motiv, bis hin zum Schriftzug individualisierbar.

Dass Sonea sich für das Meerjungfrauen-Motiv entschieden hat, war gar nicht so selbstverständlich. Zwischendurch schwankte sie doch außerdem zwischen Lama und Elfenmotiv.

Und falls Ihr für den Schulstart auch noch auf der Suche nach einer coolen Brotbox und einer neuen, auslaufsicheren Thermosflasche seid, schaut doch einmal bei Es ist meins! vorbei

Übrigens! Wenn Ihr noch mehr über Zöliakie erfahren wollt, lege ich Euch diesen Gastbeitrag ans Herz.

Löwengeburtstag 7.0

Löwenstark – so könnte man wohl Dein Jahr am besten zusammenfassen.

Vor ein paar Tagen habe ich noch einmal den Beitrag zu Deinem 6. Geburtstag durchgelesen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mir das nur einbilde, oder ob Du Dich in dem Jahr wirklich so sehr gemausert hast. Als Mama fehlt einem da manchmal die Objektivität.

Aber Du hast mich im vergangenen Jahr sehr oft platzen lassen. Meistens vor Stolz.

Gerade ist Dein 7. Milchzahn gefallen und alleine das lässt darauf schließen, dass das Jahr mit Dir ganz schön turbulent war. Die Wackelzahnpubertät und ein riiiiesen Wachstumsschub – innerlich wie äußerlich – prägten das Jahr. Aber auch Dein erstes Schuljahr.

Das war manchmal ein ganz schön herausforderndes Abenteuer und es ist nicht immer einfach Deine Launen nachzuvollziehen und mitzuhalten, wenn Deine Gefühlswelt gerade wieder einmal Achterbahn fährt.

Während ich diese Zeilen schreibe, spielst Du mit Deinem Papa ein Würfelspiel und rennst immer wieder frustriert und wütend raus, weil Du kein Würfelglück hast. Verlieren ist gar nicht Dein Ding.

Aber das vergangene Jahr war für Dich auch alles andere als ein Verliererjahr. Du hast definitiv (dazu)gewonnen. Nicht nur unglaublich viel gelernt, rührst Du mich immer wieder mit Geschichten, die Du mit mir gemeinsam liest, sondern auch mit geschriebenen Worten und lustigen Wortschöpfungen. Du hast vor allem zum Schuljahresende noch mit einer Ehrenurkunde und einer Medaille als Jahrgangsbester bei den Bundesjugendspielen überrascht.

Wer hätte das damals gedacht, als Du Deine allerersten Schritte machtest und dann lange Zeit alle paar Meter über Deine eigenen Füße gefallen bist? Aber am allerwenigsten hätte es wohl mein eigener Sportlehrer für möglich gehalten, dass ich einmal eine kleine Sportskanone meinen Sohn nennen werde.

Seit einigen Monaten gehst Du zum Taekwondo und hast dort bereits zwei Abzeichen-Prüfungen hinter Dich gebracht. Am liebsten würdest Du außerdem noch in den Fußball-Verein und zum Basketball. Aber es gibt ja auch noch die AG-Angebote in der Schule.

Dann da war auch noch dieses Theaterstück, bei dem Du mich staunend und wieder einmal mächtig stolz im Publikum hast sitzen lassen. Du bist zwar Soneas Bruder, aber so viel Bühnenpräsenz und Selbstbewusstsein hätte ich Dir niemals zugetraut. Von Lampenfieber keine Spur.

Dein erstes Schuljahr hat Dich radikal verändert und ich muss so oft schmunzeln. Morgens, wenn Du nochmal schnell ins Bad huschst, um Deine Haare sorgfältig zur Seite zu kämmen und ich zum Abschied aufpassen muss, dass ich sie nicht versehentlich wieder zerwuschel.

Nachmittags verblüffst Du mich mit neuen Erkenntnissen, die Du ganz alleine herausgefunden hast, wie eben, dass Taxen alle ein TX im Kennzeichen haben.

Manchmal aber regst Du Dich den ganzen Weg nach Hause auf und steigerst Dich in irgendwas rein, was völlig ungerecht in Deinen Augen ist. Neulich erst ist Dir der Kragen geplatzt „Immer meint Ihr, dass Ihr der Bestimmer sein müsst! Das muss langsam mal ein Ende haben! Ab sofort bin ICH hier der BESTIMMER!“. Und dann wechseltest Du hitzköpfig die Straßenseite, weil Du sonst womöglich weiter geplatzt wärst.

Während Du so erzählst oder Dich über irgendwas ereiferst, was in Deinen Augen total ungerecht ist, lausche und staune ich. Du bist sprachlich völlig explodiert. Deine Wortschatz und Deine Argumentationsketten sind echt der absolute Wahnsinn. Und manchmal frage ich total verwundert wer Dir das beigebracht hat, wenn ich es nicht war. Dann zuckst Du fast schon gleichgültig die Schultern „Das habe ich einfach so herausgefunden“.

Neulich erzähltest Du Deinem Freund noch auf dem Heimweg „Und Elstern mögen alles, was blinkt! Wenn Du also einen Ring hochhältst, weil Du jemanden beeindrucken möchtest, dann musst Du aufpassen, dass keine Elster im Baum hockt!“.

Du bist begeisterungsfähig und sehr kommunikativ. Wenn Dir etwas Spaß macht. Hausaufgaben gehören meistens nicht dazu. Wir beide hassen sie. Du, weil Du nachmittags lieber auf den Spielplatz mit Deiner „Spielplatz-Gang“ toben möchtest und ich, weil sie mich jedes Mal Nerven kosten und ich mir manchmal ein bisschen mehr Geduld und Gelassenheit wünschen würde.

Wenn Du auf etwas keine Lust hast, kann es nämlich seeeehr laaaaange dauern bis Du fertig bist. Und Dir gehen auch irgendwie nie die Argumente aus, warum Du eine Pause brauchst oder gerade etwas nicht fertig machen kannst.

Deine Diskussionsfreude hast Du definitiv von Deinem Papa und auch sonst seid Ihr Euch in vielen Dingen ähnlich. Sei es in Eurer Sensibilität, denn Eurer Aufmerksamkeit entgeht kein Detail, oder aber in Eure Hilfsbereitschaft. Aber auch in Sachen Sturheit nehmt Ihr beide Euch nichts.

Auch im Musikgeschmack seid Ihr Euch immer wieder einig. Zum Glück kann ich Deine aufflammende Begeisterung für Sido oder Capital Bra noch mit Rock-Klassikern, wie Queen übertrumpfen. Nichts desto trotz bin ich gespannt welche Konzerte Du später einmal besuchen wirst und ob Du wirklich mal E-Gitarre lernen und eine Band gründen wirst. So wie Du es Dir heute noch vornimmst.

Ich kann meistens nicht lange auf Dich sauer sein, wenn wir uns mal streiten. Du kannst ganz schön charmant sein und weißt mit Deinen 7 Jahren ganz genau wie Du mir ganz schnell wieder ein Lächeln ins Gesicht zauberst. Stark von Dir finde ich aber auch, dass Du genau weißt, wenn Du zu weit gegangen bist und es an der Zeit ist sich zu entschuldigen.

Auf Deinem Wunschzettel standen in diesem Jahr ein Schachspiel und ein Mikroskop. Du bist ein Denker, ein Forscher, ein Abenteurer.

Und manchmal geht mir das alles viel zu schnell. Auch für mich ist das Leben mit Dir ein turbulentes Abenteuer. Wie es weiter geht, bleibt spannend. Zugegeben macht mir diese Grenzenlosigkeit Angst, nicht zu wissen, was einmal sein wird. Aber Du bist ein großartiger Mensch und ich bin mir sicher, so lange Du so bleibst, wie Du bist, wirst Du Deinen Weg gehen.

Aber eins ist sicher: Du bist immer wieder für neue Überraschungen gut. Auch in Deiner Ausflugswahl für Deinen 7. Geburtstag. Zur Abwechslung mal Freizeitpark statt Zoo. Besser könnte man das letzte Jahr nicht abschließen. Denn an Loopings, Adrenalin und Spannungsmomenten mangelte es nicht.

Wir freuen uns alle wahnsinnig auf das neue Lebensjahr mit Dir – ich liebe Dich, mein abenteuerhungriges Löwenkind.

 

 

Die „Extra-Wurst“ oder aber Exklusion am Esstisch

Gemeinsames Essen ist für viele Familien ein wichtiges Ritual. Es stärkt das „WIR-Gefühl“, es schweißt zusammen, es tut einfach gut.

Wenn Liebe durch den Magen geht, aber Inklusion vor der Küchentüre Halt macht.

Jetzt stellt euch einmal die Situation vor, alle sitzen gemeinsam am Tisch und essen zusammen. Freuen oder ärgern sich über das heutige Menü. Und dann gibt es noch euch. Ihr wisst genau, ihr habt wie jeden Tag diese „Extra-Wurst“ dabei. Ein eigenes Essen. Morgens vorgekocht und in Thermobehältern mittags nur noch lauwarm. Kühlen bzw. Aufwärmen ist nicht erlaubt. Viele Gerichte eignen sich für dieses Prozedere nicht bzw. es schränkt einen eh schon durch den, aufgrund der Unverträglichkeit und den eigenen Geschmack, eingeschränkten Speiseplan enorm ein.

Ihr würdet gerne bei den anderen mitessen und mitreden können, aber das geht nicht. So sitzt ihr also zwischen allen anderen, gehört allerdings schon wieder nicht dazu. Wie so oft. Dabei könnte es so einfach sein …

#cut

So, der Beitragtext ist erstmal vorbereitet und es fehlen nur noch der Feinschliff und die Bilder. Doch dann passiert etwas merkwürdiges. Als hätte wieder einmal „jemand“ zugehört. Ihr kennt das!? Ihr redet über etwas und kurze Zeit später begegnet euch – wie zufällig – etwas, das wie Faust aufs Auge passt!?

Ich wurde bei Instagram markiert. Passiert mir persönlich jetzt nicht sooo oft, deshalb war ich sehr verwundert und schaute neugierig nach was da los ist. Vielleicht habe ich ja irgendwas gewonnen!? – JA. Indirekt. Warum genau ich markiert wurde, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau, aber es passt thematisch einfach zu gut.

Es geht um „Männerkochen“. Einen Kurs, den eine Einrichtung hier in Köln anbietet. Klingt auf jeden Fall sehr interessant. Ausserdem finde ich bei ihnen „„Mahlzeit!“ – Gemeinsam essen stärkt die Familie„. Wenn ich mir die Beschreibung durchlese möchte ich den Anfang meines Posts am liebsten durch diese ersetzen:

Regelmäßig gemeinsam an einem Tisch zusammenzukommen stärkt das Ritual gemeinsamer Mahlzeiten. Das ist vor allem für Kinder sehr wichtig, da es ihnen Sicherheit und einen verlässlichen Anhaltspunkt im Alltag vermittelt. So bietet das gemeinsame Essen mit der Familie neben der Nahrungsaufnahme vor allem Zeit zum Reden und Zuhören. Wie das Essen zu einem positiven Gemeinschaftserlebnis werden kann und wie es die soziale Entwicklung des Kindes beeinflusst, erfahren Sie an diesem Elternabend.
(Quellenangabe: Ev. Familienbildungsstätte)

Denn genau das ist es.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit ergobag entstanden. Die Inhalte, Meinungen und Bilder in diesem Beitrag sind unsere eigenen.

Sommerzeit. Winterzeit. Tage, an denen die Sonne gar nicht unterzugehen scheint und andere, an denen es gar nicht richtig hell wird. Es ist schon sehr verwirrend.

Über die Diskussion „Aber es ist doch noch hell“ sind wir inzwischen weg. Immerhin. Die Kinder haben verstanden, dass es im Sommer einfach länger dauert bis es richtig Nacht wird. Oder aber sie sind abends so kaputt vom Tag, um ein „Ab ins Bett!“ Veto einzulegen.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Morgens sieht das anders aus. Leider. Ich wünschte mir ja, dass meine Kinder hinsichtlich ihres Schlafbedarfs ein bisschen mehr nach mir kommen würden. Ich konnte schon immer zu jeder Zeit und überall schlafen. Und das am liebsten lange.

Soneas Bruder schafft es am Wochenende im Schnitt zumindest bis 8 Uhr. Wenn seine Schwester ihn lässt. Meistens fegt sie spätestens um 5 Uhr durch die Bude. Aber auch nur an Ferientagen und am Wochenende. Unter der Woche müssen wir sie mühevoll aus dem Bett pulen, um dann in 10 Minuten das komplette Morgenprogramm abzuspulen.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

In der Ferienzeit ist das anders. Wenn es Programm gibt, dann heißt es am Vorabend „Ich muss morgen ganz früh aufstehen!“… „Na na, so früh aber auch nicht! Schlaf Dich ruhig aus, wir wecken Dich dann.“. Aber Sonea hat ihren eigenen Kopf und ihre eigene innere Uhr.

Manchmal sind wir total überrascht, wenn ein Tag für uns alle erst um 7 Uhr startet. Die Rolladen müssen nur weit genug unten sein, um nicht den Eindruck zu vermitteln, es sei schon Tag. Denn, wenn es draußen hell ist, dann ist es Tag und man kann aufstehen. Zumindest laut Soneas Logik.

Ein Wecker wäre vielleicht ideal. Wir haben so einen Wichtel, der tagsüber einen Snoozer mit einer Sonne auf dem Bauch hat und nachts einen Mond. Nur leider hat der noch nie so richtig funktioniert und scheint einen ähnlichen Rhythmus zu haben wie Sonea.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Die Uhr lesen kann Sonea theoretisch und sie weiß auch genau wann was in ihrem Alltag ansteht. Sie kennt die Wochentage, die Kalendertage und alle Termine penibel genau.

Die Ferienzeit wollten wir daher noch einmal nutzen, um ihr Uhrzeitgefühl noch ein bisschen zu verfeinern.

Aber leider… hat der Hund ihre Armbanduhr gefressen. Na ja, nicht ganz. Aber als unsere Plüschkanone noch ganz klein war und ihr viele Schleichtiere zum Opfer gefallen sind, lag auch eines Tages Soneas Flik Flak Uhr auf dem Boden und war dann ziemlich schnell angenagt.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Das war für sie auch nicht weiter schlimm, bis dann ihr kleiner Bruder zur Einschulung ebenfalls eine Flik Flak Armbanduhr bekam.

Die erste Armbanduhr bekommt man zur Einschulung. Das war bei mir schon so und auch ich hatte als Kind eine rote Flik Flak Uhr mit den zwei witzigen Flik Flak Zeigern und der Minutenanzeige auf dem Ziffernblatt.

Und als wäre das mit der „ersten Armbanduhr zur Einschulung“ so ein unausgesprochenes Gesetz, haben sich passenderweise Flik Flak und ergobag etwas ganz tolles ausgedacht und gemeinsam zwei Flik Flak Uhren im ergobag Design rausgebracht.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Die Mädchen-Uhr ergobag Pink Stars passt nicht nur perfekt zum ergobag CinBärella, sondern hat auch noch kleine Strasssteinchen zwischen den Minutenangaben auf dem Ziffernblatt.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Die neutrale, sportliche Variante ergobag Blue Stripes passt perfekt zu dem ergobag LiBäro 2:0 und diese Uhr dürfen wir in Kooperation mit ergobag an Euch verlosen.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Wenn Ihr also auch so einen kleinen Frühaufsteher oder eine Frühaufsteherin habt oder einfach ein Kind, das diesen Sommer in die Schule kommt und noch eine Armbanduhr gebrauchen könnte, um die unausgesprochene Tradition fortzuführen, kommentiert diesen Beitrag bis zum 30.07.2019 bis Flik und Flak sich auf der zwölf treffen.

Für Frühaufsteher und Schulkinder to be – die neuen ergobag Flik Flak Uhren!

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Instagram oder Twitter. Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen, sofern er eine Anschrift in Deutschland hat. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme willigt ihr ein, dass Ich Euch namentlich hier auf dem Blog als Gewinner bekannt gebe und Euch über die angegebene E-Mail Adresse kontaktiere. Die Daten des Gewinners werden ausschließlich zur Gewinnübermittlung abgefragt und genutzt. 

V I E L  G L Ü C K !!!


edit: vielen, vielen Dank für so viele Kommentare! Ich hätte sie nicht alle lesen sollen, denn am liebsten hätte ich Euch alle gewinnen lassen.

Das Los hat entschieden:

Die Gewinnerin wurde bereits kontaktiert (bitte ggf. auch im Spam nachschauen).

Auf alle anderen wartet sehr bald noch eine schöne Gewinnchance, perfekt für die Einschulung, den Kindergarten oder bereits Schulgänger.

Was Hänschen klein kann, kann Sonea schon lange

Sonea im Shopping-Rausch

Es war einer dieser Tage, der mit Geschwisterstreit startete, sich so durch den Vormittag schlängelte und in einem großen Einkaufszentrum endete. Ein typischer Samstag halt.

Dort angekommen, war der Puls inzwischen wieder im Normbereich, die Grundharmonie resettet und ich den Kopf voll mit einer ellenlangen To-Do Liste.

Sonea hatte auch ihre Pläne.

Kaum hatten wir das Einkaufszentrum betreten, stürmte sie die Rolltreppe und war im Gewusel der Menschenmenge verschwunden, ehe wir ihr hinterher sprinten konnten.

Da sie im Auto bereits die ganze Zeit von einem Geschäft gesprochen hatte, in das sie gehen wollte, blieben wir aber relativ entspannt, weil wir sie dort entweder bei den Tablets oder CDs vermuteten.

Dort angekommen, trafen wir sie aber nicht wie vermutet an. Und auch in keinem der anderen Gänge. Routiniert teilten wir uns und unseren Suchbereich auf. Noch relativ gefasst, denn Sonea ist auf ihre Art und Weise doch recht berechenbar und läuft nicht einfach ziellos weg.

Nachdem aber klar war, dass sie weder in dem großen Mediengeschäft, noch in einem der anderen Geschäfte im Umkreis auffindbar war, wurden wir nervös und verständigten das Sicherheitspersonal.

„Eigentlich suchen wir nur nach Kindern bis 6 Jahre“, sagte man uns am Info-Schalter. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass unser Kind eine Behinderung hat, machte man dann doch eine Ausnahme.

Während Herr Sonnenschein die mittlere Etage absuchte, bewegte ich mich auf der oberen Etage und Soneas Bruder sprach völlig aufgewühlt das aus, woran ich noch nicht zu denken vermochte „Was, wenn wir Sonea bis heute Abend nicht finden??“.

Eine gefühlte Stunde später hatte der Albtraum ein Ende. Sonea war die ganze Zeit seelenruhig in einem großen Drogeriemarkt mit Spielzeugabteilung, den ich zunächst nicht auf dem Schirm hatte, weil er sich am komplett anderen Ende der Passage befindet.

Unendliche Erleichterung, die den Anflug von Wut übertrumpfte. Sie war wieder da. Unversehrt und im Gegensatz zu uns hatte sie das pure Shopping-Vergnügen.

Ich wollte danach einfach nur noch die wichtigsten Sachen meiner To Do Liste erledigen und dann so schnell wie möglich wieder nach Hause.

Post für Dich! Und die Nummer 110…

Ja und Ihr kennt sie alle, diese Tage, die von morgens bis abends getaktet sind. Zwischendrin Geschwisterstreitereien und müde Diskussionen. Und dann poltert auch noch der Haushalt dazwischen. Schnell noch dies wegräumen, das erledigen, Spülmaschine aus- und wieder einräumen und einmal quer durch die Wohnung saugen. Gestern war so ein Tag.

Und während ich so durchs Wohnzimmer saugte, frage ich noch „Wo ist denn die Sonea?“

„Die ist im Arbeitszimmer…“. Stimmt! Da hatte ich sie vorhin noch gesehen wie sie einen Brief geschrieben hat.

Kurze Zeit später stellte ich fest – dort ist sie nicht. Und auch in der restlichen Wohnung keine Spur von Sonea.

Ehe meine Verwunderung in Panik umschlug, klingelte es plötzlich an der Tür und Sonea stand vor mir. „Ich war nur mal eben beim Briefkasten den Brief wegbringen!“ sagte sie entschlossen und fast schon gleichgültig, als wäre das eine Erledigung, die sie jeden Tag macht.

„Du warst WAS??… (…beim Briefkasten über dem Kreisverkehr am anderen Ende der Straße mit Fußgängerüberweg ohne Ampel… eine Strecke, die Dir sonst oft zu weit ist??)“

Und sie antwortete ganz knapp, fast schon beleidigt über meine Reaktion „Ich habe alle Regeln eingehalten und befolgt!“.

Ich stand mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen vor ihr, unsicher, ob ich stolz sein oder doch besser laut schimpfen soll, weil sie die Königsregel aller Regeln, nämlich „Bescheid sagen“ scheinbar vergessen hatte. Aber egal, die Antwort wäre sowieso „Nein“ gewesen.

Mein Herz klopfte bis zum Hals, während Sonea augenblicklich wieder ein Stückchen gewachsen war.

Nein, das war noch nicht das i-Tüpfelchen. Später kam sie dann die Treppe runter, das Telefon in der Hand „Ich habe gerade die Polizei angerufen und Bescheid gesagt, dass Emmi vermisst wird!“.

„WAAAAS HAST DU?? Du kannst doch nicht einfach bei der Polizei anrufen, weil irgendwer einen Hund vermisst!“.

Doch, Sonea kann das.

Auf der einen Seite bin ich immer wieder stolz, dass sie inzwischen so selbstständig ist und auf der anderen Seite kann es unendlich frustrierend und nervenaufreibend sein.

Herr Sonnenschein und ich sind uns in letzter Zeit immer wieder uneinig was Sonea kann, was sie in ihrem Alter darf und was sie besser nicht können und dürfen sollte.

Ich traue ihr inzwischen durchaus zu für eine halbe Stunde alleine zu Hause zu bleiben. Wir haben für diese Zeit ein paar Regeln aufgestellt und das funktioniert richtig gut. Außer… es passieren unvorhersehbare Dinge, wie: der Paketbote klingelt und Sonea darf laut der Regeln die Tür nicht öffnen.

Oder aber die Situation und die Uhrzeit sind eine andere. Dann komme ich 15 Minuten später wieder nach Hause und höre schon am Anfang der Straße Sonea völlig aufgelöst weinen und nach ihrem Papa rufen. Echt peinlich.

Aber vor allem tut es mir für Sonea leid. Es ist ein Vertrauen, loslassen und laufen lassen. Ein Versuch sie in ihrer Selbständigkeit zu unterstützen. Und dann aber wieder die Zügel enger schnallen, wenn es doch nicht so gut klappt. Ein Lernprozess für beide Seiten. Aber vor allem einer, bei dem ich mich deutlich schwerer tue als sie selbst. Mein Kopf sagt „Wird schon gut gehen!“, doch mein Bauch und mein Herz haben Angst darauf zu vertrauen.

Zum Glück hat der Kopf meistens Recht und setzt sich immer wieder über Bauch und Herz hinweg. Und dann ist es so schön zu sehen wie stolz sie jedes Mal selbst ist und ich bin es natürlich auch. Sehr sogar.

Lass die Sonne rein

… denn heute ist Geburtstag.

Mit 39 näht man sich nicht mehr T-Shirts mit einer bunten Zahl drauf, sondern Kleider, die sich drehen, wenn man durch Leben tanzt.

Let the sun in – enemenemeins

Mit 39 ist man wunschlos glücklich. Zumindest fast. Den einen oder anderen Wunsch hätte ich da schon.

Im Moment träume ich wieder viel wirres Zeug.

Neulich hatte ich so einen Traum, der mich so sauer machte, dass ich davon wach wurde. Mein Puls ging auch im Laufe des Tages jedes Mal in die Höhe, wenn ich nur daran dachte. Und auch Tage danach ist das so.

Let the sun in – enemenemeins

In meinem Traum saß ein Mädchen schmollend auf unserem Sofa, ein anderes hatte sich bei uns heulend im Bad verschanzt. Töchter von Freunden. Der Grund für ihr Verhalten war meine Tochter. Diese wurde für „ekelig“ befunden.

Ich muss Euch nicht sagen wie diese Reaktion mich traf. Obwohl es ein Traum war und trotz der Tatsache, dass diese Mädchen Sonea außerhalb meiner Traumwelt eigentlich mögen bzw. gar nicht kennen. Es war wie ein schwerer Schlag mitten ins Herz.

Dieser Traum arbeitet seitdem sehr in mir. Ständig denke ich an diese Situation. Daran wie sich solche Situationen wohl für Sonea anfühlen müssen. Daran, dass wir Situationen, wie diese in ähnlicher Form schon einige Male erlebt haben. Abneigung ist für Sonea nicht fremd.

Let the sun in – enemenemeins

Und auch, wenn Sonea nahezu unbeeindruckt wirkt, oder so als würde sie es gar nicht mitbekommen, wenn wildfremde Kinder auf einem Spielplatz tuscheln oder gar laut über die „Behinderte“ oder „die mit dem hässlichen Gesicht“ reden. Sie spürt es sehr wohl, denn ihre Antennen für die Befindlichkeiten anderer sind stets auf vollem Empfang.

Let the sun in – enemenemeins

Sie hat über die Jahre ihre Strategien entwickelt und zieht sich meistens zurück, wenn kleine Menschen aufeinander treffen. Dabei ist sie grundsätzlich ein geselliger Mensch. Und eigentlich freut sie sich im Vorfeld auch immer riesig. Ihr Verhalten macht mich traurig und nachdenklich zugleich.

Let the sun in – enemenemeins

Gerade haben wir so eine extrem aufreibende Phase mit Sonea, die wir wahrscheinlich nicht oder zumindest in dieser Form nicht hätten, wenn sie nicht das Down-Syndrom hätte. Manchmal steht ihr ihre Behinderung selbst im Weg und uns dann natürlich auch. Nichts, was wir nicht gemeistert bekommen, aber eben anstrengend und tränenreich.

Sie ist anders. Und alles, was anders ist, wird in unserer Gesellschaft kritisch beäugt. Der Mangel an Toleranz für Menschen, die offensichtlich anders sind, anders denken oder einfach ein anderes Lebensmodell haben, als das, das der „Norm“ entspricht, haben es nicht leicht. Aber wer legt diese eigentlich fest und bestimmt, dass sie alleingültig richtig ist.

Ich wünsche mir, dass das anders wäre.

Dass die Herkunft und Religion der Menschen keine tragende Rolle spielt und keinen Hass schürt. Dass es keine Diskussionen über stillende Mütter in der Öffentlichkeit gibt. Dass unterschiedliche Erziehungsmodelle nicht permanent diskutiert würden. Dass gleichgeschlechtliche Liebe mehr Akzeptanz und Selbstverständlichkeit findet. Und auch, dass Menschen, wie meine Tochter mehr Selbstverständlichkeit erfahren. Dass Inklusion nicht als Belastung, sondern als Bereicherung gesehen wird. Und dass ich mir deswegen nicht ständig den Kopf zerbrechen muss.

Let the sun in – enemenemeins

Obwohl ich ein starker Inklusions-Befürworter bin (aus verschiedenen Perspektiven betrachtet), schwanke ich gerade sehr und hadere mit mir, ob wir Sonea damit einen Gefallen tun.

Gerade zweifle ich sehr an diesem Weg, der Sonea auf der einen Seite sehr weit gebracht hat, aber auf der anderen Seite immer mehr ihr Anderssein unterstreicht und hervorhebt.

Manchmal verlässt mich der Mut diesen Weg weiter zu gehen und ich frage mich, ob ich ihn Sonea noch zuMUTen kann.

Die inklusiven Möglichkeiten in den weiterführenden Schulen sind bei uns leider sehr beschränkt. Es gibt kaum Schulen, die sich auf diesen Weg voll und ganz einlassen und die Schulen, an denen Inklusion funktioniert, sind wiederum so weit von uns entfernt, dass der tägliche Fahrtweg den Rahmen jeglicher Zumutbarkeit sprengen würde.

Let the sun in – enemenemeins

Wie wird das in der weiterführenden Schule erst sein, wenn sich eine ganze Klasse in der Pubertät befindet und jedes Kind sich erst einmal mit den eigenen Veränderungen auseinandersetzen muss? Wie wird das Bewusstsein und Verständnis dieser Kinder gegenüber Sonea dann aussehen? Wie tolerant sind Teenies im Umgang mit Menschen, die eine Behinderung haben? Insbesondere dann, wenn sie es nicht von klein auf gewohnt sind.

Neulich sprach ich den Gedanken laut aus und Herr Sonnenschein pflichtete mir sofort bei. „Bruchrechnen wird sie eh nie brauchen“ sagte er. Und vielleicht hat er Recht.

Zum 39. wünsche ich mir neben einem Ledersofa und einem neuen Badezimmer also vor allem ein: Liebe! Und zwar für alle Menschen. Egal wieviele Chromosomen und ungeachtet Ihrer Kultur und ihrer Lebensphilosophie.

Let the sun in – enemenemeins

Zum Schluss für die Nähbienen unter Euch noch ein paar Eckdaten zum Kleid:

Stoff: Let the sun in von enemenemeins, aktuell in der Händlervorbestellung bei lillestoff

Schnitt: Frederike von Konfetti Patterns.

Warum ist der Fisch in der Flasche gefangen?

Als ich im Alter meines Sohnes war, habe ich abends oft wach gelegen, weil ich plötzlich Angst hatte, dass die Welt untergehen könnte. Ich hab mir Gedanken über den Tod gemacht und wünschte mir nochmal Baby zu sein, damit ich noch ein paar Jahre mehr zu Leben hätte.

Ich weiß auch noch, wie ich einmal in der Tagesschau einen Bericht über Waldbrände gesehen habe und dann nicht schlafen konnte, weil ich Angst hatte, dieser Waldbrand könnte auch meine Heimat erreichen und im Schlaf unser Haus und alles niederbrennen.

Soneas Bruder ist genau so. Er macht sich über alles und jeden Gedanken. Und er stellt viele Fragen. Fragen, die mich manchmal an meine Grenzen bringen, weil ich nicht weiß wie ich sie kindgerecht beantworte.

Plogging

Seit einiger Zeit nehmen wir gerne mal für große Gassi-Runden Müllzangen und Eimer mit. Unterwegs sind wir sowieso und seitdem wir unsere kleine Plüschkanone haben und somit die Augen öfter am Boden, wird uns erstmal bewusst wie vermüllt es überall ist.

Die Kinder haben Spaß beim Müllsammeln und lernen ganz nebenbei eine wichtige Lektion: Müll gehört in den Mülleimer und nicht in die Natur.

Ebenso versuchen wir gute Vorbilder zu sein, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Das ist gar nicht so einfach als vierköpfige Familie. Es macht mich echt sehr nachdenklich, wenn ich alleine bewusst darüber nachdenke wieviel Verpackungsmüll wir alleine täglich in die Tonne schmeißen.  Inzwischen gibt es viele tolle Blogs, die sich dem Thema Nachhaltigkeit in der Familie widmen und viele Denkanstöße liefern. Um nur einige zu nennen: Und eine Prise Liebe, Subvoyage, green4family und diesesmamading.

Eigentlich sollten wir als Vorbilder voran gehen und trotzdem ist es unsere nachfolgende Generation, die sich intensiv und vorbildlich mit dem Thema Klimawandel und Präventionsmaßnahmen auseinander setzt, dafür auf die Straße geht und protestiert. Bewegungen, wie Fridays for Future zeigen Wirkung. Und das ist auch gut und wichtig so, denn es ist bereits fünf vor zwölf. Aber es ist eben auch nie zu spät, um umzudenken und versuchen umweltbewusster zu leben. Wenn wir alle nur ein winziges Stückchen dazu beitragen, ist es am Ende trotzdem ein großes Ganzes.

Und genau das ist die Absicht der Save our future Kollektion von SUSAlabim – ein bisschen zum Nachdenken anregen und vielleicht sogar ein bisschen was in den Köpfen bewegen.

Save our Ocean hat hier zumindest für sehr interessanten Gesprächsstoff gesorgt. Ich sollte unbedingt Videos von den Müllinseln im Ozean zeigen. Der Fisch, der in der Flasche gefangen war, machte uns alle traurig und dann war da die Meerjungfrau, die fast dazu führte, dass Soneas Bruder der Mut verließ und er lieber ein anderes T-Shirt in der Schule anziehen wollte. Er hatte Angst, dass ihn jemand auslachen könnte.

Ich habe versucht ihm Mut zu machen und gesagt „Wer über die wunderschöne Meerjungfrau auf Deinem Shirt lacht, hat nicht verstanden worum es geht“. Und ich habe wieder mal geseufzt, weil diese Welt so viele Baustellen hat. Nicht nur der ganze Müll macht traurig, sondern auch die mangelnde Toleranz in den Köpfen der Menschen.

Nachmittags kam er übrigens freudestrahlend nach Hause und sagte mir ganz stolz wie toll alle sein T-Shirt fanden.

Die bunte Kollektion Save our Planet mit vier Designs von SUSAlabim ist aktuell bei lillestoff vorbestellbar.

Das T-Shirt ist nach dem Schnitt Katja Kids von muckelie genäht.

Freischwimmer fürs Leben

Dieser Beitrag enthält Werbung für Schuhe. Denn Schuhe kann man nie genug haben. Schuhe passen immer, auch wenn Du Dich mal wieder maßlos Deinem Schokoladenkonsum hingegeben hast. Maßlosigkeit beim Schuhkauf gibt es übrigens nicht. Denn Schuhe kann man nie genug haben. Und Sacha Shoes hat da ein paar besonders schöne Exemplare.

In den letzten 10-20 Jahren habe ich viel gelernt. Nicht nur über Schuhe, sondern über das Leben im Allgemeinen, aber vor allem über mich selbst.

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Ich würde nicht sagen, dass ich ein besserer Mensch geworden bin, aber ein vollkommenerer. Die Geburt von Sonea hat uns geerdet und uns für vieles die Augen geöffnet und uns andere Blickwinkel verschafft.

In zwei Wochen rutsche ich auf die letzte 3 vor der 40 und das bringt mich schon ein bisschen ins Grübeln. Der 29. Geburtstag scheint noch gar nicht so lange her. Und geht es Euch auch so? Denn irgendwie vergehen die Jahre seitdem ich Kinder habe, irgendwie viel, viel schneller. Wenn ich so darüber nachdenke, dass die Uhr von Jahr zu Jahr immer schneller tickt, werde ich ein wenig panisch.

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Und dann reflektiere ich die letzten 10 Jahre, die kürzesten und intensivsten Jahre meines Lebens. Alleine die Erinnerungen daran lassen mich glücklich lächeln und ich merke wie mein Puls sich wieder verlangsamt.

Mit 19 Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich mit 39 zwei wundervolle Kinder haben werde und einen Mann an meiner Seite, der keine utopischen Erwartungen an mich stellt, die ich niemals erfüllen kann. Der mich mit all meinen Macken akzeptiert und liebt, so wie ich bin.

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Damals, also mit 19, jagte ich der Liebe noch verzweifelt hinterher. Es war verwirrend und enttäuschend, aber vor allem ernüchternd. Und meine wichtigste Lektion in diesem furchtbaren Gefühlschaos war es mich erst einmal selbst akzeptieren und lieben zu lernen.

Und das war gar nicht so einfach, denn ich war umgeben von Menschen, die mich ständig kritisierten und versuchten aus mir einen anderen Menschen zu machen. Dabei war ich selbst noch auf der Suche nach mir selbst und wusste nicht wer ich bin. Oft habe ich mich angepasst, nur um zu gefallen, aber glücklich gemacht hat mich das natürlich nicht.

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Ich habe mich in den letzten 20 Jahren von einigen Menschen, vielen Dingen, zahlreichen Gewohnheiten und dem einen oder anderen Dämonen frei gemacht. An manchen Erfahrungen bin ich gescheitert, viele Spuren haben sie hinterlassen, aber vorangebracht hat mich jede einzelne.

Als Sonea vor 10 Jahren geboren wurde, hatte ich gerade ein paar schwere persönliche Niederlagen hinter mich gebracht. Die Diagnose Down-Syndrom war dann dieser eine Bauklotz, der den ohnehin ziemlich instabilen Turm kräftig ins Wackeln brachte. Wie sollte ich nun bitte damit auch noch klar kommen?

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Es brauchte eine ganze Weile, aber ich erkannte dieses Geschenk des Lebens, das man uns gemacht hatte. Down-Syndrom hin oder her. Da war so viel Liebe und einfach kein Platz für negative Gefühle und Traurigkeit. Wir strampelten uns kurz vor dem Ertrinken Stück für Stück ans Ufer und egal was noch kommen würde, damit würden wir auch schon fertig werden. Den Freischwimmer fürs Leben hatten wir definitiv in der Tasche.

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Hätte man mir all das als junge Erwachsene prophezeit, hätte ich mich nicht in der Lage gesehen das auch nur ansatzweise durchzustehen. Wer kann das schon? Wir neigen doch alle meistens dazu uns grundsätzlich weniger zuzutrauen, als wir tatsächlich in der Lage sind zu tragen.

Kurz vor Soneas zweiten Geburtstag saß ich mit ihr an einer Haltestelle und wartete auf die Bahn, da ergriff eine alte, südländische Frau plötzlich meine Hand und irgendwie war ich nicht in der Lage mich ihren rauen Fingern, die über meine Handlinien fuhren, zu entziehen. Sie sagte mir, dass ich schwanger sei und einen Sohn bekommen würde, der mich sehr glücklich machen würde. Tatsächlich erfuhr ich nur wenige Tage später, dass ich schwanger sei, verlor das Kind aber noch bevor man einen Herzschlag auf dem Ultraschall sehen konnte.

Modal Lydiana – Natalie Zart – lillestoff

Der angekündigte Sohn, der unser Glück vollkommen machen sollte, kam dann eineinhalb Jahre später. Und tatsächlich war es so, dass sich mit seiner Geburt ein Kreis schloss und sich viele Wunden glätteten und das Trauma, das ich nach Soneas Geburt erlitten hatte, überwunden war.

Natürlich war und ist das Glück ab da nicht immer an unserer Seite und es gibt immer wieder herausfordernde Zeiten, in denen ich nach Luft ringe und mich am liebsten brüllend auf den Boden schmeißen würde. Wie gut kann ich manchmal diese kleinen Menschen an der Supermarktkasse verstehen. Und wie oft fehlt mir das Verständnis und die Energie für die kleinen Rebellionen meiner eigenen Kinder. Schlaflose Nächte und Verzweiflung sind meine treuen Begleiter. Aber meine Intuition und das Vertrauen darauf, dass alles seinen Weg gehen wird, ebenfalls.

Sacha Shoes – Plateausneaker mit Schlangenmuster

Auch mit knapp 39 Jahren bin ich weit davon vollkommen oder ein perfekter Mensch zu sein. Das ist aber auch längst nicht mein Ziel. Ich bin voller Macken, unglaublich tollpatschig, extrem chaotisch und gehe mir manchmal selbst auf die Nerven. Bei Schokolade, schönen Schuhen und Blumenstoffen werde ich schwach. Aber nachdem ich im Haifischbecken das Schwimmen gelernt habe, mag ich mich heute deutlich besser leiden als vor 20 Jahren. Ich habe Frieden mit mir selbst geschlossen.

Sacha Shoes – Plateausneaker mit Schlangenmuster

Die Plateausneaker sind von Sacha Shoes und es gibt sie auch noch in anderen Varianten, ohne Schlangenmuster.  Der Modal Lydiana ist ein Design von Natalie Zart für lillestoff. Und der Schnitt ist aus dem tollen lilleMAG no. 03 und heißt AMENO. Ich muss die Träger noch ein wenig kürzen, aber sonst mag ich das Kleid sehr gerne. Und falls Ihr den Schnitt auch mögt: im Rahmen des lilleMAGsewalongs findet im Juli zu AMENO ein Sewalong statt.

Sacha Shoes – Plateausneaker mit Schlangenmuster

 

 

 

Am Ende des Regenbogens fängt der Wahnsinn an

„Ab ins Bett! Es ist noch mitten in der Nacht!“

„Aber draußen ist hell!“ höre ich dumpf von ganz weit her Sonea und Herrn Sonnenschein diskutieren. Mein Gesicht tief im Kissen versunken. Es ist mitten in der Nacht, nicke ich zustimmend in mein Kissen hinein. Das merke ich an meiner schläfrigen Trägheit. Nicht mächtig auch nur einen weiteren Gedanken an diese Diskussion verschwenden zu können, reißt es mich auch schon wieder zurück in den Schlaf.

Gefühlte fünf Minuten später weckt mich Herr Sonnenschein. Muffig reagiere ich auf seine Hand an meiner Schulter und drehe mich protesthaft zur anderen Seite, wohl wissend, dass mir das auch kein Zeitfenster für weiteren Schlaf verschafft.

Blinzelnd schlurfe ich durch den Flur, gähne leise vor mich hin, bis mir der Atem stockt und ich auf einem Schlag hellwach bin.

Ein riesengroßer Filzstift-Text ziert Soneas Zimmertür.

„Bin in Centopia*

Komm später wieder

Ich bin Mia

Ladybug

bei Paris“

Okaaaaay…! Erstmal KAFFEE! Ich reibe mir mit den Händen durch das Gesicht, als wolle ich versuchen dieses Bild vor meinen Augen wegzuwischen oder einfach endlich richtig wach zu werden.

Glitzer. Überall. Auf der Treppe, an der Wand, auf dem Wohnzimmerboden und sogar im Bad, als ich den Klodeckel hochhebe. Glitzer.

Was hat sie da schon wieder angestellt? Und vor allem: seit wann ist sie schon wieder wach?

Sie, damit meine ich natürlich Sonea, die, als hätte sie meine Gedanken gehört, plötzlich strahlend vor mir steht (mit Glitzer an den Händen, im Gesicht und in den Haaren)… „Naaaa, Mama! Hast Du gut geschlafen?“

Meine Antwort ist ein stummes Augenrollen, gefolgt von Kopfschütteln.

Komplett angezogen steht sie vor mir. Drei Hosen und vier Shirts übereinander und als sei das nicht genug, zur Krönung des selbst kreierten Zwiebellooks ein Tutu… natürlich mit Glitzer.

„SONEA! Meinst Du nicht EIN T-Shirt und EINE Hose reichen? Es sollen heute 28 Grad werden!“

Es braucht ein wenig Überzeugungsarbeit und wir haben ihren Look um ein paar Schichten und jede Menge Glitzer erleichtert.

Dafür ist ihr Zimmer wieder einmal verwüstet, als sei ein Tornado durch alle Regale und Schränke gefegt.

Und wer weiß das schon, aber vielleicht ist es auch wie von Zauberhand auf ihrer Reise nach Centopia* passiert.

Von meinem Vorschlag alles wieder aufzuräumen, hält sie zumindest so gar nichts. Die Arme verschränkt schaut sie mich trotzig an „In meiner Welt geht das so! Du kannst ja aufräumen, wenn es Dich stört!“ . Soso…

Wir haben noch keine 7 Uhr morgens und ich habe das dringende Verlangen nach einem Schnaps!

Es ist noch Kaffee da. Die erste Tasse ist bereits kalt. Hektisch kippe ich den Rest runter und gieße nochmal warmen Kaffee nach.

Ein Blick auf die Uhr verrät mir, es ist 07:03 Uhr. Ich möchte auf den Arm… oder einfach nur wieder ins Bett. Eigentlich wollte ich den Nachmittag heute nutzen und ENDLICH einmal mein Nähzimmer aufräumen. So als großes Vorbild und überhaupt wird es langsam mal Zeit.

Statt dessen werde ich erst einmal mit dem Chaos beschäftigt sein. Wieder einmal. Denn während ich „mitten in der Nacht“ noch einmal ganz kurz die Augen zugemacht habe, hat Sonea wohl die Party ihres Lebens gefeiert.

Als ich Sonea fünf Minuten später in ihre Jacke helfe und sie mit ihrem Schulranzen verabschiede, atme ich erst einmal tief ein und aus.

Und dann schlendere ich zielstrebig ins Wohnzimmer, um meine Endlosschleife von „Zieh Dich bitte an. Warum dauert das denn so lange? Möchtest Du zu spät zur Schule kommen?“ runterzuspulen. Denn Soneas Bruder liegt gemütlich vor sich hin träumend auf dem Sofa. Immerhin hat er eine Socke schon halb am Fuß.

Ein ganz normaler Tag und mittendrin ein Regenbogen.

(Der folgende Teil kann Spuren von Werbung enthalten)

Der Stoff „Am Ende des Regenbogens“ von SUSAlabim war hier ein absoluter Volltreffer. „Ich liebe Einhörner!“ hat Sonea vergnügt beim Auspacken gequiekt. Ach was… aber insgeheim freue ich mich auch, dass auch an meiner Tochter die Einhorn- und Glitzerschleim-Phase nicht ganz spurlos vorbei geht. Spuren, die ich auch Wochen später noch wegputze.

Und weil sie gerade mitliest… ich soll Euch sagen, dass sie auch mit Einhörnern reden kann. Natürlich!

Die Stoffe „Am Anfang des Regenbogens“ und „Am Ende des Regenbogens“ sowie Regenbogenringel in leuchtend und erdig, bekommt Ihr bei lillestoff.

Das Kleid jafi Mini-Me Kleid Nr. 1 ist ebenfalls ab sofort bei Jafi erhältlich.

 

* alles über Mia and Me und Centopia findet Ihr bei Wikipedia.

Mein Leben mit… #126 Pflegekinder

Das Telefon klingelt. Oh, die Nummer des Jugendamtes….die Frage, wie es uns geht nehme ich kaum wahr, denn die nächste Frage ist wesentlich interessanter. Haben wir Zeit ein Kind aufzunehmen? Die Informationen sind noch spärlich. Soweit unsere zuständige Sachbearbeiterin weiß, ist es dieses Mal ein Mädchen, vier Wochen alt. Wann und ob sie kommt, kann sie nicht sagen, der Allgemeine Soziale Dienst setzt sich in den nächsten Tagen mit uns in Verbindung.
Jetzt heißt es erstmal ruhig bleiben. Es ist nur eine Anfrage. Wer weiß, ob es überhaupt klappt. Trotzdem überlegt ein Teil meines Gehirns schon, ob wir genug Windeln haben, oder ob ich nicht ganz zufällig ohnehin in die Drogerie muss.
Wieder klingelt das Telefon. Diesmal der ASD. Kind – ja ein Mädchen und vier Wochen alt – ist zur Zeit wegen Mangelernährung in der Klinik und soll morgen in Obhut genommen und zu uns gebracht werden. Klappt das? Ich sage zu.
Kaum aufgelegt rufe ich meinen Mann an. Vorsichtig erzähle ich ihm von der jungen Dame. Auch er ist der Meinung, unseren Kindern erstmal nichts zu sagen, wir werden abends lediglich Bettchen und wickelkommode aufstellen, den Rest kann ich am nächsten Vormittag erledigen.
Die Nacht ist ein wenig unruhig. Kommt sie, kommt sie nicht? Habe ich alles oder muss ich morgen einkaufen? Und jetzt schlaf endlich, wer weiß, wie die Nächte werden….

Ich weiß, die Sachbearbeiterinnen wollen um halb zehn in der Klinik sein. Wie lange dauert eine inobhutnahme? Während ich alles vorbereite, Wasser abkoche, Fläschchen Spüle wird es immer später. Jetzt kommt sie sicher nicht. So lange dauert das doch nicht….um kurz nach zwölf ruft eine unbekannte Handynummer an. Es habe alles länger gedauert, die Polizei musste kommen, aber man würde jetzt mit dem Baby kommen.

Schnell ein Fläschchen warmgestellt, im Hintergrund habe ich sie schreien hören.
Kurz darauf klingelt es an der Tür. Zwei offensichtlich sehr gestresste Sachbearbeiterinnen haben ein völlig aufgelöstes, schwitzendes, schreiendes, rotes Baby in einem Autositz dabei. Es macht fast den Eindruck, als wären sie erleichtert, sie hier lassen zu können.
Ich spreche leise und ruhig mit dem aufgelösten Menschlein und nehme sie aus dem Sitz. Eine Welle unangenehmer Gerüche schlägt mir entgegen. Kalter Rauch, Urin, Stressschweiss und ungewaschene Wäsche. Wir versuchen eine Flasche zu trinken, was mehr schlecht als recht klappt und mit schrillem Schreien begleitetet wird. Sie zittert am ganzen Körper und eine frische Windel ist dringend nötig. Kurz überlege ich, die Kleider zu wechseln, es sieht irgendwie alles ungewaschen aus und riecht auch so (später werde ich erfahren, dass die leiblichen Eltern keine Waschmaschine haben und so nur das nötigste von Hand in der Badewanne gewaschen wird), entscheide mich dagegen. Sie ist ohnehin schon gestresst genug. Als ich die Windel wechseln will, muss ich kurz an mich halten. Offene Hautstellen, ein windelpilz von hier bis Timbuktu und überall raue, schuppige Haut. Am schlimmsten ist es in den Hautfalten. Hinter den Ohren klebt eine streng riechende dicke Schicht. Wie kann das sein? Zumal sie drei Tage stationär aufgenommen war…
Sie schläft auf meinem Arm ein, unruhig schläft sie und ich habe die Muße sie genau zu betrachten. Dünn ist sie, sehr dünn und klein. Spärlicher Haarwuchs unter dem eine dicke Schicht Milchschorf sitzt. Die Fingerchen sind sehr zart und auf dem Handrücken prangt ein riesiger blauer Fleck – sicher vom Blut abnehmen. Keine pausbäckchen und spindeldürre Beinchen. Der rosa Pulli, den sie trägt, ist an den Bündchen abgestoßen und ziemlich schmuddelig. Und trotzdem – oder gerade deshalb – wandert sie direkt in mein Herz und meine Seele und macht es sich dort gemütlich.
Am Nachmittag kommt mein Mann und wir beschließen sie einmal ganz kurz zu baden und in frische Kleidung zu stecken. Beide müssen wir blinzeln, als wir sie das erste mal ohne Kleidung sehen.

Die ersten Tage und Nächte sind hart. Wir wissen nicht, dass sie einen Nikotin Entzug durchmacht. Auch passives Rauchen kann zur Abhängigkeit führen. Sie zittert und krampft. Die bisherige Familienhebamme aus der Herkunftsfamilie kommt weiterhin zu uns und sagt auch, dass wir da alle durch müssen. Einzig die Federwiege scheint zu helfen.

So gehen vierzehn Tage ins Land und so nach und nach bessert sich ihr Zustand. Die Flasche kann sie jetzt – auch Dank eines anderen Systems – in Ruhe trinken und nicht mehr hastig wegpumpen. Wir cremen jeden Tag mehrfach den kleinen Körper ein und so langsam sieht die Haut mehr nach Babyhaut als nach einem alten Reibeisen aus. Sie wird insgesamt ruhiger und ist interessierter an ihrer Umwelt. Wir haben die ersten Arztbesuche hinter uns, sie bekommt Physiotherapie, wird kardiologisch durchgecheckt und irgendwann steht der Fetale Alkohol Syndrom (FAS) Verdacht im Raum.

Auch die ersten Umgänge mit den leiblichen Eltern finden begleitet statt, anfänglich kommt sogar noch zusätzlich ein Sachbearbeiter mit, da niemand das eventuelle Aggressionspotential der Eltern abschätzen kann und mag. Die Eltern, die im Alter meiner älteren leiblichen Kinder sind, lösen sehr zwiespältige Gefühle in mir aus. Einerseits kann ich kaum nachvollziehen, was alles bei ihnen schief geht, warum sie es nicht schaffen, einmal pro Woche für eine Stunde zu kommen, andererseits habe ich das Gefühl sie an die Hand nehmen zu wollen; frei nach dem Motto: Mutti zeigt euch das mal.
Stand anfänglich die Idee im Raum, das Baby könne zurück zu den leiblichen Eltern, stellt sich doch immer mehr heraus, dass das einfach aus den verschiedensten Gründen nicht funktionieren kann und die Tendenz geht immer mehr in Richtung Dauerpflege.

Inzwischen ist sie nun seit einem halben Jahr bei uns. Wir haben gesehen, wie sie sich von einem Säugling zu einem kleinen Krabbelkind entwickelt, welches das ganze Haus erobert. Sie kann sitzen, vom Löffel essen, sich wunderbar alleine beschäftigen und freut sich, wenn unsere Kinder hier sind. Sie ist meistens sehr fröhlich und immer noch sehr klein und zierlich. Ziemlich schnell hat sie es geschafft, uns alle um ihren winzig kleinen Finger zu wickeln. Unsere Kinder nennen sie liebevoll „SAZ“ – Schwester auf Zeit. Wir haben viel miteinander erlebt. Weihnachten, Neujahr, Silvester, Geburtstage, Konzerte, musikalische Wettbewerbe, und sogar ein Abitur. Die FAS Diagnostik ist noch nicht gelaufen, wir warten noch auf einen Termin.

Seit drei Wochen kennen wir die Dauerpflegeeltern und ich weiß, sie wird in zwei Wochen umziehen. Es ist gut, dass sie jetzt eine neue Familie hat, bei der sie ankommen und bleiben kann. Natürlich haben wir immer mal wieder den Gedanken im Kopf, sie kann doch bleiben. Aber sind wir ehrlich, das ist niemandem gegenüber fair. Uns nicht, da wir auf Dauer etwas leisten müssen, das mit zunehmendem Alter nicht leichter wird. Ihr gegenüber nicht, denn sie braucht tolle Eltern, die sich darauf freuen, sie durch die ganzen Stationen des Kindseins zu begleiten (wenn ich nur an die Elternabende auf winzigen Stühlchen im Kindergarten denke), und die den zu erwartenden Therapiebedarf gut meistern können.
Und dann ist da auch noch das Paar, welches nun zu einer Familie werden kann.

Trotzdem ist es unglaublich schwer, sie gehen zu lassen. War sie doch eine ganze Weile eines unserer Kinder. Aber ich kann auch sehen, was wir wieder alles machen können, wenn sie umgezogen ist. Mal eben schnell einkaufen, ohne Windeln und co. zu packen. Einfach mal schlafen, ohne ein Ohr beim Kind zu haben, den Boden zu putzen und er bleibt Spuckefrei… und dann kommt das nächste Kind bestimmt.
Und während ich das schreibe, sitzt sie vor dem Klavier, freut sich an ihrem Spiegelbild und leckt sowohl das Klavier als auch die Klavierbank hingebungsvoll ab. Du wirst uns fehlen, kleine Maus….