Alle Artikel in: Lillestoff

Merkt SIE eigentlich, dass sie anders ist?

Nachdem ich vor einigen Wochen skizziert habe, wie der kleine Bruder das „Anderssein“ seiner Schwester wahrnimmt, heute mal das Ganze aus der Sicht von Sonnenschein selbst. Sonea ist zwar ein Kind wie jedes andere auch – ein Kopf, zwei Arme und zwei Beine. Aber da ist eben auch noch dieses winzig kleine Extra-Chromosom, das manchmal bittersüß in ihr Leben funkt. Das letzte Kitajahr war nicht Soneas bestes. Ihre beiden besten Freunde waren bereits eingeschult und ihr wurde der Unterschied zu den anderen Vorschulkindern tagtäglich unter die Nase gerieben. In dieser Zeit hielt sie sich vorzugsweise in der Kleinkindgruppe auf, in die auch ihr kleiner Bruder ging. Dort war sie die Größte. Da war niemand, der ihr immer wieder vor Augen führte, dass sie anders ist und auch niemand, der sie wegen ihres Andersseins hänselte. Denn mit zunehmenden Alter bemerkten natürlich auch die anderen Kinder Soneas Anderssein und nicht jedes hatte eine empathische Umgangsform damit. Sie weiß, dass sie anders ist. Sie ärgert sich manchmal maßlos darüber, dass ihr Dinge unglaublich schwer fallen. Sie ist sich ihrer Defizite …

Warum sehen Menschen mit Down-Syndrom alle gleich aus?

Ich bin ein großer Freund von Statistiken. Stundenlang könnte ich in Auswertungen von Zahlen und Werten versinken und mich dafür begeistern. Vielleicht hätte ich doch damals auf meine LK-Lehrer hören und Psychologie studieren sollen. Die Statistik dieses Blogs sagt, dass neben „Mein erster Geburtstag“ und „Angina“ die meist eingegebene Suche „Warum sehen Menschen mit Down Syndrom alle gleich aus?“ zu diesem Blog führt. Nun, der 1. Geburtstag war wahrlich ein sehr besonderer und äußerst emotionaler Tag und diese Angina war im Hause Sonnenschein leider auch ein paar Mal als ungebetener Gast und hat den Sonnenschein ganz schön fertig gemacht (Mama und Papa gleich mit). Aber sehen Menschen mit Down Syndrom wirklich alle gleich aus? Das würde ja glatt zum gestrigen Beitrag passen – Schubladendenken. Sehr beliebt in unserer Gesellschaft. Vielleicht habe ich vor sieben Jahren ja selbst noch anders darüber gedacht, aber eigentlich denke ich, dass ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht habe. Und heute kenne ich inzwischen so viele Menschen mit Down Syndrom, dass ich mit absoluter Bestimmtheit sagen kann – Menschen mit Down Syndrom sehen …

Völlig losgelöst

Ich bin keine Rosa-Mama. Auch, wenn ich selbst als kleines Mädchen davon träumte später mal als Prinzessin in einem großen Schloss zu leben (um ganz genau zu sein, war es das Schloss Marienfels in Remagen, das später dann einem bekannten, deutschen Entertainer gehörte). Und als Kind fand ich es auch befremdlich, dass unser Nachbarsjunge mit Puppen spielte. Heute bin ich Mutter einer kleinen Eiskönigin und eines mutigen Paläontologen. Rosa und Glitzer sind hier nicht mehr wegzudenken und altrosa zähle ich sogar zu meinen Lieblingsfarben. Mein Sohn darf auch mal mit Puppen spielen, wenn ihn seine große Schwester denn lässt. Aber eigentlich interessieren ihn vielmehr seine Dinosaurier. Er kann sowohl ein gefährlicher T-Rex sein als auch eine kleine, jammernde Prinzessin. Warum sollten wir ihn in eine Männerrolle reinquetschen, in die er sowieso von ganz alleine hinein wachsen wird. Mir ist es viel wichtiger, dass die Kinder sich ausprobieren und ihren Emotionen freien Lauf lassen und herausfinden wer sie sind. Oft erwische ich den Löwen dabei, wie er sich mit meinem Puderpinsel die ganze Palette Lidschatten durchs Gesicht pinselt …

Boardercross – es kann ruhig nass werden!

Herr Sonnenschein liebt die Berge und den Schnee. Er ist auch ein begeisterter Wintersportler. Und sein Snowboard verstaubt immer mehr in unserem Keller, weil er nicht nur den größten Sportmuffel auf Erden, sondern auch der allergrößten Kältemuffel und Bergemuffel geheiratet hat. Zum Glück haben wir da noch unsere Kinder. Die kommen in vielen Dingen ganz auf ihren Papa. Und gerade keimt ein kleiner Hoffnungsschimmer in Herrn Sonnenschein – auf Urlaub, in den Bergen und im Schnee! Am Wochenende war er mit dem Löwen in der Skihalle zum Rodeln. Und der kleine Mann hatte mächtig viel Spaß und konnte gar nicht genug bekommen… Als Sonea all die Bilder und Videos gesehen hat, verkündete sie, dass sie das auch will und beim nächsten Mal mitkommt. Okay, wenn Ihr demnächst in einer Skihalle eine verknittert schauende und am ganzen Körper zitternde Person teilnahmslos am Rand stehen seht, bin das dann wohl ich. Warum meine Männer nicht bis zum ersten Schneefall warten konnten? Ganz einfach – der neue Boardercross von SUSAlabim, der ab Samstag bei lillestoff erhältlich ist, hat eine …

Frau Sonnenschein beim Beauty Talk

Beauty ist ein Thema, das auf diesem Blog sehr kurz kommt… obwohl ich mich dafür interessiere und obwohl ich auf anderen Blogs sehr gerne über Beauty-Tipps und neue Produkte lese. Und zugegeben bin ich ein willkommenes Opfer für Produkte, die mir versprechen meine Augenringe in 0,nix Geschichte werden zu lassen oder aber meine meine störrische Filzmähne zu bändigen und mir zu einem strahlend weißen Lächeln verhelfen. Bei allem Stress, der uns Mütter Tag für Tag umgibt, haben wir uns doch in irgendeiner Form unser individuelles Beautyprogramm verdient. Mich würde an dieser Stelle sehr interessieren was Ihr für Eure ganz persönliche Pflege tut. Der aufmerksame Leser weiß wie schwer es mir fällt mir Ruhe zu gönnen und dass mein Zeitmanagement ein hoffnungsloser Fall ist. Nach der kleinen Warnung meines Körpers vor ziemlich genau einem Jahr gebe ich mir aber zumindest ein bisschen mehr Mühe… Manchmal reicht eine Stunde an der Nähmaschine. Aber diese Stunde kann auch dafür sorgen, dass ich kurz davor bin meine Maschine mitsamt des riesen Stoffberges aus dem Fenster zu schmeißen. Nicht immer platzt …

Elternsprechtag Vol. 1

Letzte Woche waren Herr Sonnenschein und ich das erste Mal beim Elternsprechtag. Wir erwarteten keine bösen Überraschungen, aber trotzdem hatten wir wohl beide ein leicht mulmiges Gefühl… und wir waren neugierig aufgeregt… ich zumindest! Soneas Klassenlehrerin und die Klassen-betreuende Sonderpädagogin sind beide sehr zufrieden und mehr als zunächst erwartet. Denn natürlich hatten nicht nur wir Sorgen wie der Schulalltag mit Sonnenschein wohl werden würde, sondern auch die Klassenlehrerin. Für sie ist es auch das erste Kind mit Down-Syndrom, das sie unterrichtet. Und auch wenn es in der Nachbarklasse bereits ein Mädchen mit Down-Syndrom gibt, sind sie doch verschieden und nicht vergleichbar. Verständlich, oder? Umso erleichterter sind wir alle, WIE gut der Sonnenschein angekommen ist. Sie geht gerne zur Schule und hat Freude am Lernen – das ist offensichtlich. Alle sind wir uns einig, dass wir vieles der Schulbegleitung vom Sonnenschein zu verdanken haben. Sie hat ein gutes Gespür für den Sonnenschein und kann sehr gut einschätzen wie viel Lernstoff dem Sonnenschein gut tut und wann es zu viel wird. Sie und der Sonnenschein sind ein tolles, …

Der Mythos Schuhsucht bei Frauen – so ein Quatsch!

Die zweitmeist gestellte Frage nach „Wie läuft es beim Sonnenschein in der Schule?“ lautet wohl aktuell: „Aaaaaah! Wo sind diese Stiefel her!?“. Ganz ehrlich? Damit habe ich nicht gerechnet. Mein Sohn offebart mir aktuell den wahren Grund warum Frauen so viel mehr Paar Schuhe haben als Männer. Ich denke einfach, dass Ihr Jungs und Männer Eure Schuhe viel schneller abwetzt. Sei es bei einer wilden Bobbycartour oder beim Kicken auf dem Schulhof und später… keine Ahnung was Ihr mit Euren Schuhen macht, dass die immer aussehen, als hättet Ihr Eurer ganzes Leben nur dieses eine Paar getragen und wäret damit um den ganzen Globus gelaufen. Als Mutter und Frau solcher Exemplare kann ich einfach nur den Kopf schütteln „Wie schafft man es, dass Schuhe nach kurzer Zeit so aussehen??“. Nachdem der Löwe einmal ein Paar wirklich gute und auch leider sehr teure Schuhe in der Kita an hatte und nachmittags mit einem Loch im Schuh nach Hause kam, hätte ich am liebsten heulen können. „Was zieht die dem Kind denn auch so teure Schuhe in der …

Sonnenschein Update

Nein, es folgt nun kein virtueller Flug in den Süden. Wir bleiben irgendwo im südlichen Zipfel von Köln und schnuppern herbstliche Waldluft. „Was ist denn, Mama?“ ist im Moment die häufige, abwägende Antwort, die ich bekomme, wenn ich nach dem Sonnenschein rufe. Sie hat sich in den letzten Wochen stark verändert. Ich kann das schwer erklären und noch schwieriger finde ich es, diese kleine Metamorphose in Worte zu fassen. Aber wer häufig vom Sonnenschein umgeben ist, versteht durchaus was ich meine. Und ich bin mir sicher, dass gerade einige Erstklässler-Mütter nickend vor dem Rechner hocken, wissend. Ich betone immer wieder, dass ich mir von der inklusiven Beschulung nicht erhoffe, dass mein Kind das gleiche Lernpensum hinlegt, wie es die anderen vier Erstklässler in ihrer Klasse tun, aber zumindest soll sie die gleichen Möglichkeiten haben. Am Mittwoch ist der erste Elternsprechtag. Natürlich bin ich nervös. Ich glaube, das sind wir doch alle vor so einem Termin, oder? Auch, wenn Soneas Schulbegleiterin mich immer auf dem Laufenden hält, weiß ich ja auch doch nicht alles und es ist …

Free – oder aber frei trotz Chaos

Ich sitze in der Bahn auf dem Weg nach Hause und kämpfe gegen die Nachmittagsmüdigkeit. War das wieder ein Chaos als wir vier heute Morgen das Haus verlassen haben! Wir müssen irgendwie schaffen das besser zu organisieren. Wenn ich morgens nur nicht immer diese Anlaufschwierigkeiten hätte und die Kinder ein bisschen kooperativer wären.. Bei den Gedanken an dem vollgekrümelten Tisch und der leeren Wurstverpackung darauf… der Wäscheberg, den ich noch in die Waschmaschine stecken wollte, bevor wir zum Auto gehen und der nun in guter Gesellschaft neben dem sauberen Wäscheberg steht, den ich gestern nicht mehr zusammengefaltet bekommen habe… das Waschbecken, in das mir heute Morgen mein Pudertopf gefallen ist und nun braun besprenkelt umgeben von von ein paar fliegenden Haaren, die mir beim Haare kämmen heute Morgen rausgefallen sind, sicherlich kein hygienisch, schöner Anblick ist… die halb ausgetrunkene Kaffeetasse, die noch auf dem Schuhschrank steht… oder die Spielsachen, die sich über den gestrigen Nachmittag wieder mal ins Wohnzimmer schlichen und nun zusammen mit den durchwühlten Sofakissen (oder soll ich besser sagen Höhlenmauersteinen?) ein ziemlich chaotisches Bild liefern… …