Autor: Sonea Sonnenschein

Wo die Helden der Kindheit Wirklichkeit werden

Man plant eine Überraschung für die Kinder und ist ganz aufgeregt, malt sich aus wie sie wohl reagieren würden und wenn der große Tag kommt, spürt man dieses Kribbeln im Bauch und freut sich einfach, dass man bald das kleine Geheimnis lüften kann. Und dann kommt Sonea, die morgens verkündet „Ich geh nicht mit dahin, wo Ihr hin geht, ich bleib zu Hause“. Nervös realisiert man, dass der eingeplante Zeitpuffer immer kürzer wird. Nach sämtlichen Versuchen sie von dem Ausflug zu überzeugen und verschiedenen Taktiken wie zuckersüß säuselnd über völlige Gleichgültigkeit scheitern, schnaubt man irgendwann nur noch ein zähneknirschendes „Gut, dann fahren wir eben ohne Dich zur Eiskönigin“. Fünf Minuten später sitzt man nur noch mit einer Semi-Überraschung endlich vollständig im Auto und findet sich ca. eineinhalb Stunden später in der großen Halle von Disney on Ice in Oberhausen wieder. Strahlende Kinderaugen. Die ersten Minuten ist man selbst beschäftig sich die Tränen aus den Augenwinkeln zu wischen. Teils, weil man einfach total gerührt und dann überwältig von den eigenen Gefühlen, aber vor allem von der Begeisterung …

wellcome – für ein kinderfreundliches Land

*Werbung* Als wir vor dreieinhalb Jahren in unsere Wohnung zogen, waren die große Terrasse und der Spielplatz direkt vor der Tür ein sehr starkes Argument dafür und ein Kompromiss zum eigenen Garten. Herr Sonnenschein und ich sind wahrlich keine Hobbygärtner und so sehr ich Blumen liebe, haben sie es woanders doch besser. Als wir vor einem guten Jahr dann unsere Wohnung kauften, ging mit dem Wohnungskauf auch 1/72 des Spielplatzes in unseren Besitz über. Eine riesige Grasfläche, mit einem ziemlich morschen Klettergerüst, einer durchlöcherten Rutsche, zwei Schaukeln, rostigen Kletterstangen und einem Sandkasten, in dem mittlerweile jede Menge Sand fehlt. Nach unserem Wohnungskauf stiegen die Verwaltungskosten für den Spielplatz auf das Vierfache, denn der Verwalter wechselte. Nun ist es so, dass sich auf 72 Teilen des Spielplatzes vielleicht eine Handvoll Kinder zugehöriger verteilen. Die meisten Eigentümer sind kinderlos und/oder verrentet. Die meisten Eigentümer plädieren dafür, dass der Spielplatz platt gemacht und statt dessen Parkplätze auf der Fläche errichtet werden. Denn dort, wo wir wohnen gibt es deutlich mehr Autos als Kinder, aber kaum Parkplätze. Die Verwaltungskosten gehen leider …

Mein Leben mit dem Besonderen #95 Ein Zuhause voller TCKs

Ich zähle zu den Lesern, die sich jeden Freitag auf einen neuen Beitrag dieser besonderen Rubrik freuen. Als „Mein Leben mit dem Besonderen“ noch in den Kinderschuhen war, habe ich bereits einen Artikel dafür geschrieben. In Beitrag Nr. 10 habe ich unseren Sohn Josia vorgestellt, der wie Sonea das Down Syndrom hat. Inzwischen ist er knapp 4 Jahre alt  und ich könnte hier jede Menge Geschichten aus unserem Alltag mit ihm erzählen, denn er hält uns wirklich sehr auf Trab! Aber heute möchte ich über etwas ganz anders schreiben. Wer unseren Beitrag damals gelesen hat, mag sich vielleicht noch vage daran erinnern, dass wir im Ausland leben. Dies war bis vor wenigen Monaten auch noch der Fall, aber seit Mitte 2016 sind wir zurück in Deutschland. Und das nicht wie sonst üblich für einen Besuch, sondern so richtig. Wir haben unseren kompletten Hausrat aufgelöst, die Projektarbeit an unsere Teamkollegen übergeben und sind mit unseren Kindern, unzähligen Koffern und unserer Katze nach Deutschland geflogen.  Für mich ist es eine Rückkehr in die alte Heimat, auch wenn …

RUMS mit Her Roses

In der letzten Woche habe ich den perfekten Schnitt und den perfekten Stoff miteinander vereint. Ich liebe Hahnentritt-Muster und dieses neue Rosen-Design von enemenemeins toppt das Ganze noch einmal. Nun ja, meine Idee daraus das Shirt aus der Ottobre 05/2016 zu nähen, war schon mal gut. Aber die Kombination von Shirt, Lederrock, Netzstrümpfen und High Heels führte dazu, dass ich nur mal eben zum Fotos machen das Auto verließ und dann nur noch schnell nach Hause wollte.  Vielleicht wäre das anders gewesen, wenn Herr Sonnenschein gewisse Kommentare einfach mal für sich behalten hätte. Oder ich eine andere, schlichte Strumpfhose gewählt hätte… oder eine Jeans statt des Rocks.   Für RUMS trau ich mich noch einmal kurz mit meinem Outfit in die Öffentlichkeit. Aber zukünftig tausche ich wohl Rock gegen Jeans ein… zumindest in Kombination mit meinem Her Roses Shirt. 

Dienstag ist Reittag

Dienstags startet Sonea meistens mit guter Laune in den Tag, denn dienstags ist Reittag. Normalerweise holt die Oma Sonea jeden Dienstag ab und fährt mit ihr in den Reitstall. Heute war Schulfrei und so nahmen wir uns einfach mal alle frei und erledigten noch ein paar Dinge, die erledigt werden mussten, wie Reisepässe für die Kinder erstellen lassen und der erste Physiotherapie-Termin vom Löwen. Dort waren wir auch zu viert. Aber ich beruhigte die Therapeutin direkt mal vorweg, dass es bei einer Ausnahme bleibt und sie uns nicht bei allen Terminen zu viert an der Backe hat. Zu viert waren wir diesmal also auch im Reitstall und der Löwe, für den es eine Premiere war, war ziemlich enttäuscht, dass Ihn kein Ponyreiten erwartete. Seit einigen Monaten ist Sonea in einer Voltigiergruppe und nicht mehr in der Einzelstunde beim therapeutischen Reiten. Inklusion pur, also. Und sie macht das wirklich richtig toll. Ich bin jedes Mal ganz baff und auch ein bisschen nervös. Einem fünften Teil von Bibi und Tina mit neuer Bibi-Besetzung steht also nix im …

Mein Leben mit dem Besonderen #94 Besonders

Ich habe viele Besonderheiten. Es fing schon früh an. Ich heiratete meine Jugendliebe. Das war besonders schön. Die nächste Besonderheit, wir sind immer noch verheiratet, glücklich. Auch besonders. Seit 23 Jahren. Besonders. Mittlerweile 6 Kinder. Besonders, vor allem weil es in meiner Jugend hieß, sie können auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen. Unser letztes Kind ist ganz besonders. Zerebrale Parese. Ich wollte besonders schöne Begebenheiten erzählen. Und schwups, mischt sich diese Aussage dazwischen. Und wieder kullern die Tränen bei mir. Ich wollte so viel. Wollte diese Besonderheit positiv sehen. Ich kann es noch nicht. Ich lerne noch daran. Ich will aus meinem Leben erzählen. Vor allem von unserer größten Besonderheit. Ich muss ein bisschen weiter ausholen. Bei der Jugendliebe. Sehr früh haben wir uns kennengelernt. Für mich früh. Neunzehn war ich. Als wir uns das erste mal sahen, wussten wir, wir gehören zusammen. Die Hälften wurden zusammengefügt. Ein besonderes Gefühl, als ob du jemanden schon immer kennst, gleiche Ansichten hast, alles stimmt. Meine Familie war dagegen. Einen geduldeten Ausländer. Wir haben trotzdem geheiratet. Ohne Familie. …

Wochenende in Bildern mit kleiner Bibi und Tina Verlosung

Ein herrlich frühlingshaftes Wochenende liegt hinter uns und es war vor allem deshalb so schön, weil wir vier sehr viel Zeit zusammen verbringen konnten. Gestern haben wir vor allem den Tag für die Dinge genutzt, die man samstags so macht. Einkaufen, Haushalt… der Löwe war zwischendurch noch auf einem Geburtstag. Biometrische Bilder mussten gemacht werden, weil die Kinder noch keinen Reisepass haben und dann war auch noch genügend Zeit für eine Runde auf dem Spielplatz toben und für das erste Eis in diesem Jahr war dann auch noch etwas Zeit und Platz im Bauch Heute waren wir dann im Disney Mitmach Kino. Der Löwe war begeistert, aber Sonea ist scheinbar inzwischen ein bisschen zu „cool“ dafür. Sie möchte unbedingt endlich mal in den neuen und letzten Bibi und Tina Tohuwabohu total Film.     So sehr ich mich ja auf eine kleine Eiskönigin-Sendepause freue und nun statt „ich lass loooooos“ ein „sie jaaaagen den Wind, sie reiiiiiten geschwind“ aus Soneas Zimmer dröhnt. Oder aber, wenn ich die Arbeitszimmer-Türe mal wieder offen gelassen habe, schleicht sie sich …

Meine halbjährliche Lieblings-Party

Wenn es nach mir ginge, könnte ich jeden Monat eine me&i Party schmeißen. Das macht einfach jedes Mal einen riesen Spaß und hat fast schon Tradition. Meine me&i Beraterin Andrea war inzwischen (wir wissen es nicht genau, aber haben uns nun darauf geeinigt) zum sechsten Mal bei mir und hat die neue me&i Kollektion präsentiert (es kann aber durchaus auch schon das siebte Mal gewesen sein). Heute Morgen habe ich die Mitteilung bekommen, dass meine Bestellung endlich auf dem Weg zu mir ist. Normalerweise geht das ziemlich schnell, aber ich musste mich diesmal ein paar Tage länger gedulden. Denn ich wollte natürlich unbedingt das Elternabendkleid haben. Aber ich bin natürlich nicht allein. Denn alle wollen es haben: dieses wunderschön maritime Kleid. Der perfekte Allrounder für einen vollgepackten Familientag, welcher mit viel Geschrei und viel zu wenig Zeit und einer lauwarmen Tasse Kaffee anfängt, zwischendurch im Büro, auf dem Spielplatz, bei den Hausaufgaben und im Haushalt fortsetzt und der so vollgepackt ist, dass man abends im gleichen Kleid auf viel zu kleinen Stühlen einen weiteren Elternabend hinter …

RUMS mit Organic Lines

Herr Sonnenschein und ich sind ja nicht so die Karnevalisten. Wir haben uns im letzten Jahr Kostüme gekauft, damit wir neben den Kindern nicht wie so zwei Spaßbremsen wirken, wenn wir den Zug bei uns im Ort gucken gehen. Ein einziger Karnevalszug muss reichen. Danach folgen wochenlange Diskussionen „Jeder darf sich 3 Teile aussuchen und dann ist genug mit Süßigkeiten heute!“. Nach den drei Teilen wird sich natürlich immer wieder raus auf den Balkon geschlichen oder wo auch immer das Zuckerzeug versteckt ist. So ein Versteck bleibt nie lange unentdeckt oder unerreicht. Meine Kinder wittern das. Wir haben einen kleinen Karnevalisten in unserer Familie, der mit Herz und Blut bei der Sache ist. Allerdings lastet auf ihn ein kleiner Fluch. Jedes Jahr an Karneval, und es ist egal, ob Karneval nun am Monatsanfang oder Monatsende stattfindet: er ist krank. Obwohl der Löwe sonst eigentlich wirklich NIE krank ist. An Karneval dafür ganz sicher. Der absolute Horror war vor vier Jahren, als beide Kinder über Karneval im Krankenhaus lagen. Unter Quarantäne, weil sie sich zusätzlich auch noch einen …

Die Hässliche kommt!

Sonntag Mittag, die frühlingshafte Sonne zeigt sich über den Himmel von Köln, und Familie Sonnenschein ist unterwegs. Nach einer kleinen Spaziertour und ein paar Fotos am Rhein von ein paar neuen genähten Sachen, fordern die Kinder einstimmig einen Besuch bei „Mack Donalld“. „Och nö! Es ist viel zu früh für Mittagessen und außerdem haben wir zu Hause noch (gesunde) Reste von gestern!“. Meine Liebe für diese Fastfoodkette hält sich ja seeehr stark in Grenzen. Aber nachdem wir im letzten Jahr einmal einen sommerlichen Spätnachmittag mit unserem Mopsbesuch Yoda in einem dieser Schnellrestaurants verbracht haben und die Kinder vor lauter Rutscherei ihre Nuggets und Pommes haben kalt werden lassen, wollen sie immer wieder dahin. Zum Spielen. Das Marketing-Konzept geht voll und ganz auf. „Wir könnten einen Kaffee trinken?… oder eine heiße Schokolade?“ versucht Herr Sonnenschein mich für das Vorhaben der Kinder zu begeistern. „Ooookay“ willige ich zähneknirschend ein „Aber NUR zum Spielen“. Während Herr Sonnenschein für sich und die Kinder ein paar Kaltgetränke ordert, stehe ich an der kleinen Kaffeebar und beobachte geduldig wie ein älterer Herr erst mein Stück …