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Felsige Wege erfordern robustes Schuhwerk

Dieser Beitrag enthält abschließend Werbung für Schuhe von Sacha Schuhe. Die Gedanken und Bilder in diesem Beitrag sind meine eigenen. 

Statt Glühwein gibt es hier gerade Kräutertee. Und statt fröhlicher Weihnachtslieder, nur ein abgekämpftes Krächzen. Diese Erkältung hält sich hartnäckig und vertreibt jegliches vorweihnachtliches Gefühl.

Neben Job und allen vorweihnachtlichen Terminen, Einkäufen, etc.,  mischt sich auch zunehmend die Sorge um das, was im nächsten Jahr auf uns zukommen könnte.

Vor einigen Wochen habe ich Euch von dem Besuch an unserer Wunschschule berichtet. Natürlich müssen wir auch nach Alternativen schauen, denn die Schulsuche ist kein Wunschkonzert. Schon gar nicht an der weiterführenden Schule. Und erst recht nicht mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Der Plan war also vergangenen Samstag, dass ich mir mit Sonea eine Gesamtschule anschaue. Die Wahrscheinlichkeit, dass es diese wird, war im Prinzip aufgrund der Entfernung von vorne herein ausgeschlossen. Aber da unsere möglichen Alternativen taggleich mit unserer Wunschschule einen Tag der offenen Tür hatten, konnten wir sie uns noch nicht genauer anschauen.

Samstag Morgens wurde ich dann wach und meine Stimme war komplett weg. Schlechte Ausgangssituation, um den Lehrern und Sonderpädagogen Löcher in den Bauch zu fragen. Also machten wir für unsere Planung einen spontanen Rollentausch und Herr Sonnenschein schaute sich gemeinsam mit Sonea die Schule an.

Das Gebäude war alt und alles andere als einladend. Aber diese Erfahrung hatten wir vor fünf Jahren ja bereits schon einmal gemacht und wurden dann positiv überrascht.

Soneas Reaktion war „Die Schule ist mir zu gruselig“. Und dann gab es noch ein – zwei Begegnungen, die das zunächst optische Bild untermalten. Zwei vorbeigehende Schüler erblickten Sonea und im Vorbeigehen gab es dann diesen Dialog „Guck mal! Down-Syndrom!“ „Ja, Missgeburt, Alter!“.

Eine andere Schülerin erzählte dann, dass sie aufgrund ihres schwerbehinderten Bruders gemobbt wird.

Meine Beiden hatten genug gesehen, um zu wissen, dass sie ungern weitere Zeit an diesem Ort verbringen wollen.

Herrn Sonnenschein und mich haben diese Begegnungen anschließend sehr beschäftigt. Natürlich stellt sich die Frage – ist es das, was uns grundsätzlich an einer Gesamtschule erwarten wird? Ablehnung und (bestenfalls) aufs Down-Syndrom reduziert. Oder war das eine unglückliche Ausnahme?

Wie können wir Sonea noch mehr stärken? Wird das überhaupt nötig sein? In ihrer Grundschule kann sie sich ja auch behaupten und wird nicht gemobbt. Wird das in der weiterführenden Schule anders sein?

Vielleicht mache ich mir auch einfach mal wieder zu viele Sorgen und Gedanken. Aber noch schlimmer wäre es doch, wenn ich das nicht tun würde.

Und nein, ich möchte nicht wieder dieses „Tja, Inklusion funktioniert nicht!“ hören.

Will ich nicht!

Denn Inklusion kann auch nicht funktionieren, wenn alle Leute drum herum stehen und mit den Schultern zucken.

Dieses Gespräch am Samstag hat mir nur wieder einmal deutlich gemacht, dass wir die Inklusion dringend brauchen. Denn wären Menschen, wie Sonea selbstverständlicher, dann würde es zu solchen Äußerungen sicherlich weniger kommen. Und es gäbe womöglich auch weniger solcher Äußerungen untereinander. Als Schimpfwort oder Beleidigung.

Denn Inklusion ist ja nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern für alle da. Und wie bereichernd sie für alle ist, merkt man eben auch erst, wenn man sich voll und ganz darauf einlässt. Und damit meine ich nicht: mit ausreichendem Personal, Geld und Fördermitteln, sondern einfach nur mit Herz und Verstand.

Manch einer mag mich für eine arme Irre halten, weil ich so sehr an dem Inklusionsgedanken festhalte. Dabei ist es ein Menschenrecht und es ist Soneas Recht an einer regulären, weiterführenden Schule beschult zu werden.

Aber mein Mutterherz blutet natürlich trotzdem jedes Mal nach solchen verbalen Äußerungen. Und ich kann es sehr gut nachfühlen, dass viele Eltern sich für die Förderschule entscheiden, eben genau deshalb.

Der Samstag hat mir nicht gezeigt, dass Inklusion auf dem weiteren Schulweg schwierig wird. Er hat mir gezeigt, dass es ein sehr steiniger Weg sein wird. So steinig wie es sich jetzt schon anfühlt, es ist nur leichter Schotter. Die großen Felsbrocken kommen erst noch.

Für steinige Wege braucht man auch gutes Schuhwerk! Und auf die Gefahr hin, dass es mal wieder heißt, ich würde nur noch über Luxusartikel schreiben: jeder Weg erfordert sein entsprechendes Schuhwerk. Auf diesem Weg habe ich mich für flache, robuste Schnürstiefel von Sacha Schuhe entschieden.

Im Frühjahr habe ich erst über meine Sneaker von Sacha berichtet und auch wenn ich kein „100 Paar Schuhe Typ“ bin, brauche ich schon eine kleine Auswahl und eben für jeden Weg den entsprechenden Schuh. Mir ist auf jeden Fall aufgefallen, dass ich inzwischen äußerst selten Schuhe mit Absatz trage, denn ich brauche meistens etwas, womit ich zügig und ohne Blessuren von A nach B komme. Und bei Sacha werde ich eigentlich immer fündig.

1 Kommentare

  1. Eigentlich sollte doch Inklusion das „normal“ sein und alles andere unter Exklusion laufen. Ich mag es auch nicht, dass diese Gesellschaft den Kapitalismus so sehr lebt, dass es nur um Gewinnmaximierung und nicht um Glücklichsein geht.

    Ausserdem habe ich das gleiche Schuhmodell, allerdings die Version von 2007 😉

    Liebe Grüße
    Miriam

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