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Gemeinsam stark – unser Bloggerwochenende in der DJH Nottuln

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Wir können unsere Kinder nicht immer vor negativen Erfahrungen schützen. Sie gehören dazu und machen stark fürs Leben. Aber was ist, wenn es nicht nur ein einzelnes Erlebnis, eine kleine Auseinandersetzung, eine Meinungsverschiedenheit ist? Was ist, wenn das eigene Kind gemobbt wird?

Manche Dinge sind wie schlimme Krankheiten. Man verdrängt sie so lange erfolgreich, bis sie einen einholen. Bis man selbst oder jemand, der einem nahe steht davon betroffen ist. Und nichts ist schlimmer, als wenn derjenige das eigene Kind ist.

Vor einigen Wochen waren wir gemeinsam mit anderen tollen Blog-Familien in der neu eröffneten Jugendherberge Nottuln zu einem Blogger-Wochenende eingeladen. Das Thema war „djh macht stark“.

13 Blogs mit insgesamt 28 Kindern waren bei diesem außergewöhnlichen (vor allem außergewöhnlich schönen) Wochenende dabei. Und während die Großen in einem „Bullet Journal Handlettering-Crashkurs“ bei Fräulein Süßholz ein kreatives Warmup in das Wochenende bekamen, gab es für die Kleinen tolle Spiel- und Bastelangebote.

Der erste Tag endete mit Stockbrot am Lagerfeuer. Zu dem Zeitpunkt hatten die Kinder bereits erste Freundschaften geschlossen und tobten gemeinsam über das Jugendherbergsgelände.

Der Samstag startete mit schwerer Kost, denn auch wenn ich mich besonders auf diesen Programmpunkt freute, das Thema „Mobbing“ ist kein leichtes. Sven Fritze und Thorsten Kröber von Helden e.V. erläuterten in einem sehr aufwühlenden Vortrag die Formen von Mobbing, die Anzeichen und was man dagegen tun sollte.

Meine Ängste in der Hinsicht sind sehr groß. Zum einen, weil ich früher eine Zeit lang selbst Opfer war und weiß was es mit einem macht und dass man die Erinnerungen daran niemals los wird. Und zum anderen, weil Sonea durch ihr Anderssein ein potentielles Opfer ist. JEDES Kind kann Opfer von (Cyber-)Mobbing werden oder bereits sein. Und natürlich auch Täter. Beide Rollen möchte man auf gar keinen Fall für sein Kind.

Sven Fritze erklärt, dass zwischen Mobbing und Cybermobbing heute durch die Nutzung der elektronischen Medien kein Unterschied möglich ist.

Es gibt nicht nur Täter und Opfer, sondern außerdem Assistenten, Verstärker, Verteidiger und Außenstehende.

Jeder Fall ist genau so individuell wie seine Auslöser. Aber im Grunde gibt es beim Mobbing 3 Phasen:

die Explorationsphase (Testphase), die Konsolidierungsphase (Verdichtungsphase) und die Manifestationsphase, in der der Lehrer bereits mit drin hängt und es keine Generationsgrenze mehr gibt.

Natürlich wollten wir wissen was wir tun können, damit unsere Kinder weder Opfer noch Täter werden. Daran denkt man schließlich sofort. Aber Sven Fritze erklärte, dass die Frage „Wie mache ich aus meinem Kind einen guten Verteidiger“ viel wichtiger sei. Dass unsere Kinder lernen sollten, den Mut zu haben für andere einzustehen und sich für die Gerechtigkeit verbünden. Denn wenn es viele Verteidiger gibt und Menschen, die sich gemeinsam für die Opfer einsetzen, kann es weniger zur Konsolidierung und Manifestierung kommen.

Ein bisschen schlecht wurde mir, als die Anzeichen für Mobbing genannt wurden. Also: woran erkenne ich, ob mein Kind Mobbing-Opfer ist? (es ist natürlich so, wie wenn man eine Krankheit googelt und sämtliche Symptome für eine schlimme Krankheit bei sich entdeckt und der Arzt einem anschließend versichert, dass man nur einen leichten Infekt hat und es keinen Grund zur Panik gibt).

Diese Anzeichen „können“ also für Mobbing sprechen:

  • das Kind gibt keine Auskunft und erzählt von sich aus nichts (von der Schule)
  • wenn es dann doch etwas erzählt, tauchen keine Namen auf (aus Angst es noch schlimmer zu machen).
  • es bringt keine Freunde mit nach Hause.
  • es wird auch nicht zu anderen Kindern (nach Hause) eingeladen.
  • die Schulsachen oder die Kleidung sind oft beschädigt oder plötzlich unauffindbar.
  • die Geschichten, die das Kind erzählt, sind oft unglaubwürdig
  • das Kind hat keine Lust auf Schule, ist oft krank oder ängstlich, bevor es zur Schule geht.
  • das Kind hat psychosomatische Beschwerden, wie zum Beispiel ständig Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, etc.
  • auf dem Schulweg benutzt es Umwege.
  • Schlechter, unruhiger Schlaf.
  • die Schulleistungen werden schlechter.
  • das Kind zieht sich zurück.
  • es reagiert aggressiv auf Nachfragen oder Vorschläge der Eltern.
  • das Kind zeigt eine depressive Symptomatik und im schlimmsten Fall äußert es Suizidgedanken.

Ich habe mal gelesen, dass 20% aller Suizid-Fälle auf Mobbing zurückzuführen sind.

Aber es muss nicht gleich zum Äußersten kommen. Erlernte Hilflosigkeit, langfristige Probleme mit Aufbau von Beziehungen und eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten psychischer Erkrankungen sind nur ein paar der genannten Folgen von Mobbing, die Sven Fritze in seinem Vortrag aufführt.

Helden e.V. ist ein Kooperationspartner des Jugendherbergs-Verbandes und bietet für Schulklassen Programme an, um Mobbing vorzubeugen und aufzuklären. Nicht mit dem Ziel Täter aufzuspüren, sondern um die Gemeinschaft zu stärken. Ihr könnt Euch gerne rund um das Angebot von Helden e.V. informieren und den Verein unterstützen.

Auch wenn der Vortrag von Sven und Thorsten sehr informativ war, war er doch auch sehr bewegend und aufwühlend. Aber damit hatten Gesa und Sandra scheinbar bereits gerechnet und deshalb das perfekte Nachmittagsprogramm organisiert.

Unser nachmittäglicher Treffpunkt war der Abenteuerhof der Familie Bagert. Ebenfalls ein Angebot der Jugendherbere Nottuln und nicht extra für uns Familienblogger ins Leben gerufen.

Wo bekommt man den Kopf am besten frei und die Gedanken sortiert, als in der Natur? Und was brauchen Kinder für eine starke Persönlichkeit? Richtig, die Möglichkeit draußen toben und sich frei entfalten zu können.

Schon alleine der Empfang mit frisch gebackenen Waffeln war einfach perfekt. Auf diesem Bauernhof konnten die Kinder (denen wir vorsorglich Gummistiefel und Matschklamotten angezogen hatten) die Natur nach Lust und Laune erkunden.

Sie konnten im Matsch wühlen, im Heu toben und vor allem konnten sie alle Tiere anfassen.

Nicht nur die Ziegen und Esel, sondern auch die Hühner.

Es gab kein „also da bitte nicht hin und da bitte nicht dran“. Es gab nur den Einklang von Mensch und Natur.

Ich glaube, das war für alle ein sehr aufregendes Erlebnis. Als wir wieder zur Jugendherberge zurück kehrten, waren unsere Bäuche voll mit Waffeln und unsere Herzen voller kleiner Glücksmomente von diesem wundervollen Nachmittag und dem schönen Stück Erde.

Auch das Abendprogramm war genau nach meinem Geschmack. Während die Kinder mit den drei Sportstudenten, die eine wirklich fantastische Kinderbetreuung an den drei Tagen machten, zur Nachtwanderung aufbrachen, gab es Kinderbuch-Empfehlungen von Rike Drust, die Ihr alle von ihren Büchern Muttergefühle. Gesamtausgabe und Muttergefühle. Zwei: neues Kind, neues Glück kennt und der ich mit großer Begeisterung auf Instagram unter Kinstabuch folge.

Ich glaube, niemand hat so coole und diverse Buchtipps, wie Rike. Und sehr häufig verlocken sie mich zum Nachkaufen. Ich liebe Kinderbücher. Und Rike.

Es war ein sehr gemütlicher Abend mit vielen spannenden (Kinder)buchtipps, die Rike zum Thema „Bücher für glückliche Kinder in einer vielfältigen Gesellschaft zusammen getragen hatte.

Zwischendurch spinkste ich nach nebenan in den Raum, in dem Sonea mit der Tochter von Perlenmama fröhlich durch den Raum tanzte. Auch sie konnte an diesem Wochenende einfach sie selbst sein und die anderen Kindern begegneten ihr mit überraschender Selbstverständlichkeit. Nicht, dass ich das extra betonen müsste. aber so ganz selbstverständlich ist es eben auch nicht immer.

Was konnte nach diesem Tag noch kommen, um dieses Treffen zu vollenden?

Auch für den Sonntag Vormittag hatten Sandra und Gesa einen tollen Plan und gaben uns abschließend noch einen Workshop von Annika Tismer von Nature Concepts mit auf den Weg.

Zum „Thema Resilienz fördern – was Kinder zu starken Persönlichkeiten macht“, gab Annika nicht nur wertvolle Tipps, sondern regte auch zum Mitmachen und Nachdenken an. Zum einen gab es eine Mutprobe für Freiwillige und zum anderen abschließend eine Gruppenübung, die wir nur im Team lösen konnten.

Alle Angebote im Rahmen dieses Wochenendes sind bestehende Kooperationen mit den Jugendherbergs-Verbänden und können von Schulen und Gruppen auch außerhalb dieses Wochenendes gebucht werden. Sonea war irritiert, weil ich nicht bei der Parallel-Veranstaltung dabei war. Denn auch Nähcamps veranstaltet die Jugendherbere regelmäßig.

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die wunderschöne Zeit vor allem an Gesa und Sandra, aber auch an die Sponsoren Oetinger, Carlsen, Tombow, purepaper und Sketch Notes by Diana.

Aber natürlich auch an alle großartigen Blogger, die dabei waren Lotte und Lieke, Chaoshoch2, Schwesternliebe und wir, Beatrice Confuss, Kinderhaben, 2puls4sindwir, mamaskiste, wortkonfetti, Nakieken.de, Perlenmama, Kurmelmal5, Frau Skywalker und Das Nuf, für die schöne Zeit und die guten Gespräche.

An diesem Wochenende wurden nicht nur neue Freundschaften geschlossen, sondern auch Kindheitserinnerungen. Am Wochenende treffen wir uns mit Beatrice Confuss und ihrer Familie. Denn wir wohnen nicht nur verhältnismäßig nah beieinander, sondern die Kinder vermissen sich bereits gegenseitig.

9 Kommentare

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  3. Luluxand sagt

    Da mußte ich doch gleich meiner Kollegin erzählen, daß Ihr auf dem Abenteuerhof Bagert wart – und sie berichtete, daß sie, wenn sie eine Gruppe an ihrem Hof vorbeiziehen sieht, ihre Schwester anruft, damit die schon mal das Waffeleisen anwirft. Und ihr Hund begleitet die Gruppen gerne ein Stück.

  4. Nicole sagt

    Ich würde mir ganz viele Buchtipps wünschen! 🙂 kannst du uns da mal einen Beitrag schreiben?
    Danke und es klingt wirklich toll was du in dieser kurzen Zeit erlebt hast! Lg

    • Liebe Nicole,

      ich würde sehr gerne Buchtipps geben. Aber für die Buchtipps von Rike empfehle ich Dir ihren Istagram-Account @kinstabuch. Dort findest Du auch alle Bücher, die sie an dem Abend vorgestellt hat.

      Bei mir scheitern die Buchtipps immer daran, dass ich sie auch auf jeden Fall vorher mit den Kindern lesen möchte, Sonea aber sehr konservativ ist und lieber 100 Mal das gleiche Buch vorgelesen bekommt, als sich für etwas neues zu öffnen.

  5. Christina sagt

    Hi! Das klingt nach einem tollen Wochenende und war sicher sehr inspirierend!
    Viele Jugendherbergen haben sich ja inzwischen ganz schön herausgeputz und wir nutzen sie inzwischen sehr gerne als Unterkünfte.
    Danke für den Hinweis zu den Antimobbingveranstaltungen der Helden. Das ist für mich sehr interessant, denn in meinem Berufsalltag ist das Thema Mobbing leider immer malwieder Thema. Ich glaube, du hast versehentlich die falschen Helden verlinkt. Denn diese Hompage passt viel besser zu den von dir geschilderten Angeboten: http://www.helden-ev.de/der-helden-ev/
    Auch dein Hinweis zu Rike ist für mich toll! Ich liiiiebe Kinderbücher, hier platzen alle Regale… und Rike kannte ich noch nicht.
    Viele Grüße Christina

    • Vielen lieben Dank für Deine Aufmerksamkeit! Ich habe den Link sofort geändert. Und werde später noch etwas dazu ergänzen, weil mir das Thema sehr wichtig ist und ich mir wünsche, dass Schulen die Arbeit der Helden in Anspruch nehmen. Und das nicht erst, wenn es zum Äußersten gekommen ist, sondern auch rein präventativ.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Katharina

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