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Mein Leben mit dem Besonderen #102 Der Geruch von Erdbeermarmelade

Ein bestimmter Geruch, ein Geschmack auf der Zunge oder vielleicht ein Gegenstand an dem Erinnerungen hängen. Ereignisse oder Erlebnisse die Spuren im Leben hinterlassen oder vielleicht auch die Sicht auf so mancherlei Dinge im Leben verändert haben.

Bei mir ist so eine Verknüpfung der Geruch von Erdbeermarmelade.

Meine Oma hat schon immer einen Garten. Unter anderem war dort schon immer ein großes Feld mit Erdbeeren. Erdbeerkuchen, Marmelade, Obstsalat… Es gab einfach alles. 2011 musste meine Oma unerwartet ins Krankenhaus. Mein Opa hat mir kurzerhand 2 Eimer voller Erdbeeren ins Auto geladen, ich sollte einspringen zum Marmelade kochen.

Ich weiß noch, dass ich einige Stunden mit schnibbeln, kochen abfüllen usw beschäftigt war.  Die ganze Wohnung roch fruchtig süß. Heile Kleinstadtwelt.

An diesem Tag hatte ich allerdings noch einen anderen Termin. Wochen vorher hatte ich einen Gehörsturz. Da ich des Öfteren unter Kopfschmerzen litt, wollte mein Hausarzt noch ein MRT zur Kontrolle durchführen. Und dieser Termin stand an diesem Nachmittag an.

Ich empfand den Termin im Nachhinein eher als lästige Zeitverschwendung. Aber naja, machen wir das halt. Dass dabei wirklich etwas festgestellt werden sollte, hätte ich nicht geahnt.

Das MRT wurde in einer radiologischen Praxis direkt im Krankenhaus durchgeführt. Nach kurzer Wartezeit saß ich mit einer Krankenschwester, die mir das genaue Prozedere erklären sollte, in einem kleinen Kämmerlein. Nachdem sie mir die Kanüle für das Kontrastmittel gelegt hatte, sollte ich noch kurz warten bis ich dann gleich an der Reihe wäre.

Während der Wartezeit ließ ich das kurze Gespräch dann noch einmal Revue passieren: was hatte die Krankenschwester gesagt? Das Kontrastmittel wird benötigt um Tumore erkennen zu können. Tumore? Mir wurde schlecht, alle Geräusche hörten sich an als hätte ich einen dicken Wattebausch im Ohr und mich überkam die totale Panik. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich die Tür geöffnet habe und sagte dass es mir gerade nicht so gut geht. Licht aus.

Licht wieder an. Ich liege auf dem Boden. Um mich herum eine Horde wild gestikulierende Krankenschwestern und Ärzte. Es hörte sich an als wenn bei einem Film die Lautstärke wieder hoch gedreht wird. Da schwirrten Worte wie Krampfanfall, Epileptiker, hier bleiben, Überwachung im Raum umher ….

Wie es dann genau weiter ging, weiß ich nicht mehr so genau. Da hat mich mein Gehirn ein wenig im Stich gelassen. Es wurde veranlasst, dass ich zur Überwachung auf die Intensivstation verlegt werden sollte. Da die Klinik nicht über eine Neurologie verfügt, wurde zudem ein Neurologe einer anderen Klinik angefordert. Das MRT wurde durchgeführt als ich wieder einigermaßen stabil war.

Wieder zurück in meinem Zimmer auf der Intensivstation, stand die Besprechung der MRT Bilder mit dem Neurologen an. Die Situation war im Nachhinein total merkwürdig. Ich trug so ein Krankenhausnachthemd und saß vollständig verkabelt im Krankenhausbett. Neben meinem Bett stand der Neurologe und erklärte mir, dass da auf dem Bild etwas zu sehen wäre was da eigentlich nicht hin gehört. Die für mich zuständige Krankenschwester heulte. Ich verstand nur Bahnhof. Alles war so unwirklich.

Lange Rede: ich hatte ein kavernößes Hämangiom, welchen zu einer Gehirnblutung geführt hatte. Die Gehirnblutung hat den Gehirndruck verändert und dadurch den epileptischen (Grand-Mal) Anfall ausgelöst. Das Hämangiom sollte ich mir wie eine Krampfader im Gehirn vorstellen. Ein Gefäßtumor, nicht bösartig. Und ich hatte mehrere davon.

Nach einer Nacht auf der Intensivstation wurde ich in eine Klinik mit neurologischer Station verlegt.

(Ich bekam übrigens einen Strafzettel weil ich länger als geplant geparkt hatte. Danke liebes Ordnungsamt.)

Das erste Gespräch mit den Ärzten war eine ziemliche Ernüchterung. Wenn man sich noch nie mit dem Thema Epilepsie beschäftigt hat, ist einem die Tragweite überhaupt nicht bewusst. Ich durfte erst mal kein Auto fahren. Für die Ärzte war sofort klar, dass sie mich auf Medikamente einstellen wollten. Deshalb  wurde mir auch direkt gesagt dass ich auf keinen Fall schwanger werden durfte wegen möglicher Nebenwirkungen (mögliche Missbildungen).  Wenn das mal keine gute Neuigkeiten waren?? Und dann gleich so viele innerhalb zweier Tage? Epilepsie, Tumore im Kopf, Gehirnblutung, Fahrverbot, keine Kinder? Jackpot! Bing bing bing!

Mein Freund und ich planten zu dieser Zeit eigentlich ein Baby. Unsere Welt war völlig aus den Fugen geraten.

Ich war noch nie ein großer Fan von Medikamenten. Ich probiere vieles aus und bin immer für neues offen. Je länger ich über dieses ganze Thema nachdachte desto unlogischer erschien mir die ganze Situation. Wieso sollte ich Medikamente nehmen wenn es doch einen Grund für den Anfall gab? Ich wollte dringend erst mal eine zweite Meinung Bevor ich irgendwelche Medikamente nahm. Zumal mir in der Neurologie auch niemand sagen konnte wie es denn jetzt eigentlich mit dem Gefäßtumor weiter geht.

Die Ärzte waren nicht begeistert von meiner Entscheidung erst einmal auf Medikamente zu verzichten. Tägliche Diskussionen standen auf der Tagesordnung. Es waren anstrengende Tage mit vielen Tränen, alles in allem sehr kräftezehrend.

Nach 2 langen Wochen hatte ich einen Termin in der Neurochirurgie in einer Uniklinik. Der Professor ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet und war der erste bei dem ich mich gut aufgehoben fühlte. Meine Entscheidung auf Medikamente zu verzichten unterstütze er zu 100 Prozent. Allerdings hat er mir auch schon in dem ersten Gespräch eine Operation ans Herz gelegt.  Die Operation wäre kein Routineeingriff und für mich mit erheblichen Risiken verbunden. 30 % Risiko auf einen neurologischen Ausfall (z.B. Lähmung), 10 % Risiko dass ich nach der OP querschnittgelähmt bin. Da sitzt man dann in einem Arztzimmer, wird mit Statistiken konfrontiert und soll innerhalb von ein paar Minuten über sein Schicksal entscheiden. Nach einem kurzen Spaziergang mit meinem Freund durch die Klinikflure entschieden wir uns für die OP.

Die Operation wurde relativ kurzfristig angesetzt. Im Nachhinein war das genau richtig so. Da hatte ich nämlich keine Zeit zu googeln usw. Meine Angst war riesig, es war meine erste Operation überhaupt und dann gleich so etwas. Mandeln oder Blinddarm wäre fürs erste völlig ausreichend gewesen. Neben der Angst gelähmt zu sein sind, dann ja noch die kleineren Probleme: hab ich dann erst mal eine Glatze oder wie läuft das? Da gehen einem (zumindest mir) wahnwitzige Dinge durch den Kopf.

Die Operation war ein Erfolg. Nach 5 Stunden konnte der Gefäßtumor entfernt werden. Ich musste ein paar Haare einbüßen, aber das war nicht tragisch. Aber trotzdem ist danach alles anders.

Gefäßtumore sind wie bei mir oft Zufallsbefunde. Etwa 0,5% der Bevölkerung leiden darunter, viele wissen es nicht und werden nie Probleme damit haben.

Bei mir ist das leider ein wenig anders. Ich habe eine sehr seltene Erbkrankheit.

Der Gefäßtumor ist entfernt, allerdings habe ich noch einige andere davon. Diese sind im ganzen Gehirn verteilt und konnten daher nicht einfach entfernt werden. Durch regelmäßige MRTs kann man diese lediglich überwachen.

Meine Krankheit kann vererbt werden (inzwischen ist klar, dass andere Familienmitglieder ebenfalls betroffen sind). Sollen wir es riskieren, dass unsere Kinder evtl ebenfalls betroffen sein könnten?

Mein Freund (inzwischen Mann) und ich wollten Immer Kinder haben. Ein Leben ohne Kinder hätten wir akzeptiert, wenn es eben nicht geklappt hätte, aber unsere Lebensplanung sah auf jeden Fall Kinder vor.

Nach langen Gesprächen und vielen Überlegungen haben wir uns dafür entschieden. Ist mein Leben wegen der ganzen Geschichte weniger Lebenswert? Nein!

Ich könnte meine Krankheit an meine Kinder weiter vererben, ja. Aber bisher bin ich die einzige meiner Familie, die so schwerwiegende Probleme hatte, dass eine Operation notwendig war. Es gibt immer Lebensrisiken. In unserem Fall ist eins davon wenigstens bekannt und kann gezielt überwacht werden. Ein Kapitel ist beendet. Ob es irgendwann ein neues Kapitel geben wird weiß ich nicht.

Wir haben auf unser Herz gehört und hoffen und vertrauen auf das Gute im Leben. Wir lieben unsere inzwischen 2 Kinder über alles. Bedingt durch die Krankheit waren die Schwangerschaften und Geburten nicht ganz unkompliziert, aber wir haben es in Kauf genommen. Sie bereichern unser Leben.

Viele Erinnerungen waren ganz hinten im Kopf vergraben. Aber bei dem Geruch von Erdbeermarmelade kommt so manchen wieder zu Tage.

Meine Abenteuerreise nach Berlin

Wenn ich alleine verreise, ist das Chaos vorprogrammiert. Erst einmal gibt es vorab jede Menge zu organisieren. Wer passt auf die Kinder auf? Was muss vorher alles noch erledigt werden? In der Regel reicht es, wenn ich die komletten Outfits der Kinder für den nächsten Tag rauslege. Ansonsten wuppt Herr Sonnenschein das ganz wunderbar.

Ich hatte mich auf die Blogfamilia in Berlin und das Frühlingsfest in der Kita gefreut, aber dass der 12. Mai nur einmal im Kalender steht und beides auf einen Tag fällt, hatte ich dabei nicht bedacht. Die besondere Schwierigkeit bestand darin, dass an jenem Tag nicht nur Frühlingsfest sein sollte, sondern auch noch Kitafrei bis zum Festauftakt. Nun ja. Irgendwie wollte das Schicksal es so, dass die Organisiererei der Kinderbetreuung sich ein wenig schwierig gestaltete. Und auch, dass dieser Monat einige Male solche Herausforderungen mit sich bringt und ich nicht immer dieselben fragen möchte.

Ich war schon kurz davor meine Teilnahme an der Blogfamilia abzusagen. Irgendwie sollte es ja scheinbar nicht sein. Und ich hatte außerdem ein schrecklich schlechtes Gewissen nicht beim Löwen auf dem Frühlingsfest sein zu können. Und dann sprang meine Schwiegermutter ein. Wie so oft und selbstverständlich.

Da ich die Holzklasse gebucht hatte, weil mir eine warme Decke und ein Dach überm Kopf reicht, teilte ich meine zwei Nächte in Berlin mit Berni aus Indonesien und vier, mir völlig fremden Frauen. Die eine reiste nachts um vier ab. Mit viel Krach und Festbeleuchtung im Zimmer. Es waren nicht die erholsamsten Nächte. Aber am Morgen der zweiten Nacht stellte ich dann fest, dass ich die Nacht mit Hannah von familiert auf dem Zimmer verbracht habe, wie vor zwei Jahren, als ich ebenfalls auf der Blogfamilia war.

Mit der lieben Kerstin von Chaos hoch 2 und meinem Unvermögen Selfies zu machen.

Die Blogfamilia ansich war eine totale Reizüberflutung und Sammlung von (durchweg positiven Eindrücken). Sehr viele, sehr gute Gespräche mit lieben Menschen, inspirierende Reden und Workshops und rundum ein durch und durch gelungener Tag, der mich auch mein schlechtes Gewissen wegen des Frühlingsfests hat vergessen lassen.

Endlich haben Tanja von Zuckersüße Äpfel und ich das mit einem persönlichen Kennenlernen hinbekommen. Das war längst überfällig.

Vielen Dank noch einmal an alle, die die Blogfamilia organisiert und gesponsert haben. Das war ein fantastischer Tag und ich hoffe sehr, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann.

Und leider habe ich ganz vergessen Fotos zu machen. Ich war zu sehr mit reden beschäftigt und habe alle Eindrücke in mich aufgesogen, aber leider keine Fotos davon gemacht.

Mein Leben mit dem Besonderen #101 Einfach Theo

Für mich wurde mein Leben besonders „besonders“, als mein zweiter Sohn auf die Welt kam. Theo sollte er heißen und heute bin ich mir sicher, wir hätten keinen besseren Namen für unseren Kleinen finden können. Dass es nicht einfach werden würde, war mir klar. Schließlich haben die beiden Jungs gerade mal einen Abstand von 23 Monaten. Aber zu dem Zeitpunkt wusste eben auch noch niemand, dass Theo etwas Besonderes mitbringen würde.

Die Geburt verlief wie erwartet – Theo kam per Kaiserschnitt auf die Welt. Wie auch beim Großen hatte ich leider keine andere Wahl. Aber man macht eben das Beste daraus und so konnte ich mir immerhin ein besonders schönes Datum für seinen Geburtstag wählen. Es war alles gut, ich durfte ihn kurz im Arm halten, ein paar Tränchen flossen und schon war mein Mann mit Theo, der Hebamme und dem Fotoapparat im Kreißsaal. Als er wieder zu mir zurückkam, strahlte er bis über beide Ohren. Unser kleiner Sonnenschein war endlich bei uns!

Im Kreißsaal angekommen, haben wir Theo direkt angelegt und er gab alles! Es klappte zwar noch nicht ganz mit dem Saugen, aber wir hatten ja Zeit. Das war schon ein riesiger Fortschritt im Vergleich zum Großen. Der wollte nämlich partout nicht an die Brust. Ach, was war ich glücklich!

Ein paar Stunden später auf dem Zimmer, legte ich Theo erneut an. Aber auch diesmal saugte er nicht richtig, es war eher ein kräftiges Schmatzen.  Die Krankenschwester meinte nur, wir probieren es später nochmal. Er ist sicherlich einfach noch zu erschöpft. Aber schon kurze Zeit später kam sie mit einem Arzt zurück. Ich wusste gar nicht, was mit mir geschieht. „Herr Dr. So und So möchte eben mal etwas nachschauen bei ihrem Sohn. Wir haben das so eine Vermutung, warum das nicht klappt mit dem Trinken.“ Und schon schleppte der Arzt meinen kleinen Theo zum Wickeltisch und leuchtete ihm in den Mund. „Ihr Kind hat einen offenen Gaumen.“ Wie? Was? Blutet er? Ich war total überfordert, wusste gar nicht, was der Arzt von mir wollte. Die Schwester erklärte mir dann in aller Ruhe, was das Ganze zu bedeuten hat. Theo wurde mit einer Gaumenspalte geboren, d.h. der weiche Teil des Gaumens war gespalten. Weder der Kinderarzt, noch die Hebamme hatten das direkt nach der Geburt festgestellt. Aber die erfahrene Krankenschwester vermutete es auf Grund des Schmatzens.

Und da lag ich nun, ans Bett gefesselt, heulend, allein mit meinem Baby im Arm. Ich wusste ja noch gar nicht, was das alles zu bedeuten hatte.

Als mein Mann kurze Zeit später wieder bei mir war, durchforsteten wir das Internet. Außerdem bekamen wir Unterstützung an die Seite gestellt von einem erfahrenen Kieferchirurgen. Genau diesem Mensch verdanke ich meine mittlerweile erreichte Gelassenheit im Umgang mit Theo’s Schicksal. Wenn es nämlich nach den Ärzten und Schwestern des Krankenhauses gänge, dann wäre mein Kind ja so anders, schwierig. Aber nein, das ist Theo nicht – Theo ist lediglich Besonders. Und ansonsten ist er ein ganz normales Kind.

Die ersten Wochen und Monate waren sehr anstrengend. Theo trank nie genug, war nie satt. Weil er nicht saugen konnte, gab ich ihm die Flasche und half mit etwas Druck auf den Sauger nach. 1 1/2h für eine Mahlzeit waren absolut normal, aber ein sattes Kind leider nicht. Schlaf wurde überbewertet, mein großer Sohn viel zu oft vernachlässigt. Aber irgendwie verging die Zeit doch und als Theo 4 Monate alt war, wurde er im Uniklinikum Frankfurt operiert. Unser Kieferchirurg hatte uns das Klinikum und den verantwortlichen Oberarzt empfohlen und ich bereue es bis heute nicht, dass wir es dort haben machen lassen. Natürlich war es eine wirklich harte Zeit und während ich das ganze hier schreibe, kullern auch schon wieder die Tränen über meine Wangen. Aber ich fühlte mich und vorallem auch meinen Sohn dort in guten Händen. Die Ärzte und Schwestern waren sehr aufmerksam, nahmen sich Zeit für meine Sorgen und gaben mir das Gefühl wichtig zu sein. Wichtig für meinen Sohn! Das hatte ich vorher in einem anderen Krankenhaus schon ganz anders erlebt.

Die OP verlief erfolgreich. Bereits nach einer Woche konnte Theo endlich zum ersten Mal richtig saugen. Er trank seine Flasche von nun an leer, wurde satt. Und jetzt kommt das große ABER. Leider bekam Theo kurz nach der OP einen starken Husten und deshalb ging die Naht zum Teil wieder auf.

Vieles hat sich durch den Eingriff zum Positiven geändert. Theo wurde nun immer satt, er begann schon bald mit fester Nahrung  und man konnte ihm bei Wachsen förmlich zuschauen. Er schrie viel weniger, schlief besser, war sichtlich zufriedener. Und doch schwebt da immer dieses große Fragezeichen. Muss er nochmal operiert werden? Wie wird er sich entwickeln?

Die erste OP liegt mittlerweile fast 2 Jahre hinter uns. Theo ist ein fröhliches, willensstarkes Kind geworden. Er liebt es draußen herum zu toben, am besten mit seinem großen Bruder. Er kann sich wunderbar verständigen, mit Hand und Fuß und im Notfall auch mit der Faust. Nur Sprechen funktioniert eben nicht. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass er bald noch einmal operiert wird. Der Spalt muss komplett verschlossen werden, denn neben der Sprache gibt es auch noch andere Gründe, die dafür sprechen. Lange Zeit habe ich mich dagegen gewehrt, wollte das alles nicht noch einmal durchmachen. Doch inzwischen bin ich dazu bereit, bereit meinem Kind einen besonders schönen Weg zu ebnen und dazu zählt eben auch, ihm die großen Steine aus dem Weg zu räumen.  Und dabei darf er „einfach“ Theo sein!

Muttertag 8.0

Muttertag. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Und ich? Sitze irgendwo zwischen den Stühlen.

Grundsätzlich ist es so, dass dieser Tag viel, sehr viel zu früh beginnt, weil die Kinder es gar nicht mehr abwarten können voller Stolz ihre selbstgebastelten Geschenke zu überreichen (die tatsächlich auch nur durch viel Mitwirken der Erzieherin oder der Schulbegleiterin fertig geworden sind).

Der Tag setzt sich fort mit viel Geschrei und Gebrüll, weil die Kinder sich unglaublich viel Mühe geben den ganzen Tag besonders „lieb“ zu sein. Spätestens, allerspätestens nach einer viertel Stunde scheitern sie kläglich daran und haben schon wieder vergessen, dass Muttertag ist. Verzeihlich, denn wer kann schon den ganzen Tag ununterbrochen lieb sein? Und wer möchte das überhaupt? Außerdem, warum sollte dieser Tag anders als die restlichen 364 Tage im Jahr ablaufen?

Ich mag Muttertag, weil ich Sonntage mag. Und noch mehr mag ich Sonntage mit meiner ganzen Familie. Und ich mag Muttertag, weil es dann meistens Kuchen gibt. Und nicht zuletzt, aber vor allem mag ich Muttertag, weil es ohne den Sonnenschein und den Löwen kein Muttertag geben würde. Zumindest für mich nicht.

Die Schokoherzen, die eigentlich heute für mich vorgesehen waren, hatte Sonea gestern bereits entdeckt und in Sekundenschnelle die halbe Packung inhaliert. Sie mag leider Schokolade genau so gerne wie ich.

Aber die größte Überraschung erwartete mich heute in meinem Nähzimmer. Denn während ich letzte Woche auf meiner kleinen Abenteuertour durch Berlin war (eine ausführliche Fortsetzung an dieser Stelle erwartet Euch im nächsten Post), hat Herr Sonnenschein die Zeit genutzt und mein Nähzimmer völlig auf den Kopf gestellt. Nein, er hat sich nicht an die Maschine gesetzt und für die selbstgenähten Hoodies gerächt, sondern aus 6 Quadratmetern unterm Dach das bestmögliche Potential rausgeholt und für viel Platz zum Nähen UND Stoffe lagern gesorgt. Ich muss noch ein wenig umsortieren, aber wenn ich fertig bin, mach ich Euch ganz sicher ein Foto.

Und dann war da noch dieser zauberhafte Schokoladenkuchen, den meine Männer gestern zusammen gebacken haben. Ich wollte schon immer mal ein Backrezept hier posten und dann auch noch glutenfrei! Aber sorry, es ist eine Backmischung… haha. Ich habe mich trotzdem riesig gefreut. Denn manchmal sind die kleinsten Gesten, das Tollste überhaupt. Und manchmal ist es einfach nur das Wissen darum, dass man geliebt wird. Ganz egal, ob Muttertag ist oder ob man gerade die liebste und beste oder eben die blödste Mama der Welt ist.

 

BLOGkade

Hallo Ihr lieben, ich bin es. Vielleicht erinnert Ihr Euch an mich.

Das Leben tobt gerade mal wieder wie ein wilder Orkan und irgendwie brauche ich das ja, diesen Wind um die Nase, den turbulenten Alltag und abends das Gefühl den Tag gut genutzt zu haben.

Und es ist auch nicht so, dass das Leben gerade einfach keine Geschichten bereit hält oder nur gähnende Langeweile zu bieten hat. Nein, das ist es nichts. Aber irgendwie habe ich gerade eine BLOGkade.

Es gibt so manches, was mich stört und mir dann die Kreativität beim Schreiben nimmt. Und dann gibt es eben auch noch meine Familie, meinen Job und mein Hobby, das Nähen und wenn der Wind mal wieder heult und sich alles ganz wackelig anfühlt, haben Familie und Job eben Priorität.

Die nächsten beiden Tage bin ich in Berlin. Neben einem schlechten Gewissen, mischt sich ein wenig Vorfreude in meine Stimmungslage. Und wer weiß, vielleicht schaffen es ja die Blogfamilia und all die großartigen Menschen meine BLOGkade zu lösen.

Ich bin sehr optimistisch und deshalb sage ich – wir lesen uns allerspätestens Anfang nächster Woche wieder hier. Dann gebe ich auch endlich die ebbe-Gewinner bekannt.

Diese schöne Jacke aus dem Jacquard Apple von enemenemeins begleitet mich nach Berlin und zur Blogfamilia und den Stoff bekommt Ihr ab Samstag bei lillestoff.

Mich findet Ihr in den nächsten Tagen also nicht nur in Berlin, sondern auch bei RUMS.

 

Stileganto

Wochenlang habe ich mich auf Stileganto gefreut. Gedanklich war dieses neue raxn-Design längst vernäht. Und als ich es dann tatsächlich zum Probenähen in meiner Lieblingspost hatte, saß ich ratzfatz an der Nähmaschine.

Als ich fertig war, dachte ich plötzlich „Du solltest doch ein Shirt werden und keine Goldmarie!“.

Kennt Ihr das? Nun muss ich am Samstag, wenn der Stoff bei lillestoff erscheint, unbedingt noch einmal Nachschub kaufen.

Bevor ich das auch wieder vergesse: ihr findet mich zwischen all den großartigen Nähwerken wunderbarer und fleißiger Frauen bei RUMS. Denn Donnerstags ist RUMStag.

Ans Mittelmeer mit ebbe im Gepäck VERLOSUNG

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Heute Morgen wurde ich von der Sonne geweckt, oder besser gesagt von meiner gut gelaunten Tochter. Mein erster Gedanke war: warum ist dieses Kind immer so furchtbar früh wach? Wo nimmt sie ihre Energie her? Und wieso muss sie mich am Wochenende so früh wecken? Wir haben doch gerade mal 6 Uhr morgens. Allerspätestens!

Während ich mir die Müdigkeit aus den Augen rieb, realisierte ich dann aber, dass es mitten in der Woche ist und ich relativ spät dran. Ich blickte in das grinsende Gesicht meiner Tochter, die komplett angezogen neben mir saß. Wann ist dieses Kind nur so groß geworden? Habe ich das etwa auch verschlafen?

Wie kann man nur so müde sein? Vielleicht sollte ich einfach mal früher ins Bett gehen? Vielleicht brauchen wir aber auch einfach mal alle ein bisschen Urlaub. Ein bisschen mehr als nur ein kurzes Wochenende Tapetenwechsel.

Mallorca war traumhaft und hat uns allen sehr gefallen, aber es war definitiv zu kurz. Viel zu kurz. Aber die Kinder haben diesen verrückten Kurztrip gut weg gesteckt. Besser als Herr Sonnenschein und ich. Mir steckte das noch eine ganze Weile in den Knochen. Als Sahnehäubchen kam dann noch diese idiotische Zeitumstellung oben drauf. Aber auch den Keks haben wir gegessen… wenn man mal von dieser täglichen „Aber ist ist doch noch hell draußen“ Diskussion absieht.

Das Schöne an den langen Tagen ist, dass man sie auch vermehrt draußen auf dem Spielplatz verbringt. Und an der frischen Luft toben macht bekanntlich müde. Clever.

Für die Frühlings-frischen Tage haben wir wunderschöne Outfits von ebbe für die Kinder, die wir bereits auf Mallorca auf ihre Wetterbeständigkeit getestet haben. Denn auch auf Mallorca ist es im März noch sehr luftig.

Die Kleidung von ebbe ist im Hause Sonnenschein auch bekannt als „Papa Outfits“. Er mag die Kleidung von ebbe besonders gerne, weil sie nicht so quietschbunt, eher schlicht und doch optimal für bewegungsfreudige Abenteurer.

Sonea liebt ihre Fleecejacke One Terry Fleece und trägt sie nicht nur total gerne beim Reiten. Wenn es nicht zu kalt ist, ist diese Jacke im Moment im Dauereinsatz.

Und Ringelshirts gehen doch sowieso immer! Als Conni-Bücher geschädigte Mutter muss ich bei Ringelshirts irgendwie immer an Conni denken. Das Darby Raglan ist zum Glück nicht rot-weiß gestreift, sondern in einem schönen Offwhite mit Royalblauen Streifen und Ärmeln.

Der Löwe liebt sein neues Sweatshirt mit „echten Insekten“ drauf. Immer wieder sagt er ganz stolz „Guck mal, da sind ECHTE Insekten drauf!“ und so wie er das sagt, scheint das wohl ziemlich cool zu sein. Aber der Sacke College Sweater ist ja auch ziemlich cool, oder?

Mein absoluter ebbe-Favorit aus der Frühjahr/Sommerkollektion ist übrigens die Ossian Quilted Jacket. Die steht dem Löwen einfach so fantastisch gut, ist allerdings nicht ideal für meine Kita-Wühlmaus.

Irgendeine Blogleserin hat mir das mal prophezeit: keine Jeans mehr im Schrank, die keine Löcher an den Knien hat und vom Schuhverschleiß wollen wir gar nicht erst reden.

Na ja und aus diesem Grund sind die neuen Naturinos leider auch nur am Wochenende im Einsatz. Eigentlich viel zu schade, aber mir würde es sicherlich mehr weh tun, wenn er nach zwei Wochen neue bräuchte.

Die coolen Sneaker bekommt Ihr hier noch in komplett blau, aber auch in anderen Farbausführungen.

Und wie bereits angekündigt, verlose ich unter allen, die diesen Beitrag bis zum 07.05. um 23:59 Uhr kommentieren folgende ebbe-Outfits:

Wenn Ihr dieses zauberhafte Kleid DOLCE in Größe 116 gewinnen wollt, gebt in Eurem Kommentar das Stichwort: KLEID an.

Für die Boys Jeans BASS in Größe 146, gebt Ihr das Stichwort: JEANS ein.

Wollt Ihr das Boys Hemd COSTAS in Größe 110 gewinnen? Dann gebt das Stichwort: HEMD in Eurem Kommentar mit an.

Und sicherlich würde sich ebbe sehr freuen, wenn Ihr die Facebookseite liked, auf der immer wieder auch tolle ebbe-Outfits verlost werden.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Instagram oder Twitter. Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen, sofern er eine Anschrift in Deutschland hat. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme willigt ihr ein, dass Ich Euch namentlich hier auf dem Blog als Gewinner bekannt gebe und Euch über die angegebene E-Mail Adresse kontaktiere. 

Viel Glück!

Im Mai gibt es wieder ein paar Papa-Outfit-Tage. Denn auf mich wartet die Blogfamilia und endlich auch mal wieder ein Termin vor Ort bei lillestoff. Und ihr könnt sicher sein, dass meine Kinder an diesen Tagen komplett in ebbe gekleidet sind.

edit:

hier kommen die drei Gewinner der ebbe-Verlosung! Vielen Dank, dass Ihr alle mitgemacht habt. Die nächste Gewinnchance ergibt sich bestimmt bald.

Liebe Liebe Liebe

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Ich bin nicht mehr die Nummer Eins bei meinem Sohn.

Die letzten fünf Jahre hatte ich mich so daran gewöhnt. So kratzbürstig Sonea manchmal sein kann, bei ihrem kleinen Bruder bin ich immer die Nummer Eins. War ich. Das Lieblings-Kuschelobjekt, die schönste Mama der Welt und… ach, es ist doch einfach wunderbar, wenn man einen kleinen Verehrer hat, der einen auch morgens verliebt anlächelt, obwohl man die Haare zerzaust, das Gesicht pickelig, ungeschminkt und Augenringe bis unter die Kniekehlen hat. Der einen strahlend anblinzelt und stürmisch mit einem verliebten „Mama“ begrüßt, morgens nach dem Aufstehen, nachmittags nach der Kita und abends nach der Spielplatzrunde.

All das ist immer noch da, aber die Nummer Eins hört nun auf den Namen Lisa*.

Alle Jungs der Bienengruppe sind verliebt in Lisa. Es war eine Frage der Zeit bis Amors Pfeil auch meinen Sohn treffen würde.

Der Frühling scheint es mit sich gebracht zu haben. Plötzlich ist „Heiraten“ ein großes Thema im Kindergarten. Die Kinder schmieden eifrig Hochzeitspläne innerhalb der Bienengruppe. Die Lara heiratet die Ole, der Max die Mia* und sogar Dreierhochzeiten werden eifrig geplant, wenn man sich nicht festlegen möchte.

Völlig normal. Wir haben das als Kinder auch gemacht und meine Sandkastenliebe hieß damals Daniel. Wir waren unzertrennlich und spielten nachmittags zusammen auf der Wildblumenwiese neben dem Haus seiner Eltern und sammelten Grashüpfer in Einmachgläsern, die wir wieder frei ließen, wenn es nach Hause ging. Ich glaube, Daniel wäre heute gar nicht mehr mein Typ, aber damals war ganz klar, dass wir eines Tages heiraten würden.

„Mama, können auch Männer Männer heiraten?“, „Hmmm, klar, das geht! Möchtest Du einen Mann heiraten?“, „Ja, den Justus*!“. Das ist der beste Freund vom Löwen.

Aber seinen besten Kumpel heiratet man nicht und wenn alle auf Lisa fliegen, dann natürlich auch mein Sohn. Ist doch klar.

Seitdem höre ich nur noch „Jaaaahaaa, morgen sehe ich die Lisa endlich wieder im Kindergarten!“ oder „Das muss ich morgen unbedingt der Lisa erzählen!“ und „Ich lade an meinem Geburtstag NUR die Lisa ein, sonst niemanden!“. Ja und am Wochenende war die Sehnsucht so groß, dass er per Voicemail ein Date für Montag mit seiner Angebeteten ausmachte.

Ich habe ihn noch nie so erlebt, so nervös, so rot im Gesicht und irgendwie ist es schon ziemlich süß. Ich lerne meinen Sohn gerade nochmal von einer ganz anderen Seite kennen.

Und abends, da bin ich dann immer noch und wieder die Nummer Eins. Da streiten sich meine beiden Lieblingsmenschen darum wer von mir ins Bett gebracht wird und wer mit mir kuscheln darf.

Die Zeit vergeht so schnell. Deshalb genieße ich einfach nur und hoffe, dass es noch eine Weile so bleibt. Zumindest am Abend.

Für Sonea gibt es übrigens immer noch nur eine große Liebe und das ist ihr Papa… und Doktor Mayer (von Doctor’s Diary) vielleicht. Ganz heimlich.

Und wo wir gerade beim Thema Liebe sind:

Unsere Lieblingsoutfits von me&i, die aktuell im Dauereinsatz sind.

Bei mir ist es ganz klar die Short Jacket und die Dots Pants. Mein absolutes Lieblings-Match im Homeoffice. So bequem und casual, ohne schlönzig auszusehen.

Das Lieblings-Shirt vom Löwen ist in dieser Saison ganz klar das One Bulldog. Das ist aktuell im Dauereinsatz und eigentlich nie im Kleiderschrank.

Soneas absoluter Favorit ist das Circle Flowers Dress. Das hat sie sich auf unserer letzten me&i Party sofort von der Stange genommen und wollte es am liebsten gar nicht mehr ausziehen.

Eine me&i Party lohnt sich immer! Nicht nur wegen der tollen Kleidungsstücke, sondern eben auch, weil es großen Spaß macht, für alle unkompliziert ist (jeder bekommt persönlich seine Ware und Rechnung zugeschickt) und keine Kaufpflicht besteht.

*Namen von der Redaktion geändert

Einmal Paris mit Mademoiselle Yéyé VERLOSUNG

*Werbung*

Die letzten Wochen war hier so viel los, dass ich unendlich viele Geschichten zu erzählen hätte. Drei habe ich auch schon vorbereitet und ja, es besteht tatsächlich die Chance, dass wir uns hier wieder ein bisschen regelmäßiger lesen, wenn Ihr wollt.

Bevor ich Euch von Soneas Ferienwochen, unserem verliebten Löwen und anderen Alltagsanekdoten erzähle und die angekündigte ebbe-Verlosung starte, muss ich unbedingt noch von unserem Besuch bei JÄTTEFINT am Samstag berichten.

 

JÄTTEFINT ist bekannt für die schönsten skandinavischen Label und vor allem tolle und fair produzierte Kindermodelabels. Meinen Kindern ist es auch nie langweilig bei JÄTTEFINT, denn es gibt immer etwas zu gucken und dann ist da auch noch das Pippi-Spielhaus, das immer die erste Anlaufstelle ist, nachdem Johanna und ihr Team erstmal kräftig gedrückt werden.

Ganz neu bei JÄTTEFINT ist das Stuttgarter Label Mademoiselle Yéyé und somit auch wirklich traumhaft schöne Damenmode. Die Kleidungsstücke sind nicht nur durchweg vegan, sondern werden ausschließlich in Europa in, von der Fair Wear Foundation geprüften und verifizierten Textilbetrieben, produziert. Ein Aspekt, auf den ich selbst viel Wert lege, seitdem ich selbst nähe.

Natürlich könnte ich mir meine Kleidungsstücke alle selbst nähen und seitdem lillestoff nicht nur Kinderstoffe produziert, sondern in der FOR:mig Linie auch traumhafte Damenstoffe, nähe ich noch viel mehr für mich. Es macht nicht nur großen Spaß, sondern ist mein kleines Yoga zum turbulenten Alltag.

Während andere für einen bestimmten Anlass ausgiebige Shoppingtouren planen, sitze ich gedanklich an der Nähmaschine. So lautete meine Antwort auf die Frage von Herrn Sonnenschein, was ich denn für unseren Kurzurlaub auf Mallorca in den Koffer packe „Das muss ich noch nähen!“.

Und wenn es mal schnell gehen muss oder einfach keine Zeit für die Nähmaschine bleibt, gibt es ja auch noch wirklich tolle Labels und auch mal die eine oder andere Shoppingtour.

Mademoiselle Yéyé ist nicht nur herrlich verspielt und retro, sondern auch qualitativ echt toll.

Ich habe mich bei JÄTTEFINT in dieses wunderschöne Kleid Beth Paris verliebt. Ein leicht fallendes Viskosekleid in dunkelblau mit einem verspielten Print aus Pünktchen, Dackeln, Eifeltürmen und Sektkelchen, aus denen Herzchen sprudeln. Als farblichen Kontrast rundet ein gelber Flechtgürtel (natürlich auch vegan und deshalb kein Echtleder) das A-Linien Kleid ab.

Der Cardigan Lovelyn mit Herzchen-Lochmuster und Blumenknöpfen passt perfekt zu dem hübschen Kleid.

Mit Mademoiselle Yéyé habe ich auf jeden Fall eine weitere Marke für mich entdeckt, der ich sicherlich treu bleiben werden und von der Johanna hoffentlich noch mehr wundervolle Kleidungsstücke in ihr JÄTTEFINT-Sortiment aufnimmt.

Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass das Kleid Beth Paris nicht nur mir gefällt, sondern auch einigen von Euch, hat mir Johanna ein Kleid zur Verfügung gestellt, das ich in den Größen S, M, oder L an Euch verlosen darf. Ist das nicht toll?

Schreibt mir einen Kommentar unter diesen Beitrag oder auf Facebook, wenn Ihr das Kleid in einer der drei angegebenen Größen gewinnen wollt.

Werdet Fan von JÄTTEFINT auf Facebook, wenn Ihr es noch nicht seid.

Sharing is caring – deshalb würde ich mich riesig freuen, wenn Ihr die Verlosung teilt, damit Eure Freundinnen auch die Chance bekommen dieses wunderschöne Kleid zu gewinnen.

Die Verlosung endet bereits am Dienstag, den 25.04. um 23:59 Uhr.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Instagram oder Twitter. Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen, sofern er eine Anschrift in Deutschland hat. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme willigt ihr ein, dass Ich Euch namentlich hier auf dem Blog als Gewinner bekannt gebe und Euch über die angegebene E-Mail Adresse kontaktiere. 

Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an Johanna von JÄTTEFINT für das Sponsoring dieser Verlosung.

Ganz viel Glück wünsche ich Euch.

edit:

Gewonnen hat –

Herzlichen Glückwunsch! Wir haben Dir bereits eine Benachrichtigung per Mail geschickt.

Mein Leben mit dem Besonderen #100 Das Geschenk eines Lebens 🦋

Jede Mutter weiß wie es ist, wenn die Geburt naht. Es ist die innere Unruhe, es ist der Wunsch sich zurückziehen zu wollen, für sich zu sein, sich ein sicheres Nest zu bauen….ich durchlebe das jedes Jahr, immer im April, seit 9 Jahren. Nur ist es nicht die anstehende Geburt meiner Tochter – nein, es ist ihr Todestag.

Am 24. April.

Und doch gleichen sich die Empfindungen sehr, denn ich weiß nie was mich erwartet, ich weiß nie wie groß der Schmerz sein wird, ich weiß nie wie lange es dauern wird, bis ich wieder atmen kann, ohne dass es weh tut. Was ich weiß, ist – wenn dieser Tag vorbei ist, wenn die Uhrzeit vorbei ist, dann wird mein Herzschlag ruhiger. Ich bin nicht mehr so angespannt, so dünnhäutig, so empfindlich auf alles Ebenen des Seins. Das Rauschen in meinem Kopf lässt nach, es kehrt etwas an Ruhe ein. In meiner Seele, in meinem Herzen, in meinem Bauch und in meiner Brust. Ich kann wieder besser atmen.

Und dann ist da ja auch noch das normale Leben, der Alltag, in dem keiner mehr daran denkt, dass da noch ein kleines Mädchen war, das nur 9 Monate alt wurde. Die Menschen können nicht gut damit umgehen, ich merke ja oft dass das Thema liebend gerne vermieden wird. Es könnte ja nun auch mal gut sein, nach 9 Jahren, das steht den meisten Menschen ins Gesicht geschrieben. Aber für mich, für mich ist es in diesem Monat wie gestern, wie gestern fühlt es sich an – das tiefe Fallen, der Schwindel, das Gefühl den Boden unter den Füßen zu verlieren. Manch einer, der mich gut und lange kennt, der sagt einfach nur „Ich weiß. Ich denke auch an Sie.“, und das ist dann ein Geschenk für mein Herz. Es muss gar nicht mehr sein.

Mein 5-jähriger Sohn ist mit dem Schwermut dieser Jahreszeit aufgewachsen, auch wenn man sich bemüht sich zu verstellen, er ist da sehr empfindsam, und er wundert sich dieser Tage manches Mal über meine Dünnhäutigkeit. Das tut mir in diesen Momenten dann auch sehr weh, dass er vielleicht einfach nicht ganz so unbeschwert aufwachsen kann, weil es da immer seine Schwester gibt, die wir auf dem Friedhof besuchen, eine Kerze für sie anzünden. Er sagt dann Dinge wie: „Ich bin traurig, das Mia gestorben ist, sonst könnte ich immer mit ihr fangen spielen!“ Und an ihrem Geburtstag im Juli schicken wir einen Luftballon in den Himmel; und dann fragt er: Bekommt Mia den auch? Wir müssen ihren Namen drauf schreiben! – das machen wir dann, und dann küssen wir alle diesen Ballon und lassen ihn gemeinsam los und dann schauen wir ihm hinterher, wie er da so in den Himmel fliegt. Zu unserer geliebten Mia.

Als Mia im Juli 2007 geboren wurde, war ich 31Jahre alt. Die Schwangerschaft war unauffällig, und ja – es kam das Thema Fruchtwasseruntersuchung auf, wobei – für mich war das kein Thema, denn ich würde niemals ein Kind abtreiben. Was hätte das Ergebnis also für Auswirkung gehabt? Keines. Es sein denn, den Aspekt der besseren Vorbereitung. Mein Mann hätte schon gerne mehr Sicherheit gehabt, denn er wuchs in den 70er Jahren mit einem schwer behinderten Cousin auf und musste erleben, wie seiner Tante nachgerufen wurde „Schmeiß das Kind weg, das ist Menschenmüll!“ – unfassbar. Das hat ihn sehr beschäftigt, und er sagte einmal er wisse nicht genau, ob er damit zurechtkäme, wenn unser Kind mit einer Behinderung zur Welt käme. Letztlich hat er natürlich auch die Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung verstanden und wir verzichteten. Mia kam nun also zur Welt, und das war auch alles soweit gut, die Untersuchung führte der Chefkinderarzt durch, alles wunderbar. Nach 2 Tagen jedoch gab es Auffälligkeiten, Mia trank nicht, schlief nur, war ständig schlapp. Die Schwestern interessierte das alles im Wesentlichen erstmal nicht, ich als Erstgebärende hatte sowieso keine Ahnung und war total überfordert. Mia kam auf die Neointensiv. Und in mir kroch das erste Mal eine entsetzliche Angst hoch. Angst um ihr Leben. Die Diagnose lautete: schwere Neugeborenengelbsucht. Streptokokkeninfektion. Wahrscheinlicher Herzfehler. Man wollte einen Chromosomentest machen. Ob wir denn in der Schwangerschaft alle Vorsorgeuntersuchungen hätten machen lassen?

Nach 1 Woche ging es Mia besser. Ich lernte zum ersten Mal das Leben auf einer Kinderintensivstation kennen. Irgendwann im Laufe der Zeit dann; die Ärztin kam und versuchte mir schonend mitzuteilen, dass unsere Tochter mit Trisomie 21 zur Welt gekommen war. Und das sie einen Herzfehler habe, allerdings einen der nicht so sehr schlimm sei, sonder vielmehr recht häufig auftrete und gut operabel sein. Irgendwann, später. Trisomie 21? Hat mich nicht eine Sekunde interessiert. In dieser Situation war mir das so egal. Ich hatte um ihr Leben gefürchtet, ich hatte gedacht ich verliere sie gleich wieder, wo sie doch gerade erst geboren war, mein Mädchen. Ich nahm die Diagnose mit einer erstaunlichen Ruhe auf, mein Mann übrigens später auch, und ich bin sehr, sehr glücklich dass ich es vorher nicht gewusst habe. Ich weiß nicht, wie ich mich in dem Fall entschieden hätte – ich kann es nicht sagen. Ich weiß nur, dass wir in der Folgeschwangerschaft später sehr bewusst auf alle Pränataldiagnostik verzichtet haben.

Mia überlebte, und nach 3 Wochen konnten wir nach Hause. Wir mussten alle 3 Monate zu einem Kinderkardiologen, und wir begannen Physiotherapie und eigentlich war unser Leben ganz normal. Wir gingen sehr offen mit der Diagnose Down-Syndrom um, und damit haben wir im Wesentlichen nur gute Erfahrungen gemacht. Das war unser Kind, und sie war wunderbar. Einfach so, wie sie zu uns gekommen ist. Bis zu diesem Tag im Februar 2008. Mia war 7 Monate alt.

Es ging ihr den ganzen Januar schon nicht so gut, sie schien schlapp und angestrengt zu sein, und ich sagte das dem Kinderkardiologen beim Check und er wurde sehr nachdenklich und still, und er schallte und schallte, und letztlich teilte er mir mit, dass er einen Verdacht auf Lungenhochdruck hat. Wir wurden sofort in das Kinderherzzentrum nach St. Augustin geschickt. Dort wurde der Verdacht bestätigt. Mia litt an einer unheilbaren Krankheit. Bei ihr nahm diese Krankheit einen extrem schnellen Verlauf an – sie kollabierte noch in St. Augustin, wurde wiederbelebt, lag 12 Tage im Koma und doch, sie kam zurück zu uns. Diese Tage dort auf dieser Station haben sich in mein Gehirn eingebrannt, das Piepen der Monitore, die Schläuche, die Kabel, die Beatmungsmaschine. Das Leben auf eine Kinderintensivstation, wie in einer Blase. Eine eigene Welt.

Mia kam nie wieder nach Hause zurück. Nachdem wir in St. Augustin entlassen wurden,weil man ihr dort nicht helfen konnte, gingen wir in das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Von dort kamen wir in die Uniklinik in Gießen, wo sie mittels einer Katheteroperation am Herzen operiert wurde – danach sollten wir nach Hause entlassen werden. Das war aber gar nicht möglich, denn Mia war total instabil und brauchte dauerhaft Sauerstoff mittels einer sog. Nasenbrille. Wir waren dabei einen 24h-Pflegedienst für unser Zuhause zu organisieren, einen Sauerstofftank, und all die anderen Dinge, die unser Leben ab nun extrem verändern würden. Mir wurde beigebracht, wie ich mein Kind im Notfall reanimieren kann. Ich wurde geschult, wie ich ihr 5x am Tag die lebensnotwendigen Medikamente verabreichen muss. Wir verbrachten die letzten Wochen ihres Lebens im Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke – zum Glück. Ich habe selten soviel Liebe und Achtsamkeit in einem Krankenhaus erlebt, und dafür bin ich sehr dankbar.

Mia starb an einem Donnerstag, an dem Tag, an dem wir entlassen werden sollten. Sie kollabierte, die Ärzte kämpften, sie kämpfte. Wir warteten. Und irgendwann wurde es ganz ruhig in mir. Und der Sturm, das Unwetter, dass draußen tobte, waren vorbei. Ich wusste einfach, es war vorbei.

Ich weiß noch, wie sich die Schiebetür öffnete und ich sagte einfach nur zu dem Arzt:„ das war es jetzt, sie ist gegangen, oder?“ – und er antwortete, dass sie noch nicht ganz gegangen sei, ihr Herz schlägt noch, und wir durften sie in den Arm nehmen, ganz ohne Sauerstoffbrille und ohne Kabel hielt ich sie in meinen Armen und dann starb sie.

Den Tod des eigenen Kindes zu überleben, ist sicherlich unvorstellbar. Für jeden von uns. Jeder sagt zunächst, „das könnte ich nicht. Da könntest Du mich gleich daneben beerdigen.“ – ich habe mich anders entschieden. Ich habe mir meine Tochter zum Vorbild genommen. Niemals habe ich jemanden so kämpfen sehen wie sie. Ich wollte nicht aufgeben. Für sie. Und noch heute bin ich voller Dankbarkeit dafür, dass sie da war. Ich habe sehr viel von ihr und von ihrem Dasein gelernt- es hat mein Herz geöffnet, meinen Blick geschärft und meine Art zu Leben völlig verändert. Natürlich bin ich auch die Mutter, die bei dem Sohn immer beschützend dahinter steht, da kann ich nicht raus aus meiner Haut – da fehlt mir der Schutzmantel des „uns-wird-schon-nichts-passieren“; denn doch – es kann ganz schnell die eigene Familie treffen, und auf einmal ist nichts mehr so wie vorher. Damit zu leben, lerne ich jeden Tag ein bisschen besser. Ich lerne jeden Tag das Loslassen ein bisschen mehr. Ich will ihm die Flügel geben, die er braucht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mehr gibt als die Augen sehen können oder der Verstand begreifen kann. Im Oktober 2010 lief ich in München Marathon, mit der Down-Syndrom-Marathonstaffel, ein wunderbarer Verein mit tollen Menschen. Ich lief den Marathon mit einem anderen Vereinsmitglied gemeinsam, und sie sagte mir damals, sie habe nach dem Tod ihres Kindes die Erfahrung gemacht, das man immer das bekommt, was die Seele oder das Herz gerade benötigen. Irgendwie kommt es zu einem. Und das stimmt. Jedes Jahr in der Zeit von Februar bis April passiert etwas, das mir gut tut. Auch wenn die Menschen, die dann meinen Weg kreuzen und mir ermöglichen zu wachsen, meistens davon gar nichts mitbekommen – und doch ist es für mich ein Geschenk. Durch meine Tochter habe ich wunderbare Menschen kennengelernt. Ich kann eine tiefe Liebe empfinden, für sie, natürlich; aber auch für viele andere Menschen. Ich möchte ihr Licht, ihre strahlende Liebe, weitergeben. Ihr wunderbares Wesen.

Und auch Sonea habe ich natürlich wegen Mia kennengelernt, denn damals hatte ich auch über Mia gebloggt und lernte dadurch viele aus der Blogger-Familie mit Kindern mit DS kennen; und wer weiß – vielleicht ist es dieses Jahr mein Geschenk, dass Katharinas Aufruf zum 100. Beitrag genau jetzt – ein paar Tage vor dem Todestag in meiner Timeline erscheint. Vielleicht es es mein Geschenk, das ich mich nach langer Zeit einmal wieder hingesetzt habe, und über meine Tochter geschrieben habe. Das war meine Therapie nach ihrem Tod – ich habe darüber geschrieben.

So sitze ich also nun hier, fast 9 Jahre nach ihrem Tod, und ich merke wie es in mir ruhiger wird, und die Anspannung ein wenig weicht. Es hat gut getan zu schreiben, und ich danke Euch für´s Lesen. Das ist unser Leben mit dem Besonderen. Im April ist es immer ein bisschen schwerer, aber in den anderen 11 Monaten spüren wir viel Wärme und Liebe, wenn wir an unsere besondere Tochter denken, die irgendwie immer bei uns ist. Wir sind dafür sehr dankbar.