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Ilmava *Verlosung*

Hab ich schon erwähnt, dass ich Urlaub habe? Und jetzt, wo ich ausgiebig Zeit zum Nähen hätte (also rein theoretisch, denn praktisch sind da noch zwei Kinder und vielleicht auch noch ein flauschiges Etwas, die ich nicht unbeaufsichtigt lassen kann) und außerdem ist meine Ovi kaputt. Also kann ich einen Punkt, auf den ich mich besonders in meiner Urlaubszeit gefreut habe abhaken. Theoretisch.

Praktisch ist jeder Tag einmal zu Ende und kaum zu glauben, aber auch die Kinder sind irgendwann einmal müde und nicht nur das. Idealer Weise schlafen sie dann auch. Und wenn ich selbst nicht komatös daneben liege, geht es nochmal schnell an die Nähmaschine. Soweit das eben möglich ist.

Gestern reichte die Zeit auf jeden Fall für ein Rucki-Zucki Kleiderprojekt. Und schwubs habe ich ein neues Lieblingskleid im Kleiderschrank. Auf das Maxikleid Ilmava habe ich mich monatelang gefreut und einige Stoffe bereit gelegt, die unbedingt zu einer Ilmava vernäht werden sollten. Luftige Maxikleider kann man schließlich nicht genug im Schrank haben. Zumindest theoretisch… aber mit dem Wetter ist das diesen Sommer wie mit den Kindern. Nicht immer scheint die Sonne.

Das Maxikleid Ilmava hat seinen Namen übrigens aus dem Finnischen, denn Ilmava heißt luftig auf finnisch.

Ilmava ist wirklich schnell und einfach genäht und falls Ihr es nicht ganz so lang haben wollt oder aber nicht ausreichend Stoff da habt (so wie ich), dann könnt Ihr Euch natürlich auch eine kurze oder eine Midi-Variante nähen.

Das Maxikleid Ilmava bekommt Ihr im lille-Shop und den Modal Smabloms von nestgezwitscher bekommt Ihr auch dort.

Und alle, die nun Lust auf ein eigenes Maxikleid bekommen haben, können Ihr Glück herausfordern, denn ich verlose unter allen Kommentaren ein Schnittmuster Maxikleid Ilmava von lillestoff.

Das Gewinnspiel endet am 06.08.2017 um 23:59 Uhr.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Instagram oder Twitter. Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen, sofern er eine Anschrift in Deutschland hat. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme willigt ihr ein, dass Ich Euch namentlich hier auf dem Blog als Gewinner bekannt gebe und Euch über die angegebene E-Mail Adresse kontaktiere. 

Viel Glück!

Tamme – unser pflegeleichtestes, neues Familienmitglied

Vier aufregende Wochen liegen hinter uns und eine spannende Zeit vor uns. Wir haben in den letzten Wochen sehr viel Zeit draußen verbracht und das nicht nur bei gutem Wetter. Wir haben Sommer, da macht ein bisschen Regen nichts aus. Außer der Starkregen in der vergangenen Woche vielleicht. Den braucht natürlich keiner.

Wir haben zwar keinen Garten, dafür eine große Terrasse, die viel Platz bietet. Theoretisch auch für ein Pferd.

Nachdem Sonea inzwischen über ein Jahr zum Voltigieren geht und das Pferdefieber auch vor dem Down-Syndrom natürlich keinen Halt macht (denn in den allermeisten Dingen unterscheidet Sonea sich eben nicht von anderen achtjährigen Mädchen), führte über kurz oder lang natürlich auch an einem Pferd kein Weg vorbei.

Nun, Ihr wisst wie lange ich bereits für einen Familienmops kämpfe und immer wieder kläglich gescheitert bin. Wie sollte Sonea da mit ihrer Pferdeliebe das Herz von Herrn Sonnenschein eher erweichen können?

Tja, aber Ihr wisst sicherlich auch selbst wie das ist mit den Vätern und ihren Töchtern. Natürlich können sie ihrer Prinzessin keinen Wunsch ausschlagen. Und deshalb steht bei uns zwar kein Pferd auf dem Flur, dafür aber auf der Terrasse. Es hört auf den Namen Tamme und ihm macht das bisschen Sommerregen gar nichts aus. Tamme bleibt bei Wind und Wetter eisern, nein hölzern, draußen und das ist ihm egal.

Die Kinder lieben es auf Tamme rumzuklettern und ich bin immer wieder erstaunt wie ausgiebig Kinder sich mit einer Sache beschäftigen können, wenn sie begeistert dabei sind.

Tamme macht das bisschen Kletterei nichts aus, er bleibt hölzern mit allen vier Beinen fest und unerschütterlich auf dem Boden.

Und das Beste ist: Tamme muss nicht gefüttert werden, nicht gestriegelt und ein Pferdeäpfelproblem haben wir auch nicht auf der Terrasse. Dafür jede Menge Spaß und Kinderaction. Ach ja, und natürlich die eine oder andere Voltigieraufführung von Sonea.

Tamme ist aus motorischer Sicht also auch voll und ganz empfehlenswert, nicht nur für Tierhaarallergiker.

 

Wem Tamme Stockmaß von 90 cm zu hoch ist, können wir seine Freundin Susi ans Herz legen. Sie ist mit einem Stockmaß von 75 cm etwas niedriger, aber mindestens genau so cool und ebenfalls aus robustem Fichtenholz. Die Mähne von Tamme und Susi ist übrigens aus Schurwolle und somit sind die Gartenpferde von Helga Kreft ein komplettes Naturprodukt. Rein theoretisch könnte auch Herr Sonnenschein ein bisschen auf Tamme in den Sonnenuntergang reiten oder aber ich zusammen mit Sonea einen kleinen Ausritt in die Wahner Heide probieren, denn Tamme ist bis zu 100 Kilo belastbar.

Für ein ausgiebiges Rollenspiel lässt sich der Kopf von Tamme auch hoch und runter bewegen.

Es gibt sogar Ergänzungen, wie Halfter und Führstrick sowie ein Äpple-Set für Pferdepfleger im tollen Shop von Helga Kreft. Aber wie gesagt, die Pferdeäpfel haben wir bislang nicht vermisst.

Und falls Ihr an dieser Stelle nun Bilder von einem anderen, neuen Familienmitglied erwartet habt… die folgen sicherlich auch bald. Aber wohl bemerkt, ich bin keine Prinzessin.

Dieser Beitrag wurde von der Helga Kreft GmbH gesponsert. Die Inhalte und Meinungen in diesem Beitrag sind meine eigenen. 

 

 

Spaziergespräche #2 Peinlich

Simon* hört ein Lied einmal und kann den Text sofort auswendig mitsingen. Es ist jedes Mal verblüffend. Natürlich gibt es schon mal an der einen oder anderen Stelle kleine Abwandlungen und freie Interpretationen. Besonders interessant wird es dann bei englischsprachigen Liedern.

Wenn der Sohn also einen Ohrwurm von dem 80er Jahre Kracher „Maniac“ hat (und das passiert in letzter Zeit häufiger… an uns liegt das aber nicht), klingt das in etwa so „Hiiis a Miiiiiinion, Miiiiiinion, ei doko!“. Am Text hapert es, aber die Melodie ist unverkennbar.

Neulich bei unserer morgendlichen Spazierrunde fing Simon dann an zu singen „This is the way we say hello, say hello, say hello… early in the morning…“ und ich war doch ein bisschen verblüfft über das, zur Abwechslung mal völlig akzentfreie, fließende Englisch meines Sohnes.

„Na Mama, was ist das für eine Sprache?“.

Natürlich ließ ich mich erst einmal auf ein kleines Ratespielchen ein und fragte „Hmmmm… Italienisch?“,

„Falsch!“,

„Französisch?“,

„Neeeeiiiiin!“,

„Dann… vielleicht Englisch?“.

„Nein Mama, ich sag Dir welche Sprache das ist: Peinlich!“.

Sollte ich in nächster Zeit versehentlich in den Dunstkreis irgendwelcher Eltern geraten, die sich mit den Hobbys und Talenten ihrer Kinder schmücken, kann ich gewaltig damit strunzen, dass mein Sohn fließend Peinlich spricht.

Hab ich eigentlich schon mal erwähnt wie stolz ich auf die beiden bin?

 

* auf ausdrücklichen Wunsch des Löwenkindes erfolgt zumindest hier auf dem Blog ab sofort eine Namensänderung in den Wunschnamen. Der Löwe heißt also ab sofort Simon, aber auf gar keinen Fall Vinni.

Eine magische Ferienzeit

Kinder sind kleine, magische Wesen und im Urlaub verwandeln sie sich gerne mal in kleine Monster und Hexen. Ganz besonders an Regentagen kann man diesen Verwandlungsprozess förmlich zischen und knistern hören. Meistens ist er mit viel Geschrei und Streitereien verbunden.

Manchmal gelingt es einem aber diese kleinen magischen Wesen bereits einzufangen, wenn es leicht anfängt zu brodeln. Ein Hexenhut und ein bisschen magisches Werkzeug wirken da wahre Wunder. Besonders an Regentagen, von denen dieser Sommer einige zu bieten hat.

Im Harry Potter Alter sind wir noch nicht angekommen, aber die kleine freche Bibi Blocksberg hext hier schon eine ganze Weile rum. Und mit ihr mein Sonnenschein, die binnen Sekunden zur  Gewitterhexe mutieren kann… hex hex.

Ich liebe das magische Denken meiner Kinder. Normalerweise hört das ja meistens mit dem Schulalter auf, aber Sonea hat dieses Denken noch nicht abgelegt und der Löwe, der immer alles kritisch hinterfragt, lässt zumindest uns im Glauben, dass er an die Zahnfee, den Weihnachtsmann und den Osterhasen glaubt. „Aber Mama, ich sag das nur, weil eigentlich weiß ich ja, dass Ihr die Geschenke gekauft habt.“. Schade, aber jedes Kind wird unterschiedlich von diesem Zauber umgeben.

So umstritten es ja ist und so oft, wie ich hier schon Kommentare lesen durfte, wie „ICH würde meinen Kindern NIEMALS so etwas erzählen und sie anLÜGEN“. Es hat ja nichts mit Lügen zu tun, sondern mit dem Glauben und vor allem mit Dingen, an die man glauben möchte.

In den Zaubershows unserer Supermagier ist es doch auch klar, dass niemand mit einer Kettensäge zersägt wird, auch wenn es den Anschein hat. Es ist Magie, eine große Show, aber ist es eine Lüge? Harry Houdini, David Copperfield und Jean Garin einfach nur Lügner oder doch echte Magier?

Meine Kinder haben auf jeden Fall ihre Begeisterung für die Zauberei entdeckt und das nicht nur an Regentagen, wenn es wieder mal verdächtig laut zischt und brodelt.

Natürlich weiß ich, dass die Münze in der Box einen doppelten Boden hat und nicht einfach weggezaubert ist. Und selbstverständlich weiß ich, dass meine Kinder nicht plötzlich einen langen Faden in zwei kleinere Teile zaubern können. Aber der Glaube an meine beiden Zauberer und ihre magischen Künste beflügelt sie und auch mich ein bisschen. Denn es ist einfach zauberhaft schön zuzusehen, mit welchem Enthusiasmus sie ihre kleinen Zauberkünste vorführen.

Der Zauberkasten Magic Zaubershow für Kids von KOSMOS bietet mit 20 einfachen und klassischen Zaubertricks einen kinderleichten Einstieg in die Zauberei.

Perfekt für meine beiden Entertainer, die es lieben kleine Showeinlagen zu geben und Kunststücke vorzuführen. Die Magic Zaubershow für Kids ist geeignet für Kinder ab fünf Jahren. Die Tricks sind leicht verständlich und einfach vorzuführen.

Beim Zaubern ist natürlich ein bisschen Übung erforderlich, denn nur wer flink ist, kann andere mit seinem Zauber verblüffen. Das Studium der Zaubertricks trainiert also außerdem die Fingerfertigkeit und Feinmotorik meiner kleinen Zauberkinder. Denn auch, wenn beide magische Wesen sind, die es verstehen uns Tag für Tag zu verzaubern, die Feinmotorik zählt bei beiden nicht zu den großen Stärken.

Habt Ihr auch einen kleinen Zauberlehrling oder eine kleine Hexe zu Hause und sucht Ihr auch nach geeigneten Beschäftigungen für einen verregneten Feriensommer? Dann haben wir vielleicht genau das Richtige für Euch!

Mit ein bisschen Glück könnt Ihr einen Zauberkasten Die Magic Zaubershow für Kids gewinnen, die uns KOSMOS für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hat.

Und dafür benötigt es keine Zauberei, sondern lediglich einen Kommentar unter diesem Beitrag von Euch. Schreibt mir Euren allerliebsten Zaubertrick! Sind es Kartentricks? Oder ist es der Trick mit dem Kaninchen und dem Zylinder? Ein Illusionszauber oder gar der berühmt berüchtigte Sägezauber?

Am Gewinnspiel nehmen alle Kommentare bis einschließlich 03.08.2017 teil.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Instagram oder Twitter. Jeder, der über 18 Jahre alt ist, darf teilnehmen, sofern er eine Anschrift in Deutschland hat. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Teilnahme willigt ihr ein, dass Ich Euch namentlich hier auf dem Blog als Gewinner bekannt gebe und Euch über die angegebene E-Mail Adresse kontaktiere. 

Der Gewinner wird nach Ende des Gewinnspiels persönlich angeschrieben und hier unter diesem Beitrag bekannt gegeben. Der Zauberkasten Die Magic Zaubershow für Kinder wird direkt von KOSMOS versandt.

Und wer sich nicht auf sein Losglück verlassen möchte, sich aber dennoch für Magie und Zaubertricks für Kinder von 5 bis 12 Jahren interessiert, dem können wir die Zauberkästen von KOSMOS nur empfehlen.

Und nun wünschen wir Euch noch ein bisschen Glück und ein bisschen Zauberei… dreimal schwarzer Kater… hex hex!

 

 

An einem Tag um die Welt

Erst einmal möchte ich mich im Namen unseres kleinen Superlöwens für die zahlreichen Glückwünsche bedanken. Ich habe sie ihm fast alle vorgelesen und er hat sich riesig gefreut, dass so viele Menschen ihm zu seinem Ehrentag gratulieren.

Nachdem der Tag gestern viel zu früh für uns alle angefing, weil Sonea um 5.30 Uhr beschlossen hatte, dass das Geburtstagskind nun endlich seine Geschenke auspacken muss…

.., kamen wir auch zeitig los, um zu unserem Überraschungsausflug zu fahren. Auch, wenn es nicht wie gewünscht das Aquarium war und auch obwohl es nicht, wie lange überlegt das Irrland war, war es dennoch ein voller Erfolg. Denn es durften nicht nur alle fünf Familienmitglieder mit, sondern es gab ohne Ende Tiere zu bestaunen und das fand der Löwe richtig cool.

Unser Ausflug führte uns nach Gelsenkirchen in die Zoom Erlebniswelt.

Meine Kinder lieben Zoobesuche. Für mich ist der Besuch immer zwiegespalten, denn ich sehe jedes Mal eingesperrte Tiere, die von schaulustigen Menschen begafft werden. Auch wenn Zoos viel für die Erhaltung von Tierarten tun, fühlt es sich für mich nicht richtig an.

Mit dem gestrigen Besuch in der Zoom Erlebniswelt fühlte ich mich aber mit meinen negativen Gefühlen ausgesöhnt, denn die positiven überwogen.

Nicht nur die Kinder waren absolut begeistert, sondern auch Herr Sonnenschein und ich. Die Zoom Erlebniswelt ist absolut nicht vergleichbar mit dem Kölner Zoo und ich hatte das Gefühl, dass im Sinne der Tiere viel für die artgerechten Lebensräume getan wird. Die Gehege waren groß und dem gewohnten Lebensraum der Tiere nachempfunden. Es waren richtige Landschaften und nicht bloß eine große Beton- oder Rasenfläche.

Nun haben wir es diesen Sommer wieder mal nicht geschafft in den Urlaub zu fahren, aber immerhin eine kleine Weltreise an einem Tag, soviel Zeit musste einfach sein.

Der Zoom Erlebnispark bietet eine Reise auf drei Kontinenten: Afrika, Alaska und Asien.

Am besten gefallen haben uns Alaska und Afrika. In Asien kippte bei dem einen oder anderen Familienmitglied bereits die Reisefreundlichkeit, weshalb der letzte Kontinent dann nur noch im Schnelldurchgang mit einem Luchs-uswagen bereist wurde.

Am coolsten fanden die Kinder die Eisbären.

Mich haben vor allem der Tiger und die Wölfe stark beeindruckt.

Herr Sonnenschein hatte wieder mal mächtig viel Spaß beim Fotografieren und der Löwe war rundum glücklich mit seinem Geburtstag. Auch wenn er am liebsten alle seine Freunde dabei gehabt hätte. Aber den Kindergeburtstag holen wir natürlich noch nach, wenn die Ferienzeit rum ist.

Löwe 5.0

Fünf Jahre ist es nun her, dass Deine Neugierde auf diese Welt so groß wurde und Du zweieinhalb Wochen eher als erwartet und in einem rasanten Tempo auf die Welt kamst.

Die Neugierde auf die Welt und das Leben ist geblieben. Deine Fragen bringen mich oft an meine Grenzen. Wie gut, dass es Google gibt, der mir schon einige Male aus der Patsche geholfen und Deine Fragen zuverlässig beantwortet hat.

Du interessierst Dich vor allem für die Natur und seine Lebewesen und liebst es den ganzen Tag draußen zu verbringen. Es gibt keinen Käfer, keine Schnecke, kein Regenwurm oder Frosch, der nicht Dein Interesse weckt. Und dann fängst Du an Deine Fragen zu stellen „Gibt es auch giftige Regenwürmer?“, „Was fressen Regenwürmer“ und „Sind Regenwürmer auch nachtaktiv?“.

Du lässt Dir inzwischen begeistert Sachbücher vorlesen und magst kleine, kindgerechte Sachfilme im Fernsehen. Neben Superhelden. Die sind aktuell Deine zweite Leidenschaft und Helden, denn Du hast einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und später möchtest Du unbedingt Polizist werden.

Deine Empathie ist Deine große Stärke, aber Deine Sensibilität auch manchmal eine Sache, die uns schier verzweifeln lässt, aus Frust, aus Überforderung und meistens auch aus völliger Verständnislosigkeit und Überforderung auf beiden Seiten. Egal, mit welchen Gegenvorschlägen wir zu Deinen fixen Ideen kommen, wir können es Dir nicht Recht machen. Dabei wirst Du heute gerade mal fünf und nicht fünfzehn.

Du bist das tollste Kind, das man sich wünschen kann, aber auch eins, das einen herausfordert. Und das in einer völlig anderen Art und Weise als es Deine Schwester in Deinem Alter getan hat.

Ihr seid beide grundverschieden und doch beide das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Das klingt vielleicht abgedroschen, aber es ist einfach so.

Es macht so viel Freude Dich beim älter werden zu begleiten, Hand in Hand, und doch geht mir das manchmal viel zu schnell. In einem Jahr sollst Du bereits in die Schule kommen. Das ist gedanklich noch so weit weg.

Das sch ist immer noch nicht ganz in Deinem Sprachgebrauch integriert und auch mit der Artikelgenauigkeit nimmst Du es nicht allzu genau, aber dafür ist Dein Wortschatz unglaublich komplex und Deine Merkfähigkeit sensationell. Du hörst ein Lied einmal und kannst textsicher mitsingen. Musik magst Du nach wie vor lieber als Hörspiele. Und manchmal beiße ich mir auf die Zunge, um nicht laut loszulachen, wenn Du Lieder aus dem Radio laut mitsingst. Die Sprache des Liedtextes wird dabei völlig frei interpretiert.

Deine Schwester und Du seid wie Katz und Maus. Ihr könnt nicht miteinander, aber auch nicht ohne. Die Momente, in denen Ihr Euch gut versteht und intensiv miteinander spielt, sind dafür umso schöner.

Du hast viele Freunde und auch inzwischen Deine erste Freundin. Am liebsten würdest Du sie jeden Tag zum Spazieren gehen abholen und wenn das mal nicht geht, wird der Löwe in Dir schnell zum Leben erweckt.

Die letzten Wochen waren noch einmal eine ganz neue Herausforderung für uns, denn Du warst extrem eifersüchtig auf unseren Familienzuwachs. Mit vielem habe ich gerechnet und war darauf vorbereitet. Aber nicht darauf, denn ich dachte, dass es gerade für Dich eine Bereicherung sein würde. Das ist es auch, aber es hat gedauert. Mich plötzlich teilen zu müssen, hat Dir nicht gefallen und auf einmal wolltest Du nicht mehr in den Kindergarten, nicht mehr in den Schwimmkurs und am allerliebsten rund um die Uhr bei mir sein.

Dein Humor ist jetzt schon herrlich furztrocken und jeden Tag haust Du Sprüche raus, die uns zum Lachen bringen. Ich liebe unsere Gespräche, Deine vielen Fragen und Deine Sicht auf die Dinge. Deine Diskussionsfreudigkeit ist für uns völlig neu, denn „diskutieren“ mit Deiner Schwester ist anders.

Ich könnte mir ein Leben ohne Dich gar nicht mehr vorstellen. Mit Dir ist das Leben nochmal ganz anders, intensiver und Deine Aufmerksamkeit lenkt meinen Blick auf Dinge, die ohne Dich absolut an mir vorbei gehen würden.

Du sagst Deine Meinung und bist dabei manchmal sehr schonungslos ehrlich. Du kannst genau benennen welche Menschen Du magst oder nicht magst und wieso das so ist. Nach einer kleinen Aufwärmphase fällt es Dir meistens nicht schwer Kontakte zu anderen Kindern zu knüpfen. Du bis ein offenes, freundliches und sehr hilfsbereites Kind. Und Du teilst auch gerne. Das sind Eigenschaften, die ich besonders an Dir liebe, neben Deinem Humor und Deiner Empathie.

Ein spannendes Jahr liegt vor uns. Nach den Sommerferien bist Du ein Vorschulkind und Du möchtest jetzt schon alles über Buchstaben und Zahlen wissen. Du versuchst Deinen Namen zu schreiben und gibst Dir unglaublich viel Mühe Deine feinmotorische Schlaksigkeit dabei zu vertuschen. Wenn Du Dinge nicht so gut kannst und merkst, dass andere Dir überlegen sind, verlierst Du schnell die Lust am Weitermachen.

Im Moment interessierst Du Dich vor allem für das Meer und sämtliche Meeresbewohner und eigentlich wünschst Du Dir zu Deinem Geburtstag einen Besuch im Aquarium. Leider können wir Dir diesen Wunsch dieses Jahr nicht erfüllen, weil nicht alle Familienmitglieder dort erwünscht sind. Aber ich denke, wir haben eine wirklich coole Alternative für Dich. Das bleibt aber bist zum Ausflugsziel eine Überraschung.

Deine Schwester kreuzt schon seit einer Woche den Kalender ab und macht Dich verrückt, weil bald Dein Geburtstag ist. Leider hat sie auch längst das Versteck Deiner Geschenke ausfindig gemacht und ihre Freude darüber sofort mit Dir geteilt. Das hat mir so leid getan, dass noch 1-2 Kleinigkeiten dazu gekommen sind, um die Überraschung ein wenig aufrecht zu erhalten.

Die Geburtstage von Dir und Deiner Schwester sind nicht nur für Euch immer wieder ein magisches und aufregendes Ereignis. Es ist auch immer wieder für mich spannend und voller Emotionen.

Bleib so ein cooler, aufgeweckter Superheld und lass mich bitte noch lange an Deinen Abenteuern und Gedanken teilhaben. Es macht unendlich großen Spaß mit Dir, mein kleiner großer Löwe.

Ich liebe Dich – happy Birthday.

Spaziergespräche #1

Ich liebe die Spaziergänge mit meinem Sohn. Sie nehmen so viel Tempo aus unserem Alltag, räumen den Kopf auf und geben uns ein paar ungestörte Minuten Zeit über grundliegende Dinge zu sprechen. Und es geht einfach nichts über ein tief philosophisches Gespräch mit einem fast Fünfjährigen.

Sohn: „Mama, ich möchte nicht mehr Vincent heißen“.

Ich: „Also ich finde, Vincent ist ein sehr schöner Name. Wie möchtest Du denn lieber heißen?“.

S.: „Ich möchte Julian heißen. Oder Simon. Simon möchte ich heißen!“.

I.: „Und was gefällt Dir an Vincent nicht?“.

S.: „Ich mag es nicht, wenn man mich Vinni nennt!“.

I.: „Hmmm… wegen der Würstchenkette, oder?“.

S.: „Ja, das finde ich echt doof“.

I.: „Ja, das glaube ich Dir. Aber weißt Du was wirklich doof ist? Wenn Du Simon heißt und alle nennen Dich Simone, um Dich zu ärgern. Oder Julia, statt Julian. Das ist wirklich doof!“.

Wenn Du nicht Vinni genannt werden möchtest, ist das in Ordnung. Das kannst Du sagen und dann einfach nicht darauf reagieren, wenn man Dich aus Versehen doch so nennt.

Oder Du überlegst Dir einfach etwas, damit sie damit aufhören. Wenn ich mal vergesse, dass Du nicht Vinni genannt werden möchtest, dann nenn mich einfach Kathi. Denn ich finde es ganz furchtbar Kathi genannt zu werden!“

Großes Gelächter. Den Rest des Weges hieß ich nur noch Kaaaaaathiiiiiii. Und er konnte es nicht oft genug sagen. Seitdem war sein Name kein Thema mehr.

Der Vorname des Kindes. Die erste große Sache, die man als Eltern aus Sicht eines Kindes so richtig verbocken kann.

Mein Leben mit dem Besonderen #105 Von einem anderen Stern

Heute möchte ich euch ein paar Dinge über hochsensible Menschen erzählen. Ich tue dies, weil ca. 15 % – 20 % aller Menschen hochsensibel sind, und doch viele nicht wissen, dass es diese „Hochsensibilität“ gibt. Mache wissen gar nicht, dass sie selbst betroffen sind, haben aber seit Kindheit an das Gefühl, „von einem anderen Stern“ zu kommen. Auch ich habe erst durch meine Kinder, die ebenfalls hochsensibel sind, als Erwachsene verstanden was mit mir los ist. Aber nun von Anfang an:

Kennt ihr das, wenn ihr immer wieder zu hören bekommt man solle doch nicht so empfindlich, nicht so eine Heulsuse sein und sich nicht immer alles so zu Herzen nehmen? Dann herzlich willkommen in meiner Welt! Schon als Kind hieß es oft, ich sei so verträumt und verspielt, bräuchte halt ein bisschen länger für alles. Tiere und kleine Kinder mochte ich schon immer sehr gerne, und wenn es jemand anderem nicht gut ging konnte ich extrem mitleiden, war sehr betroffen. Auf der anderen Seite konnte ich auch ein äußerst fröhliches, ausgelassenes Kind sein – alles erlebte ich sehr intensiv, sowohl Trauer als auch schöne Dinge. Immer war ich um Gerechtigkeit bemüht, und meine Eltern hatten häufig Sorge um mich, da ich mir meist „Problemfreundinnen“ suchte, das heißt Freundinnen, denen es nicht gut ging weil z.B. die Mutter sehr krank war oder Eltern sich scheiden ließen, und denen ich helfen wollte. Zu Beginn der Pubertät hatte ich kaum noch die Möglichkeit, mich um mich zu kümmern, weil ich die Schwingungen in meiner Umwelt so massiv wahrnehmen konnte. Mittags, wenn ich aus der Schule kam, merkte ich sofort, wenn meine Mutter sich wieder mit meinen Großeltern, die neben an wohnten, gestritten hatte, und anstatt meine Hausaufgaben zu machen kümmerte ich mich um sie. Mein Vater ist leider nach wie vor ein SEHR rationaler Mensch, was viel zu Konflikten und Missverständnissen führte. Ich weiß noch genau, dass ich schlechte Noten vor ihm verheimlichen wollte – nicht, weil ich Angst vor Strafen oder ähnliches hatte, sondern weil ich das Gefühl, ihn zu enttäuschen und nicht so gut zu sein wie meine Schwester, nicht ertragen konnte. Einmal hat er meine versteckte Mathearbeit gefunden und mir einen Vortrag darüber gehalten, wie enttäuscht er von mir sei, dass ich ihm nicht die Wahrheit gesagt habe. Und während ich wie ein Schlosshund heulend vor ihm saß und er mich nicht einmal gefragt hat warum ich die Arbeit versteckt hatte, hat er mich mit seinem Verhalten in meinem Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt, bestärkt. Um nicht ständig verletzt zu werden habe ich schon sehr früh gelernt, „dicht zu machen“, das heißt: mich in meine Welt zurück zu ziehen und nichts mehr an mich ran zu lassen. Meine Eltern würden heute noch behaupten, dass ich einfach nur stur war wenn ich bei Konflikten konsequent das Gespräch eingestellt habe – ich weiß heute, dass ich nur aus Selbstschutz so gehandelt habe, denn diese Konflikte waren selten von gegenseitiger Wertschätzung, sondern gerade seitens meines Vaters von einem Niedermachen meiner Person geprägt.

Und heute?

Ich bin mit einem tollen Mann verheiratet und Mutter von drei Kindern – zwei Mädchen, geboren 2010 und 2011, und einem kleinen Jungen, geboren 2015. Bei beiden Mädchen hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass sie ein sehr intensives Gefühlsleben haben. Beide Mädchen haben von Baby an ihre Umwelt ganz intensiv wahrgenommen – die Große lag mit zwei Monaten „Sit ups“ machend im Kinderwagen um besser rausschauen zu können – und benötigen Zeiten der Ruhe um wieder runter zu kommen. Sollten wir abends mal den Zeitpunkt zum ins Bett gehen überschritten haben kann es sein, dass eine Kleinigkeit dazu ausreicht, die Situation völlig eskalieren zu lassen weil die Mädels sich dann nicht mehr im Griff haben. Der Gerechtigkeitssinn der beiden ist unheimlich stark ausgeprägt, genauso wie ihr Mitgefühl für Menschen und Tiere. Schon oft mussten wir den Fernseher auch bei kindgerechten Serien/Filmen ausmachen, weil gerade die jüngere der beiden die Spannung nicht ertragen konnte und weinte. Mussten wir uns im Urlaub von lieb gewonnenen Tieren verabschieden, gab es regelmäßig Weinkrämpfe, die teilweise eine halbe Stunde Autofahrt andauerten. Freundschaften und damit manchmal einhergehende Konflikte beschäftigend und belasten beide zeitweise sehr. Nachdem letztes Jahr zwei Konflikte parallel auf mich einprasselten – die Große litt massiv unter einem Konflikt mit ihrer damals besten Freundin, die Kleine hatte massiv Albträume, die sie nächtelang hysterisch schreien und weinend durch unser Haus laufen ließen während unser Jüngster gerade mal wenige Monate alt war – begann ich im Internet zu recherchieren und kam recht schnell auf den Gedanken, dass die beiden hochsensibel sein könnten. Und während ich mich mit diesem Thema auseinander setzte, wurde mir sehr schnell klar, dass auch ich „betroffen“ bin.

Mittlerweile haben wir als Familie Strategien heraus, um mit unseren ganzen Emotionen umzugehen. Mein Mann ist zwar nicht hochsensibel, aber auch ein sehr einfühlsamer Mensch. Er hat mir beigebracht, in Konflikten nicht „dicht“ zu machen und keine Angst mehr davor zu haben zu sagen was ich denke. Trotz allem habe ich nach wie vor z.B. Hemmungen, vor anderen einen Vortrag zu halten, oder fühle mich – obwohl ich eigentlich sehr kommunikativ bin – schnell unwohl in einer Gruppe mir nicht so vertrauten Menschen.

Im Umgang mit unseren Kindern sind wir sehr bemüht, sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken da ich weiß, wie schnell hochsensible Kinder sich gekränkt fühlen und sich „falsch“ fühlen. Schon oft haben wir bemerkt, wie massiv gerade unsere jüngere Tochter reagiert, wenn man sie bei einem Fehlverhalten maßregelt – da ist es manchmal wirklich eine Gradwanderung, sie zu erziehen und sie trotzdem nicht in ihrer Persönlichkeit zu kränken. Bei massiven Gefühlsausbrüchen versuchen wir, die Gefühle der Kinder ernst zu nehmen und nicht klein zu reden, was manchmal wirklich nicht leicht ist, gerade wenn sich die Wut gegen einen selbst richtet. Eine Hauptaufgabe von mir ist es, nicht zu sehr mitzuleiden wenn es den Kids wegen irgendetwas nicht gut geht. Das ist bei der Kombination hochsensible Mutter – hochsensible Kinder wirklich eine Herausforderung.

Aber die Hochsensibilität hat auch gute Seiten: Hat man sein „anders sein“ einmal akzeptiert, fällt einem auf, dass man Fähigkeiten hat, die andere nicht haben. Mir ist es sehr oft passiert, dass ich schon vor einem Gespräch genau wusste, was mein Gegenüber mir sagen wollte. Vielen habe ich z.B. schon Schwangerschaften angesehen. Auch einen Unfall oder den Tod von Menschen, die ich mochte, habe ich schon erspürt. Ich habe gelernt mich von Menschen, die mir nicht gut tun und die nicht damit klar kommen wie ich bin, fern zu halten. Mittlerweile nehme ich meine Gefühle, die ich während des Kontaktes mit anderen Menschen habe, sehr erst. Denn egal was es war – Unwohlsein, Widerstand, aber auch ein sehr positives Gefühl – hatten im Nachhinein immer seine Berechtigung. Und wenn man gelernt hat, seinen Gefühlen, die vielen Hochsensiblen „abtrainiert“ wurden, wieder zu vertrauen, kann diese Besonderheit auch eine Gabe sein.

Solltet ihr rausfinden wollen, ob ihr auch betroffen seid, oder einfach weitere Informationen wollen seid ihr auf folgenden Seiten richtig:

http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1

https://hsp-academy.de/hsp-test/

 

 

Angsthase Pfeffernase

Vor einigen Wochen waren wir zusammen mit ein paar anderen Bloggern im Phantasialand eingeladen. Ich freute mich sehr darauf, denn auch wenn wir es nicht weit dorthin haben, war es das erste Mal für uns als Familie und das erste Mal für mich seit 16 Jahren. Früher habe ich das geliebt! Da konnte keine Achterbahn zu schnell, kein Looping zu viel und der Freefalltower nicht hoch genug sein.

Dann wurde ich Mama und alles änderte sich. Grundliegend. Ich weiß nicht was genau passiert ist, aber plötzlich war alles anders.

Unseren Ausflug ins Phantasialand konnte ich nur bedingt genießen und auf die letzte Fahrt mit der Wildwasserbahn, verzichtete ich großzügig. Hauptsache die Kinder hatten Spaß und das hatten sie.

Vor einigen Tagen stand ich dann nachts vor dem Abgrund einer solchen Wildwasserbahn. Einer riesigen Wasserrutsche, die durch einen dunklen Tunnel steil nach unten führte. Es gab keine Treppe nach unten, die mir die Fahrt ersparte. Ich hatte nur die Möglichkeit in einem von zwei Abgründen zu springen. Panik. Doch zum Glück war es nur ein fieser Traum.

Einer von der Sorte  „Ich sitze plötzlich mitten in der Abiklausur und habe null Plan“ oder aber „Ich fahre Auto und sitze selbst hinterm Steuer“. Wie ich solche Träume hasse.

Seitdem ich Kinder habe, habe ich extreme Höhenangst, tierische Panik vor Wespen, bekomme Beklemmungen in der absoluten Dunkelheit, halte ich es in engen Räumen nur schwer aus, kann ich keine Horrorfilme mehr schauen und sehe ich ständig gedanklich irgendwelche Gefahren oder Horrorszenarien, wo andere noch völlig tiefenentspannt sind.

Ich bin keine Glucke und auch keine Helikopter-Mum, aber manchmal reagiere ich ein wenig hysterisch, wenn ich meine Kinder an einem Geländer hampeln oder auf 2 Metern Höhe klettern sehe. Mein ganz persönlicher Albtraum ist der Spielplatz im Kölner Zoo. Dagegen sind die rumfliegenden Wespen harmlos.

Aber eine Sache nervt mich echt total und das ist die Angst vor dem Autofahren.

Vor 14 Jahren habe ich meinen Führerschein gemacht. Die Theorie habe ich damals streberhaft mit 0 Fehlern bestanden, aber beim Praxisteil händigte mir der Prüfer den Führerschein mit den Worten „Da haben Sie sich ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert“ aus. Trotzdem: bestanden.

Damals fuhr ich einen klapprigen, alten Seat Ibiza, der mir fast unterm Hintern wegrostete und dessen nicht vorhandene Servolenkung mir ordentliche Armmuskeln bescherte.

Seit knapp 13 Jahren bin ich kein Auto mehr gefahren und mit jedem Jahr wuchs die Angst davor mehr und mehr.

Leider ist unser Alltag mit nur einem Auto sehr schwer zu bewältigen und es nervte mich zunehmend, dass ich zum Beispiel für einen Zahnarztbesuch fast eine dreiviertel Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, mit dem Auto aber in 7 Minuten da bin.

Neben den üblichen Therapieterminen von Sonea gesellten sich dieses Jahr dann plötzlich auch noch die ihres Bruders dazu und auch nicht bei jedem Arztbesuch der Kinder kann ich dabei sein, weil es sich einfach nicht organisieren lässt.

Mit den Jahren war ich zunehmend genervt von den Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und meiner persönlichen Unflexibilität. Aber am meisten ärgerte ich mich über mich selbst.

Ein zweites Auto ist einfach unverzichtbar für uns, auch wenn wir die letzten 13 Jahre ohne ausgekommen sind. Das sah dann auch irgendwann Herr Sonnenschein ein.

Und dann bekam ich zu meinem Geburtstag vor drei Wochen diesen kleinen Franzosen. Mit Schiebetüren und Automatik. Ich muss nur noch das Gaspedal drücken, lenken und ab und an zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang wechseln. Fantastisch. Aber so richtig freuen konnte ich mich nicht und auch jetzt taste ich mich ganz zaghaft heran.

Ich weiß nicht wie lange es dauern wird, bis ich mich traue völlig selbstverständlich alleine hinter das Lenkrad zu setzen und den Zündschlüssel umzudrehen.

Am Wochenende habe ich erst einmal ein paar Runden über den Verkehrsübungsplatz in Mettmann gedreht und mich langsam mit meinem kleinen schwarzen Flitzer angefreundet.

Natürlich unter erschwerten, realistischen Bedingungen, denn ich hatte zwei gelangweilte Kinder und Herrn Sonnenschein mit dabei. Ohne Herrn Sonnenschein werde ich auch in den nächsten Tagen und vielleicht auch Wochen nicht fahren. Noch fühlt es sich ein bisschen fremd an.

Damit der Ausflug nicht ausschließlich öde für die Kinder sein würde, planten wir im Anschluss einen kleinen Ausflug ins Wildgehege Neandertal.

Mit dem Autofahren ist es wie mit dem Achterbahnfahren… damals und heute. Nicht so rasant und mit weniger Kurven, aber beides mit viel Adrenalin verbunden.

Aber ich stell mich der Angst. Und ein bisschen stolz bin ich auch, dass ich diesen Schritt endlich gewagt habe.

 

 

 

Helgoland – Lange Anna

Helgoland

So, nun ist es soweit. Lange habe mich davor gedrückt aber irgendwie war mir von Anfang an klar das ich es nicht ewig vor mir her schieben kann: Mein erster Blogpost.

Wir waren vor Kurzem für eine Woche in Büsum, Familienurlaub. Nicht nur mit uns, als Familie, sondern zusätzlich noch mit: Meiner Mutter und meinem Bruder plus seiner Frau und ihren Eltern plus ihrer Cousine mit Mann, Kind, Hund und Schwiegereltern. Alle zusammen ein ziemlich großer, buntgemischter und vor allem lustiger Haufen.

Warum wir uns in dieser, auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinenden Konstellation getroffen und eine Woche zusammen Urlaub gemacht haben hat Katharina im vorigen Post schon kurz angeschnitten. Vielleicht folgt ja irgendwann nochmal ein Beitrag zu den genauen Hintergründen des Urlaubes.

Ausflug nach Helgoland.

Eine ganze Zeit vor dem Urlaub fragte mich mein Bruder ob wir nicht Lust hätten an einem der Tage einen Tagesausflug nach Helgoland zu machen. Ich kannte bis dahin nur die typischen Fotos von Helgoland. Lange Anna, ziemlich hohe Klippen … cool dachte ich mir. Genau das richtige für eine Fototour, denn wenn ich eins schon seit Jahren nicht fotografiert habe, dann sind es Landschaften. Vor Soneas Geburt fast ausschließlich, danach immer weniger und zum Schluss eigentlich gar nicht mehr.

Ich informierte mich über die Einzelheiten des Ausfluges.

Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel und liegt fast 70 km vor der Küste (Büsum). 70 km über die offene See. Das heißt ca. 3 Stunden Fahrtzeit mit, je nach Wetter, ziemlich nettem Wellengang.

An Bord der „MS Lady von Büsum“ darf man, trotz von der Reederei auf dem Schiff angebotenen Speisen und Getränke, eigene Sachen verzehren. So kauften wir uns morgens vor Abfahrt beim Fischhändler Backfisch-, Matjes-, etc. und bezogen nur Kaffee und andere Getränke aus der Kombüse. Zusätzlich gibt es einen kleinen Shop unter Deck und für Kinder ein Bordkino.

Überfahrt nach Helgoland mit der MS Lady von Büsum #büsum #ladyvonbüsum #helgoland #hochsee #hochseeinsel #theta360 #theta360de – Spherical Image – RICOH THETA

Leider musste das Kino wegen starkem Seegang schließen und Vincent ging ständig auf Entdeckungstour bis er, ca. 30-40 Minuten vor Ankunft, einschlief. Was mir sehr entgegen kam denn ich war kurz davor meine Mutter nach ein paar „Übelkeitskaugummies“ zu fragen, für die ich sie vorher eher belächelt hatte.

Währenddessen sah es bei Katharina und Sonea viel entspannter aus. Die beiden begleiteten uns nämlich nicht auf den Ausflug. Katharina hat ziemlich starke Höhenangst und Sonea ist nicht wirklich für ihre Laufbereitschaft bekannt.

Was hat das mit Helgoland zu tun?

Natürlich kann man die Insel auch „nur“ zum zollfreien Shopping besuchen, ich denke, wenn man die maximale Menge an Alkohol, Zigaretten und Parfum mitbringt hat man die relativ teure Fahrt schnell wieder raus. Gott sei Dank wussten wir vorher nicht das dort auch Unmengen an Schokolade und Gummibärchen in viel zu großen Packungen angeboten werden. Sonst wären die zwei bestimmt doch mitgekommen.

Als wir in den Hafen einliefen hatte ich erst einmal Probleme Vincent zu wecken. Wenn unsere Kinder einmal schlafen, dann schlafen sie. So auch Vincent. Wie ein Stein.

Das Problem ist nur, die Fähren legen nicht normal an sondern halten einige Meter vom Pier entfernt und man muss mit sogenannten Börtebooten übersetzen. Total cool. Nur nicht mit einem schlafenden oder nur halbwachen Kind. Gott sei Dank dauerte es ein bisschen bis wir von Bord gehen durften und Vincent hatte genug Zeit wach zu werden.

Auf der Insel angekommen entschieden wir uns die Shoppingstraße(n) schnell hinter uns zu lassen und rasch aufs Oberland und dem Inselrundweg zu kommen. Hier führt ein ca. 3 km langer Fußweg ziemlich nah an der Klippe einmal um den oberen Teil der Insel rum.

Helgoland diente im 2. Weltkrieg mit ca. 3.000 Soldaten, einem Flugplatz, einem U-Boot-Hafen und einem ziemlich großen Bunkersystem als wichtiger Stützpunkt der Nazis, weshalb die Insel auch gegen Ende des Krieges evakuiert und fast komplett zerstört wurde.

Es dauerte viele Jahre bis die ersten Inselbewohner zurück kommen durften aber der Krieg hinterließ überall seine Spuren, die man bis heute noch sehen kann. An den Felskanten sieht man alte Tunnel, Belüftungen, Bunkerreste … und die hügeligen Wiesen sind so auch eher unnatürlich entstanden.

„Helgoland-Touristik“ bietet Bunkerführungen an und ich glaube, bei meinem nächsten Besuch werde ich versuchen an einer teilzunehmen. Eigentlich interessiert mich das Thema 2. Weltkrieg nicht so richtig, aber die Geschichte von Helgoland fand ich bei meiner kurzen Internet-Recherche ziemlich spannend.

Dieses Bild wäre so bestimmt nicht entstanden wenn wir Katharina und Sonea mitgenommen hätten. Die Wege des Rundgangs führen teilweise sehr nah an der fast 40 m hohen Klippe entlang. Alles natürlich durch Zäune gesichert aber wenn man Höhenangst hat geben einem diese 5 dünnen Drähte wahrscheinlich kein sicheres Gefühl.

Noch mal kurz ein paar interessante Informationen. Helgoland gehört zum ca. 130 km entfernten Kreis Pinneberg, der eigentlich ca. 18 km nördlich der Hamburger Innenstadt liegt.

Das wohl bekannteste Wahrzeichen, die „Lange Anna“, hat bestimmt jeder schon mal auf irgendeiner Postkarte gesehen. Dieser 47 m hohe Brandungspfeiler steht im äußersten Nordwesten der Insel und ist echt beeindruckend. In den Felswänden brüten tausende Seevögel und Vincent fand es besonders spannend hier einfach nur dem Treiben zuzuschauen.

Auf den Wiesen des Oberlandes grasen Heidschnucken und Galloways (Rinder). Die Heidschnucken kamen teilweise bis zu uns auf den Weg und ließen sich sogar anfassen.

Es gibt noch eine kleine Nebeninsel, Düne, mit Flugplatz und jeder Menge Strand. Je nach Jahreszeit kann man hier verschiedene Meeresvögel, Kegelrobben und Seehunde beobachten.

Im Hafen befinden sich die bunten Hummerbuden, hier gibt es eine kleine Auswahl an Restaurants mit leckeren Gerichten wie z.b. die Helgoländer Spezialität „Knieper“ oder auch Kniepersuppe.

Nach ca. 3,5h heißt es wieder Abschied nehmen. Am liebsten wäre ich über Nacht geblieben und hätte die Insel am nächsten Tag noch einmal komplett erkundet. Ich glaube Vincent hätte gerne mitgemacht. Er war total fasziniert von den vielen Tieren und der atemberaubenden Natur.

Wenn es nach Vincent und mir gehen würde war das definitiv nicht unser letzter Besuch auf dieser Insel (obwohl Vincent ein bisschen enttäuscht war das wir weder Schmuggler noch Piraten gesehen haben). Es könnte nur schwer werden sie Katharina und Sonea schmackhaft zu machen. Die lange Fahrt, der Rundweg, die hohen Klippen und die Knieper werden wohl eher für Kopfschütteln sorgen. Vielleicht sollte ich DAS „Totschlagargument“ auspacken. Es gibt Schokolade. VIEL SCHOKOLADE. Und das auch noch Duty Free. Gibt es da eine Mengenbeschränkung? Nicht das wir noch selber zu Schmugglern werden … 🙂