So, nun ist es soweit. Lange habe mich davor gedrückt aber irgendwie war mir von Anfang an klar das ich es nicht ewig vor mir her schieben kann: Mein erster Blogpost.

Wir waren vor Kurzem für eine Woche in Büsum, Familienurlaub. Nicht nur mit uns, als Familie, sondern zusätzlich noch mit: Meiner Mutter und meinem Bruder plus seiner Frau und ihren Eltern plus ihrer Cousine mit Mann, Kind, Hund und Schwiegereltern. Alle zusammen ein ziemlich großer, buntgemischter und vor allem lustiger Haufen.
Warum wir uns in dieser, auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinenden Konstellation getroffen und eine Woche zusammen Urlaub gemacht haben hat Katharina im vorigen Post schon kurz angeschnitten. Vielleicht folgt ja irgendwann nochmal ein Beitrag zu den genauen Hintergründen des Urlaubes.


Ausflug nach Helgoland.
Eine ganze Zeit vor dem Urlaub fragte mich mein Bruder ob wir nicht Lust hätten an einem der Tage einen Tagesausflug nach Helgoland zu machen. Ich kannte bis dahin nur die typischen Fotos von Helgoland. Lange Anna, ziemlich hohe Klippen … cool dachte ich mir. Genau das richtige für eine Fototour, denn wenn ich eins schon seit Jahren nicht fotografiert habe, dann sind es Landschaften. Vor Soneas Geburt fast ausschließlich, danach immer weniger und zum Schluss eigentlich gar nicht mehr.

Ich informierte mich über die Einzelheiten des Ausfluges.
Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel und liegt fast 70 km vor der Küste (Büsum). 70 km über die offene See. Das heißt ca. 3 Stunden Fahrtzeit mit, je nach Wetter, ziemlich nettem Wellengang.

An Bord der „MS Lady von Büsum“ darf man, trotz von der Reederei auf dem Schiff angebotenen Speisen und Getränke, eigene Sachen verzehren. So kauften wir uns morgens vor Abfahrt beim Fischhändler Backfisch-, Matjes-, etc. und bezogen nur Kaffee und andere Getränke aus der Kombüse. Zusätzlich gibt es einen kleinen Shop unter Deck und für Kinder ein Bordkino.

Überfahrt nach Helgoland mit der MS Lady von Büsum #büsum #ladyvonbüsum #helgoland #hochsee #hochseeinsel #theta360 #theta360de – Spherical Image – RICOH THETA
Leider musste das Kino wegen starkem Seegang schließen und Vincent ging ständig auf Entdeckungstour bis er, ca. 30-40 Minuten vor Ankunft, einschlief. Was mir sehr entgegen kam denn ich war kurz davor meine Mutter nach ein paar „Übelkeitskaugummies“ zu fragen, für die ich sie vorher eher belächelt hatte.

Währenddessen sah es bei Katharina und Sonea viel entspannter aus. Die beiden begleiteten uns nämlich nicht auf den Ausflug. Katharina hat ziemlich starke Höhenangst und Sonea ist nicht wirklich für ihre Laufbereitschaft bekannt.
Was hat das mit Helgoland zu tun?
Natürlich kann man die Insel auch „nur“ zum zollfreien Shopping besuchen, ich denke, wenn man die maximale Menge an Alkohol, Zigaretten und Parfum mitbringt hat man die relativ teure Fahrt schnell wieder raus. Gott sei Dank wussten wir vorher nicht das dort auch Unmengen an Schokolade und Gummibärchen in viel zu großen Packungen angeboten werden. Sonst wären die zwei bestimmt doch mitgekommen.

Als wir in den Hafen einliefen hatte ich erst einmal Probleme Vincent zu wecken. Wenn unsere Kinder einmal schlafen, dann schlafen sie. So auch Vincent. Wie ein Stein.






Das Problem ist nur, die Fähren legen nicht normal an sondern halten einige Meter vom Pier entfernt und man muss mit sogenannten Börtebooten übersetzen. Total cool. Nur nicht mit einem schlafenden oder nur halbwachen Kind. Gott sei Dank dauerte es ein bisschen bis wir von Bord gehen durften und Vincent hatte genug Zeit wach zu werden.



Auf der Insel angekommen entschieden wir uns die Shoppingstraße(n) schnell hinter uns zu lassen und rasch aufs Oberland und dem Inselrundweg zu kommen. Hier führt ein ca. 3 km langer Fußweg ziemlich nah an der Klippe einmal um den oberen Teil der Insel rum.


Helgoland diente im 2. Weltkrieg mit ca. 3.000 Soldaten, einem Flugplatz, einem U-Boot-Hafen und einem ziemlich großen Bunkersystem als wichtiger Stützpunkt der Nazis, weshalb die Insel auch gegen Ende des Krieges evakuiert und fast komplett zerstört wurde.

Es dauerte viele Jahre bis die ersten Inselbewohner zurück kommen durften aber der Krieg hinterließ überall seine Spuren, die man bis heute noch sehen kann. An den Felskanten sieht man alte Tunnel, Belüftungen, Bunkerreste … und die hügeligen Wiesen sind so auch eher unnatürlich entstanden.

„Helgoland-Touristik“ bietet Bunkerführungen an und ich glaube, bei meinem nächsten Besuch werde ich versuchen an einer teilzunehmen. Eigentlich interessiert mich das Thema 2. Weltkrieg nicht so richtig, aber die Geschichte von Helgoland fand ich bei meiner kurzen Internet-Recherche ziemlich spannend.

Dieses Bild wäre so bestimmt nicht entstanden wenn wir Katharina und Sonea mitgenommen hätten. Die Wege des Rundgangs führen teilweise sehr nah an der fast 40 m hohen Klippe entlang. Alles natürlich durch Zäune gesichert aber wenn man Höhenangst hat geben einem diese 5 dünnen Drähte wahrscheinlich kein sicheres Gefühl.

Noch mal kurz ein paar interessante Informationen. Helgoland gehört zum ca. 130 km entfernten Kreis Pinneberg, der eigentlich ca. 18 km nördlich der Hamburger Innenstadt liegt.

Das wohl bekannteste Wahrzeichen, die „Lange Anna“, hat bestimmt jeder schon mal auf irgendeiner Postkarte gesehen. Dieser 47 m hohe Brandungspfeiler steht im äußersten Nordwesten der Insel und ist echt beeindruckend. In den Felswänden brüten tausende Seevögel und Vincent fand es besonders spannend hier einfach nur dem Treiben zuzuschauen.

Auf den Wiesen des Oberlandes grasen Heidschnucken und Galloways (Rinder). Die Heidschnucken kamen teilweise bis zu uns auf den Weg und ließen sich sogar anfassen.

Es gibt noch eine kleine Nebeninsel, Düne, mit Flugplatz und jeder Menge Strand. Je nach Jahreszeit kann man hier verschiedene Meeresvögel, Kegelrobben und Seehunde beobachten.


Im Hafen befinden sich die bunten Hummerbuden, hier gibt es eine kleine Auswahl an Restaurants mit leckeren Gerichten wie z.b. die Helgoländer Spezialität „Knieper“ oder auch Kniepersuppe.

Nach ca. 3,5h heißt es wieder Abschied nehmen. Am liebsten wäre ich über Nacht geblieben und hätte die Insel am nächsten Tag noch einmal komplett erkundet. Ich glaube Vincent hätte gerne mitgemacht. Er war total fasziniert von den vielen Tieren und der atemberaubenden Natur.


Wenn es nach Vincent und mir gehen würde war das definitiv nicht unser letzter Besuch auf dieser Insel (obwohl Vincent ein bisschen enttäuscht war das wir weder Schmuggler noch Piraten gesehen haben). Es könnte nur schwer werden sie Katharina und Sonea schmackhaft zu machen. Die lange Fahrt, der Rundweg, die hohen Klippen und die Knieper werden wohl eher für Kopfschütteln sorgen. Vielleicht sollte ich DAS „Totschlagargument“ auspacken. Es gibt Schokolade. VIEL SCHOKOLADE. Und das auch noch Duty Free. Gibt es da eine Mengenbeschränkung? Nicht das wir noch selber zu Schmugglern werden … 🙂