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Auf Großstadtsafari durch Köln

Wenn wir Richtung Köln Mülheim fahren und von der Autobahn runter, geht auf dem Rücksitz ein aufgeregtes Schnattern los. Sie können den Namen gerade mal aussprechen, kennen den Laden aber in und auswendig. Da steht sie ganz verlockend: die-kleine-Kinder-große-Kinder-Welt.  Wer kennt dieses riesige, kunterbunte Spielzeuggeschäft nicht? Die Rede ist natürlich von Toys“R“us.

Am Wochenende waren wir auf Großstadtsafari quer durch Köln, links- und rechtsrheinisch und haben Giraffen gesucht. Aber nicht irgendwelche Giraffen, sondern Geoffrey, das Maskottchen von Toys“R“us.

Ich glaube, es waren insgesamt 20 von 30 Stück, die wir bereits entdeckt haben.

Aber was hat es mit den versteckten Giraffen auf sich?

Ganz einfach: Toys“R“Us wird 30 Jahre alt und deshalb hat man sich für kleine und große Spielzeugfreunde ein tolles Partyspiel überlegt. Früher gehörte zu einem richtig coolen Kindergeburtstag eine Schnitzeljad dazu. Und genau die erwartet Euch seit dem Wochenende in Köln. Nur noch viel, viel cooler.

Die ungefähren Standorte der einzelnen Geoffreys, die übrigens von verschiedenen Prominenten, wie Eva Imhof, Caroline Frier und Timo Hildebrand individuell gestaltet wurden, findet Ihr in der interaktiven Karte. Teilweise ist es ein wenig kniffelig die einzelnen Geoffreys zu finden. Aber wer uns auf Instagram folgt, konnte am Wochenende bereits sehen wie viel Spaß die Suche macht. Nicht nur den Kindern, sondern auch Herrn Sonnenschein und mir.

Teilweise hatte sich die Giraffenjagd schon rumgesprochen und man konnte uns sofort sagen wo der nächste Geoffrey sich versteckt hielt.

Bis zum 07. Oktober habt Ihr Zeit Euch auf Großstadtsafari quer durch Köln zu begeben und Euer Selfie mit dem Hashtag #grossstadtsafari entweder auf Instagram oder Facebook zu posten. Und natürlich habt Ihr auch die Möglichkeit Euer Giraffen-Selfie direkt auf der Seite der Großstadtsafari hochzuladen.

 

Und was hab ich davon?

Auf jeden Fall jede Menge Spaß! Auf der Social Wall findest Du alle Selfies, die mit dem Hashtag #grossstadtsafari gepostet wurden. Mit ein bisschen Glück gewinnt Dein Selfie Bild einen von vielen tollen Preisen.

Als Hauptpreis gibt es eine Toys“R“us Spielzeug-Flatrate für das ganze Jahr zu gewinnen. Der absolute Wahnsinn, oder? Aber es winken noch so viele andere tolle Preise, die Toys“R“us zusammen mit seinen Partnern verlost, wie zum Beispiel eine Familienjahreskarte für den Kölner Zoo, Familientickets für das Odysseum oder aber eine Tageskarte für die ganze Familie im Lentpark, Ossendorfbad und Agrippabad in Köln, um nur ein paar der vielen tollen Preise zu nennen.

Im Anschluss an diese tolle Geburtstagsaktion werden alle Geoffreys übrigens im Rahmen des RTL Spendenmarathons meistbietend zugunsten der RTL – Wir helfen Kindern e. V. Stiftung versteigert.

Eine rundum gelungene Aktion, die uns begeistert und die wir hier in Köln natürlich mit Begeisterung unterstützen.

Wir haben Euch ein paar Bilder von unserer Safari mitgebracht. Und wer sich rechtsrheinisch auf Giraffensafari begibt, findet vielleicht ein paar Spuren von uns. Denn Sonea und ihr Bruder haben sich auf dem Fuß eines Geoffreys verewigt.

Übrigens findet Ihr auf dem Sockel jeder Giraffe neben dem Namen der Giraffe, den Namen des Künstlers bzw. des Prominenten, der die Giraffe gestaltet hat. Und wenn Ihr auf der Seite der Großstadtsafari den Code der Giraffe eingebt, findet Ihr alle Informationen zu den einzelnen Geoffreys.

Wenn Ihr in oder um Köln herum wohnt oder aber ohnehin schon länger mal eine Städtetour durch Köln geplant habt, dann macht Euch unbedingt auf die Suche nach Geoffrey. Es winken nicht nur viele tolle Gewinnchancen auf Euch, sondern ist auch ein mega Spaß für die ganze Familie.

Weitere Infos zur großen Toys“R“us Großstadtsafari findet Ihr hier:

Webseite der Großstadtsafari

Facebook

Instagram

(zum Vergrößern der Bilder einfach anklicken)

Dieser Beitrag wurde von der Toys“R“us Großstadtsafari gesponsert. Die Inhalte und Meinungen in diesem Beitrag sind meine eigenen. 

 

 

 

Du kannst alles sein, was Du möchtest… auch ein Jutschub Star

Das Schöne am Kindsein ist ja, dass man alles sein kann, was man möchte.

Am einen Tag ist man Prinzessin, spaziert mit Krönchen auf dem Kopf und weit schwingendem Tutu einkaufen. Am anderen Tag führt man den Hund im Superheldenanzug Gassi. Kinder dürfen das. Und wenn man mal blöd von der Seite angeschaut wird, grinst man stolz und fühlt sich bestätigt. Herrlich unbeschwert.

Als Kind stehen einem die Tore zum Leben offen. Du kannst alles sein, was Du sein möchtest. Das sage ich meinen Kindern immer wieder.

Simon hat schon ganz klare Pläne für seine Zukunft. Er will mal Polizist werden. „Und dann bekomme ich Kinder. Also meine Frau bekommt die!“. „Wieviele Kinder möchtest Du denn?“. „Zehn! Fünf Jungs und fünf Mädchen!“. Hut ab! Da hat er sich ja was neben dem Schichtdienst vorgenommen!

Und wenn wir dann unterwegs sind und er sieht jemanden ohne Helm auf dem Fahrrad, ruft er völlig empört „Das darf man aber nicht! Wenn ich später Polizist bin, bekommt der einen Strafzettel von mir!“.

Sonea plant eine berufliche Karriere im Krankenhaus. Das steht schon lange fest. Gelegentlich kippt ihr Vorhaben und sie kündigt mitten im Mc Drive an, dass sie bei „Mack Donnaldss“ arbeiten möchte. Oder aber beim Aldi.

Die Sommerferien waren nervenaufreibend und dennoch habe ich die intensive Zeit mit meinem großen Mädchen sehr genossen. Im Alltag poltern die ganzen kleinen Entwicklungsschritte Steinchen für Steinchen nebenbei. Man staunt und freut sich über so vieles, aber findet doch nicht die Zeit sie intensiv zu würdigen. Die letzten Wochen, die ich arbeitend mit Sonea an meiner Seite verbracht habe, waren sehr intensiv und ich wurde Teil ihrer sommerlichen Metamorphose. Ihres innerlichen Wachstums.

Obwohl ich mich in den letzten Wochen oft gefragt habe, ob sechs Wochen Ferien nicht überholt sind. Wir sind keine Bauern und haben auch keine Acker, die geerntet werden müssen. Wir haben noch nicht einmal einen Garten. Unsere Kartoffeln kaufen wir im Supermarkt.

Sechs Wochen ist eine Menge Zeit, um sich zu langweilen und Quatsch zu machen. Aber auch Langeweile ist erwiesenermaßen wichtig. Und während ich so oft ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich Sonea nicht die Aufmerksamkeit und das Program bieten konnte, das sie in ihren Ferien verdient hätte, hat uns diese gemeinsame, entschleunigte Zeit ohne viel Action doch sehr gut getan.

Nicht begeistert bin ich allerdings von Soneas neuen Plänen für die Zukunft. Denn mittlerweile plant sie eine Karriere als „Jutschub-Star“.

Wenn ich mein Smartphone mal unbeaufsichtigt liegen lasse, dreht sie heimlich ganze Homestories von unserem Zuhause, an dem die Ferienzeit auch nicht spurlos vorbei geht, wohlbemerkt. Und wenn ich abends mal mit dem Laptop auf dem Schoß auf dem Sofa sitze, statt das Chaos des Tages zu beseitigen, legt sie ihren Arm freundschaftlich um mich und fragt mich mit aufgeregt funkelnden Augen „Was geht ab Mama? Schreibst Du gerade in meinem Blog?“. Nun, auch wenn das Internet mein zweiter Wohnsitz ist, bin ich nicht ganz so angefixt von der medialen Begeisterung meiner Tochter. Inklusion ist schon schwierig genug in der analogen Welt.

Vielleicht können wir noch einmal über ihren Wunsch bei „Mack Donnaldss“ zu arbeiten sprechen? Es wäre doch zum Beispiel spannend zu erfahren wie die Chancen für Sonea stehen würden dort einen Arbeitsplatz zu bekommen. Habt Ihr schon mal einen Mc Donalds Mitarbeiter mit Down Syndrom gesehen?

Ihr könnt alles werden, was Ihr wollt. Für beide Kinder erhoffe ich mir eine glückliche und selbstbestimmte Zukunft, aber insbesondere für Sonea wünsche ich mir, dass sie später einmal ihren Weg findet und einen Job macht, der ihr viel Freude bereitet. Dass Inklusion irgendwann nicht nur ein lästiges Wort ist, sondern Selbstverständlichkeit und fest verankert in den Köpfen und Herzen der Menschen. Und wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt, dann macht sie eben Karriere als Spielzeugtesterin und wird ein Jutschub-Star.

Stoff: Rapunzel von SUSAlabim ab Samstag bei lillestoff.

Schnitt: Girly-Shirt von Konfetti Patterns

Mein Leben mit dem Besonderen #108 ADHS und das Medikamentenproblem oder „Wald statt Ritalin“

Schon vor ganz langer Zeit wollte ich hier bei „Mein Leben mit dem Besonderen“ mitmachen und irgendwie wollte mir das Schreiben nicht so richtig gelingen oder ich wusste nicht wie ich anfangen soll und so strichen viele Monate ins Land bis ich von Katharina – dankenswerterweise – eine kleine Erinnerung bekam. Und plötzlich stand für mich fest wie und über was ich Euch berichten will.

Ich bin Margit, 34 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern, Dominik 8 und Annalena 6 Jahre alt, Ehefrau und nebenher berufstätig als Medizinische Fachangestellte.

Ich möchte Euch gerne mit auf die Reise in unser oftmals sehr turbulentes Leben nehmen. Das Leben mit einem Kind mit ausgeprägtem ADHS. Ach ja, und nebenbei noch einem relativ unerforschtem Gendefekt, der Roland Epilepsie, einer Lernbehinderung usw. Das hängt wohl alles mit dem Gendefekt zusammen. Einen Namen gibt es dafür nicht. Ich kann allen Interessierten nur den Ort der Chromosomenanomalie sagen: „Microdeletion 16p13.3“ heißt unser Schreckensmonster. Eigentlich nur ein ganz kleiner Fehler auf dem 16. Chromosom, der aber für viele Sorgen und Probleme sorgt….

Unser allergrößtes Problem ist das Größte aller Monster, das ADHS. Dominik war von Geburt an schon anders als andere Babys. 10 Tage überfällig, trotz toller Wehen nach begonnener Einleitung keine Muttermundöffnung. Und so wurde er in der Nacht zwangsgeräumt, was ihm so gar nicht gepasst hat. Er hatte extreme Probleme in unserer Welt anzukommen. Schon im Krankenhaus hat er einfach nur stundenlang gebrüllt. In der zweiten Nacht hat ihn mir die Nachtschwester abgenommen und ihn im Tragetuch mit durch die Nachtschicht getragen. Bewundernswert. Anders war er in dieser Nacht nicht zur Ruhe zu bekommen. Ich habe Ihn stundenlang gestillt, ihn nur bei mir auf dem Bauch liegen gehabt, die Bindung konnte nicht enger sein – und trotzdem war es unglaublich schwer für Ihn und somit auch für mich. Irgendwann verging das erste Jahre und Dominik wurde ruhiger. Was jetzt folgten waren eigentlich 3 ganz angenehme Jahre. Bis aufs Schlafen, das war nach wie vor ein Kampf und wie oft war unsere Nacht schon um 3 Uhr nachts vorbei…. Richtig auffällig wurde Dominik dann erst wieder mit 4 Jahren. Er kam im Kindergarten gar nicht zurecht, sprechen fiel ihm immer noch unglaublich schwer und auf motorisch hatte er viele Defizite. Und so kamen wir durch sehr viele Untersuchungen im SPZ auf die oben genannten und noch einige mehr Diagnosen.

Aber zurück zum ADHS. Ob es jetzt eine „erfundene“ Krankheit sei oder nicht, in diese Diskussion will ich gar nirgends wo einsteigen. Was aber definitiv Fakt ist: Mein Sohn ist extrem auffallend verhaltensauffällig und hyperaktiv, hat massive Probleme bei einer Sache zu bleiben und seine Gedanken sind überall, nur nicht dort wo sie hingehören. Punkt. Und da hilft uns auch kein leichtfertig entgegen geschmettertes „WALD STATT RITALIN“ (Bei diesem Satz könnte ich die Bäume hochgehen). Dass Dominik Medikamente braucht ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Nur leider haben wir dabei ein weiteres großes Problem. Er verträgt sämtlich „ADHS“-Medikamente nicht, die auf dem Markt sind. Von starken Kreislaufproblemen angefangen bis zum Gefühl dass er auf niedrigste Dosen wie zugedröhnt wirkt, weiter bis zu – leider – starker Aggressivität, ist bei ihm alles mit dabei, was die Nebenswirkungsliste zu bieten hat. Was wir schon alles probiert haben? Methylphenidat („Ritalin“) in unterschiedlichen Dosierungen, „Elvanse“ ebenfalls in verschiedenen Dosierungen bis hin zum Neuesten Medikament in Deutschland „Intuniv“. Zusätzlich zum ADHS soll dies „Tic-Störungen“ verbessern die er ebenfalls sehr auffällig hat. 8 Wochen ging es uns damit soooooo gut. Er hat geschlafen (eine mega Erleichterung für die ganze Familie), er konnte sich in der Schule konzentrieren (er geht übrigens in ein Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Behinderung), er war einfach ein lieber ausgeglichener Junge. Nach den 8 Wochen war es von einem Tag auf den anderen als würde er kein Medikament mehr nehmen. Egal welche Dosis, er reagiert nicht mehr darauf. Da nun wieder starke Aggressivität gegen seine Schwester dazu kam, wurde das Medikament letzte Woche abgesetzt. Und nun stehen wir wieder am Anfang. Während ich hier schreibe läuft er neben mir im Wohnzimmer auf und ab. Er kann sich keine Minute stillhalten, er kann sich keine Minute mit einem Spiel beschäftigen. Er läuft einfach nur, und läuft und läuft… Momentan stehen wir mit unseren Kräften und Nerven wieder ziemlich an, was weiterhelfen wird? Wir wissen es noch nicht.

Aber was ich Euch sagen kann: Trotz aller Sorgen liebe ich ihn abgöttisch. Er ist und bleibt mein – unser – Sonnenschein. Er ist ein kleiner „Michel aus Lönneberga“, genauso süß und schelmisch. Egal was noch kommen wird, ich werde immer für Ihn da sein und ihn so gut ich kann auf seinen eigenen Weg begleiten.

Vielleicht liest das hier ja der oder die Richtige und wir finden einen Tipp, einen Weg den wir bisher noch nicht für möglich gehalten haben …

Ich werde Euch gerne mal wieder berichten wie es bei uns weitergeht, wenn Ihr das wollt. Bis dahin liebe Grüße und einen schönen Rest-Sommer. Margit

 

Und mittendrin ein kleiner Regenbogen

Jeden Abend entfacht ein Streit darüber welches der Kinder von mir ins Bett gebracht werden darf (neben den Diskussionen darüber, ob denn wirklich schon Bettzeit ist). Wir hatten bereits einige Male einen Wechsel versucht – heute der Papa, morgen ich. Aber irgendwie gaben die Kinder sich langfristig nicht damit zufrieden.

Ich mag diese gemeinsame Zeit sehr. Das Ausklingen des Alltags. Noch eine Geschichte vorlesen, über den Tag sprechen oder aber einfach nur einem Hörspiel lauschen. Gemeinsam, Arm in Arm. Bis das Kind fest genug schläft und ich mich aus dem Zimmer schleiche. Den Kindern ist dieser Abschied vom Tag sehr wichtig. Und mir auch. Sonst hätte ich ihn wohl längst versucht einzudämmen.

Natürlich geht es in der Ferienzeit nicht um halb acht ins Bett. Wenn ich mal Glück habe, ist es bereits halb neun, bis sie in ihren Schlafanzügen, mit geputzten Zähnen im Bett liegen. Nun gut, liegen ist wohl auch zu viel verlangt. Hüpfen. Sie hüpfen um halb neun durchs Bett. Laut kreischend und sich nicht darüber einig werdend, wer von welchem Elternteil ins Bett gebracht werden darf.

Ich glaube, Sonea ist das im Prinzip völlig egal. Hauptsache sie ist nicht allein. Aber weil ihr Bruder meistens ausschließlich von mir ins Bett gebracht werden möchte, will sie das  auch. Geschwisterprinzipien!

Natürlich muss ich nicht erwähnen, dass mir in den Ferien unser gemeinsames Einschlafritual tierisch auf den Zeiger geht. Der kleine steht dann nämlich gerne mal auf der 10, wenn es endlich neben mir schnarcht. Mit ein bisschen Glück sind es die Kinder.

Erst dann habe ich die Wahl zwischen Nähmaschine und Sofa, zwischen Küche aufräumen und Wäsche sortieren und zwischen einer Runde durch das gesamte Internet surfen oder selbst neuen Lesestoff produzieren.

Kein „Du musst mir aber jetzt hier noch einen Trizeratops hinmalen“ und auch kein „Mama, das klemmt, kannst Du mir helfen die Kiste zu öffnen“ auch kein „Mama, ich hab Hunger!“ (obwohl wir gerade erst zu Mittag gegessen haben) und auch keine „Mama, der hat mich gehauen!“… „Ja, weil die Kackloch zu mir gesagt hat!“…. „Selber!“… „Nein DU!“.

Einfach nur Ruhe. Das söhnt mich mit so einem langen Ferientag aus.

Gestern Abend gab es eine überraschend schnelle Einigung darüber wer wen ins Bett bringen darf und so lag ich kurze Zeit später neben Sonea im Hochbett. Sie hielt mir auffordernd ein neues Buch vor die Nase, das ich ihr vorlesen sollte. An diesem Abend wollte sie mal nicht mitlesen, sondern lauschte einfach der Erzählung. Zwischendurch kommentierte sie das Erzählte und ich war wieder mal verblüfft wie reflektiert sie ist.

Mein großes, verblüffendes Mädchen. Sie hat wieder mal einen ordentlichen Schub hinter sich gebracht. Und genau dafür ist diese lange Ferienzeit ganz gut. Denn ich genieße so viele Momente und die intensive Zeit mit ihr gerade sehr (auch wenn ich diesen Textabschnitt tageweise sicherlich gerne editieren würde).

Der Sonnenschein macht so viel gute Laune in diesem verregneten Sommer.

Stoff: Sommerelfen von SUSAlabim für lillestoff

Schnitt: Elfina von Elsterglück

 

Haialarm auf dem Fischmarkt

Was kann noch schief gehen, wenn man seinen Kindern Shirts näht, nicht den Fehler macht nur eins von beiden zu benähen und auch mit der Stoffwahl einen absoluten Volltreffer landet?

Richtig! Die Location, um das ganze Ensemble auch noch zu fotografieren, kann einem natürlich einen gewaltigen Strich durch den Sonntagsausflug machen.

An den Kindern kann das natürlich nicht liegen. Die tragen den Sonnenschein ja quasi im Namen.

Am Sonntag planten wir einen Ausflug zum Fischmarkt nach Deutz. Dort wollten wir längst einmal hingefahren sein und unser letzter Ausflug in den Rheinpark war eigentlich auch ganz nett.

Soweit der Plan.

Angekommen waren natürlich sämtliche Parkplätze überfüllt. Glücklicherweise waren wir mit meinem Auto unterwegs. Denn der Plan war außerdem, dass ich im Anschluss unseres Ausflugs noch ein bisschen Autofahren übe (denn dafür waren in den bisherigen Ferien zwar Zeit, aber keine Nerven). Wir brauchten also nur einen kleinen Parkplatz und den fanden wir dann auch überraschend schnell.

Im Rheinpark peilten die Kinder sofort den Spielplatz an und ließen sich auch überraschend schnell überreden weiter zu gehen, denn wir wollten ja eine Runde über den Fischmarkt ziehen.

Der Plüsch, betäubt von Gerüchen, zog wie wild in alle Richtungen an der Leine und verschwand in der Menschenmenge ziemlich schnell auf meinem Arm. Die Idee mit dem Fischmarkt gefiel mir plötzlich gar nicht mehr so gut.

Sonea stellte zum Beginn unseres Ausflugs direkt mal klar, dass Herr Sonnenschein heute keine Fotos von ihr machen dürfe und auch unsere Idee Simon irgendwo auf dem Fischmarkt in Szene zu setzen, entpuppte sich in der riesen Menschenmenge als eine äußerst dämliche.

Irgendwo in der Schlange zum Backfischwagen kippte die Stimmung dann schlagartig. Ich weiß nicht, ob es die Worte „Ich will Fanta!“ waren, oder bereits vorher irgendwas in der Luft lag. Fakt war: wir standen für Backfisch an, Getränke gab es an einem anderen Stand. Das war Fehler Nummer 1.

Fehler Nummer 2 war, dass wir uns nicht aufteilen konnten, da ich mit der Leine in der einen Hand maximal eine zweite frei hatte, in der ich nicht vier Getränke balancieren konnte (außerdem mein Handy zu Hause gelassen hatte und mich ohne nicht in der riesen Menschenmenge aufteilen wollte).

Der dritte Fehler war, dass Herr Sonnenschein nur drei Portionen Backfisch kaufte, die wir zu viert teilen sollten. Simon wird mal ein Mathegenie, denn er stellte binnen Millisekunden fest, dass wir für IHN keinen Backfisch gekauft hatten. Außerdem „WO ist meine Limo!“.

Es folgte ein Gehstreik mitten in der riiiiiesen Menschenmenge. Herr Sonnenschein mit jeweils einem Backfisch in beiden Händen stand hilflos daneben. Ich mit dem Plüsch an der Leine in der einen und der dritten Portion Backfisch in der anderen Hand ein paar Meter weiter.  Genervt. Abwartend.

Einige Minuten später beschloss ich erst einmal den Plüsch und das zweite Kind aus der Menschenmenge raus zu bringen, bervor sich das nächste Unglück anbahnt.Das ließ aber nicht lange auf sich warten und Sonea fing an zu heulen „Paaaaaapaaaaa! Wo ist mein Paaaaaaapaaaaaaa??!“. Mein Blick wanderte in Richtung Herr Sonnenschein und erspähe ihn auch sehr schnell. Sein Blick verriet, dass es noch ein wenig dauern kann, bis er wieder bei uns ist (und sein Bedarf an Fischmarkt auch erstmal gesättigt war).

Das war der erste Moment, in dem ich diesen völlig überteuerten, dämlichen Backfisch am liebsten in den Müll geschmissen hätte.

Es dauerte eine ganze Weile bis Herr Sonnenschein Simon überzeugen konnte seinen Streik niederzulegen und endlich bei uns angekommen, verabschiedete sich zusammen mit Sonea zum Getränkestand. Simon, der Plüsch und drei Schälchen Backfisch alleine in der brühenden Sonne, die sich plötzlich hinter ein paar dicken Wolken auftat, um das Drama noch ein wenig zu untermalen. Wir waren umgeben von einer wilden Horde Wespen. Schon wieder fixierte ich genervt die Mülltonnen, suchte dann aber lieber erstmal ein schattigeres Plätzchen für uns.

Herr Sonnenschein kam wieder mit überteuerten Getränken und Simon begrüßte ihn mit den Worten „Ich wollte doch FANTA!“. Herr Sonnenschein und ich schauten beide hilflos, genervt und wütend die Flasche Sprite in seiner Hand an, während Simon aufgebraust in Richtung Menschenmenge ab stampfte. Herr Sonnenschein hinterher.

Ich schielte zu den Menschen rüber, die gut gelaunt auf den Bierbänken im schattigen Plätzchen ihren eiskalten Chardonnay schlürfen und hätte am liebsten einen der Tische gestürmt und sämtliche Gläser leergetrunken… auf ex!

Plötzlich hatte ich keine Lust mehr auf Backfisch, nicht mehr auf Fischmarkt oder sonst einem der Stände (die ohne wütende Kinder sicherlich spannend gewesen wären) und war ziemlich froh als wir den Marktbereich endlich wieder verlassen hatten.

Auch wenn man es den Bildern nicht ansieht, war der Weg dorthin ziemlich turbulent. Und die Schnappschüsse, die Herr Sonnenschein im Anschluss einfangen konnte, forderten auch ihre Dramen, von denen auf den Bildern zum Glück nichts zu sehen (und zu hören) ist.

Längst wollten wir mal ein Video davon machen wie schnell und unkompliziert so eine Fotostrecke mit den Kindern im Kasten ist. Nun. Ein anderes Mal vielleicht.

Für Autofahren hatte ich im Anschluss übrigens keine Nerven mehr übrig.

Notiz an mich:

Fischmarkt – ab sofort und erstmals nur noch ohne Kinder, mit nem eiskalten Chardonnay in der einen und Herrn Sonnenschein in der anderen Hand.

Getränke – nur noch Mineralwasser, keine zuckerhaltigen Getränke mehr am Wochenende.

Einkaufsliste – Baldrian. Großpackung. Und Schokolade. Viel davon.

Notiz an Euch: 

Sonea –

Stoff: Yeah Girl von Nestgezwitscher. erscheint am Samstag bei lillestoff,

Schnittmuster: Madita von Hedi Näht.

Simon –

Stoff: Shark und Shark Geo von enemenemeins, erscheint am Samstag bei lillestoff.

Schnittmuster: abgewandelter Neo von ki ba doo.

 

 

 

Mein Leben mit dem Besonderen #107 Ungewollt Kinderlos

Ich habe mein Leben eigentlich immer als ganz normal betrachtet.

Nach außen ist es das auch weiterhin. Ich bin schon über ein Jahrzehnt liiert und wohne mit dem Mann zusammen.

Jede Frage, wann wir denn endlich mal Kinder bekommen, ist ein Stich ins Herz.

Damit rechnet das Gegenüber natürlich nicht, aber es ist eine sehr persönliche Frage.

Am Anfang unseres Kinderwunsch-Weges vor mehr als 3 Jahren, lächelten wir noch und antworteten mit Phrasen wie „Na mal sehen, irgendwann.“, „Wir lassen uns noch Zeit.“ oder auch „Wir arbeiten daran!“.

Mittlerweile müssen die Menschen mit der Wahrheit genauso leben wie wir.

Wir können nicht einfach so ein Kind bekommen. Der Mann ist hochgradig unfruchtbar. Dies fanden wir nach einem Jahr Kinderwunsch heraus. Anfangs wurden beim Urologen, welcher ein sehr unsensibler Mann war, gar keine Spermien gefunden. Später beim 2. Facharzt in der Uniklinik immerhin eine Handvoll.

Okay damit war also klar, wir würden nicht ohne Hilfe ein Kind bekommen können. Wir sind 1 von 7 Paaren bei dem das so ist. Also irgendwie besonders, während es doch eigentlich auch für so viele ganz normal ist.

Die Diagnose war ein Schock. Wirklich ein Weltuntergang. Wieso wir? Ich bin unter 30 und hatte nie irgendwelche Geschlechtskrankheiten. Der Mann hatte als Kind einen Hodenhochstand und Mumms, das allein ist die Ursache. Unser Leben war immer mit Kindern geplant und wir hatten uns beeilt gute Vorraussetzungen zu schaffen, was nun?

Nach vielem Informieren war zusätzlich klar, eine so genannte künstliche Befruchtung ist teuer. Um die 4000€ kostet eine einzelne künstliche Befruchtung mindestens. Und die Krankenkasse? Irgendwie ist Unfruchtbarkeit doch eine Krankheit?! Oder nicht? Die Krankenkasse knüpft, zum Teil gesetzlich vorgeschrieben, ihre Unterstützung an mehrere Bedingungen. Bitte verheiratet sein, unter 40 aber über 25, bitte auch beide in der gleichen Kasse, denn dann gibt es einen höheren Übernahmesatz. Was ein Unsinn. Wir haben uns immer wohl in unserer ehelosen Beziehung gefühlt. Nun heirateten wir, das war wunderschön, hätten wir sonst aber wohl nicht (so zeitnah) getan. Der Mann wechselte seine Kasse und eineinhalb Jahre nach Diagnose konnte es im April 2016 mit der ersten künstlichen Befruchtung losgehen.

Ich spritzte mir jeden Abend einen Haufen Hormone und musste alle zwei Tage zum Ultraschall um das Wachstum der Follikel zu verfolgen. Es reiften in 12 Tagen um die 20 Follikel an. Sonst reift pro Zyklus nur einer bis maximal drei an. Als die Follikel groß genug waren, wurden die Eizellen aus den Follikeln gesaugt. Dies geschieht unter Narkose, über die Scheide mit einer Biopsienadel. Jeder Follikel muss einzeln wie Eine Traube angestochen werden.Da gibt es leider nichts zu beschönigen. Danach wurden die Spermien im Labor in die Eizellen eingebracht. Und dann hieß es warten. Der Eingriff war Ambulant und man durfte mit geschwollenem Unterleib und Schmerzmittel nach Hause. Am nächsten Tag der Anruf vom Labor. Aus den 20 Follikeln konnten 10 Reife Eizellen gewonnen werden. Von diesen 10 Zellen ließen sich nur 2 befruchten. Das heißt, es gab nur 2 Embryos. Diese wurden zwei Tage Später zurück in die Gebärmutter gesetzt. Nach 14 Tagen der Test. Negativ. Die ganze Prozedur umsonst.

Das Ganze machten wir insgesamt 3 mal. Jedoch gab es in den nächsten beiden künstlichen Befruchtungen, keine Embryonen mehr. Es hatte sich schlicht nichts entwickelt. Insgesamt waren es über 35 Eizellen. Mit den Nerven waren wir völlig am Ende.

Und leider hilft in dieser Situation nur Eines ein bisschen. Reden. Also begannen wir damit. Das gesamte Umfeld weiß mittlerweile Bescheid. Und es zeigte sich schnell, wer tatsächlich emphatisch ist und wer lieber nur Ratschläge verteilt.

Es hilft nicht zu hören, dass es beim Freund, der Freundin, der Tante ,des Großonkels nachher doch noch natürlich geklappt hat. Oder das man sich nur entspannen soll, denn das kann ja nicht klappen, wenn man sich versteift.

Es gibt keinerlei Studien, die auch nur ähnliches beweisen. Natürlich gibt es diese Fälle, wo man es dann darauf schieben kann. Es hilft aber nicht, wenn man grade solch eine Prozedur durchgeht. Auch ein „adoptiert doch dann einfach“ ist nicht hilfreich, weil auch dies eben nicht so einfach ist.

Wir redeten, weinten und bekamen auch sehr schöne Reaktionen. Ich habe einen Twitter Account voll mit Menschen mit diesem Schicksal und bin auch hier mit meinem Bauch zu finden.

Mittlerweile haben wir die künstlichen Befruchtungen mit Stimulationen Namens Icsi hinter uns gelassen.

Wir gehen einen neuen Weg. Den der Samenspende. Wir haben uns einen Spender über eine Samenbank ausgesucht. Das war ein großer Schritt für meinen Mann, aber da er „Verursacher“ des Problems ist, eine der wenigen möglichen Lösungen. Im ersten Versuch im April diesen Jahres waren wir nach dem ersten Versuch dadurch schwanger. Leider habe ich das Kind bereits in der 6. Woche wieder verloren. Im Juni machten wir den nächsten Versuch. Negativ.

Zum besseren Timing, muss man auch bei dieser Methode mehrfach im Zyklus ins Kinderwunschzentrum und eine Spritze setzen um den Eisprung genau passend auszulösen. Organisatorisch ist das oft eine Katastrophe, da dies in der Klinik nur morgens geht.

Finanziell ist ein Versuch der einfachen Samenübertragung in die Gebärmutter mit Spendersamen weniger kostspielig als eine künstliche Befruchtung.

Geht aber mit min. 1000€ auch ins Geld.

Die Krankenkasse bezahlt bei jeglicher Behandlung mit Spendersamen nichts dazu.

Heute hatte ich eine weitere Samenübertragung. Es sind zwei Follikel, also vielleicht zwei Eizellen gesprungen und ich kann genau sagen wie viele Spermien nun den Wettkampf angetreten sind. Und doch bedeuten Zahlen so wenig, denn diese machen leider nicht alleine schwanger. In zwei Wochen weiß ich dann, ob es geklappt hat. Entspannt ist das nicht. Aber bloß nicht verrückt machen.

Wenn nicht, bleiben wir vorerst weiterhin ungewollt Kinderlos.

Wenn Ihr Freunde in der Situation habt und ihr wisst nicht wie ihr reagieren sollt, dann fragt sie. Oder hört zu und umarmt sie. Aber bitte bitte gebt keine Ratschläge. Nehmt einfach teil, das ist Gold wert.

Hoffend auf ein Happyend grüßt euch liebstens S.

Fazit aus drei Wochen Sommerferien: Spiderman ist tot!

Wir sitzen im Auto, eine recht kurze Fahrt zum Supermarkt und doch lang genug, dass auf dem Rücksitz die Fetzen fliegen, ein Puppenschuh von hinten nach vorne geflogen kommt, dicht gefolgt von Handgemenge und Gekreische. Dazwischen brüllt Herr Sonnenschein, dass im Auto nicht mit Sachen rumgeschmissen wird.

Sie schaffen es keine fünf Minuten im Auto zu sitzen, ohne sich zu zoffen. Immerhin versteht Sonea es sich für ihr Temperamentsausbruch zu entschuldigen „Tschilligung Simon*!“.

„Das heißt nicht TSCHILLIGUNG! Das heißt ENT-SCHUL-DI-GUNG!“ eifert der kleine Besserwisser anstatt einfach die Entschilligung seiner Schwester anzunehmen.

„ENT-schilligung!“ verbessert sich Sonea, die es wirklich ernst meint. Ich muss mir auf die Lippe beißen, um nicht laut loszuprusten, obwohl mir diese ständigen Streitereien auf dem Rücksitz tierisch auf den Keks gehen.

Ich liebe meine Kinder wirklich sehr und jedes ist für sich gesehen, einfach wunderbar. Aber zusammen haben sie einen Pearl Index von Minus 300. Mindestens. Das effektivste Verhütungsmittel, das der Markt hergibt.

Oder aber: wie Mentos und Cola. Wehe man gibt das Mentos in die Cola.

Oder aber: die Dickköpfigkeit meiner Tochter erfährt die Steigerung durch ihren Bruder, der grundsätzlich das Gegenteil von dem möchte, was seine Schwester gerade will.

In der Theorie bin ich ein erfahrener Erziehungsexperte. In der Praxis möchte ich mich manchmal einfach schreiend auf den Boden schmeißen und mit den Fäusten hämmernd losheulen.

Oft ertappe ich mich dabei in verschiedenen Situationen völlig falsch zu reagieren. Da steht dann mein imaginäres Ich neben mir, die Arme verschränkt, mit dem Fuß wippend, eine Augenbraue hochgezogen und macht mich schnippisch darauf aufmerksam, dass ich mal wieder die „Wenn dann“ Keule ausgepackt habe, dass ich den besten Erfolg mit einer Ablenkungstaktik gehabt hätte und nicht zuletzt, dass ich die Kinder nicht leiser bekomme, wenn ich es schaffe noch lauter zu schreien als sie selbst.

Schmollend ziehe ich mich zurück. Ich bin müde, gestresst und meine Kinder wollen mal wieder zehn Dinge gleichzeitig. Ein Kind hat Durst und entgegen den seltenen Momenten, in denen wir mal Apfelsaft im Haus haben und es in der Lage ist seine Apfelschorle fachmännisch selbst zu mixen… mit Eiswürfeln und Strohhalm… plötzlich weiß es nicht mehr wie man Wasser in einen Becher schüttet. Das mit der Demenz hat es von mir. Ich vergesse auch ständig was ich gerade machen wollte, weil ich andauernd unterbrochen werde und gedanklich schon 10 Schritte weiter bin.

Das Gefühl zu verhungern oder zu verdusten kommt vorzugsweise beim einen Kind nur dann auf, wenn das andere Kind mich gerade dringend benötigt, weil es zum Beispiel auf Toilette sitzt und mich mit einem lauten „Ich. Bin. Feeeeertig!“ wissen lässt, dass ich den Po abputzen kommen soll und zwar zack zack, denn ansonsten wiederholt sich das „Ich. Bin. Feeeeeeeertig!“ in Dauerschleife und mit steigendem Tonfall. Aber ich stehe ja in der Küche und schütte einen Becher Wasser ein, während ich ungeduldig gefragt werde, wann ich ihm denn endlich einen Apfel schneide. Apfel? Wieso denn jetzt einen Apfel?!

„IIIIIICH! BIN! FEEEEEEEEEEEEEEERTIG!!!

IIIIIIIIICH! BIIIIIIN! FEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEERTIG!!!

IIIIIIIIIIIIIIICH! BIIIIIIIIIIIN! FEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEERTIG!!!“.

Ich hetze erstmal ins Badezimmer. Den Apfel im Hinterkopf. Und noch zehn weitere Dinge, die ich erledigen möchte und noch während ich mir die Hände wasche und mit dem Toilettenkind diskutiere, dass es sich bitte auch die Hände waschen soll, steht das andere Kind tadelnd neben mir „Mama! WO bleibt mein Apfel?“ Das Toilettenkind nörgelt „Ich will aber, dass Du jetzt sofort mit mir das Puzzle machst, Mama!“.

Und ich bin mir sicher, dass wenn ich den Apfel geschnitten habe, das Kind anschließend wütend davon stampft, weil es doch eigentlich lieber Kekse gehabt hätte.

Zwei Wochen Urlaub liegen hinter mir. Alltagsreif haben sie mich gemacht. Meine Erholung ist am Tiefpunkt und deutlich im Minusbereich.

Sechs Wochen Sommerferien und gerade mal die Hälfte rum. Simon hat zum Geburtstag einen Spiderman in Lebensgröße bekommen. Es hat gerade mal zwei Tage gedauert, da klingelte unser Nachbar mit dem linken Bein von Spiderman. Mal ganz ehrlich: wenn Spiderman es keine zwei Tage schafft mit meinen Kindern zu überleben, wie verdammt nochmal soll ich denn sechs Wochen überleben??

Ich hab die beiden ja wirklich gerne um mich herum. Aber nicht, wenn ich mich auf die Arbeit konzentrieren muss, denn die macht sich auch nicht von selbst. Und das bisschen Homeoffice wird auch nur von denen belächelt, die es noch nie ausprobiert haben mit Kind im Schlepptau zu arbeiten. Natürlich gibt es diese Supermütter, die es problemlos geregelt bekommen ihre Kinder ausreichend zu beschäftigen, während sie ihren Job erfolgreich machen. Ohne Tablett und Fernsehen. Nun, ich bin aber keine SUPERmutter. Und ich möchte noch einmal betonen, dass bereits SuperHELDEN nach zwei Tagen in unserem Haushalt den Löffel aufgeben.

Ich habe Herrn Sonnenschein schon angekündigt, dass er in den nächsten Sommerferien fünf Wochen Sonnenschein mit ins Büro nehmen darf. Meine gute Idee fand leider keinen Anklang.

Kinder sind das Beste, was einem passieren kann. Wirklich! Nach sechs Wochen Sommerferien weiß man seinen Alltag und die himmlische Ruhe bei der Arbeit erst richtig zu schätzen.

Da kann einem die Streiterei fast schon ein bisschen fehlen. Aber zum Glück gibt es ja auch noch Kunden, die dafür sorgen, dass einem niemals langweilig wird.

So wie heute. Denn meine liebe Freundin Nele hat sich extra einen Tag Urlaub genommen, um mit Sonea etwas zu unternehmen.  Simon ist auf einem Geburtstag eingeladen und richtig Hallig Galli gibt es erst wieder heute Abend, denn dann haben wir ein Übernachtungskind zu Besuch.

Die Outfits der Kinder sind beide von Paglie.

* der Löwe heißt nun auf eigenen, ausdrücklichen Wunsch Simon… zumindest hier im Blog. 

 

Eine kleine Oase auf einem Trip durch die Wüste

… oder aber das Bloggerelterncafé 2017 von Styleranking.

Es ist gefühlt schon wieder eine kleine Ewigkeit her, dass wir Meeresluft geschnuppert haben. Dabei ist es erst ein paar Wochen her, dass wir unseren kleinen, aber feinen Familienurlaub in Büsum verbrachten.

So schön diese Woche an der Nordsee auch war, alleine der Gedanke an die Rückfahrt lässt meinen Stresspegel deutlich ansteigen. Oder milder ausgedrückt, sie war mindestens genau so stürmisch, wie der Wellengang der Nordsee in jener Woche.

Mein Plan, dass die Kinder nach dem frühen Start in den Tag sicherlich schnell einschlafen würden, ging einfach nicht auf. Dauerstreit um Nichts und für einfach nur angeschaut (noch nicht einmal mit Zunge rausstrecken) oder aber das Bein zu weit rüber gestreckt… ach, Ihr kennt das sicherlich. Und falls nicht, habt Ihr einfach nur Glück… oder aber keine Kinder.

Auf jeden Fall war ich einfach nur dankbar für den Zwischenstopp, den wir auf der Strecke Büsum – Köln einlegten. Es fehlte uns zwar nur noch eine knappe Stunde Autofahrt nach Hause, aber die wäre unzumutbar und unverantwortlich gewesen (für wen, könnt Ihr Euch an dieser Stelle jetzt einfach mal aussuchen).

Wir folgten also der lieben Einladung von Styleranking zum Elternbloggercafé und eigentlich wollte ich längst darüber gebloggt haben, denn dieses schöne Event wollte ich auf keinen Fall unkommentiert lassen, aber irgendwie war es die letzten Wochen ein bisschen so wie auf der Autobahn von Büsum nach Köln. Nur homöopathischer dosiert. Zum Glück.

Das Elternbloggercafé von Styleranking war sowas wie eine kleine Oase während eines unendlichen Ritts durch die Wüste.

Die Kinder tauten blitzschnell auf und fanden Beschäftigung im Duplosteine Bauen und Helden spielen bei den Helden Snacks und den Frechen Freunden. Und ich lernte endlich mal Madeline und einen Teil des frechen Teams der Frechen Freunden persönlich kennen. Das war echt schön.

Schön war aber vor allem auch, dass Schaebens mit meinen Lieblingsmasken vertreten war und ich mir direkt einmal eine absolut notwendige Entspannungsmaske sichern konnte und die tolle Superfruit Maske für neue Energie. Kann ich wirklich nur empfehlen.

Mein Highlight war aber vor allem das saucoole Team von Max Factor. Stephan und Melanie haben wirklich die Schokoladenseiten von uns Bloggerinnen hervor gehoben und uns aufgehübscht. Nach dieser nervenaufreibenden Autofahrt war das echt Balsam.

Mein Plus sind meine Augen und weniger ist mehr, das hat Melanie mir mit auf den Weg gegeben. Sie hat mir erklärt, wie ich meine Augen optisch am besten und auf natürliche Art und Weise zur Geltung bringe, worauf ich verzichten sollte und was dagegen unverzichtbar für mich ist: eine Wimpernzange. Die gab es dann eine Woche später zum Geburtstag. Meine erste seit 20 Jahren Schminktopf.

Wir vier genossen den Nachmittag in dem Loft mitten in Düsseldorf sehr und auch für unser leibliches Wohl war reichhaltig gesorgt. Während die Kinder sich auf die Macarons von Schaebens und natürlich auf die Snacks von den Frechen Freunden und ihre Helden beschränkten, freuten Herr Sonnenschein und ich mich auf Sushi und leckeren Salat.

Aber für Sonea konnte nichts die Leberwurstbrote toppen, die die liebe Mira Mondstein aus ihrer Mary Poppins Tasche zauberte.

Während mich natürlich der Stand von Max Factor am meisten anzog, hatte für meine Männer vor allem der Stand von Dyson eine magische Anziehungskraft. Eigentlich hätten wir dem Löwenkind zum Geburtstag einfach nur einen Dyson Staubsauger schenken müssen und er wäre glücklich gewesen. Und nicht nur er. Ich auch.

Post from RICOH THETA. – Spherical Image – RICOH THETA

Aber Herr Sonnenschein war vor allem angetan von dem Dyson Luftreiniger, die Technik und das Design. Und er ist nach wie vor fest davon überzeugt, dass so ein Luftreiniger für uns unverzichtbar ist. Denn man munkelt, hier riecht es ganz schön nach Hund.

Den Damen von MAM sagte ich zumindest einmal Hallo, auch wenn ich für die Produkte keine Verwendung mehr habe. Unsere vollendete Familienplanung hinderte sie aber nicht daran mir trotzdem eine Tragetasche mitzugeben. Das fand ich echt nett.

Neben zahlreichen netten Gesprächen, die ich auf solchen Events immer am allermeisten schätze, hatte ich dank TranQuini auch noch eine wichtige Erkenntnis. Der Konsum von Teegetränken verursacht bei mir starke Kopfschmerzen. Vielleicht hätte ich auch nicht so viel von den leckeren Erfrischungsgetränken trinken (ich glaube, es waren fast drei Dosen), aber plötzlich erkannte ich den Zusammenhang zwischen diesen Kopfschmerzen und meinen Teekonsum (wenn ich Tee trinke, dann meistens direkt 1-2 Liter). Kennt dieses Phänomen noch jemand von Euch? Oder bin ich einfach seltsam?

Es war wieder mal ein total schöner Nachmittag und ein gelungenes Event, für das wir uns an dieser Stelle noch einmal bei Styleranking und allen Sponsoren bedanken wollen.

Die letzte Stunde im Auto war übrigens himmlisch. Wir fuhren nicht nur gut gelaunt von Düsseldorf nach Köln, sondern die Kinder waren auch noch herrlich still und verbrachten die restliche Heimreise nicht streitend, sondern schlafend.

 

 

 

Mein Leben mit dem Besonderen #106 Schulunfähig?

Schon früh war zu beobachten, dass unser Knopf irgendwie anders tickt als seine Altersgenossen. Und so galt er in der Kita als sogenanntes „I-Kind“ (Integrationskind), was grob gesprochen mehr Förderung und einen besseren Betreuungsschlüssel bedeuten soll. Damals stellte das SPZ die Hauptdiagnose „Autismusspektrumsstörung“ oder auch „atypischer Autismus“ und zusätzlich zu gezielter Förderung durch seine Integrationserzieherin bekam mein Sohn wöchentlich Ergotherapie in 1:1 Situationen oder in Kleinstgruppen. Wir wohnten damals in Berlin und dort war es bereits 2013 so, dass jedes Kind, welches bis zum 31.12. des Jahres 6 Jahre alt wird, im Sommer eingeschult wird. Das traf auf uns mit dem Geburtstag kurz vor Weihnachten zu. Ich empfinde 5 1/2 generell sehr früh für die Einschulung, für Jungs nochmal mehr (Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel). Wenn man dann aber ein Kind vor sich hat, welches massive Schwierigkeiten in der Feinmotorik und im sozial-emotionalen Bereich hat (sprich nicht in der Lage ist, sich in eine Gruppe zu integrieren oder überhaupt adäquat auf Gleichaltrige zu- oder einzugehen), dann ist Bauchweh beim Blick auf die Schulzeit wohl mehr als nachvollziehbar. Und so habe ich als Mutter einen „Rückstellungsantrag“ gestellt, welchem auch stattgegeben wurde. Dann sprachen sich aber plötzlich sowohl die Kita als auch das SPZ für eine reguläre Einschulung aus. Letzteres nahm sogar die Autismus-Diagnose zugunsten einer „Bindungsstörung“ nebst oppositionellem Verhalten vom Tisch. Natürlich ist man als Mutter nur allzu gern bereit, sich sagen zu lassen, das Kind ist ebenso schulreif entwickelt wie seine Kollegen und so traf ich eine schlechte Entscheidung, die mich nicht ruhig schlafen ließe, wenn ich sie in irgendeiner Art rückwirkend beeinflussen könnte: Ich nahm die Rückstellung zurück und damit das Unheil seinen Lauf! Ich versuchte im Vorfeld Hilfen für einen sanften Schulstart zu bekommen oder auch nur ein Gespräch mit der zukünftigen Klassenlehrerin zu führen. Doch die Aussage von Seiten der Regelgrundschule war lediglich „Elterngespräche führen wir grundsätzlich erst NACH den ersten Unterrichtstagen“ und so beschränkten sich die Hilfen auf intensives Training der Graphomotorik und Tipps für linkshändige Schreibanfänger in unserer Ergotherapie. Verlief die Einschulungszeremonie am Samstag noch ohne besondere Vorkomnisse, kam am Mittwoch drauf bereits der gefürchtete Anruf mit weit niederschmetterndem Inhalt als ich es mir hätte ausmalen mögen: „Vollkommen schulunfähig! Nicht beschulbar! Zurück in den Kindergarten! Am besten ab morgen!“ Und ich habe es versucht, bis zur obersten Instanz, der Landesschulbehörde bin ich gezogen, doch einmal im Schulsystem gibt es keinen Weg zurück. Also musste eine Alternative her. Zuerst ging es in Verhandlung mit der Schule. Sein kurzes Leben hat mehrfach gezeigt, dass mein Kind sehr lange braucht, um sich in neue Situationen einzufinden. Von 6 Monaten auszugehen ist realistisch. Und so wurde in Gesprächen mit der Schule und dem SPZ eine Probezeit bis zu den Herbstferien festgesetzt. Zeitgleich wollte man sich nach einer alternativen Beschulung umsehen. Für neue, fremde oder unsichere Situationen hat J. früh selbstständig Strategien entwickelt, sich runterzufahren, seine Gefühle zu kanalisieren und sich Sicherheit zu holen, welche er bis heute anwendet, wenn ihn etwas überfordert oder überreizt. Hauptsächlich holt er sich seine Beruhigung im immer wiederkehrenden Öffnen und Schließen einer Tür. Wenn man sich seine Schwierigkeiten beim Erkennen und Verstehen von Emotionen vor Augen führt, sieht man leicht, warum die Vorhersehbarkeit eines mehr oder weniger technischen Mechanismusses im Gegensatz zu der unberechenbaren menschlichen Reaktion bei „solchen“ Kindern oftmals den Vorzug bekommt. Zudem müssen sie sich in der meditativen Stereotypie nicht mit den eigenen (Versagens-)Ängsten auseinandersetzen. Natürlich ist es aber auch ebenso nachvollziehbar, dass ein solches Verhalten oder auch ein unter dem Tisch sitzender, summender oder gar kreischender Schüler den Unterrichtsalltag stört. Leider war es aber damals auch schon so, dass mein Sohn, wenn sein Rückzugsversuch in für ihn sichere Gefilde unterbunden wird, andere Möglichkeiten findet, vor dem was ihn ängstigt oder überfordert zu fliehen. Da J. außerdem ein schlaues Köpfchen ist, lernte er schnell, welches Verhalten er an den Tag legen musste, um einer unangenehmen Schulsituation zu entkommen. Und so kam jeden Tag zu früherer Stunde der Anruf, ich müsse das Kind abholen kommen, er störe den Unterricht, entziehe sich den Lehrkörpern oder sei auf andere Weise nicht „händelbar“. Bald war ich (übrigens schon ziemlich schwanger) nicht mal zu Hause angekommen, da klingelte bereits das Handy. Mit dem Konzept der „verlässlichen Halbtagsschule“ und „Schulpflicht“ hatte das nichts mehr zu tun. Ich musste hart kämpfen und mich sehr unbeliebt machen, um zu erreichen, dass man ihn zumindest in der Schule behielt, eine Teilnahme am Unterricht war kaum noch möglich.

Der für uns zuständige (und sehr engagierte) Psychologe des SPZ machte kurz vor Ablauf der ausgemachten Probezeit einen der überaus raren Plätze in einer sogenannten temporären Lerngruppe möglich und so wechselte J. noch vor seinem 6. Geburtstag (direkt nach den Herbstferien) in die 2. Schule seiner Laufbahn.
Das Konzept dort sprach uns anfangs sehr an: bis zu 8 Kinder mit mehr oder weniger ähnlich gelagerten Problemen wie bei meinem wurden dort von einem sozialpädagogischen Lehrer und 2 weiblichen Betreuerinnen durch einen gut strukturierten Tag mit eher praktisch fundiertem und individuellem Lehrplan begleitet. Örtlich war die Gruppe in einem eigenen Altbauhaus auf einem Grundschulgelände untergebracht.
Bald wurde mir das Kraxeln in den 2. Stock mit dem dicken Bauch zweimal täglich beschwerlich und auch hier berichtete das Personal bald von untragbarem Verhalten wie z.B. das Öffnen der Fenster im Treppenhaus. Aber es fühlte sich zumindest passender und weit mehr nach Zusammenarbeit an.
Doch kurz nach seinem Geburtstag, genauer gesagt am letzten Schultag vor Weihnachten brach erneut alles über uns zusammen:
Ich war bereits über Termin und lag im Geburtshaus am CTG, daher ging ich nicht an’s Handy, ehrlich gesagt hörte ich es nicht einmal klingeln. Also rief die Schule den Papa an, welcher zwar Gott sei Dank den Anruf entgegen nahm und auch gerade keine Schicht hatte, aber in Potsdam lebte. Von dort bis nach Berlin Pankow dauert es mit den Öffis eine ganze Weile. Der Lehrer aber drohte: „Wenn Sie J. nicht in einer Stunde abgeholt haben, informieren wir das Jugendamt!“ Mein Sohn hatte entgegen all seinem bisherigen Verhalten eine Grenze überschritten und den Lehrer geschlagen.
Sein Vater flog buchstäblich hin und wurde dennoch von der Kavallerie – Lehrer, Direktor und dem Jugendamt – empfangen.
Ich habe die Details seines Berichtes verdrängt, welche er mir ganz sicher alles andere als emotionslos mitgeteilt haben wird, als wir uns in unserer Wohnung trafen. Hängen geblieben ist einzig die niederschmetternde Tatsache: J. darf nach den Weihnachtsferien nicht wiederkommen! Gerade einige Tage 6 Jahre alt, flog unser Sohn bereits von der 2. Schule, noch dazu einer, die eigentlich für solch hoffnungslose Fälle erdacht war.
Und zur Erinnerung: Es war Weihnachten!
In unserer Verzweiflung sprachen wir dem Psychologen auf die Mailbox und er machte zumindest einen Kompromiss möglich: 3 Monate, bis zum 31.03. würden Sie den Jungen noch „betreuen“, beschulen allerdings nicht. Und dies taten sie auch nur mit Blick auf meine Niderkunft.

War J. ein hoffnungsloser Fall? Würde er nie zur Schule gehen können? Nie eine Ausbildung machen und einen Beruf ausüben können?
Ich sah es eher anders herum: Das Berliner Schulsystem war an meinem kleinen Kind gescheitert!
Also zogen wir als Eltern des Schluss, dass sich die Wege trennen mussten.
Die Entscheidung fiel schwer, bedeutete sie doch, dass Vater und Sohn sich nicht mehr so häufig und regelmäßig sehen würden. Gemeinsam entschieden wir dennoch, dass ich mit den Kindern zurück nach Hannover gehen würde. Mit dem frischen Babymädchen unter’m Arm (na gut, eher vor’m Bauch) ging es im Vorfeld auf die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung und, was ungleich schwieriger war, einer Schule!
Da eine Regelschule nicht in Frage kam, konzentrierte ich meine Bemühungen auf die zwei großen Förderschulen der Stadt.
Nach einem ziemlich holprigen Umzug hieß es nun 5 volle Monate ohne Fremdbetreuung oder großartige Hilfen durchhalten, mit einem Frischling (die Kleine kam am 25.12. – aber diese Odyssee ist eine andere Geschichte) und dem Großen, den man eigentlich nie aus den Augen lassen konnte und 24/7 betreuen musste. Kurz gesagt: Ich ging gründlich auf dem Zahnfleisch!
Eines Tages, wir waren gerade in einem kleinen Bekleidungsgeschäft, klingelte mein Handy und die Schultagesgruppe einer der großen Förderschulen war dran: Wir hatten einen der wirklich sehr raren Plätze ergattert! Das war der Moment, der mich zusammenbrechen ließ. Scheiß auf alles um mich herum, ich setzte mich vor Erleichterung heulend zwischen Klamottenstapel.
In dieser Gruppe (wiederum in einem schnuckeligen kleinen Häuschen auf dem Stiftgelände) wurden 8 Jungs am Vormittag unterrichtet und nachmittags vom pädagogischen Team in der sozial-emotionalen Entwicklung begleitet. Dieses Konzept ist auf 2 Jahre befristet, in denen der Stoff des ersten Grundschuljahres vermittelt werden soll. Danach können die Schüler in die Förderschule oder eine Regelschule wechseln.
Das erste Jahr verlief okay.

Eigentlich wollte ich gern eine Mutter-Kind-Kur machen, aber unsere Ärztin riet zur Reha. Gesagt – getan!
Das Haus im brandenburgischen Nichts war allerdings der Horror! Ich bekam nicht wie erhofft „Handwerkszeug“ für den Umgang mit unseren Schwierigkeiten, mir wurde immer nur vorgeworfen, was der Bengel wieder Unerlaubtes ausfraß und wie ich NICHT reagieren sollte. Zudem empfinde ich es als fraglich, die Kur-Schwerpunkte „verhaltensauffällige Kinder“ und „schwerst drogenabhängige Erwachsene“ in einer Einrichtung, einem Essensraum zu mischen. Das Schlimmste aber war die Schule, welche 3 x die Woche vormittags auf dem Gelände stattfand. Mein Junge tat, was ihm logisch erschien: bei jeder ihm unangenehmen Aufgabe ging er einfach aus dem Schulhäuschen. Dann rief die Lehrerin bei der Stationsschwester an, diese bei mir und ich musste mich dann allein auf die Suche machen. Das Haus weitläufig, das Gelände, mit angrenzendem Wald unüberschaubar.
Wir nahmen also nach 3 Wochen folgende Erkenntnisse mit nach Hause:
* Weglaufen hat ein lustiges Verstecke- & Fangespiel zur Folge, Unterricht fällt dann aus (ganz toll!)
* für eine ordentliche Beschulung bedürfe es einen Integrationshelfer (ach neeee, echt???)
* zu Hause sollte ich das Kind dringend auf AD(H)S testen lassen (WTF, das ist doch erfunden)
* kann es sein, dass eine Autismusstörung vorliegt? (BOAH, ich raste aus!)

Wieder zurück in der Schultagesgruppe wandte J. Das Gelernte postwendend an. Was zur Folge hatte, dass er eines Tages mit nem Schulkollegen aus dem Badezimmerfenster entwich und SECHS Stunden polizeilich gesucht wurde! Trotz Suchmeldung fuhren die Jungs mit Bus und Bahn kreuz und quer durch Hannover, quatschen fröhlich mit Autofahrern auf Schnellwegzubringern und ließen sich Saft und Brötchen in einer Gartenlaube kredenzen. Zwei 7-Jährige in Hausschuhen bei Regen und zur Schulzeit allein unterwegs! Ob jemand die Polizei rief? Ja, nach Stunden! Eine der Förderschullehrerinnen erkannte die Schüler an einer Bushaltestelle, sagte ihnen, sie sollen da warten, sie ruft die Polizei. Sprach’s und fuhr weiter. Als die Polizei eintraf, waren die Kinder wieder weggelaufen, jetzt aus Angst vor Ärger! Meine Nerven waren in der Zwischenzeit schlichtweg nicht mehr vorhanden. Nach 6 Stunden, längst war die Schule aus, trudelte die zwei von allein wieder dort ein.
Gott sei Dank unversehrt, allerdings mit schweren Strafen bedacht.

Auf einer Förderschule mit dem passenden Schwerpunkt „sozial-emotionale Förderung“ als unbeschulbar eingestuft zu werden, ist wohl so ziemlich der Endpunkt der „Karriere“. Aber genau dies drohte uns. Was dann allerdings geschehen würde, wie die Zukunft aussehen würde, kurz gesagt ‚Wohin mit dem Kind‘, das sprach keiner der Fachleute aus, nicht mal auf die sehr deutlich ausgesprochen Fragen face to face.
Also tat ich es: Möglichkeit a) Heimbeschulung mit sozialer Isolation und unter Verlust der familiären Gesundheit oder Möglichkeit b) geschlossene Heimunterbringung
Betretene Blicke zum Boden oder zum Fenster hinaus.
Na danke auch! Und das nur weil ein 7-Jähriger „Weglauftendenzen“ und Vermeidungsstrategien zeigt. Nein, das war verdammt nochmal beides KEINE Option!!!
Und so war es wieder an der Zeit die Löwin rauszulassen.
Ich bat um einen Platz in der Tagesgruppe einer Kinder- & Jugendpsychiatrie (KJP). Das klingt grausam gestört, aber es war die letzte Idee.
In der Zwischenzeit wurde J. zeitlich minimiert unterrichtet, d.h. der Fahrdienst griff nicht, ich musste ihn mit den Öffis frühzeitig abholen.
Gott sei dank ging es relativ schnell mit der Aufnahme. Kurz vorher war die ziemlich langwierige ADHS-Diagnostik abgeschlossen worden: Jackpot!
Mit der Medikation war ich nicht zufrieden, ein weiterer Punkt, den die KJP in Ruhe und fachmännisch angehen sollte.
Die nächsten 3 Monate waren organisatorisch gesehen ein Alptraum: um 8 mussten wir dort sein, um 16 Uhr wieder abholen. Das hieß, beide Touren musste die Kleine mit. So saß sie täglich über 1,5 Stunden in der Bahn, im Kinderwagen. Das war gar nicht schön und sie litt sichtbar darunter. In den ersten Tagen wurde die alte Medi erst ausgelassen und dann gegen eine andere ersetzt. Der Auslassversuch war grauenvoll! Das Verhalten erinnerte mehr an ein Tier als an ein Menschenkind. Zumindest war ich jetzt mit der Entscheidung „pro Medi“ ausgesöhnt, damit habe ich nämlich schwer hadern müssen. Zu beobachten, wie mein Kind erstmals bei einer Sache blieb, statt gehetzt hin und her zu springen (gedanklich wie buchstäblich) und auch ein erstes Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen sowie den Mitmenschen berührte mich stark in der Tiefe meiner verdrängten Gefühle.
J. hat viele Fortschritte gemacht und so wurde er mit neuer Medikation und Unterstützung der KJP-Lehrerin nach der regulären Zeit von 3 Monaten schrittweise zurück an die Schultagesgruppe geführt. Der Antrag auf Schulbegleitung war auch gestellt und in der Zwischenzeit begleitete die Heilpädagogische Ambulanz (HPA) die Unterrichtszeit. Das letzte Hilfeplangespräch (HPG) verlief weit mutmachender als alle vorherigen: Mein Sohn sollte nach Ablauf der 2 Jahre in der Fördergruppe erneut sein Glück auf einer Regelschule versuchen, denn abgesehen von seiner Legasthenie konnte er schulisch mit anderen Erstklässlern mithalten. Voraussetzung war ganz klar eine gut eingestellte Medikation, weiterhin Bemühungen von Seiten des Elternhauses und der Therapeuten sowie definitiv eine Schulbegleitung. Letztere fanden wir auf den letzten Drücker, kurz vor den Sommerferien.
Das Kennenlernen der neuen Klasse(nlehrerin) samt Hospitieren schaffte ein gutes Grundlagengefühl und so meldete ich J. für die 2. Klasse der für uns zuständigen Regelschule an. Eine sogenannte Brennpunktschule, aber wer Normalität will, muss sie auch so nehmen wie sie ist, nicht wahr?
Mittlerweile ist ein Schuljahr um. Alles in allem bin ich zufrieden mit der Entscheidung für die Regelschule, vor allem aber bin ich die stolzeste Mama der Welt! Was dieser Bengel für Fortschritte gemacht hat, ist einfach unglaublich. Dazu werde ich beizeiten einen gesonderten Beitrag verfassen.
Was ich euch aber gern noch erzählen möchte, sind die Steine, die ihm vor die Füße geworfen wurden. Ich möchte damit niemanden persönlich angreifen. Wenn jemanden eine „Schuld“ trifft, dann ist es unser System. Andere Länder zeigen uns, dass es durchaus anders gehen kann. Vielleicht liest ja jemand diese Worte, der an der richtigen Stelle sitzt. Eine Lehrkraft, ein Pädagoge, ein Nachbar, Bekannter, Beamter, Sachverständer, Elternteil eines Klassenkameraden, den ich dazu inspirieren kann, sein Verhalten zu überdenken reicht aus, um diesen Blog als erfolgreich zu empfinden.

Situation 1:
J. hat eine bescheinigte Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS oder auch Legasthenie). Einen Nachteilsausgleich habe ich gestellt, dieser wurde allerdings offiziell ignoriert, mündlich wurde mir gesagt, das mache man situationsabhängig so unter der Hand, einen offiziellen Ausgleich mit etwas Schriftlichem gäbe es nicht. Das führt dazu, dass kaum etwas zu erkennen ist von einem Ausgleich des Nachteils. Zum Beispiel bekommt er nicht mehr Zeit in Klassenarbeiten oder einen gekürzten Diktattext. Meinen Vorschlag eng beschriebene DIN A4 Arbeitsblätter visuell zu entzerren (durch Abdecken der immer folgenden Zeilen oder gar größeren Kopien auf mehreren Zetteln) lobte man beim Hilfeplangespräch, setzte man allerdings nicht einmal um.
Eine ihm zustehende externe Lerntherapie boykottierte die Schule, indem sie auf den Schulfragebogen schrieb, sie sähen keine Schwierigkeiten, die Schulbegleitung würde diesen Job schon toll übernehmen. Fakt ist aber, die Schulbegleitung ist keine Fachkraft und schon gar keine Therapeutin, selbst wenn, wäre es nicht ihre Aufgabe. Zeitgleich zu der Aussage, dass J. keine Hilfestellung nötig hätte, stand aber im Mitteilungsheft an mich jeden Tag zu lesen, wie sehr das Kind sich verweigert etc. Dass ein Zusammenhang besteht, ging den Pädagogen nicht einmal auf, nachdem ich es klar ausgedrückt hatte.
Was ich als wirklich peinlich empfand, war die Aussage, dass LRS eh nur im Deutschunterricht zu Tage treten würde. Dann kommt man also in Mathematik, Sachkundeunterricht etc. Überall ohne Lesen bzw. Leseverständnis aus? Die Frage brauche ich wohl kaum beantworten, nicht wahr? Ich sag nur TEXT-Aufgaben 😜

Situation 2:
Auch eine auditive Reizverarbeitungsstörung (AVWS) gehört leider zu unserem Diagnosekatalog. Dies bedeutet grob gesagt, dass das Hörvermögen organisch gesehen unbeeinträchtigt ist, das akustisch Wahrgenommene aber ‚falsch‘ oder gar nicht verarbeitet und damit nicht verstanden wird. Es hilft sehr, Kinder mit solchen Problemen durch einen Berührungsreiz in die Aufmerksamkeit zu holen, ihnen gut in die Augen zu blicken, einfache und kurze Sätze zu sprechen und das Gesprochene wiederholen zu lassen. Außerdem können Sie sich meist nicht mehr als einen „Auftrag“ zur Zeit merken.
Dieser Punkt seiner Beeinträchtigung wird von der Schule schlichtweg ignoriert. Nicht sofort Verstandenes darf die Schulbegleitung ihm beispielsweise nicht noch einmal auf Augenhöhe in anderen Worten erklären.
Ich besorgte auch besondere Lärmschutzkopfhörer für Kinder, empfohlen von anderen betroffenen Eltern und Therapeuten. Diese darf mein Sohn aber nicht im Unterricht nutzen. Die unglaublich undurchdachte Begründung: Dann könnten die anderen Schüler auch welche haben wollen. HÄÄÄ??? Also erstens gibt es sogar Schulen, welche ganze Klassensätze an Kopfhörern frei zugänglich für alle Schüler stellen. Und zweitens: Sind dann auch Brillen verboten? Könnte ja auch der Sitznachbar hübsch finden und haben wollen. Für mein Verständnis macht es keinen Unterschied, welche Fähigkeit beeinträchtigt ist und ein Hilfsmittel benötigt!

Situation 3:
Hausaufgaben. Nachdem ich immer wieder Alarm geschrien habe, weil mein Sohn einfach nicht das HA-Pensum schafft, es gar nicht schaffen KANN, beruhigte mich der Direktor: Das Kollegium sei sich sicher, intellektuell gesehen käme J. ausreichend gut mit, seine individuellen Förderziele lägen woanders. Nämlich im Ankommen in der Klasse und dem Sammeln von Eigenzutrauen, was zu höherer Eigenmotivation führen soll. Vor allem aber herrschte zu Hause nur noch Krieg 😢 Schon beim Abholen aus der Schule bekam ich Bauchweh, hörte mir Tag für Tag von der Schulbegleitung an, dass weder die Unterrichtsarbeiten noch die HA (in der dafür vorgesehen Nachmittagszeit) ansatzweise erledigt wurden. Also musste zu Hause gestritten werden, um jedes Wort, um jede Zahl. Die Feinmotorik ist seit jeher nicht J.’s Stärke, und so verweigert er erstenmal per Seite alles, wobei er einen Stift führen soll. 2 Stunden Schreierei und Tränen (von uns beiden) kostete es manchmal, bis er endlich anfing. Oder ich voller Wut und Enttäuschung aufgab. Es war die Hölle. Für mich, für die kleine Schwester aber ganz sicher am meisten für den Großen!
Der Direktor „rezeptierte“ und 20 Minuten HA-Zeit pro Tag, mehr nicht.
Aber ich bekam es mit der Angst zu tun: In dieser Zeit schafften „wir“ bei guter Motivation 1/2 DIN A4 Seite. Die normalen HA beinhalteten aber oft 4 Seiten. Pro Hauptfach. Hinzu kamen verweigerte Aufgaben aus dem Unterricht. Im Kopf rechnete ich aus, wieviel zurück J. In einer lausigen Wochen läge … einem Monat … einem Schuljahr! Adieu Abschluss – auf Wiedersehen Berufsausbildung
Doch wieder beruhigte und bremste der Direktor mich und wir vereinbarten Folgendes: am Tag weiterhin 20 Minuten HA-Zeit zu Hause. Nicht erledigte Aufgaben aus dem Unterricht sollen mich nicht tangieren, das ist Schulsache. Und wenn ich spüre, dass der Tag kein guter ist, sollte ich nicht kämpfen. Dieser Mist vergiftete und zerriss unsere Familie.
Ich schaffte es tatsächlich, Spannung rauszunehmen, unser Alltag gewann einiges an Fröhlichkeit und Liebe zurück.
Die Klassenlehrerin allerdings schien das Konzept ihres Vorgesetzten nicht für durchführbar zu halten. Immer wieder stand im Heft: „Hausaufgaben nicht gemacht!“ Obwohl ich am Tag zuvor kommentiert habe, dass J. sich zwar 20 min viel Mühe gegeben hat, aber nicht mehr als 2 Sätze geschafft hat. Oder „J. hat im Unterricht die Mitarbeit verweigert, bitte nachholen. Aber nicht am Wochenende, da sollen die Kinder frei haben.“ Es war zum Haareraufen!

Ich könnte viele weitere kleine, dennoch schmerzende Sequenzen erzählen, aber dieser Blogpost ist schon jetzt viel zu lang.
Wer bis hierher durchgehalten hat, dem danke ich! Mir ist bewusst, dass dieses Mal die Leichtigkeit in der Schwere der Thematik fehlt und vor allem mein Humor. Aber dieses Thema beißt mir aktuell immer noch in’s Herz und es ist leichter zu lachen, wenn es hinter dir liegt. Außerdem habe ich die kompletten Sommerferien gebraucht, vom ersten Wort bis hierher. Denn ich hatte die Kinder um mich und das Wetter war grauenhaft. Daher konnte ich immer nur einige Minuten daran sitzen und so mochte sich kein Schreibfluss entwickeln. Schade um die Leselust und vor allem um den fehlenden Therapie-Effekt. Denn ich verrate euch das Geheimnis, warum es so selten einen Text von mir gibt: Jeder Post fühlt sich an wie eine Woche Intensivtherapie. Normalerweise bin ich eine Meisterin der Verdrängung. Doch a-special-kind wühlt mich auf, reinigt, rückt zurecht und lässt Gefühle fließen wie nie!

Jetzt starten wir in ein neues Schuljahr, ich gespannt, was die 3. Klasse für uns bereithält.
Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: Englisch und Schwimmen kommt neu auf den Stundenplan. Ratet, was davon die Gute ist 😄😄

P.S.: Ich habe gerade 73,45 € für Schulbücher bezahlt. Plus 20 € Leihgebühr für 2 weitere Bücher, die gekauft 65 € gekostet hätten. Wieviel das ganze Equipment gekostet hat, vor allem für einen Linkshänder, rechne ich euch nicht vor. Tja, Bildung kostet! 😉
Also investiert! Alles Liebe, eure Anni

Besucht auch gerne Annis Blog.

Freilichtmuseum Lindlar

Wir werden kreativ in der Auswahl unserer wochenendlichen Ausflugsziele. Nicht überall sind wir zu fünft willkommene Gäste.

Das Gute daran ist, dass wir viel mehr Zeit in der Natur verbringen.

Letzte Woche Sonntag starteten wir spontan mit Freunden einen Ausflug zum Freilichtmuseum Lindlar. Das Bergische ist von uns aus gar nicht so weit und grundsätzlich immer eine kleine Reise wert.

Nicht nur die Kinder hatten bei unserem Ausflug jede Menge Spaß. Auch wir Erwachsenen waren fasziniert von dem wunderschönen Fleckchen Natur. Natur und Kultur wie vor hundert Jahren ist das Motto des Freilichtmuseum.

Neben Wechselausstellungen

bietet das Freilichtmuseum vor allem einen Einblick in alte Handwerke. Es war total faszinierend zu sehen. Vor allem in Anbetracht des Fortschrittes in den letzten 100 bis 150 Jahren. So gab es eine Schmiede, eine Seilerei, ein Backhaus, eine Imkerei, eine Sattlerei und eine Bandweberei, die mich persönlich natürlich am allermeisten in den Bann gezogen hatte.

Und dann war da außerdem noch dieser nostalgische Kiosk. Stundenlang hätten wir dort stöbern können. Es gab nicht nur klassische Schleckereien, sondern auch witzige Postkarten und die wohl schönsten Wundertüten, die die Welt je gesehen hat.

Wir waren sicherlich nicht das letzte Mal im Freilichtmuseum Lindlar. Ich bin ja sowieso ein großer Fan von alten Dingen, vom Landhausstil, alten Häusern und verwunschenen Gärten.