Allgemein, Down-Syndrom, Familienleben

Einhorntherapie

Vor 4-5 Jahren rief eine übereifrige Mutter in einem Reitstall an, der Hippotherapie anbot und konnte es nicht verstehen, dass ihr Kind noch zu jung sei und die Warteliste darüber hinaus extrem lang.

Die Wirbelsäule ist bei so kleinen Minimenschen einfach noch nicht stabil genug. Wir mussten warten. Uns blieb ja auch nichts anderes übrig. Und irgendwie geriet die Hippotherapie schon fast in Vergessenheit.

Bis ich dann vor einigen  Wochen einen Anruf bekam… Sonea würde auf der Warteliste stehen und es sei ein Platz frei geworden.

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Großartig! dachte ich im einen Moment – Mist! im anderen. Wir hatten ein logistisches Problem. Herr Sonnenschein hat an dem gleichen Nachmittag Reha-Sport und ich kein Auto. Unsere Rettung war Oma Bärbel, die nun einmal wöchentlich Sonea in den Reitstall begleitet.

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Ich wusste nicht, wie Sonea reagieren würde, ob sie Angst davor hätte auf einem Pferd zu sitzen und Zeit bräuchte oder aber total begeistert sein würde. Bislang kannte sie nur Ponyreiten, das fand sie toll und das letzte Mal auf nem Pferderücken ist schon eine Weile her.

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Mit der Begeisterung, die nun seit drei Wochen Woche für Woche folgt, konnte niemand rechnen.

Es ist, als hätte Sonea nie etwas anderes gemacht. Und auch die Therapeutin ist total begeistert und schaut, ob nicht vielleicht sogar ein Platz in der Voltigieren Gruppe für Sonea frei ist.

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Vielleicht liegt es aber auch am magischen Einhornzauber, dass das so gut funktioniert. Denn Sonea reitet natürlich nicht auf einem gewöhnlichen Haflinger, der auf den Namen Luzie hört, sondern auf einem echten Einhorn.

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Bei der Reittherapie sitzt der „Patient“ ohne Sattel und ohne Helm (der Patient ist durch einen Therapeuten und einer Assistenz mit bester Sorgfalt abgesichert) auf dem Pferd und nutzt den rhythmischen Bewegungsablauf des Pferdes, zur Lockerung der Muskulatur, zum Schulen des Gleichgewichtssinns und der Koordination und zur Förderung der Wahrnehmung. Sogar die Sprechmotorik kann durch die Reittherapie positiv beeinflusst werden. Der eigentliche Therapeut ist bei dieser Therapieform das Pferd.

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Ich könnte jetzt eine ganze Liste weitere positiven Eigenschaften der Reittherapie erörtern, aber ich denke die Bilder, die Herr Sonnenschein letzten Freitag gemacht hat, sprechen nochmal eine ganz eigene Sprache.

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Leider ist das therapeutische Reiten keine anerkannte Therapieform, weshalb es keinerlei Chancen auf Kostenübernahme oder Bezuschussung durch die Krankenkasse gibt.

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Sonea darf nach ihrer Reitstunde ihrer Luzie immer noch eine Möhre geben und sie striegeln. Wir sind alle total begeistert mit wie viel Spaß sie dabei ist.

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Wir sind also nun im Pferdefieber.

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19 Kommentare

  1. Pingback: Gerne gelesen | September

  2. Wuhuuu! Was für tolle Bilder! Ich freue mich für euch! Wir schrieben doch damals sogar per email…schön, dass ihr nun aufs Pferd gekommen seid! Ich bin begeistert!
    Ich habe nun auch neben den regulären Reitkindern das erste Kind zur Frühförderung mit meinen Ponys. Ein 3jähriger zauberhafter Junge. Und bald kann ich noch mehr nehmen, da meine Jünsgte in die KiTa kommt. Leider sind die Ämter hier im LAndkreis von vorgestern und sehen heilpädagogisches Reiten (in meinem Falle Frühförderung mit Pony) als nicht so wichtig an und wollen es bei ergo und physio belassen..ein Krampf… weil so müssen die Eltern selber zahlen oder wenn sie Nerven haben verklagen …liebe Grüße!

  3. Ich mag Pferde nicht so gerne… aber die Begeisterung bei Sonea ist auf den Bildern so gut zu sehen, es steckt richtig an.
    Mein Bruder hatte auch einige Zeit Hippotherapie. Sein Pate hat ihm das eine Zeit lang ermöglicht und ich glaube dann haben es meine Eltern noch selber bezahlt. Aber irgendwann ging es aus verschiedenen Gründen nicht mehr. Aber er hat sehr viel bei dieser Thrapie gelernt und profitieren können. Sein Gleichgewichtssinn wurde sehr gut trainiert und auch seine Haltung hat sich dadurch sehr verbessert. Und Spass hatte er dabei auch. Was gibt es besseres, Therapie die hilft und Spass macht.

  4. Annika sagt

    Oh, ich mag das dritte Bild am meisten … oder das beim Voltigieren … oder doch das beim Füttern ; ) <3 <3 <3

  5. Annika sagt

    Toll! Einfach nur toll! Ich freue mich sehr für euch!
    Es sieht so aus, als habe das Einhorn schon immer auf Sonea gewartet und als wäre es für beide das natürlichste der Welt! Wirklich traumhaft! Und die Bilder – da hat sich der Herr Sonnenschein mal wieder selber übertroffen!

    Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich von dem frechen Grinsen der Kinder, deinem Schreibstil oder seinen Fotos am meisten angetan bin … ich kann es einfach nicht … .

    Liebe Grüße von Annika

  6. Daniela Gipp sagt

    Vielen lieben Dank, dass ihr diese tollen Bilder die eigentlich alles SAGEN mit uns teilt. Echt Spitze was der Sonnenschein sich traut…Lg Daniela

  7. Jetzt muss ich auch mal endlich hier kommentieren, ich lese immer so gerne bei dir. Und ich liebe Pferde! Toll, dass ihr einen Platz bekommen habt! Reiten tut einfach immer gut – ehrlich gesagt ist es auch für mich oft eine Therapie. Allein dass man sich so sehr auf ein anderes Lebewesen einlassen muss, macht schon wahnsinnig viel aus. Und für die Muskulatur ist es auch super! Ich wünsche euch noch viel Spaß mit dem besten aller Hobbies!

  8. Nele E. sagt

    So schöne Bilder! Und wie toll sie das macht. Ich glaube, ich würde mich das Voltigieren nicht trauen *lach*
    LG
    Nele E.

  9. Nina sagt

    Hallo Katharina, wie schön, dass Sonea solch einen Spaß hat! Die Fotos sagen mehr als 1000 Worte! 😍
    Liebe Grüße, Nina

  10. Andrea sagt

    Uaaah, das Einhorn ist ja riesengroß! Und Sonea turnt da richtig drauf rum. Wahnsinn! Weiterhin viel Spaß,
    Grüße,
    Andrea

  11. Ricky sagt

    Und, wann fängt Sonea an, auf ihr eigenes Pferd zu sparen?
    Sie sieht ganz toll aus auf der Luzie, finde ich – bei mir hats auch so angefangen, mit 6 Jahren zum Voltigieren… möchte bis heute nicht ohne Pferd sein, auch ohne „therapeutisches“ tut das Reiten einfach gut. Und – man kann es gar nicht oft genug sagen, finde ich – Sonea macht sich da schon nach da oben nach den paar Wochen schon besser als manche nach ein paar Monaten Volti-Stunden… soweit man das von den Fotos sagen kann!

    Aber wo hat euer Einhorn denn das Horn gelassen?

  12. Toll, dass die Einhorntherapie Sonea so gut gefällt. Und ich kann es voll und ganz nachvollziehen.
    Auch als Therapeutin ist es immer wieder klasse zu sehen, wie das Medium Pferd auf die Kinder wirkt. Ich durfte während meiner Ausbildung 12 Wochen in einem interdisziplinären Zentrum arbeiten und habe dort auch die Reittherapie begleitet.
    Die Bilder sprechen einfach für sich. Ich wünsche Sonea noch ganz viel Spaß mit ihrer Einhorntherapie!
    LG Jasmin

  13. Das Warten hat sich gelohnt. Das freut mich so für Euch.
    Jolina wird auch immer mehr Mädchen und hätte gerne ein Pferd, uff, also zwei hier im Haus die ein wollen, muss gar kein Einhorn sein 😉

  14. Liebe Katharina,
    das hört sich ja wunderbar an! Und die Fotos sind fantastisch!
    Bei uns hat bis auf meine Mini (11 Jahre) niemand mit Pferden was am Hut, aber sie fieberte schon seit sie 3 Jahre alt ist dem Reiten entgegen. Vor zwei Jahren haben wir ihrem Wunsch dann endlich nachgegeben.
    Ich war total erstaunt, was für einen positiven Einfluss das Reiten auf unseren Wirbelwind hat. So ausgeglichen und ruhig wie sie mit Pferd ist, erlebte ich sie nie! Und mittlerweile geht sie schon drei Mal die Woche zum Reiten. Sie darf dann eine Reitstunde nehmen, eine Stunde ist für das Springen reserviert (das hat sie vor etwa 9 Monaten angefangen) und der dritte Termin in der Woche ist freies Reiten. Es ist einfach wunderbar!
    Und genau diesen Zauber, den ein Pferd mit sich bringt, strahlt eure liebe Sonea aus. Das ist wirklich ein Geschenk.
    Kommt gut in die neue Woche und viel Spaß mit dem Einhorn 😉
    Liebste Grüße
    Katarina <3

  15. Ach Katharina… Was für schöne Bilder! Toll dass es klappt und so viel Freude macht!!!
    Lieben Gruß
    Ina

  16. Ani Lorak sagt

    Glaube ich gern und die Fotos zeigen es: Die Freude bei Sonea. Herrlich. Vor Pferden habe ich Respekt, aber unsere Tochter (ab morgen 7!) liebt Reiten und seit 2 Wochen sind wir nach langer Wartezeit (6 Monate) wieder dabei. Mit Schulanfang war es ihr zu anstengend und dann war der Platz weg…) Zunächst ohne Sattel und jetzt mit. In Chile haben wir alle einen Reitausflug ohne Sattel gemacht. Herrlich. Da könnte ich glatt überlegen… Schöne Fotos! Was freue ich mich für Euch! Auch eine tolle Sache gemeinsam mit Oma.

  17. Knodel Inge sagt

    Hallo Katharina, unserem Großneffen geht es genauso. Auch heute noch mit 25 Jahren geht er 1 mal die Woche zur Reittherapie.
    Liebe Grüße Inge

  18. Das ist ja ganz wundervoll – freut mich zu hören das es euch auch erwischt hat – den den tollen Virus wird niemand wieder los – ganz viele tolle Stunden und Juljan findet die Erkenntnis das es ein Einhorn ist auch ne tolle Sichtweise er wird das nächste mal bei seinem Pferd schauen ob es den stimmen könnte – kicher – liebe Grüße Conny

  19. Marie sagt

    Toll! Toll! Toll!
    Mehr kann man dazu nicht schreiben – die Fotos sprechen wirklich für sich!

    GlG,
    Marie

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