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Ganz schön pieksig

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, da machte ich mir mütterliche Sorgen um die Freundschaften meiner Tochter. Nicht diese, die den richtigen Umgang betreffen, sondern diese, dass sie gar keine Freunde haben könnte.

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Nach dem Start ins Schulleben fand ein Abnabelungsprozess statt, der mir sehr schwer fiel. Mein kleines Kitakind war nicht nur plötzlich ein großes Schulkind, sondern ich hatte auch nicht mehr die Möglichkeit mich mit allen Bezugspersonen so auszutauschen, wie ich es von der Kita gewohnt war. Ich brachte sie nicht mehr hin und holte sie auch nicht mehr ab. Alles, was ich hatte, waren die spärlichen Erzählungen meines Kindes und ein Mitteilungsheft, in dem wichtige Infos aufgeschrieben werden. Ich musste mich damit abfinden, dass ich nur noch das erfahre, was ich wirklich erfahren soll.

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Ich erlebe mein Kind also nur noch sehr selten im Umgang mit den Mitschülern und bislang auch nur einmal im Unterricht. Ich glaube, sie macht das ziemlich gut und sie hat ihren Platz in der Klassengemeinschaft gefunden.

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Und ich glaube auch, dass sie Freunde gefunden hat. Sonea wird niemals das Kind sein, das ihre Mitschüler um sich scharrt, weil jeder mit ihr spielen möchte. Aber das ist sowieso anstrengend und nicht erstrebenswert, oder? Es gibt sicherlich Kinder, die sie mögen, so wie sie ist und es gibt ganz sicher auch Kinder, die sie nicht leiden können. Völlig normal. Auch das ist Inklusion.

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Und ich denke auch, dass sie es nicht immer leicht hat und vor allem auch immer wieder Schwierigkeiten mit sich selbst hat. Das merke ich momentan ganz besonders. Sonea steckt mitten in der Zahnlückenpubertät. Ein Begriff, der mich einigermaßen aussöhnen lässt, mit dem, was uns akut vor die eine oder andere Herausforderung stellt.

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Manchmal habe ich das Gefühl an meine Grenzen zu stoßen. Diese Launenhaftigkeit und pure Frechheit meines Kindes, das mittlerweile nicht nur Hörner trägt, sondern diese auch gerne mal einsetzt, treiben mich manchmal in den Wahnsinn. Ich möchte weinen, ich möchte schreien und letztendlich weiß ich, dass mich beides nicht weiter bringt. Und da ist er dann dieser Konflikt, dass sie Grenzen überschreitet, aber nicht reflektieren kann. Ignorieren kann ich ihr Verhalten aber leider auch nicht immer und will das auch nicht.

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Andererseits freue ich mich, dass mein Kind gerade eine ganz normale, wichtige Entwicklung durchläuft. Und das noch nicht einmal entwicklungsverzögert. Aber auch nicht in Wattebausch-, sondern in der Nadelkissen-Variante.

 

Im Moment hat sie auf nichts „Bock“ und alles ist „blöd“. Und diese Blicke… es ist als hätte man einen Teenie zu Hause.

In ein paar Jahren lächele ich milde über unsere jetzigen Herausforderungen und möglicher Weise habe ich sie sogar vergessen. Das ist ja das Gute daran, dass man all diese Phasen auch irgendwie wieder vergisst. Weil eben auch so viel Schönes dazwischen kommt, das einen vergessen und aussöhnen lässt. Und von den schönen Momenten gibt es zum Glück auch reichlich.

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In wenigen Wochen wird Sonea acht Jahre alt. Dieser Geburtstag bereitet mir weniger Bauchschmerzen als der letzte. Es ist nicht mehr so, wie es zu Kindergartenzeiten war. Aber Sonea ist auch kein Kindergartenkind mehr. Ich weiß noch nicht wer uns in ein paar Wochen besuchen wird. Das entscheidet Sonea selbst. Aber ich bin mir sicher, sie wird nicht am leeren Tisch sitzen, sondern mit ihren Gästen feiern werden. Mit Bibi und Tina und ein paar coolen Sonea-Freunden.

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Dieser Post hier vor ziemlich genau einem Jahr hat Euch sehr bewegt und auch einige von Euch mobilisiert. Er war einer der meist gelesenen Beiträgen im letzten Jahr. Ein Blog-Freundebuch hat sich damals auf die Reise gemacht. Vielleicht kann ja mal jemand *piep* machen, bei dem es zwischenzeitlich angekommen ist. Bislang haben wir noch nichts weiter gehört oder gelesen.

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Stoff: Snöwl und Snöwl Kombi von nestgezwitscher für lillestoff

Schuhe: Naturino

 

 

 

18 Kommentare

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  2. Kerstin sagt

    Liebe Katharina!
    Die Zahnlückenpubertät hat uns hier beim Grossen auch ganz fest in der Hand, zusätzlich zu den mittlerweile 8 ausgefallenen Zähnen. 😉
    Ich denke immer, es ist nicht nur für sie eine Probe Richtung Abnabelung, sondern vorallem auch für uns…
    Starke Nerven wünsche ich euch ( das Schlimme bei 2 Kindern ust, dass sich die Kleinen, die dich eigentlich noch gar nicht soweit dind, auch schon einiges abgucken….), Kerstin
    P.s.: Freubdebuch ist hier auch nicht angekommen. ..hab ich letztens noch dran gedacht

  3. Sunev sagt

    Liebe Katharina,
    bei uns gibt es für das große Kind (7 Jahre) auch dieses Jahr eine Zahnspange. Allerdings müssen wir nochmal zum Abdruck des Oberkiefers, da das Kind bei letzten Mal Panik bekommen hat und der Abdruck dann nicht verwertbar war. Also haben wir noch ein paar Wochen bis es so weit ist. Bin dann auch mal gespannt, wie das dann wird.

    Den Begriff Zahnlückenpubertät kannte ich schon. Trat hier auch passend mit den ersten Zahnlücken auf. Ich persönlich spreche aber lieber von Abnabelungsprozess, der in Wellen in der Entwicklung eines Kindes immer wieder auftritt mit einem Peak in der Pubertät. Und wir als Eltern müssen das irgendwie aushalten, denn schließlich nabeln sie sich ja von uns ab.

    LG und gutes Durchhaltevermögen,
    Susanne

  4. Liebe Katharina,

    mir kamen ein bisschen die Tränen. Du hast es so schön beschrieben, dass ich mich sehr gut einfühlen konnte, auch wenn Lotte gerade mal 2 Jahre alt ist. Ich glaube es ist wirklich eine extra Herausforderung einem Kind begreiflich zu machen, dass das Verhalten verletzend ist, wenn es nicht in der Lage ist zu reflektieren. Ich glaube aber du hast da genau den richten Blick drauf und die richtige Haltung. Dass man diese jedoch nicht jeden Tag 24/7 haben kann, ist ganz menschlich und auch etwas, dass Sonea einfach erfahren muss. Ich finde euch ganz wunderbar und ich bin froh, dass ich durch dich einen noch besseren Blick darauf bekomme, was Inklusion noch so alles bedeutet. Ich danke dir für diesen Einblick.

    Liebste Grüße,

    Sarah

  5. Ich glaube die Motte rast gerade aus diese Zahnlückenpubertät zu. Manchmal wenn sie mir antwortet frage ich sie echt ob sie fünf oder fünfzehn ist.
    Ihr macht das Jahr (hier Brückenjahr genannt) zwischen KiGa und Schule echt zu schaffen. Sie wird verdammt mutig und der Grad zwischen süß-frech und blöd-frech ist so schmal. Sie bekommt sogar manchmal richtig Ärger im KiGa. Grenzen sind für sie zum Überschreiten da. Und alle haben Recht, abgesehen von Mama und wenn keiner Recht hat, dann sie. Aber sie hängt eben „dazwischen“ im KiGa soll sie die „Große“ sein, das Kind welches bald in die Schule kommt und dabei fühlt sie sich doch manchmal noch so klein. Aber das will sie ja auch gar nicht mehr sein.

    Einfach haben es unsere Mäuse sicher auch nicht. Aber zusammen bekommen wir sie schon dadurch.

    JesS

    P.S. mein 18-jähriger zog ja gerade aus – ich kann also was von Wehmut und Wehwut und so berichten. Es tut weh wenn sie plötzlich fliegen und das nicht den Kindern…

  6. Mein Großer ist letztes Jahr in die Schule gekommen und das was du so berichtest, kenn ich auch! Die Gedanken, die Ängste und Sorgen die man sich macht… Die blöde Abnabelung ist echt schwer!
    Und übrigens: Nein, diese Freundeschar um einen braucht man nicht, zumindest nicht diese übertriebene.
    Zum Glück wird Inklusion hierzulande immer ernster genommen und auch bei uns in der KiTa und in der jetztigen Schule sind sie da sehr „fortschrittlich“.
    Ganz liebe Grüße,
    Sandy

  7. Mihaela sagt

    Liebes, als ob du meine Tochter beschreibst. Ich kann jedes Wort nachvollziehen! Den Begriff „Zahnlückenpubertät“ kannte ich noch nicht… 😀
    Wir bzw. meine Große steckt auch mit drin. Am Donnerstag sind wir sogar beim Zahnarzt, weil zwei Milchzähnchen gezogen werden müssen. Mir ist jetzt schon schlecht vor lauter Sorgen. Aber so ist es halt… Das Leben einer Mutter ist sehr aufregend und wunderschön! <3

    Liebe Grüße,
    Mihaela

  8. Knodel Inge sagt

    Hallo Katharina!
    Kinder zu haben ist die größte Aufgabe die einem das Leben gibt. Egal ob nun selber geboren oder wie bei mir 3 geschenkte und ein geborenes Kind. Jeder Tag ist einer Herausforderung je älter die Kinder werden. Bei uns war es eine schwere aber auch sehr glückliche Zeit die ich niemals missen möchte. Achtjährige, muss ich auch an meinem Enkel Nr. 4 feststellen, machen keine einfache Zeit durch. Sie bringen die Eltern an ihre Grenzen. Sie sind nicht Fisch und nicht Frosch. Die eigentliche Pupertät kommt ja schließlich noch. Ich hatte als Kind nie langeweile, meine Enkel 4 und 5 schon. Aber ich kann sie auch nicht den ganzen Tag berieseln lassen von irgendeinem Sender. Wir spielen bis in die Nacht Mensch ärger dich nicht oder ein anderes Spiel wenn sie uns beglücken. Dadurch dürfen sie länger als bei ihren Eltern auf bleiben und das ist dann auch etwas besonderes.. Auch als Großeltern ist das alles nicht so einfach. Ich spreche mich mit meiner Schwiegertochter immer vorher ab, damit ich ihnen nicht in die Erziehung fusche.Süßigkeiten gibt es von mir persönlich sehr wenig, leider von meinem Mann zuviel weil er auch ein Süßer ist. Aber ich bin davon überzeugt, dass es in fast allen Haushalten mit Kindern die gleichen Probleme sind. Nur geben es einige Eltern nicht zu oder sprechen offen darüber. Ihr macht das schon richtig. Liebe Grüße Inge

  9. Alina sagt

    Ich finde ja, der Allag ist unsere größte Herausforderung und dennoch klingt er bei Eich harmonisch. Vor allem aber freut mich, dass Sonea ankommt. Dass sie Freunde hat und sicherlich eine tolle Party feiern wird. Da bin ich mir sicher!

    Liebste Grüße Alina

  10. Annika sagt

    Hallo,

    ich hätte dann – wenn ihr es findet – auch Interesse am Freundebuch ; )

    Das Shirt sieht einfach nur hammermäßig toll aus!

    Bei uns ging es gleich von der Trotzphase in die Zahnlückenpubertät (toller Begriff) …. mal sehen, wie es weitergeht. Unsere Kleine ist 7 Monate jünger als Sonea.

    Liebe Grüße von Annika

    P.S.: Ist da ein Bild doppelt?

  11. Christiane sagt

    Aha, jetzt haben die Launen meiner Tochter also einen Namen. Zahnlückenpubertät nennt sich dieser launische Zickenterror also. Ich bin momentan auch oft am Verzweifeln und frage mich, ob meine Tochter vielleicht schon in die Pubertät kommt. Keine Lust, keinen Bock und alles doof sowieso. Aber da müssen wir mit unseren liebreizenden Töchtern wohl durch 😉 Liebe Grüße, Christiane

  12. Isabell sagt

    Liebe Katharina, ich hatte es auf einen ähnlichen Beitrag hin schon mal geschrieben. Meiner Theorie (und erlebten Praxis) nach müssen Kindern, die Grenzen anderer schwer spüren, diese umso heftiger austesten. Also Kinder die Schwierigkeiten haben die richtige Distanz zu finden.

    Die vorpubertären Phasen meines Sohnws haben mich an meine persönlichen Grenzen gebracht, wie nichts zuvor. Das hat auch einige Situationen hier ergeben, in denen ich einfach nur komplett überfordert war. Ich habe nämlich ironischerweise große Probleme damit MEINE Grenzen zu spüren und zu kommunizieren. Wir haben es trotzdem heil überstanden. Momentan haben wir den normalen Alltagswahnsinn mit drei Kindern. Aber ich denke häufig an diese Zeit und hoffe wir überstehen die Pubertät in einigen Jahren auch halbwegs unbeschadet. Es wird besser. Im Beitrag klingt es so, es könntest du langsam aufatmen. Meine Kinder wachsen zu sehen, ihre Entwicklungsschritte zu bemerken, ihre Persönlichkeit beim Entfalten zu beobachten, verliert seinen Zauber auch bei größeren Kindern nicht. Das lese ich auch aus deinen Zeilen.

    Liebe Grüße,
    Isabell

    • Isabell sagt

      Mein Handy hat sämtliche Absätze verschluckt. Das tut mir leid. Die Lesbarkeit leidet darunter ganz schön.

  13. Katarina sagt

    ach du liebe. Das was du beschreibst sehe ich grade bei meinem Patenkind. die ist zwar schon zehn aber auch da war grade eine Phase in der alles doof war und man dachte das es eigentlich ein bisschen früh ist für die Pubertät. Aber dann eines Tages legte es sich und jetzt ist sie wieder normaler. Alles nur eine Phase!

  14. Ganz viel Kraft für Dich! Ich habe drei Mädchen großgezogen und kenne es nur zu gut, was Du beschreibst, denn man saust von einer Phase in die nächste *seufz. Es ist schwierig, gelassen zu bleiben, und doch das einzige was hilft. Du machst das schon! Ich wünsche euch einen tollen Geburtstag mit guten Freunden!
    Ela

  15. appli-mix sagt

    Du schreibst mir aus der Seele … meine Tochter wird auch in Kürze 8 … und manchmal stößt man schon an seine Grenzen. Trotzdem ein Prozess, der einfach dazu gehört. Wichtig ist einfach eine vertrauensvolle Basis, die man sich ja schon seit Jahren gemeinsam aufgebaut hat, dann wird es ganz bestimmt ein wunderschönes neues Lebensjahr :-). lg Susanne

  16. Daniela Werth sagt

    Hallo,

    sehr schön geschrieben:-)
    Ich habe es momentan mit meiner 9jährigen auch nicht einfacher, ganz schlimm finde ich das Thema Lügen. Ich muß erst noch lernen damit umzugehen, das mein liebes, kleines Mädchen sich jetzt offensichtlich auch der Lügerei bedient und ich bin entsetzt mit was für einer Leichtigkeit sie das tut 🙁 Ich komme da gerade nicht so hinterher.
    Bei uns ist das Freundebuch bis heute leider nicht angekommen.

    Liebe Grüße
    Dani

    • Brigitte sagt

      Hach meine Lieben.
      Meine Tochter wird 9 und mir geht es wie euch. Wie Dani erwische ich sie oft bei einer Lüge. Die Launen sind oft nur noch anstrengend und aus meinem gechillten Kind wurde eine riesen Zicke. Ich hoffe auf noch eine kleine Pause vor der eigentlichen Pupertät.

      Liebe Grüße
      Brigitte ❤

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