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SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth unter der Lupe

Manchmal frage ich mich: wie mag das wohl sein, wenn Sonea einmal erwachsen ist? Wird sie ihren Traum von einem Job im Krankenhaus oder beim Arzt verwirklichen können? Wie sehr wünsche ich mir ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben für sie!

Kakaotrinken im Café

Vor einigen Wochen haben Herr Sonnenschein und ich mit den Kindern und dem Plüsch an der Leine einen Ausflug nach Hohenroth bei Gemünden am Main gemacht.

„Jaaahaaa, wir fahren ins EOS-Kinderdorf!“ hatten die Kinder aufgeregt geschnattert (und meinten natürlich SOS-Kinderdorf) und gedanklich wahrscheinlich eher so etwas wie einen Freizeitpark erwartet. Was auch sonst sollte man mit einem Kinderdorf assoziieren?

Euch da draußen muss ich aber nicht erklären, was es mit SOS-Kinderdorf auf sich hat. Aber wusstet Ihr auch, dass es neben den Kinderdörfern auch noch drei SOS-Dorfgemeinschaften gibt?

Die Dorfgemeinschaft Hohenroth ist eine von ihnen und 162 Dorfbewohner finden dort ihren Lebens- und Arbeitsraum. Wir haben diese Dorfgemeinschaft vor ein paar Wochen besucht und die SOS-Mitarbeiter und Bewohner ausgiebig zu ihrem Leben und ihrer Arbeit im Dorf befragt.

Obwohl ich im Vorfeld recherchiert hatte und versucht habe mir ein Bild von dem Leben in einer solchen Dorfgemeinschaft zu machen, fiel es mir schwer. Ich freute mich also sehr auf unsere kleine Reise und darauf mehr zu erfahren.

Man rechnete Montagmorgen mit uns, aber wir reisten bereits am Vortag an und ließen die Dorfgemeinschaft einfach einmal ungefiltert auf uns wirken. Obwohl wir Fremde waren, wurden wir auffällig herzlich empfangen. Immer wieder begegneten uns Dorfbewohner und statt eines mürrisch-misstrauischen Blickes, den man gerne mal kassiert, wenn man fremdes Terrain betritt, wurden wir mit herzlicher Neugierde überschüttet und fühlten uns absolut willkommen.

Die Dorfbewohner sind Besucher gewohnt, das Gelände für jeden frei zugänglich. Rund 150 Besuchergruppen besuchen die Dorfgemeinschaft im Jahr und so war man auch auf unseren Besuch bestens vorbereitet.

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Herr Kölbl, der Leiter der Dorfgemeinschaft Hohenroth nahm sich ausgiebig Zeit uns durch die 12 Arbeitsbereiche der Dorfgemeinschaft zu begleiten und uns einen durchweg positiven Eindruck von diesem durch und durch inklusiven Dorfleben zu vermitteln.

Aber fangen wir von vorne an.

Wir starten unsere Besichtigung in der Metallwerkstatt, in der uns Dorfbewohner Rüdiger sichtlich stolz gefertigte Dinge aus der Werkstatt präsentiert. Viele Sachen fertigen die Dorfbewohner selbständig und in Eigenregie. „Unser Werkstattleiter schaut, ob das machbar ist oder nicht. Viele Dinge machen wir aber alleine“.

Wie diese Laternen, die es nun auf dem ortsansässigen Weihnachtsmarkt zu kaufen gibt.

Aber auch aufwändige Dinge und Sonderanfertigungen, wie hochwertige Grills oder kunstvolle Kerzenständer, entstehen in der Metallwerkstatt. Die Mitarbeiter sind versunken in ihrer Arbeit. Jeder Handgriff sitzt. Sie wirken motiviert und selbständig bei ihrer Arbeit.

Wesentlich ruhiger geht es bei unserem Besuch in der Weberei zu. Und das bestätigt uns auch Katharina Bauert, die Leiterin der Weberei: „Dieser Arbeitsbereich ist vor allem für ältere Dorfbewohner und diejenigen, die einen ruhigen Arbeitsbereich brauchen.“

Teilweise wechseln die Dorfbewohner ihre Arbeitsbereiche und arbeiten vormittags in dem einen und nachmittags in einem anderen Arbeitsbereich.

Es ist zutiefst beeindruckend was für tolle Dinge an den Handwebstühlen entstehen: Tischdecken, Läufer und sogar Wolldecken. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Katharina Bauert stolz.

Die Außentemperaturen sind an jenem Tag schon sehr herbstlich frisch und deshalb fühle ich mich in unserer nächsten Station, der warmen Bäckerei, ganz besonders wohl. Auffällig ist auch hier die ausgelassen fröhliche Stimmung, die kein bisschen aufgesetzt wirkt. Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass die Dorfbewohner ihre Arbeit wirklich von Herzen gerne machen und mit viel Spaß bei der Arbeit sind.

Uns interessiert natürlich wie die Arbeitszeiten in der Bäckerei sind und wie die Arbeitszeiten der Dorfbewohner geregelt sind. Die externen Mitarbeiter sind bereits um 4 Uhr morgens in der Bäckerei. Der Arbeitsbeginn der Dorfbewohner ist nicht vor 8.30 Uhr.

Das hat auch seinen Grund, denn „es würde die einzelnen Hausgemeinschaften stören, wenn manche Bewohner mitten in der Nacht zur Arbeit aufbrechen“, erklärt man uns.

Während unseres Rundgangs begegnen wir den zwei Dorfältesten. Gemeint ist nicht ihr Alter, auf das die Bewohner überraschend stolz sind, sondern die Dauer ihrer Dorfzugehörigkeit. 37 Jahre sind Klaus und Arthur bereits Bewohner der Dorfgemeinschaft Hohenroth.

In diesem Zusammenhang interessiert es mich welche „Kriterien“ ein Dorfbewohner erfüllen muss. „Es muss eine geistige Behinderung vorliegen und die Person muss mindestens 18 Jahre alt sein“, lautet die Antwort von Herrn Kölbl.

Zwischendurch dürfen die Kinder noch die Kälber streicheln. Und ich glaube, das ist eine angemessene Entschädigung für sie, dass sich hinter SOS Kinderdorf kein spannender Freizeitpark verbirgt.

Die Molkerei-Erzeugnisse haben DEMETER-Qualität und werden im Umkreis von Hohenroth ausgeliefert.

Auch in der Saatgutwerkstatt ist man während unseres Besuchs emsig.

Es ist absolut faszinierend zu sehen was die Dorfgemeinschaft alles zur Selbstversorgung und zum Verkauf produziert. Ein bisschen wie eine Reise in eine fremde Zeit, in der die Welt noch in Ordnung ist. Erst mittags fällt mir auf, dass ich zwischenzeitlich noch keinen einzigen Blick auf mein Handy riskiert habe. Absolut untypisch für mich.

Unsere nächste Station ist die Holzwerkstatt. Die Kinder sind sofort abgelenkt und machen mit einer der Wackelenten, die hier produziert werden, die Werkstatt unsicher.

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Diverse Holzfiguren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden werden hier produziert. „Wir achten sehr darauf die Bewohner einzubeziehen und abends mit einem guten Gefühl nach Hause zu gehen“, betont Frau Schleich, die Leiterin der Holzwerkstätte.

Eine Etage tiefer befindet sich die Schreinerei, in der vor allem Auftragsarbeiten, Reparaturarbeiten und hochwertige Holzbretter aus Edelhölzern, wie Nussbaum und Edelhölzern produziert werden.

Aber auch ausgebildet wird hier in der Dorfgemeinschaft Hohenroth.

Die Produktion für den Weihnachtsmarkt läuft bereits auf Hochtouren. Manchen Dorfbewohnern, wie Daniel, begegnen wir immer wieder bei unserem Rundgang. Seine gute Laune ist ansteckend.

Wir fühlen uns alle vier sehr wohl inmitten des emsigen Treibens der Dorfgemeinschaft.

Während wir zu der Hausgemeinschaft schlendern, in der wir zum Mittagessen eingeladen sind, erzählt mir Herr Kölbl von den Plänen der Dorfgemeinschaft „Hier soll irgendwann ein Zentrums für Menschen mit erhöhtem Betreuungsbedarf entstehen“. Er zeigt auf die alten Scheunen und Kuhställe, die inzwischen leer stehen.

Viele Dorfbewohner sind bereits über 30 Jahre in der Dorfgemeinschaft, da ist es verständlich, dass man einen Schritt weiter denkt und überlegt, wie man die Zukunft dieser Menschen gestalten kann. Natürlich sind finanzielle Mittel für ein solches Projekt von Nöten. Finanzielle Mittel, die sich größtenteils über Spenden generieren.

Die einzelnen Hausgemeinschaften in der Dorfgemeinschaft sind großzügig geschnitten. Man möchte am liebsten sofort einziehen, denn das Haus strahlt eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre aus.

Durchschnittlich leben 8 bis 9 Dorfbewohner gemeinsam mit ihren Hauseltern in einer Hausgemeinschaft. 21 Häuser gibt es insgesamt in der Dorfgemeinschaft. In der Regel kümmern sich die Hauseltern um leichte pflegerische Tätigkeiten, gestalten den gemeinsamen Alltag und kümmern sich um den Haushalt.

In der Hausgemeinschaft, die wir an diesem Tag besuchen, gibt es nicht nur die besondere Situation, dass eine der Bewohnerinnen Geburtstag hat.

Bewohnerin Maren wird an diesem Tag stolze 53 Jahre alt. Ihr Freund Rainer, der in einem der anderen Häuser lebt, ist auch zu Besuch. Die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit und kommen ursprünglich aus Bremen. „Beim Schwimmkurs haben wir uns damals kennengelernt“, erzählt Rainer lächelnd. Auch Maren und Rainer leben seit über 30 Jahren in der Dorfgemeinschaft Hohenroth.

Besonders ist aber auch, dass die Hauseltern gerade mal seit zwei Wochen in der Hausgemeinschaft leben, vieles noch neu ist und sich mit der Zeit erstmal einspielen muss.

„Innerhalb jedes Hauses gibt es Unterschiede. Jedes Haus gestaltet den Alltag für sich, so wie es für alle am besten ist“, erzählt uns Herr Kölbl.

Mich interessiert es aber vor allem von Hausmutter Franziska zu erfahren, wie man dazu kommt Hauseltern in einer solchen Dorfgemeinschaft werden zu wollen.

„Mein Mann und ich wollten eine Veränderung. Wir kommen beide aus dem pflegerischen Bereich. Ich habe irgendwann nach anderen Lebensgemeinschaften gegoogelt und irgendwie bin ich dann auf die Dorfgemeinschaft Hohenroth aufmerksam geworden“.

Als Hauseltern hat man natürlich auch Freizeit und Urlaub. Es gibt sogar ganze Familien mit kleinen Kindern, die als Hauseltern in der Dorfgemeinschaft wohnen.

„Eine Zeit lang hatten wir 20 Kinder hier im Dorf“, erinnert sich Herr Kölbl.

Es gibt so genannte Anfangsmodule, die den Start erleichtern und das grundlegende Wissen vermitteln. Die meisten Hauseltern haben eine pflegerische Ausbildung. Auch während der Zeit als Hauseltern ist eine Aus- und Weiterbildung oder ein Studium möglich.

Denn „uns ist es wichtig den Hauseltern auch ein Danach zu ermöglichen“, betont Herr Kölbl.

Während des Essens ist die Stimmung ausgelassen und fröhlich. Auch hier merkt man sofort, dass sich alle wohl und zu Hause fühlen. Es gibt Hähnchen mit Pommes. Das hat sich Geburtstagskind Maren als Festessen gewünscht. Beim Essen wird darüber gesprochen, dass es keine Fritteuse im ganzen Dorf gibt. Wie gut, dass auch Herr Kölbl beim Essen dabei ist und sich diesem Wunsch annehmen kann.

Die Bewohner unterhalten sich über eine Kuh, die am Morgen abgehauen ist. „Die war sicherlich nicht richtig angebunden! Das ist mir auch schon passiert“, kommentiert eine andere Bewohnerin das Geschehnis.

Und ich stelle auch hier wieder mal fest, dass die Bewohner ihre Arbeit sehr verantwortungsbewusst und wirklich gerne machen.

Es gibt außerdem Projekte mit Bosch Rexroth, die ihre Azubis einmal im Jahr zur „Sozialen Woche“ in die Dorfgemeinschaft Hohenroth schicken. Einen dieser Azubis treffen wir nach unserem Mittagessen in der Kerzenwerkstatt, die unsere vorletzte Etappe des Dorfbesuches ist.

Beeindruckende Kunstwerke werden hier aus Bienenwachs gegossen. „Die natürliche Fettschicht des Bienenwachses heißt Parina und braucht ein halbes Jahr zum Reifen“, bekomme ich erklärt, während ich fasziniert zur Decke schaue, von der dutzende Kerzen runter hängen.

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Nach einer abschließenden Runde durch den Dorfladen, in dem wir noch ein paar Erzeugnisse der Dorfgemeinschaft, wie Honig und Marmelade kaufen, machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Köln.

Beflügelt und voller Eindrücke. „Wie hat es Euch gefallen?“, möchte ich von meinen Kindern wissen. „Ein bisschen laaaaangweilig“, lautet die ehrliche Antwort meines Sohnes. „Ist Euch denn etwas an den Menschen dort aufgefallen?“, möchte ich wissen.

Pause. „Der Mann eben hat mich gefragt, ob ich schon zur Schule gehe! Der war echt nett!“ und Sonea stimmt zu „super cool, ja!“. Ich lächele zufrieden, weil ich wieder mal feststelle, dass Inklusion sich auszahlt. Und die Dorfgemeinschaft Hohenroth ist für mich ein perfektes Beispiel für funktionierende Inklusion.

Es dauert nicht lange und die Kinder hängen schlafend in ihren Gurten. Es war eben doch alles sehr spannend und die vielen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden.

„Wenn die Dorfgemeinschaft ein bisschen näher an Köln dran wäre, könnte ich mir das später einmal richtig gut für Sonea vorstellen“, sagt Herr Sonnenschein aus dem Nichts heraus und spricht dabei meine Gedanken laut aus.

Natürlich ist so eine Dorfgemeinschaft auch auf finanzielle Mittel angewiesen, um bestehen zu können. Denn von dem, was in der Dorfgemeinschaft erwirtschaftet wird, lässt es sich alleine nicht leben.

Unterstützen kann man diese SOS-Dorfgemeinschaften, wie die Dorfgemeinschaft Hohenroth durch Spenden oder Patenschaften. Und nachdem wir selbst vor Ort waren und uns all das einmal genau angeschaut haben, können wir auch aus voller Überzeugung sagen, dass es sich lohnt die Arbeit und das Bestehen dieser Dorfgemeinschaft zu unterstützen.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit SOS-Kinderdorf. Die Inhalte und Meinungen in diesem Beitrag sind meine eigenen. 

20 Kommentare

  1. Silke Keubler sagt

    Ich habe gerade von einem Hohenrother Elternteil Ihre liebevolle Reportage von Hohenroth zugesendet bekommen.Sie haben bei Ihrem Besuch unsere Tochter Maren an ihrem Geburtstag im Dorf getroffen.
    Vor 35 Jahren haben wir ein Jahr lang nach einer Einrichtung gesucht,die unserer Vorstellung in etwa entsprach.Durch einen großen Zufall hörten wir von der Dorfgemeinschaft,die damals im Entstehen war.Die Anthroprosophie war die ideelle Grundlage,was uns sehr gefiel.Maren absolvierte einen Gastaufenthalt und entschid sehr zu unserer Erleichterung,daß sie dort wieder hin wollte-400km
    von Bremen entfernt!Das Dorf ist uns sehr ans Herz gewachsen in den vielen Jahre Elternarbeit.Hoenroth wurde Modell für weitere Engagements von SOS mit
    gehandicapten Menschen.
    Vielen Dank für die schönen Aufnahmen des Dorfes.
    Herzlichen Gruß aus dem feuchtkalten Bremen
    Silke Keubler

    • Liebe Frau Keubler,

      Ihre Zeilen haben mich sehr berührt. Vielen Dank, dass sie sich die Zeit genommen haben einen Kommentar zu hinterlassen. Wir haben noch weitere Bilder vom Geburtstagskind Maren gemacht. Ich werde Ihnen die Bilder per Mail zusenden.

      Liebe Grüße
      Katharina Weides

  2. Julia Knobloch sagt

    Eine wirklich tolle Idee. So etwas wäre mein Traum für lerbehinderte Menschen, die zu schwach für den öffentlichen Arbeitsmarkt sind und für seelisch kranke Menschen. Für geistigbehinderte Menschen gibt es gsd immer mehr solche Projekte. Leider fallen genug andere Menschen, die ebenfalls Unterstützung benötigen, durch dieses Raster.
    Danke für diesen Artikel.

    • Ich hoffe ja immer noch sehr, dass solche Differenzierungen irgendwann mal nicht mehr nötig sind und jeder seinen Platz auf dem freien Arbeitsmarkt finden kann. Ungeachtet seiner Chromosomenzahlen, seines IQs oder seiner körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen.

      Liebe Grüße
      Katharina

  3. Ein sehr interessanter Bericht! Und tolle Bilder. Vom Inklusiobsgedanken aber sehr weit entfernt leider!

    LG

    • Uta Hesse sagt

      Ich bin wirklich sehr für Integration (Inklusion ist in Deutschland in heutiger Zeit noch nicht absehbar), aber alles hat seine Grenzen. Die Dorfgemeinschaft Hohenroth lebt von dem Gemeinschaftssinn. Die Menschen dort haben einen Ort an dem sie wohnen können UND sich wohl fühlen können. Und das die Arbeit noch am gleichen Ort ist, hat sicher Vor- und Nachteile. Ich stelle mir nur dann immer vor, wie im Rahmen der Inklusion ein solcher Bewohner ganz inklusiv in einem Mehrfamilienhaus in einer Großstadt (in dem Fall wäre Würzburg die nächste größere Stadt) allein oder auch vielleicht zu zweit in einer kleinen Wohnung lebt, einmal am Tag ein Betreuer vorbei schaut und ansonsten wäre man allein. Menschen mit einer geistigen Behinderung brauchen oftmals etwas mehr Anstöße zur Ausführung verschiedener Dinge, z.B. Freizeitgestaltung. Und solche Sachen regeln sich in einer großen Gemeinschaft einfach besser. Und ich hoffe einfach immer, dass die jeweiligen Betreuer der Betroffenen genau schauen, welches Wohnkonzept für wen in Frage kommt. Und Hohenroth ist für Menschen, die etwas mehr Schonraum benötigen genau das richtige. Aber auch dort sind sie nicht eingesperrt. Die Bewohnen nutzen ganz selbstverständlich öffentliche Verkehrsmittel und gehen zum Einkaufen in umliegende Orte. Die Werkstätten haben viele Außenkontakte (Auslieferungen, Wareneinkauf, Öffentlichkeitsarbeit, …). Und was ist wichtiger: vollständige Inklusion oder glückliche Menschen, wie sie Katharina in Hohenroth getroffen hat? Liebe Grüße, Uta

    • Ja, das stimmt. Streng genommen ist es keine Inklusion. Aber die Dorfgemeinschaft ist kein abgeschotteter Bereich. Viele Dorfbewohner arbeiten extern und nicht innerhalb des Dorfes. Alle Bewohner können sich frei und auch außerhalb des Dorfgeländes bewegen. Insofern finde ich, dass durchaus mehr Inklusion innerhalb der Dorfgemeinschaft stattfindet, als vielerorts außerhalb.

      Liebe Grüße
      Katharina

  4. So ein toller Ort für viele tolle Menschen mit noch mehr tollen Helfern! Wir haben hier die Dorfgemeinschaft Lautenbach, die ebenso funktioniert und viele Möglichkeiten der Kreativen Arbeit bietet (Weberei, Gärtnerei, Steinwerkstatt und vieles mehr) für Menschen mit Handicap. Und die Betreuten hier sind einfach allesamt nur klasse!

    LG Katrin

  5. Ani Lorak sagt

    DAs liest sich gut. Ein wirklich schöner Ort wie es scheint. Ich kannte bislang nur das SOS Kinderdorf von Hören.

  6. Uta Hesse sagt

    Oh, habe ich mich gefreut bekannte Gesichter wieder zu sehen. Ich habe 5 Jahre in Hohenroth gearbeitet, erst als FSJlerin und dann studienbegleitend als Familienhelferin und kann sagen, es ist auch so wie du es beschrieben hast. Alles sehr herzlich und die Bewohner lieben tatsächlich ihre Arbeit und sind sehr stolz darauf. Inzwischen arbeite ich seit vielen Jahren als Förderschullehrerin, habe verschiedene andere Konzepte kennen gelernt und muss sagen, dass Hohenroth eine wirkliche gute alternative Wohnform ist!
    LG Uta

    • Liebe Uta,

      vielen Dank für Deine lieben Worte. Dieser Beitrag war auch mehr als nur ein Beitrag für mich. Das war eine Herzensangelegenheit, nachdem wir diesen Tag dort verbringen durften.

      Liebe Grüße
      Katharina

  7. Ein ganz toller Beitrag! Ich selbst hatte immer eine Ahnung davon, wie ein SOS-Kinderdorf wohl sein könnte, aber doch scheint es noch mal ganz anders zu sein. Ich finde es großartig, dass es solche tollen Möglichkeiten gibt, besonderen Menschen ein ganz normales Leben zu ermöglichen. Danke, dass Ihr uns ein Stück mitgenommen habt!

    • Liebe Sarah,

      die SOS-Kinderdörfer unterscheiden sich noch einmal von den Dorfgemeinschaften. Sie sind auch, im Gegensatz zu den Dorfgemeinschaften, nicht öffentlich zugänglich.

      Liebe Grüße
      Katharina

  8. Ludowica sagt

    Ja, das ist Hohenroth. Meine Eltern waren dort einige Jahre Hauseltern. Mein Papa arbeitet in der Schreinerei und meine Oma im Saatgut. Ihr habt sie sicher auch kennengelernt.
    Wir sind relativ oft dort. Immer dann, wenn ich mit meinen Kindern Opa und Uroma besuche. Kälbchen, Ziegen und Pferde schauen ist immer Pflichtprogramm!
    Es ist ohne Zweifel ein entschleunigter Ort!

    Viele Grüße
    Wica

  9. Annika sagt

    Wow! Toll, dass es solche Orte gibt! Ich denke, solche Orte würden allen Menschen gut tun!

    Liebe Grüße von Annika

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