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Ich bin die Schnarchnase vor Ihnen

Im Sommer berichtete ich über meine Angst vor dem Autofahren. Damals rechnete ich nicht damit, dass ich so viel Verständnis und Zuspruch bekommen würde. Dass es so viele unter Euch gibt, denen es ähnlich wie mir ergeht.

Nachdem ich damals mutig auf dem Verkehrsübungsplatz gestartet bin, folgte einige Wochen nichts. Ständig fand ich irgendwelche Argumente dafür nicht fahren zu müssen.

Herr Sonnenschein brachte wirklich viel Verständnis für meine Angst auf und trotzdem konnte er es nicht wirklich nachvollziehen und war genervt von der Tatsache, dass vor unserer Tür ein Auto steht, das fahrbereit ist, jeden Monat nen dicken Batzen Versicherung kostet und nicht genutzt wird.

Vielleicht nervte es aber auch einfach nur mich und ich bildete mir seine Genervtheit ein. Denn ich ärgerte mich selbst tierisch über meinen inneren Schweinehasen… äh… Angsthund.

Vor ein paar Wochen kam dann Tag X, an dem eine liebe Freundin sich zu mir ins Auto setzte und wir losfuhren. Einfach so. Raus aus dem Nichtschwimmerbecken, ab ins offene Meer.

Seitdem setze ich mir Woche für Woche neue Ziele und taste mich Stück für Stück voran. Ich war inzwischen mit meinen Kindern in einem Indoorspielplatz, bei der Logopädie, beim Kinderarzt, beim Friseur, beim Zahnarzt und auf nem Kindergeburtstag.

Vor jeder Autofahrt steigt der Adrenalinpegel ins Unermessliche. Ich muss sicherstellen, dass die Parklücke um mich herum großzügig ist. Es fällt mir immer noch schwer die Abmessungen meines Autos einzuschätzen. Gefühlt fahre ich keinen Kleinwagen, sondern einen sperrigen SUV. Schmale Straßen oder vorbei an parkenden Autos mit Gegenverkehr sind momentan das Schlimmste für mich.

Ich erlaube mir deutlich langsamer zu fahren, wenn mich eine Fahrsituation verunsichert. Unerforschtes Terrain ist bislang die Autobahn. Davor habe ich noch Angst. Aber ich bin optimistisch, dass ich dieses Jahr noch meinen Radius erweitern werde.

Nach jeder Fahrt fühlt es sich an, als hätte ich eine völlig verrückte Mutprobe hinter mir. Am liebsten würde ich es in die ganze Welt hinaus schreien, dass ich mich gerade mit dem Auto wieder ein Stückchen raus in die weite Welt und zurück in eine klitzekleine Parklücke getraut habe.

Ich bin’s! Die Schleichnase vor Euch, die Euch in den Wahnsinn treibt.

Den tollen Summersweat Grandoria von raxn bekommt Ihr ab Samstag bei lillestoff in petrol und in pink. Bei mir ist daraus eine Frau Polly entstanden. Ein toller Schnitt, der bald sicherlich wieder zum Einsatz kommt.

Mich findet Ihr diesen Donnerstag wieder mal bei RUMS.

 

9 Kommentare

  1. Känguruh sagt

    Ich kenne das Problem ! Nachdem ich Jahre kein Auto hatte und mir dann aus beruflichen Gründen eins anschaffen musste, habe ich mir das Fahren kaum noch zugetraut und ich hatte ja tatsächlich auch keine wirkliche praktische Erfahrung. Ich hab dann bei einer Fahrschule ein paar Auffrischungsstunden genommen (das machen inzwischen viele, glaube ich) , damit ich mit einem sicheren Gefühl wieder Praxis gewinnen kann, ich hab mir für diese Stunden das gewählt, was für mich besonders schwierig war: Autobahn und Nachtfahrt, ich bin einen für mich wichtigen Weg auch einmal mit dem Fahrlehrer abgefahren.
    Mir hat´s total geholfen wieder ins Fahren zu kommen. In den ersten Wochen allein im Auto war ich zwar noch aufgeragt, aber das hat sich komplett gelegt. Und Fahrstunden zu nehmen, ohne dass am Ende die Prüfungssituation droht, ist eh sehr komfortabel !
    LG

  2. Knodel Inge sagt

    Hallo Katharina, du darfst dich nicht unter Druck setzen. Denk an etwas schönes, setz dich in dein Auto wie zu einem guten Freund. Freu dich auf die Unabhängigkeit die dieser Freund dir beschert. Sei einfach unverkrampft wie bei deiner Nähmaschine. Ich kann nur rückwerts einparken, fahre seit 1972 jedes Auto und alle Straßen und Autobahnen egal in welchem Land. Ich danke diesem Freund, der viel Versicherung und Benzin kostet, für meine Unabhängigkeit. Sehr schönes Kleid. Noch ein schönes Wochenende Liebe Grüße Inge

  3. Romy Damböck sagt

    Als Landei ist das für mich gar nicht vorstellbar. Ohne Auto geht bei uns gar nichts. Nicht zur Arbeit, Kids nicht zu ihren Hobbys, nicht mal einkaufen könnt ich. Wir haben dem 18. Geburtstag entgegengefiebert um endlich Auto fahren zu dürfen, was einfach ein Stück Freiheit für uns war und ist. Und mit drei Kids fahr ich den SUV und mein Mann den Kleinwagen. 😉
    Nichtsdestotrotz tolles Kleid, toller Stoff und toller Frau!

  4. Barbara sagt

    Ich kann das ein wenig nachvollziehen. Wir haben uns über das verlängerte Wochenende ein Wohnmobil ausgeliehen. Da wir aber am Freitag viel zu spät los sind – das Packen von so einem Gerät dauert ewig – war meine bessere Hälfte irgendwann müde und ich musste ran. Im Dunkeln. Mit Gangschaltung. Seit Jahren fahren wir Automatik. Und das mit diesen Maßen: Breite 2,35 m, Höhe 3,12 m und Länge 7,38 m. Ich dachte zuerst nicht, dass ich es überhaupt heil auf die Autobahn schaffe. Ich hab mal direkt die Heizung runtergedreht, weil mir tierisch heiß war. Am Mittwoch hingegen hab ich „unser“ rollendes Heim schon fast suverän bei schönstem Wetter über die A5 und durch die Pfalz nach Hause gefahren. Auch bei so großen Schiffen gilt: wenn man überholt hat und sieht im rechten Außenspiegel das überholte Auto von vorn, ist man dran vorbei 🙂 In diesem Sinne: üben, üben, üben! Wird schon! GLG, Barbara.

  5. Mein Mann sagt immer: Langsam wird man schnell schnell.
    Ich finde damit hat er vollkommen recht. Übe in deinem Tempo. Schnell wird man eh noch von alleine.
    Deine FrauPolly sieht super aus. Vielleicht muss ich sie genau so nachnähen 😀🙈
    Liebe Grüße, Katrin

  6. Lotti sagt

    Super! Obwohl ich ein Fan von Autofrei bin, hin und wieder erleichtert ein Auto das Leben ungemein. Enge Straßen und enge Parklücken (und in meinem Fall, Ampeln am Berg/Hügel) habe ich auch eine ganze Zeit bei der Routenplanung mit bedacht. Du bist garantiert nicht allein.
    Autobahn hingegen ist sehr entspannend. Wenn man erst mal drauf ist, gehts ja nur in eine Richtung. Keine parkenden Autos usw. Auf der rechten Spur ist man ja auch auf der sicheren Seite!
    Weiter so und nicht stressen lassen.

  7. Ich fnde du solltest dich nicht unter Druck setzten! Fahr 😉 dein eigenes Tempo… immerhin du fährst und das Auto ist nicht ganz verwaist!
    Lg, Anke

  8. Tja ich fahre überhaupt nicht Auto und Fahrrad auch nicht (ich finde die ganz schmalen Fahrradspuren sehr wagemutig) und meine fährt auch nicht auf der Autobahn. Man muss ja nicht alles machen. Die Alltagsbesorgungen im Alltag reichen doch.
    Der Hund ist ja allerliebts und das Kleid hat einen echt tollen Stoff, schön herbstlich.
    lg Sabine

  9. Ani Lorak sagt

    Einfach machen. Du bist gut versichert. Meinen Clip beherrsche ich mittlerweile gut, Parkplatzstress kenne ich. Im September bin ich das 1. Mal mehr als 100 km am Stück gefahren. Siehe da, es Geht. Auch ich bin gestresst, schleiche nur manchmal. Ärgere mich über die 40-Fahrer bei uns, bei 30 zu schnell und bei 50 zu lahm… Stress bereitet mir nur als ich den SUV – Nissan TRail, den mein Mann sich wünschte, fahren musste. Beim letzten Mal wählte ich dich den Clio, weil ich den Spiegel nicht eingestellt bekam. Zu viele Knöpfe und Angst, manuell zu verstellen was doch nur so geht….Kann es nachvollziehen. Ich finde es toll, dass Du Dich dem stellst und bald werden Dich nur ungewohnte Strecken stressen. Trau Dich sonntags auf die Bahn, da ist es leerer. Ich hätte davor auch Angst, aber irgendwann war ich genervt von der doppelt so langen Fahrt von Moers nach Oberhausen durch die Stadt über Duisburg. Heute werde ich wieder diesen Weg wählen, da beide Autobahnen aus Moers eingeschränkt bzw. gesperrt. Kleid gefällt mir gut. Frau Polly habe ich auch auf meiner Liste

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