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Ein Brief an mich – Initiative gegen Altersarmut

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Liebe Katharina von 2006,

herzlichen Glückwunsch zu Deiner abgeschlossenen Ausbildung. Auch wenn Du Deinen Abschluss mir Bravour gemeistert hast, war es ein wenig holprig bis hier hin. Du hast lange gebraucht um Deinen beruflichen Weg zu finden, nach dem Abi erst einmal gejobbt, um dann diesen Weg zu gehen. Die Lebensreise, die Du Dir lange so nicht hättest vorstellen können. Denn ursprünglich wolltest Du Ergotherapeutin werden. Nun bis Du Kauffrau im Groß- und Außenhandel und planst noch ein BWL Studium. Aber erst einmal ein bisschen arbeiten und richtiges Geld verdienen. Dafür wird Dir nicht allzu viel Zeit bleiben, denn in zwei Jahren wirst Du schon einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten und dann weitere Wege gehen, die zum jetzigen Zeitpunkt für Dich unvorstellbar scheinen.

Auch wirst Du sehr bald feststellen, dass Dein beruflicher Weg nicht das ist, was Du Dein Leben lang machen möchtest. Vielleicht trittst Du deshalb auch nicht das Studium an, dass Dir in Deiner Lebensplanung noch vorschwebt.

2006 ist für Dich eine chaotische Zeit. Ein Leben im Hier und Jetzt, ohne Wenn und Aber und ohne Blick auf Konsequenzen. Dass Du in knapp drei Jahren nicht nur Verantwortung für Dein eigenes Leben trägst, ist zu diesem Zeitpunkt noch unvorstellbar.

Du arbeitest in der Buchhaltung, obwohl das die Abteilung ist, die Du kategorisch für Dich und Dein Leben völlig ausgeschlossen hast. Immerhin fasst Du bald schon den Entschluss Deinen Ausbildungsbetrieb zu verlassen und zurück ins Rheinland zu gehen. Denn der Ruhrpott wird niemals Dein Zuhause sein.

Auch wenn gerade ziemlich viel los ist in Deinem Leben und Du nach Beenden Deiner Ausbildung erst einmal Dein Leben ausprobierst und genießt, denk doch ab und zu auch mal ein bisschen an mich. An Dich. In ein paar Jahren. Eigentlich ist doch jetzt der perfekte Zeitpunkt auch einmal an später zu denken und etwas für Deine Altersvorsorge zu tun. Oder ist Altersarmut das, was Dir später einmal für mich vorschwebt? Bei all dem Chaos in Deinem Kopf, wäre es schön, wenn Du ab und an auch einmal ein bisschen darüber nachdenkst, was einmal aus uns beiden werden soll.

Liebe Katharina von 2009,

endlich ist Sonea da. Ist sie nicht das süßeste Baby auf der ganzen Welt?

Ja, ich verstehe, das Down-Syndrom hat Dich ein wenig aus der Spur geworfen, aber Dein Leben ist hier noch nicht zu Ende und Du wirst nicht nur das Leben von Sonea, sondern auch Deins bald mit völlig anderen Augen sehen. Deine Prioritäten werden sich verändern. Du trägst nun nicht nur Verantwortung für Dich, sondern auch für das Leben Deines Kindes.

Ich weiß, dass Du Dich nun aufopferungsvoll kümmern und alles dafür tun wirst, damit sie die bestmögliche Förderung bekommt. Vergiss Dich dabei aber selbst nicht und denk vor allem auch mal an Dein älteres ich, zu einem späteren Zeitpunkt.

Bei all Deinen Gedanken rund um Sonea und der Frage „Was soll später einmal aus Sonea werden“, frag Dich auch mal „Wie stellst Du Dir Dein späteres Leben einmal vor“. Jetzt wäre doch der perfekte Zeitpunkt die Sachen mit der Altersvorsorge anzugehen.

Liebe Katharina von 2015,

rasend schnell vergeht die Zeit und irgendwie habe ich immer das Gefühl ihr hinterher zu jagen und viel zu wenig in der ganzen Zeit zu schaffen.

Du hattest schon immer Angst vor dem Alter, hast die Gedanken daran verdrängt und konzentrierst Dich auch im Jahr 2015 auf das Hier und Jetzt. Sonea und Vincent sorgen dafür, dass Du gar keine Zeit hast Dir über das Altwerden Gedanken zu machen. Sonea geht bereits in die Schule und es erwarten Euch noch unendlich viele turbulente Zeiten mit Höhen und Tiefen. Aber die meisten Zeiten davon werden schön sein. Du wirst sehen!

Unabhängigkeit war Dir schon immer wichtig und manchmal wünschte ich mir, dass Du schon früher angefangen hättest ein bisschen mehr an später zu denken. Du arbeitest viel, denn neben Deiner Familie ist Dir Deine finanzielle Unabhängigkeit und Deinen Teil zum Gesamteinkommen der Familie beizutragen, sehr wichtig.

Du sparst für die Zukunft Deiner Kinder, weil Du möchtest, dass ihnen der Start in die eigene Unabhängigkeit leichter fällt. Du machst Dir viele Gedanken darum was später einmal aus Deinen Kindern werden soll. Aktuell möchten sie Krankenschwester und Polizist werden. Mehr Zukunftspläne hegen sie noch nicht. Und sicherlich wird sich das auch noch einmal ändern. Aber denkst Du dabei auch daran was mit Dir einmal sein wird?

Jahr für Jahr erreicht Dich dieser Rentenbescheid und immer wieder schüttelst Du den Kopf, weil es lächerlich wäre davon seinen Lebensabend zu bestreiten. Aber änderst Du etwas? Oder läufst Du mit Tunnelblick Richtung Zukunft? Es sollte Dir wirklich nicht egal sein was mit uns beiden später einmal passiert. Du hättest längst die Zügel in die Hand nehmen können.

Ich kann Dir sagen, dass Dich noch spannende Zeiten erwarten werden. Es wird nicht immer leicht sein und auch wenn Dir der Blick in die Zukunft immer ein wenig Angst bereitet und Du Dich lieber auf das Hier und Jetzt konzentrierst, was Dich Sonea immer wieder lehrt, solltest Du auch ein bisschen vorsorgen, damit es uns beiden später einmal besser geht.

Zwei Kinder, eine Eigentumswohnung und ein kleiner Riestervertrag, sollte nicht das sein, worauf Du Deine Zukunft bestreitest. Und auch, wenn Du in Vollzeit arbeitest, kommt irgendwann die Zeit, wo es heißt aufzuhören. Und ich möchte nicht spoilern und Dir verraten wie Deine Zukunft aussehen wird. Aber möglicher Weise hast Du irgendwann Enkel, die Du hin und wieder auch mal mit kleinen Geschenken verwöhnen möchtest, mit denen Du in den Zoo gehen möchtest und auch beim dritten Eis nicht traurig den Kopf schütteln magst, weil Dich der Eintritt für den Zoobesuch schon dazu zwingt den Rest des Monats von Dosensuppen zu leben. Das hättest Du damals nicht gewollt und ich heute auch nicht.

Du sorgst Dich immer um Deine Lieben, schaust, dass es ihnen an nichts fehlt und bist zwar manchmal ein wenig chaotisch, aber gerade wenn es um Sonea geht und den ganzen Papierkram, den das Down-Syndrom manchmal mit sich bringt, doch auf Zack. Es ist gar keine Frage, dass die Anträge pünktlich versendet werden, denn es gibt Fristen. Vergiss bei alledem aber bitte nicht uns beide. Deine Frist für die Altersvorsorge läuft. Hörst Du die Uhr ticken?

Die Zeit war noch nie Dein Freund. Sie rast immer viel zu schnell und manchmal würdest Du sie gerne hin und wieder zurück drehen.

Manchmal denkst Du darüber nach, dass Du später einmal die Welt bereisen möchtest mit René an Deiner Seite. Weil Ihr vor den Kindern zu wenig Zeit dafür hattet und weil so ein Familienurlaub sehr viel Geld frisst, das Du nicht bereit bist auszugeben, weil man damit auch andere Dinge machen könnte. Zum Beispiel die Wohnung renovieren.

Auch wenn Du mich gegenwärtig immer ganz gerne verdrängst, denk ab und zu auch mal ein bisschen Dein älteres ich. Denn irgendwann sind wir eins und dann wünsche ich mir, dass es Dir gut geht und Du die Welt mit sorgenfreien Augen sehen kannst.

Deine Katharina von 2017

Dieser Beitrag wurde von der Stuttgarter Lebensversicherung gesponsert. Die Inhalte und Meinungen in diesem Beitrag sind meine eigenen. 

3 Kommentare

  1. Knodel Inge sagt

    Hallo Katharina! Deine Sorgen für später sind berechtigt. Ich musste krankheitshalber mit 49 in die EU Rente gehen. Mir fehlen 16 Jahre an Rentenzahlung an die BfA. Ich war vorher 20 Jahre selbständig und habe privat vorgesorgt. Kann ich heute nur von Glück sagen. Mit der Rente meines Mannes und meiner Rente geht es uns gut. Wir haben eine bezahlte Eigentumswohnung, ein Auto und 5 tolle Enkelkinder. Einen größeren Urlaub müssen wir uns ansparen. Durch die Erkrankung meines Mannes fahren wir nicht mehr als 3-5 Tage fort. Das können wir uns so leisten. Vor kurzem haben wir eine Getriebereparatur von nicht ganz 1.500 € zahlen müssen. Und schon schrumpft unsere Rücklage und wir müssen wieder konsequent sparen. Jeden Monat lege ich einen festen Betrag zurück damit ich alle Versicherungen, Reparaturen und unbedingte Neuanschaffungen in einem Betrag stemmen kann. Wir sind Schuldenfrei haben keine Altlasten , brauchen auch nicht alles was andere haben. Wenn wir Lust auf ein Schnitzel haben, dann essen wir eins und müssen uns aus finanziellen Gründen nicht für einen Pfannkuchen entscheiden. Unser Geld reicht, dank guter Einteilung, bis zum Ende des Monats. Wenn wir Miete zahlen müssten, könnten wir uns kein Auto leisten und müssten uns sehr einschränken. Bei uns kostet eine 3 Zimmerwohnung 86qm im Schnitt 780,-€ kalt, dazu kommen die Nebenkosten von ca. 200,-€ +Telefon, Strom, Versicherungen und Lebensunterhalt. Wir zahlen im Monat 230,- € Nebenkosten und bekommem nach der jährlichen Abrechnung noch ca. 200,-€ zurück. Wie sollen das Mitmenschen schaffen wenn sie nur den Mindestlohn bekommen? Die Rente muss dann aufgestockt werden. Sie können sich nicht mal jeden Tag eine Tasse Kaffee daheim leisten. Sie Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander. Der Mittelstand fällt fort. Heute schon können viele ihre Mieten nicht mehr bezahlen und fallen durchs Raster auf die Straße. Ich bin , wie in Australien, eine Grundrente für alle in gleicher Höhe, alle zahlen ein ob Selbständig, Lehrer oder sonst wer. Von dieser Grundrente kann man gut leben zumal es für Rentner sehr viele Vergünstigungen gibt. In Australien wird die Rente vom Staat durch die Steuereinnahmen beglichen. Jeder Arbeitgeber zahlt zusätzlich einen gewissen Prozentsatz an eine private Altersvorsorge für seinen Arbeitnehmer. Diese Vorsorge kann er in jeden anderen Betrieb mitnehmen. Geht er in Rente hat er zusätzlich zu der Grundrente noch eine betriebliche Versorgung. Eine extra Rentenversicherung wie bei und gibt es dort nicht. Meine Schwester lebt schon über 30 Jahren in Adelaide und ist Rentnerin. Liebe Grüße und ein schönes Wocheende Inge

  2. Annika sagt

    Wow! Ich liebe deinen Stil! Schreib ein Buch (ich reserviere schon einmal mindestens ein Exemplar)! Vielleicht könnte man einen Teil des Buchverdienstes für das Alter anlegen … oder vielleicht doch für einen Familienurlaub😉😋?! Ganz „großes Kino“ ist dein Text!

    Liebe Grüße von Annika

  3. Saskia sagt

    Oh ja, das mit der zusätzlichen Altersvorsorge schiebe ich auch schon seit Jahren vor mir her…auch wenn man weiß, dass die Zeit nicht stehen bleibt, ist es etwas, mit dem man sich ungern befasst, so ganz konkret und so. Und doch wäre es sinnvoll…
    VG Saskia

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