Allgemein, Familienleben, Inklusion, Werbung
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1 Jahr 1. Klasse

Diese Woche haben die Schulferien begonnen. Nicht nur, dass wir auf ein ganzes, wirklich tolles Schuljahr zurückblicken dürfen. Nun gilt es auch sechs lange Wochen zu überbrücken und zu schauen, wie man Job und Ferienzeit irgendwie unter einem Hut bekommt. Und während ich in meiner eigenen Schulzeit mich so auf diese sechs Wochen Freiheit gefreut habe, sitze ich heute kopfschüttelnd vor meinem Rechner und denke „Wer hat sich bitte diesen Bullshit ausgedacht und warum?!“. Diese sechs Wochen sind doch weder für das Kind selbst noch für das Familienleben im Allgemeinen förderlich!

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Nicht dass ich meine Kinder nicht gerne um mich herum habe und die Zeit nicht auch ein bisschen genieße. Aber sechs Wochen sind echt eine verdammt lange Zeit. Außerdem ist Sonea bereits seit Mitte letzter Woche Zuhause, da sie kurz vor Ferienbeginn krank wurde. Das muss man noch hinzu addieren. Sechs Wochen, ohne die gewohnte Struktur und dem gewohnten Tagesablauf. Sechs Wochen, die man mit Freizeit und aber auch Lernzeit füllen, aber trotzdem auch noch arbeiten muss. Hell, yeah!

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Man jongliert also rum, versucht Familie und Job unter einem Hut zu bekommen und wenn dann die ganzen Ferienfreizeit-Angebote aus diversen Gründen nicht mit dem eigenen Kind kompatibel sind, sei es weil man extra eine Einzelbetreuung für das Kind organisieren müsste (die zusätzlich mitkomme müsste), oder weil das Kind noch zu jung ist oder aber gar nicht erst dort hin möchte. Und außerdem, weil man es nicht übers Herz bringt, sein Kind mit einer Ferienfreizeit einfach mal eine Woche alleine verreisen zu lassen. Egal wie man es dreht und wendet… am Ende kann man sich einfach nur glücklich schätzen, wenn man einen familienfreundlichen Arbeitgeber hat und der eigene Arbeitsplatz und die Arbeitszeit es zulassen, dass man auch mal arbeitend eine Woche Ferien überbrücken kann. Auch wenn das eeeecht anstrengend und teilweise nervenaufreibend ist.

Diesen Sommer nehmen Herr Sonnenschein und ich mit einer Woche Überschneidung Urlaub, damit wir möglichst viel der Ferienzeit abdecken können. Eine Woche, die es uns aber auch nicht möglich macht einen richtigen Urlaub zu viert zu verbringen und zu verreisen. Schon wieder nicht. Wir machen es uns also auf Balkonien gemütlich und nutzen die Ausflugsziele in unserer Umgebung. Sicherlich wird es auch der eine oder andere Bericht dazu folgen.

Nun aber zurück in die Vergangenheit!

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Das letzte Schuljahr lief trotz meiner Ängste und Sorgen richtig gut. Sonea geht wirklich gerne in die Schule, auch wenn sie morgens schon noch öfter mal motzig ist und mit den Worten „Heute habe ich Schule frei!“ wach wird. Aber Hand aufs Herz – wer steht morgens schon gerne früh auf?

Sonea hat in ihrem ersten Schuljahr wirklich viel gelernt und auch mehr als ihre Lehrerin und wir es zunächst für möglich gehalten hat. Für die Lehrerin war es auch das erste Kind mit Down-Syndrom und noch einmal eine ganz neue Herausforderung. Beim Elternsprechtag in der vergangenen Woche reflektierten wir noch einmal gemeinsam das Schuljahr und waren uns beide sicher, dass wir den richtigen Weg gewählt haben. Sie meinte, dass es ihr selbst auch nochmal Sicherheit gegeben hat und sie sich nun einer solchen Aufgabe ganz anders gewachsen fühlt, als zu Beginn des Schuljahres. Leider wird Soneas Klassenlehrerin die Schule verlassen und nach den Ferien gibt es eine neue Klassenlehrerin. Da diese Sonea bereits in Sport und Englisch unterrichtet und Sonea sie auch sehr mag, sehe ich dem Ganzen aber relativ gelassen entgegen. Auch wenn ich die bisherige Klassenlehrerin trotzdem fehlen wird und Sonea, aber auch die anderen Kinder sich sicherlich erstmal umstellen müssen.

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Ich bin immer wieder begeistert wie Sonea selbständig Wörter schreibt und versucht Wörter zu lesen. Wie sie Dinge (zusammen)zählt und wie sich ihr Mengenverständnis in dem Schuljahr entwickelt hat.

Insbesondere seit ihrer Reittherapie hat sich sprachlich noch einmal einiges bei Sonea getan und auch ihre Konzentrationsspanne wird immer besser. Das merke ich im Privaten zu Hause, aber das meldet mir Soneas Schulbegleiterin auch aus dem täglichen Unterricht zurück. Sie schafft es inzwischen sich über die ganze Schulstunde zu konzentrieren und zu arbeiten.

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Wenn ich Zuhause mit ihr Übungen mache, was meistens am Wochenende der Fall ist, weil Sonea unter der Woche meistens müde und unkonzentriert ist, wenn sie aus der Schule und der Nachmittagsbetreuung nach Hause kommt, lache ich immer wieder über ihre raffinierten Taktiken der Übungssituation zu entfliehen. Von „ich schwitze schon!“ beim Schreiben üben bis hin zu „ich hab von ganzen Zählen schon Bauchweh!“ ist alles dabei.

Sonea ist im vergangenen Schuljahr ganz schön gewachsen. Sowohl innerlich als auch äußerlich. Es gibt Tage, an denen kommt sie mir richtig groß und ganz schön selbständig vor. Aber dann gibt es zwischendurch wieder Tage, an denen sie sich wieder total klein verhält.

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Den positiven Verlauf des letzten Schuljahres haben wir vor allem unserer Schulbegleiterin zu verdanken, die sich mit ganz viel Herz in ihre Arbeit reingehängt hat. Sie und Sonea sind ein wirklich tolles Team.

Besonders freue ich mich über die Rückmeldung, dass Sonea inzwischen auch im Morgenkreis, aber auch im Unterricht selbst aus sich heraus geht, sich zu Wort meldet, Ideen einbringt und von ihren Wochenenden erzählt.

Sonea wird nach den Sommerferien dort weiter machen, wo sie vor den Ferien aufgehört hat. Damit bleibt sie sozusagen in der ersten Klasse, aber für sie ändert sich (bis auf die neue Klassenlehrerin) nicht viel, denn die Kinder sind ja von Klasse 1-4 zusammen und es kommen zwar neue Erstklässler dazu und die Viertklässler werden nicht mehr dabei sein, aber sie muss eben nicht ganz von vorne wieder neu anfangen.

Zum Ende des ersten Schuljahres hatten wir wieder Besuch von der Kölnischen Rundschau, die bereits über Sonea berichtet hat. Hier findet Ihr nun den Artikel über Soneas erstes Schuljahr.

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Mit Soneas Geburt und nach der ersten Zeit als Eltern dieses besonderen Kindes, stellten wir auch ganz bald fest, dass wir nicht mehr in diese Standard IK*A Schiene passen. So sehr mein Herz an diesem blau-gelben Möbelhaus hängt, insbesondere in Bezug auf Sonea stelle ich immer wieder fest wie diese clever-durchdachten Möbelstücke nicht clever genug sind, um auf die Bedürfnisse meines Kindes ausgerichtet zu sein. Und trotzdem mache ich immer wieder den gleichen Fehler, bin scheinbar unbelehrbar…

Wir kauften einen Kinderschreibtisch und einen Kinderschreibtischstuhl meines schwedischen Lieblingsmöbelhauses und dann saß Sonea da, die Füße in der Luft und hatte überhaupt keinen Kontakt zum Fußboden oder einer festen Fläche, wie sie beim Schreiben eben wichtig ist.

Auf dem Blog von Zuckersüße Äpfel entdeckte ich dann den swoppster von aeris, einem ergonomisch geformten Schreibtischstuhl für Kinder und ich war absolut begeistert. Als man mir dann vor einigen Monaten einen Produkttest anbot, konnte ich mein Glück kaum glauben und zögerte kein bisschen. Ich sagte zu und wir standen vor dem nächsten Problem. Der Stuhl war nicht kompatibel mit dem Schreibtisch vom Möbelschweden. Ich recherchierte und fand raus, dass es Kinderschreibtische mit Tischplatten gibt, die bereits ab 51 cm Höhenverstellbar sind. Ja, SOWAS brauchten wir! Die wirklich tollen Modelle sind auch nicht gerade erschwinglich, so dass wir uns für ein gebrauchtes Modell vom Kleinanzeigenmarkt entschieden, mit dem wir zufrieden sind.

 

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Wir durften uns die Farbe von unserem swoppster aussuchen und ich war überrascht, dass Sonea sich für die Farbe rot entschied, denn es standen noch blau, apfelgrün und orange zur Auswahl und ich hätte definitiv auf blau getippt. Aber nein „Rot ist doch meine Lieblingsfarbe, Mama!“.

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Der swoppster ist laut Hersteller für Kinder von 4 bis 12 Jahren geeignet und für ein Gewicht von 15 bis 50 Kilogramm. Deshalb sollte sich auch kein Erwachsener auf diesen Stuhl setzen.

Der Hersteller aeris wirbt damit, dass der Stuhl durch seine Ergonomie Haltungs- und Rückenschäden vorbeugt und speziell für das „hohe Bewegungsbedürfnis von Kindern konzipiert wurde… denn Bewegung unterstützt die positive körperliche und geistige Entwicklung“.

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Der 3-D Aktivstuhl wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und passt sich dank seiner seitlichen Flexibilität den Bewegungen des Kindes an und ist absolut kippsicher.

Wir sind absolut begeistert von diesem genial durchdachten Kinderstuhl und der Löwe hat bereits angekündigt, dass er auch genau so einen Stuhl haben möchte. Er ist ganz neidisch auf den neuen Schreibtischstuhl seiner Schwester.

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Der swoppster sieht nicht nur cool aus, sondern ist genau auf die Bedürfnisse von Sonea verstellbar und absolut beweglich. Sonea hat den Fußkontakt zum Boden, den sie braucht und hängt nicht mit den Füßen in der Luft. Außerdem schult der Stuhl die Rückenmuskulatur, was aufgrund Soneas Hypotonie besonders wertvoll ist.

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Mit einem Preis von ca. 280 Euro ist der swoppster nicht besonders erschwinglich, aber durchaus eine Investition, die sich lohnt, denn den Stuhl hat man ja mindestens für die ganze Grundschuhlzeit. Und vielleicht ist der swoppster auch eine Idee als Einschulungsgeschenk der ganzen Familie. Hier findet Ihr ein paar Händler, die den swoppster führen.

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4 Kommentare

  1. Carina sagt

    Das hört sich echt so toll an, wie alles gelaufen ist und wie weit sich Sonea weiterentwickelt hat.
    Ich freue mich total mit euch :)
    LG Carina

  2. Knodel Inge sagt

    Herzlichen Glückwunsch Sonea. Du hast mit viel Erfolg Dein 1. Schuljahr gemeistert. Mir gefällt auch Dein Schreibtischstuhl. Ich wünsch Dir und Deiner Familie schöne Ferien, wenig Stress, schönes Badewetter und tolle Ausflüge.
    Liebe Grüße Inge

  3. Das war also alles in allem ein erfolgreiches Jahr für alle Beteiligten. Ich kenne Dich und Deine Tochter noch nicht so lange, darum kann ich nicht sagen , ob sie groß geworden ist . Lach. Ist es nicht toll, wie unsere Kinder, jeder in seinem Tempo ,selbstständig werden ?
    Ich wünsche Euch eine schöne Ferienzeit und ja Du hast recht – wer hat sich sechs Wochen Ferien ausgedacht. Als Alleinerziehende ist das fast gar nicht zu stemmen.

    Liebe Grüße
    die Sammlerin

  4. Wow, Sonea ist in jeder Hinsicht groß geworden!
    Auf manchen Bildern sieht sie sehr groß aus für ihr Alter.

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