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Elternsprechtag

Das erste Schulhalbjahr ist rum und gestern waren Herr Sonnenschein und ich beim ersten richtigen Elternsprechtag in unserem Leben (zumindest unser erster, bei dem wir selbst nicht Schüler waren).

Ich war ein bisschen nervös im Vorfeld, auch wenn ich jetzt keine böse Überraschung erwartete. Aber Ihr kennt das vielleicht selbst und wisst was ich meine. Ein bisschen verwundert war ich auch, denn wir hatten ja bereits im November unser erstes Elterngespräch und ich wusste nicht so genau wieso so kurz danach ein weiteres stattfinden sollte. Aber im Prinzip fand ich es auch nicht schlecht, denn leider sind wir nicht mehr so nah am Tagesgeschehen, wie damals in der Kita und wenn Sonea nach Hause kommt und ich frage „Was hast Du denn heute in der Schule gemacht?“, lautet die Antwort kurz und knapp „Sachen!“. Damit ist das Gespräch beendet.

Soneas Klassenlehrerin ist nach wie vor begeistert und sagt, dass Sonea sich weiterhin wirklich toll entwickelt. Sie verweigert sich immer seltener, ist sehr aufgeschlossen und interessiert und arbeitet mittlerweile auch sehr konzentriert über einen längeren Zeitraum. Sie ist noch ein bisschen zurückhaltend, wenn es darum geht sich für eine Aufgabe in der Gruppe zu melden, aber immer dabei, wenn man sie fragt, ob sie etwas machen möchte.

Neulich hatte sie sich wohl freiwillig im Musikunterricht dafür gemeldet eine Strophe vorsingen zu dürfen, ganz alleine, mit der Klasse als Chor. Wer Soneas Gesangstalent kennt, weiß wie mutig das war… nicht nur von ihr! Nun ja, wir fanden es ziemlich lustig.

Sonea macht große Fortschritte und vor allem ihr mathematisches Verständnis hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert.

Wir haben gefragt wie der Kontakt mit den anderen Kindern sei und wie ernüchternd es für uns gewesen ist, als wir erfahren haben, wie Sonea von jenem Mädchen abgewiesen wurde. Aber die Lehrerin bekräftigte, dass der Umgang der anderen Kindern völlig normal sei und Sonea in keiner Weise ausgegrenzt und auf jeden Fall von den anderen Kindern gemocht würde. Das Mädchen, welches weder ins Freundebuch schreiben wollte und auch nicht zu Besuch kommen wollte, sei grundsätzlich sehr schüchtern. Ich äußerte meine generellen Ängste bezüglich Soneas Akzeptanz, aber die Lehrerin beteuerte, dass Soneas Anderssein bislang noch kein Thema gewesen sei, dass die Kinder auch noch keine Fragen gestellt hätten und dass die Lehrerin es auch nicht explizit thematisieren wolle, damit Sonea nicht plötzlich eine Sonderstellung habe, die vorher nicht weiter von Bedeutung war. Wir boten aber dennoch an, beim nächsten Elternabend einmal die Eltern ein bisschen über Soneas Syndrom aufzuklären. Denn gängige Vorurteile gibt es schließlich überall.

Die Förderlehrerin berichtete auch, dass Sonea stetige Fortschritte macht und in ihrer Stunde (zusammen mit einem anderen Mädchen mit Down-Syndrom) immer ein bisschen das Problem habe, dass sich in dem Raum auch die Puppenecke befindet und die beiden begeisterten Puppenmamas dann immer erst einmal ihre Babys versorgen müssen, bevor sie sich zum Lernen hinsetzen. Das aber nur als kleinen, witzigen Einwand, denn auch sie ist sehr zufrieden mit Soneas stetigen Lernerfolgen.

Wir sind nach diesem Gespräch natürlich unglaublich erleichtert und freuen uns wirklich sehr, dass es weiterhin voran geht. Sonea geht ihren Weg. Und an ihrer Seite ihre Schulbegleiterin, der wir alle einen Großteil dieses positiven Verlaufs zu verdanken haben.

Morgen Nachmittag wird von den Schul-AG’s ein „Eiskönigin-Musical“ aufgeführt und ich weiß nicht genau welche (tragende) Rolle der Sonnenschein spielen wird, aber sie hat etwas von einem „Wusel-Wusel-Tanz“ verraten. Wir sind gespannt!

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Stoff: Goldranken von SUSAlabim für lillestoff

Schnitt: Wickelkleid von ki ba doo

 

6 Kommentare

  1. Knodel Inge sagt

    Hallo Katharina!
    Ich hatte so eine Rückmeldung erwartet. Sonea geht ihren Weg. Sie hat eine Familie die hinter ihr steht. Jeder hat so seine Schwierigkeiten. Sicher findet sie auch eine Freundin die sie so nimmt wie sie ist. Liebe Grüße Inge

  2. Ani Lorak sagt

    Hallo. Das hört sich gut an. Wie schön! Ja. Ich glaube, man ist immer nervös, wenn Dritte über das Kind richten. Kenne ich auch gut! Schickes Kleid. Lieben Gruss

  3. Kerstin sagt

    Liebe Katharina!
    Ich bin auch schon sehr gespannt auf „unseren“ ersten Elternsprechtag, auch wenn es noch ein Jahr dauert:-).
    Es hört sich so an, als hättet ihr genau die richtige Schule für Sonea gefunden und ich bin ein bisschen mit stolz auf sie. Ich finde wirklich Sonea ist sehr mutig und fleißig. Ausserdem freue ich mich, dass das ungute Gefühl, was Soneas Freundschaften betrifft, wohl nur eine Momentaufnahme war.
    Viel Spaß bei der Aufführung und dann auch noch die Eiskönigin;-)…!
    LG Kerstin
    P.S: das Wickelkleid ist ein Traum. Dein Kleiderschrank muss der Hammer sein.

  4. Hallo liebe Katharina!
    Schön zu lesen, dass die liebe Sonea Freude am Lernen hat!
    Dein Kleid sieht sehr schön aus und es steht dir super gut!
    Viel Spaß morgen beim Musical!
    Ganz liebe Grüße
    Kathi

  5. Jenny sagt

    Toll, toll, toll!! Das sind ja ganz tolle Rückmeldungen!
    Und ja, ich kenne dieses mulmige Gespräch vor solchen Gesprächen.
    Ich feue mich mir Euch!!

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