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Völlig losgelöst

Ich bin keine Rosa-Mama. Auch, wenn ich selbst als kleines Mädchen davon träumte später mal als Prinzessin in einem großen Schloss zu leben (um ganz genau zu sein, war es das Schloss Marienfels in Remagen, das später dann einem bekannten, deutschen Entertainer gehörte). Und als Kind fand ich es auch befremdlich, dass unser Nachbarsjunge mit Puppen spielte.

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Heute bin ich Mutter einer kleinen Eiskönigin und eines mutigen Paläontologen. Rosa und Glitzer sind hier nicht mehr wegzudenken und altrosa zähle ich sogar zu meinen Lieblingsfarben. Mein Sohn darf auch mal mit Puppen spielen, wenn ihn seine große Schwester denn lässt. Aber eigentlich interessieren ihn vielmehr seine Dinosaurier. Er kann sowohl ein gefährlicher T-Rex sein als auch eine kleine, jammernde Prinzessin. Warum sollten wir ihn in eine Männerrolle reinquetschen, in die er sowieso von ganz alleine hinein wachsen wird. Mir ist es viel wichtiger, dass die Kinder sich ausprobieren und ihren Emotionen freien Lauf lassen und herausfinden wer sie sind.

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Oft erwische ich den Löwen dabei, wie er sich mit meinem Puderpinsel die ganze Palette Lidschatten durchs Gesicht pinselt oder aber er besteht darauf genau so wie seine Schwester die Nägel lackiert zu bekommen. Ich finde das absolut nicht bedenklich, sondern eine logisch Schlussfolgerung des Geschwisterverhaltens – der eine will grundsätzlich das, was der andere auch hat. Ganz extrem sogar . Ist natürlich ein bisschen peinlich für den Patenonkel, wenn er am nächsten Tag sein Patenkind mit rosa Glitzerlack an den Fingern mit aufs Fußballfeld nehmen muss, aber da müssen dann eben beide durch.

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Es lässt mich dagegen aufhorchen, dass von meinem Sohn mittlerweile immer häufiger „Ich bin doch kein Mädchen!“ kommt. Er ist sich also trotz Nachmittage im Prizessinnenkleid und Glitzernagellack auf den Fußnägeln seiner Geschlechterrolle durchaus bewusst. Schade finde ich es schon ein bisschen, dass das Klischee mehr und mehr zum Vorschein kommt und es im Hause Sonnenschein immer weniger Prinzessinallüren geben wird. Ich mische mich da nicht ein, sondern beobachte nur und lasse die beiden ihren Weg gehen.

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Über all die Klischees und das ganze Genderdenken habe ich mir nie wirklich bewusst Gedanken gemacht. Ich kann mich selbst nicht davon frei sprechen, aber als Mutter eines Mädchens und eines Jungen merke ich immer wieder wie wichtig es ist, sich neutral zu verhalten und keine Position zu beziehen. Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass ich wenig Einfluss darauf habe wie rosa-affin meine Tochter ist und auch nicht wie viel davon auf meinen Sohn überschwappt. Ich kleide meine Kinder weder klassisch in rosa und blau noch achte ich verstärkt darauf, dass sie eine gendertypische Farbe trage. Ich liebe rot für Sonea und grün für den Löwen. Und ich würde eher ein Dinosaurier oder Automotiv für meinen Sohn wählen und eine Fee oder ein Herzmotiv für meine Tochter… ganz so frei vom Genderdenken bin ich eben nicht. Genau so würde ich eben pink, rosa oder lila eher für meine Tochter wählen, als für meinen Sohn.

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Nun ist der neue Boardercross von SUSAlabim und lillestoff aber eben lila, ein ziemlich cooles lila sogar, wie ich finde. Lila ist grundsätzlich keine meiner Lieblingsfarben, aber von dieser Stofffarbe bin ich total begeistert… vor allem für Jungs! Das ist mal etwas völlig anderes als ständig blau, grau oder grün. Und es ist so dezent grau-lila, dass es es sich einem auch nicht als eine typische Mädchenfarbe aufzwängt.

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Ich mag das neue Stoffdesign sehr und vor allem auch die Farbe.

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Der Jackenschnitt heißt Mini PowPowJuna und stammt von Muckelie.

 

6 Kommentare

  1. Denise sagt

    Hallo liebe Katharina,
    ich habe weder etwas dagegen, wenn Jungs gerne mal rosa oder Pink tragen möchten, mal ein Kleid anziehen wollen oder Mädchen mit Autos oder Dinosauriern spielen. Aber ich denke, dass es wichtig ist sich als Eltern nicht neutral zu verhalten. Denn nur an einem Modell oder einer Bezugsperson können sich die Kinder doch nur orientieren. Wie sollen sie in der heutigen Gesellschaft ihre Rolle finden und festigen, wenn Eltern, Lehrer etc. neutral sind? Nur über etwas/eine „Rolle“, was/die ich kennengelernt habe, kann ich mir doch ein Bild machen und eine eigene Position dazu finden.

    Lg,
    Denise

  2. Saskia sagt

    Ich finde auch, dass Kinder sich ausprobieren können sollen – ganz unabhängig von zugeschriebenen Geschlechterrollen. Mein Sohn mochte früher gerne pink (und es stand ihm auch ganz augezeichnet) – bis ihm im Kindergarten leider eingeredet wurde, das sei eine Mädchenfarbe und nichts für Jungs. Und auch wenn es mir schwer fällt: meine Tochter darf auch rosa glitzer und von diesem aus meiner Sicht ganz furchtbar kitschigen Einhorn-Prinzessinnen-Feen-Gedöns gibt es bei uns inzwischen auch so einiges. Jede und jeder darf und soll so wie er/sie will. Schade finde ich es, wenn ich merke, dass sich die Kinder dann doch von Kommentaren à la „das ist nichts für Jungen/Mädchen“ einschränken lassen.

    Aber im Großen und Ganzen läuft es doch ganz gut mit dem Versuch, sie von den zugeschriebenen Geschlechterrollen nicht zu sehr beeinflussen zu lassen: die Fünfjährige liebt neben Glitzer und Prinzessinnen auch Kellerasseln und Nacktschnecken und der Achtjährige neben „Jungenlego“ auch die Schmuck-AG in der OGS.

  3. Liebe Katharina,

    danke für dieses tolle Statement!
    Ich hab zwei Jungs, mir fehlt noch das Mädchen als Kontra-Punkt, aber ich versuche es genauso zu machen wie du. Meiner trug mit 3,5 Jahren bis letzten Freitag seine Haare ziemlich lang, und im Kindergarten gab es schon einiges zu hören dazu. Wir haben ihn gestärkt und er hat es dann wirklcih geschafft zu antworten mit: Auch Jungs dürfen lange Haare haben!“. Da war ich sehr stolz auf ihn. Nun haben wir sie aber abgeschnitten…… und das nur wegen dem doofen Föhn-Theater… Lieber abschneiden als föhen war seine Entscheidung. Fast bin ich ein bisschen traurig drum. 🙂
    Ich finde deine Einstellung fantastisch und wünsche mir, dass mehr Kinder so frei aufwachsen dürfen.
    Und wie toll ich die Fotos finde (vor allem das wo das Löwenkind auf der Bank liegt) habe ich dir ja schon gesagt… 😉

    Liebe Grüße,
    Almut

  4. Knodel Inge sagt

    Eine schöne Jacke die auch viel Arbeit gemacht hat. Leider tragen meine Enkel 4 und 5 keine bunten Jacken und haben einen ganz eigen Willen was Kleidung betrifft. Nr. 1 wird bald 23 hat gerade seinen Master in Informatik abgeschlossen , Nr. 2 wird im Januar 21 und studiert Lehramt seit 12.10. Nr. 3 in der 10 Klassse Realschule deswegen nähe ich nur noch für mich. Ich freue mich über die vielen jungen Frauen und Männer die Kreativ sind. Dieses Jahr war ich auf der Kunst- und Dessinmesse in Karlsruhe. Es war berauschend. Schaut mal ins Internet, ganz tolle Bilder. Man bekommt einfach Lust etwas
    zu machen. Liebe Grüße Inge

    Lie

  5. Emilou sagt

    Hallo,

    ich sehe das ganz genauso wie Du 🙂 Meine 8jährige schminkt sich sehr gerne, natürlich darf sie draußen nicht so laufen, aber von mir hat sie das sicher nicht, denn ich schminke mich nie. Bestimmte Sachen sind eben typisch Mädchen und wehren können wir uns eh nicht gegen sie 🙂

    LG Emilou mit Emilia

  6. Annika sagt

    Hallo Katharina,

    ich finde deine Einstellung sehr gut.

    Ich war damals auch ein Dino-Fan und hatte sogar ein eigenes Dino-Museum (mit den Vorgänger von Schleich, Schaukästen mit Steinen & Co drin und Wissenstafeln … die Verwandten mussten es sich ansehen und ich habe sogar ein paar Pfennige eingenommen ; )

    Ich mag rosa und vor allem pink so rein gar nicht und bin ganz froh, dass meine Mädels (vielleicht auch meinetwegen?!) nicht sooooooo sehr darauf stehen. Sofie liebte grün und jetzt türkis. Früher habe ich sie gerne in rot oder oliv gesteckt. Und Pia mag gelb und lila.
    Ich habe aber festgestellt, dass ich Pia immer mädchenhafter gekleidet habe und sie sich jetzt auch. Sofie trägt meistens ein Shirt und Jeans, während Pia (auch jetzt noch – bei dem Wetter) auf Leggins/Strumpfhosen mit einem Rock oder Kleid steht.

    Liebe Grüße von Annika

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