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Geschwisterrivalitäten

Im Halbschlaf höre ich das Klicken des Lichtschalters, dicht gefolgt von dem beißenden Licht und meinen beiden Kindern, die darum wetteifern wer als erstes bei „MEINE Mama!“ „Nein! MEINE Mama!“ ist. Ich werde stürmisch begrüßt, das Löwenkind übersät mein Gesicht mit Küssen und der Sonnenschein umarmt mich stürmisch. So wird man doch gerne geweckt… mal von der Sache mit dem Lichtschalter abgesehen. Aber wir wollen an nem Sonntagmorgen mal nicht kleinlich sein.

Morgens ist meistens die Welt noch in Ordnung. Da begrüßen sich der Sonnenschein und das Löwenkind herzlich mit einer Umarmung und freuen sich wirklich und ganz offensichtlich aufeinander. Sie vermissen sich, wenn der andere weg ist und wollen die Wohnung ohne einander nicht verlassen. Manchmal liegen sie sich in den Armen oder geben sich ein Küsschen, aber das ist eher selten und dann doch ein bisschen zu viel Geschwisterplüsch.

Meistens sieht es so aus, dass jeder Angst hat weniger zu bekommen als der andere. Da wird sehr kritisch beäugt, ob der Bruder nicht vielleicht doch ein Gummibärchen mehr in seinem Schälchen hat und ob das Butterbrot, dass der Sonnenschein geschmiert bekommen hat, nicht vielleicht schöner ist. Das Löwenkind wird sehr schnell ungehalten und wütend, wenn er sich in irgendeiner Form benachteiligt fühlt. Seine Schwester kennt aber auch seinen Nerv und weiß ihn ganz genau zu reizen. Und es macht ihr Spaß. Mich nervt es manchmal ganz schön, denn das Löwenkind ist eben ein LÖWENkind und weiß sehr laut zu brüllen (in den westeuropäischen Ländern soll es auch noch den schrillen Kreischlöwen geben… munkelt man).

Wenn ich die Kinder von der Kita abhole, rennt das Löwenkind immer freudestrahlend auf mich zu, sobald er mich erblickt (ich genieße oft die Momente, in denen ich noch unentdeckt bin und die Kinder beim Spielen beobachten kann)… meistens fällt er auf halber Strecke über seine Füße und der Sonnenschein hat ihn dann schnell eingeholt und springt mir als erstes verschwörerisch grinsend, stürmisch um den Hals. Nicht selten bekommt das Löwenkind darüber einen Tobsuchtsanfall und beruhigt sich nur schwer davon.

Spiele ich ein Spiel mit dem Sonnenschein, bei dem das Löwenkind noch nicht mitspielen kann, lässt sich das Löwenkind gerne etwas einfallen, damit er wieder meine volle Aufmerksamkeit hat… der Sonnenschein kann das aber umgekehrt genau so gut.

Wenn es Kuchen gibt, muss das Löwenkind seinen Teller gut bewachen, denn der Sonnenschein tauscht schon mal ganz gerne einen (in Windeseile) fast aufgegessenen Donut gegen den gerade mal angebissenen ihres Bruders… Dinge, die sie nicht mag, teilt sie dagegen sehr großzügig.

Manchmal sind beide Kinder sehr ruppig zueinander… beide nehmen sich da nicht viel und es fliegen ganz schön die Fetzen. Es ist auch schon vorgekommen, dass der Sonnenschein ihren Bruder gehauen hat. Wir versuchen solches Verhalten natürlich gänzlich zu unterbinden und wenn der Sonnenschein sich nach Aufforderung von uns beim Löwenkind entschuldigen soll, heißt es nicht selten „Tschuldigung Vincent! Hab ich nicht mit Absicht gemacht!“ Ah ja…

Es gibt Tage, an denen wird sich hier kräftig duelliert und es ist nicht nur für die Geschwister anstrengend, sondern auch für uns Eltern. Aber wenn es Knall auf Fall kommt, halten die beiden zusammen, wie Pech und Schwefel.

Stoffe: NOSH „Rainy Day“ und „Cherry Friends“ bei Kleewald Stoffe

6 Kommentare

  1. Ach ja ich bin schon gespannt wie das mal bei uns sein wird! Nach anfänglichen kleinen Hauereien, kann ich meine beiden Mädels inzwischen auch kurz mal alleine lassen. Aber die Kleine ist ja jetzt auch schon fast ein halbes Jahr und etwas robuster 😉
    Lustigerweise hat die Kleine auch ein unglaubliches Organ wenn sie mal schreit. Das muss an den Zweiten liegen…
    LG Caro

  2. ….vielen Dank für diesen schönen ehrlichen Post, liebe Katharina,
    mir gefällt deine Art zu schreiben sehr gut…ich kann mit einem Lächeln weiter gehen…und heute werden auch Erinnerungen geweckt, denn solche geschwisterlichen Gegebenheiten kenne ich auch, auch wenn es schon so lange her ist…

    ich wünsche euch einen guten Tag,
    lieber Gruß von Birgitt

  3. Wie schön, dass du einen kleinen Einblick in unser ähhhh euer Leben gewährt hast 😉
    Ich sag immer, dass meine beiden eine gaaaaanz normale Beziehung zueinander haben, eben wie eure beiden Süßen auch.
    Sehr schön geschrieben ❤️
    Liebe Grüße
    Paola

  4. Oh, muss ich grad lachen! Das kenn ich doch woher ….. 🙂
    Das letzte Bild ist da sehr vielsagend! Toll geworden!
    LG Sandra

  5. Ohaa.. ich kann ja nur von meiner Geschwisterzeit berichten.. ich als älteste gegen 2 jüngere (unsere Nachzüglerin ist jetzt mal aussen vor, das sind 10 Jahre Unterschied) .. da war immer Kampf.. Davor graut es mir ja ein bisschen, sollte hier evtl. irgendwann ein zweiter Zwerg einziehen.

    Aber das mit dem Gebrüll eines Löwenkindes kann ich ja sowas von nachvollziehen 🙂 Vor allem, wenn es aktuell ums Schlafen geht. Meine Löwin drängt sich ja selbst dazwischen, wenn die Tante den Cousin auf dem Schoß hat und ihr das nicht passt. Komischerweise hat sie das nicht, wenn ich dann ihren Cousin auf dem Arm/Schoß habe..

    Dann wünsche ich mal weiterhin gute Nerven und genug Auszeiten..

    LG Nicola

  6. Wie schön, dass es überall das Gleiche ist! Und Du bist so ehrlich! Nicht der "Super-tuber-Mama-meine-Kinder-tun-so-was-nicht"-Typ!!! Nein. Bei Dir ist es ehrlich und ich habe oft das Gefühl, wenn ich hier lese, dass Du von meinen Kindern erzählst…(bin auch keine Super-tuber-Mama). Und es beruhigt, zu wissen, das es woanders genauso zugeht! ;-D
    Liebe Grüße
    Anke

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